Ich schweiße dir auch ein 300mm Blech mit einem guten E-Handgerät das nur 150 Ampere Max hat, nur dann eben mit 2,5mm Elektroden oder wenn es das schafft auch mit 3,2mm Elektroden. Wenn das Gerät allerdings vom Aldi ist und bei 110 Ampere nur eine ED von 20% hat, wird das eine sehr nervige Sache. E-Hand ist ein abgestimmtes System das schon immer gut funktioniert hat.
Bei MAG sieht das anders aus. Hier wird am Schalter nur die Spannung eingestellt, die Ampere ergeben sich durch den Drahtvorschub und ist demnach auch von der Drahtstärke abhängig. Außerdem ist hier die Elektrode immer am Pluspol der der wärmere Pol ist. Wer da Näheres wissen möchte kann mich gerne Fragen, das führt hier zu weit. Das verlinkte Gerät hat bei 160 Ampere eine ED von 10% das heißt beim 10 Minuten Zyklus schweißt es eine Minute. Nervig. Um 6mm Blech zu schweißen sind aber schon 160 Ampere nötig. Bei 85 Ampere sind es dann 35% ED. 85 Ampere und Minuspol am Werkstück reicht dann noch für 3mm Blech, 3,5 Minuten Schweißen im 10 Minuten Zyklus. Noch dazu muss man einen vernünftigen Einbrand erzeugen um eine belastbare Schweißverbindung zu erzielen, gerade bei Kehlnähten die 85% der Schweißaufgaben entsprechen, muss die eine Kante mit angeschmolzen werden. Leider sieht eine nicht haltbare Kehlnaht mit einem MAG Gerät erzeugt eigentlich immer gut aus, auch wenn man keinen Einbrand hat.
Natürlich schweißt das verlinkte Gerät auch, keine Frage. Als ich Zuhause mit dem Autobasteln angefangen hab hatte ich auch nur so ein kleines Baumarktgerät, ging für Autoblech auch sehr gut. Aber bei 40er Quadratrohr mit 3mm Wandstärke wurde es schon kritisch, eher kleben als schweißen.
Was man noch beachten muss ist, welchen Stromanschluss hat man zur Verfügung? Wenn man nur eine 240 Volt Steckdose zur Verfügung hat, kann man ein größeres Gerät eh vergessen, die laufen nur auf 400 Volt.
Deshalb nochmal mein Tipp, geh auf ein Gerät mit über 200 Ampere Leistung, Hersteller ist erstmal egal, schweißen tun sie alle. Die Unterschiede liegen dann im Drahtvorschub, dem Drahtrückbrand und der Qualität.
Ich hab früher viel mit einem Elektra Beckum Gerät geschweißt, da war der Drahtrückbrand eine Katastrophe. Jedesmal wenn man aufgehört hat zu schweißen klebte der Draht noch im Endkrater, nervig und nicht einstellbar.....
Gruß Jürgen, der einige Jahre als Schweißausbilder für WIG, MAG und E-Hand bei einem privaten Bildungsträger gearbeitet hat.