IHC 633 vernachlässigt..., jetzt Restauration

Saarschrauber

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25 April 2017
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Hallo Leute,

nach langer aktiver Abstinenz hier im Forum möchte ich mich mal wieder mit einem neuen Beitrag zurückmelden.

Einige von euch werden mich vielleicht noch kennen vom Restaurationsbericht meines 724 S und der Vorstellung meines 745 XL.

Beide sind noch bei mir und Wohl auf...

Überholung / Restauration 724 S

Es wird eine Restauration werden -- 745 XL --

Nun hat mal wieder ein IHC zufällig und nicht geplant den Weg zu mir gefungen. Ein 633, Bj 81, mit 7500 h. Er stand Jahrelang vernachlässigt in der Ecke auf einem Hof in der Nähe, wurde nur bewegt wenn er gerade mal wieder im Weg stand und hatte ein trauriges Dasein. Er tat mir jedes mal Leid wenn ich ihn sah. So hab ich einfach mal unverbindlich nachgefragt was denn mit dem IHC sei.

" Den kannste haben wenn du willst, der nimmt uns nur Platz weg ", bekam ich als Antwort mit der ich garnicht gerechnet hätte. Ohne groß zu überlegen hab ich zugesagt und den kleinen ein paar tage später mitgenommen.

Der Zustand war erstmal erbärmlich, stellte sich aber im Nachhinein als besser herraus als gedacht... 

Aber erst mal ein paar Bilder von der Besichtigung...

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Hab ihn zu mir nach Haus geholt, erst mal grob von außen gereinigt und in die Werkstatt gestellt.

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"Was hab ich mir da wieder angetan", dachte ich, aber der kleine Junge in mir freute sich riesig.

Immer wieder ging ich um den Traktor herum und guckte und immer wieder entdeckte ich etwas Anders was es zu Richten bedarf.

Also hilft ja alles nix, Papier und Stift zur Hand für eine grobe Bestandsaufnahme...

Nach zwei DIN A 4 Blättern war ich vorerst am Ende und merkte...

------   ICH HAB RICHTIG BOCK AUF DEN KLEINEN -----

Den machen wir wieder richtig Schick... und wenn ihr Lust darauf habt lass ich euch gerne daran teilhaben, natürlich mit vielen Bildern wie gewohnt.

Fortsetzung folgt...

...bis dann und liebe Grüße an das gesamte Forum vom

Saarschrauber Markus
 
Servus,

Er macht ja so auf den Bildern mal keinen Schlechten eindruck. Bin Gespannt was alles zu machen ist und wie es weitergeht.

Mfg Basti

MFG Basti
 
Hallo Leute, 

der 633 stand noch keine 24h bei mir in der Werkstatt und hatte schon einen Plattfuß vorne. Schlauch am Ventil eingerissen. Direkt neuen Ersatz besorgt und eingebaut so als Auftakt für die weiteren Arbeiten. 

Dann wollte ich euch noch mitteilen was bei der ersten groben Bestandsaufnahme heraus gekommen ist.

- Der Anlasser will nicht immer beim ersten mal seinen Dienst verrichten, klackt dann nur..., 2 -3 mal ziehen und er dreht

- Leichtes Spiel in der Lenkung am hinteren Auge des Lenkzylinders

- Radlager vorne erhebliches Spiel

- Trittstufe nach innen eingedrückt

- Hintere Gummi Radabdeckungen, eine fehlt, die Andere ist eingerissen

- Hintere Kotflügel an manchen Stellen verbeult

- Starke Undichtigkeiten an den Steuergeräten 

- Undichtigkeit am Zylinder vom Mähbalken

- Undichtigkeit an der  Handbremswelle

- GFK Dachhaube eingerissen, Fehlstellen und nicht mehr richtig an der Krone befestigt

- Planenecken zur Frontscheibe eingerissen 

- Sitzpolster kaputt

- Gasdruckfeder der Frontscheibe halten nur noch schlecht die Scheibe oben

- Tankanzeige steht immer im roten Bereich bei 3/4 vollem Tank

- Gasgestänge ausgeschlagen, Vollgas unmöglich 

- Unterlenkerspiel im Auge Getriebeseitig

- Kupplungspedal ausgeschlagen

- Rückspiegel defekt

- Fußraumverkleidung schlechter Zustand

Das waren die Sachen die mir so auf den ersten Blick aufgefallen sind. Ist ja recht überschaubar und alles gut zu beheben.

Hier noch ein paar Bildchen dazu.

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Nachdem der Reifen einen neuen Schlauch erhalten hat hab ich gleich das Radlagerspiel eingestellt und hinten noch einen fehlenden Rückstrahler montiert.

Denn ich will erst mal über den Tüv damit ich eine ausgiebige Probefahrt machen kann. Dazu mussten die größten Undichtigkeiten beseitigt werden.

Also fangen wir mit den Steuergeräten mal an. Wenn der Frontlader angehoben war, senkte er sich langsam ab und hinten saute das Öl herraus.

Nach Reinigung der Steurgeräte war die Leckstelle schnell gefunden. Es drückte sich unter dem Bedienhebel heraus. Nach dem demontieren des Hebels sah ich das die Dichtung vom Steuerkolben nicht richtig im Sitz saß. Diese hab ich richtig eingesetzt und den Hebel wieder aufgesetzt, ohne mir einen Erfolg davon zu versprechen aber wider Erwarten ist bis jetzt alles dicht. Den Zylinder des Mähbalkens hab ich komplett ausgebaut da ich wahrscheinlich keinen Mähbalken anbauen werde. Somit war diese Undichtigkeit auch behoben. Die Handbremswelle tropft nur wenig und wird später abgedichtet.

Beleuchtung und Bremse gecheckt und für i.O. befunden bis auf die Kennzeichenleuchte, diese wurde durch eine Neue ersetzt und der Fahrt zum Tüv stand nichts mehr im Wege. 

Was soll ich sagen..., ohne Mängel bestanden. Sehr gut...

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Also ich bin echt überrascht über die gute Substanz des Traktors, damit hatte ich nicht gerechnet. Es sind zwar viele Kleinigkeiten zu machen aber die Grundsubstanz stellt sich bis jetzt als sehr ordentlich heraus.

Der erste Schritt für mich zu Beginn einer Überarbeitung oder Restauration ist immer die Besorgung der wichtigsten technischen Unterlagen. Dazu zählen Betriebsanweisung, Werkstatthandbuch Fahrgestell und Ersatzteilkatalog. Alles andere wird bei Bedarf nachbestellt.

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In den nächsten Tagen werde ich noch einen Ölwechsel machen und mir überlegen mit was ich weiter mache.

Das wars für heute bis dann...

Gruß Markus
 
Hallo Leute, da ja nach der bestandenen Hauptuntersuchung einer ausgiebigen Probefahrt nichts mehr im Wege stand wurde diese Zeitnah zusammen mit einem Freund, der einen Deutz D25 hat, bei dem wir zuvor noch die Stößelstangenrohre abgedichtet hatten, auch gemacht. 

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Es war ein gemütlicher Schraubertag mit anschließender Ausfahrt zu Kaffee und Kuchen und hat mir neue Erkenntnisse über meinen Traktor gebracht.

Er kommt maximal auf 20 Km/h, egal ob Fuß oder Handgas, wegen dem Spiel im Gasgestänge oder etwas am Gestänge verbogen ist.

Die Hydraulik macht ein leicht pfeifendes Gräusch. Wenn man den Hebel der Heckhydraulik etwas bewegt ist das Geräusch weg, fängt aber nach kurzer Zeit wieder an. Hat jemand eine Idee woran das liegen könnte?

Ansonsten macht es richtig Spaß mit ihm zu fahren...

Wahrscheinlich werde ich als nächstes mal einen Ölwechsel machen und das Gasgestänge unter die Lupe nehmen.

Also bis dahin...

Gruß Markus
 
Servus Leute,

ich hab mal wieder ein wenig Zeit für den 633 gefunden. Nach einem Ölwechsel hab ich mir mal das Gasgestänge vorgenommen um zu sehen wo die Ursache liegt vom fehlenden Weg des Gestänges.

Dazu mußte zuerst die völlig Harte und nicht mehr vollständig vorhandene Fußraumverkleidung ausgebaut werden um das Gasgestänge freizulegen.

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War sowas mal Original oder hat das Jemand anfertigen lassen um die Zugluft an den Türen zu beseitigen?

Dahinter befand sich jede Menge Stroh das sich über die Jahre dort angesammelt hatte. Als das entfernt war hatte man freie Sicht auf das Gestänge.

Im Gestänge selbst war kaum Spiel. Also mußte die Ursache woanders liegen. Nach genauerem Inspizieren ist mir aufgefallen das die Welle, die unter dem Trittblech vom Gaspedal verläuft nicht mehr richtig geführt war. Also Trittblech mit Gaspedal ausgebaut und die Sache mal genauer betrachtet.

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Die Welle war auf einer Seite leicht aus der Führung gerutscht. Grund war ein Abgebrochener Splint der die Welle mit Unterlagscheiben in Position halten sollte und somit diese sich seitlich verschieben konnte. Dem zufolge drückte das Gestänge welches am Gaspedal befestigt ist immer etwas schräg was den Weg leicht verkürzte. Also hab ich erst diese Sache in Ordnung gebracht um weiter zu suchen.

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Das machte gut 8mm aus. Die Scheibe hat sich über den Splint geschoben.

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Hier schon wieder im eingebauten Zustand.

Das hat aber noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht aber trotzdem gut das es aufgefallen und wieder repariert ist.

So war die Hebelstellung an der Einspritzpumpe bei Vollgas. Es fehlten noch so 6 - 7mm bis zum Anschlag.

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Das verstellen der Anschlagschraube am Gaspedal brachte auch nicht mehr Weg, da dann das Gestänge das zum Handgas hoch geht am Trittbrett anlag.

Dann hab ich gesehen daß der Hebel der Welle die unter dem Armaturenträger durchläuft auf der Seite an der das Gestänge das von der Einspritzpumpe kommt zwei Löcher hat und das Gestänge nur mit einem Stück Draht gesichert war. Das wurde irgendwann schonmal ausgehängt, evtl. um den Schlepper zu trennen und danach vielleicht ins falsche Loch wieder eingehängt.

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Eingehängt war es im oberen Loch, somit ist auch beim betätigen der Weg etwas kürzer. Nach der Ummontage und einem Betätigungversuch ging der Hebel der Einspritzpumpe wieder auf Anschlag.

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Hab dann noch den Anschlag vom Gaspedal so eingestellt daß er mit dem Anschlag der Pumpe übereinstimmt und eine Probefahrt gemacht.

Das Ergebnis war 24 km/h über GPS gemessen. Von vorher knapp 20 km/h ist das schon eine Steigerung mit der ich zufrieden bin.

So Leute, doch bevor ich mit der richtigen Aufarbeitung anfangen kann, muß ich erst noch an meinem 745 XL die Bremsen machen weil der 633 mir dann doch für längere Zeit die Werkstatt blockiert. Also es wird bald in großem Umfang mit dem 633 weitergehen und wenn ihr Interesse daran habt könnt ihr es gerne mitverfolgen.

Bis dahin ein schönes Wochenende und liebe Schraubergrüße von Markus

 
 
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