Zylinderbuchsen selbst ziehen, Spezialwerkzeug

Matthias-IH353

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13 August 2005
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56368 Katzenelnbogen
Moin,

ich dachte, ich bringe mal wieder einen kleinen Technikbeitrag ein.

Selbstbau eines Ausziehwerkzeugs zum entfernen von Laufbuchsen an den Direkteinspritzermotoren.

Ohne Drehbank für die Adapterstücke, da ich keine habe. Praktisch für jederman nachbaubar

 

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1. Suche nach einem Stück Metall für die Adapterplatte, hier ca. 10mm Brocken, der noch rumlag. Sehr hilfreich ist eine Buchse samt Kolben zum ausmessen

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2. Maß nehmen in der Buchse / Außendurchmesser

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3. vorbohren, hier kommt später die Gewindestange durch

normal_1190100.webp4.

4. inzwischen 3 Löcher nebeneinander je 17mm um ein Langloch zu erzeugen. Die Stege rausgetrennt. Später muss per Hand und Feile aufgerieben werden bis die Stange durchpasst und pendeln kann. Sie muss später von oben einfädelbar sein, denn unten stört die Kurbelwelle.

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5. Arretierungsblech angepunktet. Es umschließt später den Buchsenrand.

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6. Mittenbereich wieder rausgetrennt, hier leider nicht zu sehen.

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7. obere Adapterplatte anfertigen. Buchsenbund anzeichnen für Auflagefläche, Achteck ausgetrennt, Kreis geht natürlich auch. Zentriert Loch bohren 17mm.

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8. 17mm Kernloch für M16 Gewindestange

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9. Seitenstützen anfertigen

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10. Stützen angepunktet

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11. alles verschweißen

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12. von unten

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13. Gewindestange M16, U-Scheiben, Muttern etc. zusammensuchen

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14. Oberfläche ausschleifen, Gewindestange unten mit Stoppmutter versehen

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15. so wäre dann die Funktionsweise

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16. wieder zerlegt

Ich empfehle, auf die plane Oberfläche des Blocks etwas weiches wie Holz, Kunststoff etc. unterzulegen um Metall auf Metall zu vermeiden.

Viel Spaß beim nachbauen

Viele Grüße,

Matthias

 

 
 
Hallo Matthias,

schöner Bericht !!! Die meisten werden warscheinlich denken : - hoffentlich brauch ich da nie bei  :-)

Eine Frage von mir : könntest du den Bericht auch oben anheften oder evtl. in  Reparaturanleitung verschieben ?

 

 

 

 

Bei ner schwarzen Wolke gibt’s kein Regenwetter sondern es zeigt sich bald ein Neusser Schlepper

Viele Grüße Henry
 
Hallo,

ich hoffe ebenfalls, dass ich so ein Teil in der nächsten Zeit nicht brauche ;-))

Aber genau wegen diesen Beiträgen mag ich dieses Forum!

Lob und Dank. Weiter so.
 
Super Idee und Bericht.

Hast Du in das Arretierungsblech auch ein 3 Loch Langloch reingefeilt, oder wie frieckelst Du das von oben unter die Büchsen ???

 

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Hast Du das Werkzeug schon mal im Einsatz gehabt?

Gruss
 
Hi. Wir haben letztens an einem Volvo muldenkipper laufbuchsen gewechselt...jedoch ohne dieses Werkzeug. Haben einfach einen Hammerstiel an den unteren Rand der laufbuchse gehalten und 2-3 Schläge mit einem anderen Hammer...schon war sie draußen. Ist das nicht die einfachste Lösung?? ;)
 
Diese Arretierungsblech hab ich im Mittelteil später einfach wieder rausgeflext. Die beiden seitlichen Stege bleiben stehen, das reicht ja aus.

Ich war zu faul, da das Langloch auch noch rauszufeilen.

Zu IHC624Fahrer: wohl eher nicht, kannst du ja gerne so machen, aber ich nicht. Wenn ne Buchse mal stramm drin ist, dann bekommst du die eh so niemals raus.

Viele Grüße, matthias
 
Hallo Mattias,

das gefällt mir ausgezeichnet.

Beim Ritscher werde ich auf jeden Fall die Buchse ziehen müssen.

Wenn ich keinen passenden finde, werde ich mich an Deine Lösung erinnern, und nachbauen.

Gruß

Jörg
 
Hallo

Super Bericht, vom Werkzeugbau bis zur Reperatur alles selbst gemacht, das ist noch richtige Handwerkskunst und nicht nur den PC anschliesen und Neuteile verbauen, wie es Heute leider immer öfter der Fall ist.

Gruß Frank

P.S. Solche Berichte gehören wirklich in einer spezielen Rubrik gesammelt, so mit Unterforen wie, Getriebe-, Motor-, Karoserieinstandsetzungen.
 
Hallo Matthias,

eine super Idee, wir hatten früher in der Werkstatt auch einen selber gebauten Büchsenauszieher mit verschiedenen Unterteilen für verschiedene Büchsendurchmesser alerdings ohne das Langloch. Es mußte immer einer von unten die Mutter ansetzen.

Ich finde auch es sollte eine Rubrik für selbst gebaute Spezialwerkzeuge geben.

Grüße aus dem winterlichen Allgäu

Eugen
 
Schöne Sache so ein Auszieher, gefällt mir. Bin auch für eine Rubrik für Vorrichtungen und Werkzeuge.

Weiter so.

Gruß Alex

IF IT AIN´T RED, LEAVE IT IN THE SHED
 
Um Missverständnissen vorzubeugen. Ich habe bei keinem meiner Motoren die Zylinder getauscht. Vielmehr hab ich das Werkzeug gebaut, da ich grad nichts anderes an Projekten auf der Werkbank habe. Denn wenn man es wirklich braucht hat man meinst keine Gedult, in aller Ruhe Werkzeuge zu bauen. Schließlich soll ja der Motor rasch wieder laufen.

Die Idee kam mir rein zufällig, da unser ehemaliges Mitglied ihc353s einen Abzieher als IHC Original- Werkzeug ergattern konnte. Mit dem haben wir zu zweit Anfang diese Jahres seinen 633er Motor instandgesetzt. Später sollten aus einem 353er D-155 Block, der in der Ecke stand und Frostschaden hatte die Buchsen mehr aus Spaß gezogen werden, was misslang. Es knackte und das Teil war defekt. Reparieren per Schweißung kann man sowas nicht gut , dafür ist die Belastung zu hoch, man muss die Teile nachfertigen, das bracht mich darauf, sowas in meine Werkstattausrüstung aufzunehmen.

Die Dinger gibts natürlich auch zu kaufen. GEDORE z.B. bietet sowas an für 400€ aufwärts. Dafür bekommt man für die 3- Zylinder Motoren schon fast die Zylinder- Assemblys.

Was diese spezielle Rubrik für

-Reparaturen

- Restaurationen

- Konstruktionen

-etc.

angeht, da sind matbush und ich momentan dran. Wir wollen auch nicht, dass die schönen Berichte, die erhaltenswert sind in der Versenkung verschwinden.

Viele GRüße,

Matthias
 
"Vielmehr hab ich das Werkzeug gebaut, da ich grad nichts anderes an Projekten auf der Werkbank habe. Denn wenn man es wirklich braucht hat man meinst keine Gedult"

Also ist das mehr eine Versicherung, ( was man hat braucht man ja nicht, sondern etwas völlig anderes )

Ich wollte meine Buchsen auch rausziehn, ging aber überhaupt nicht so leicht.

Waagenheber von unten und hämmern.

Die Buchsen können ganz schön fest sitzen.
 
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