Harzbauer
Bekanntes Mitglied
Hallo Fans der roten Maschinen!
Regenwetter... zeit zum Schreiben!
Seit 1977 sind die Roten bei uns im Einsatz: 1977 bis heute ein 633 A mit ca. 12.000 Stunden, 1990 bis 1999 ein Neusser 956XL und von 1999 bis 2014 ein MX Maxxum 100C. An und für sich eine schöne Maschine, robust, kompakt und wendig, mit 95 PS hatte er auch ganz gut Leistung. Im Herbst 2011 ist dann ein Ventil abgerissen welches nicht nur unschöne Geräusche sondern auch eine etwas größere Reparatur erforderte. Danach lief erzwar wieder gut, aber ein ungutes Gefühl blieb dennoch, täglich hörte man andere unnormale Geräusche. Dies bewegte mich immer mehr dazu die Maschine umzutauschen. Auf der Agritechnica habe ich mich etwas umgesehen und im Winter Angebote eingeholt. Tendenziell sollte es wieder ein Roter werden, aber der Maxxum war nicht wirklich eine Weiterentwicklung meines MX, das Getriebe bot nur einen Gang mehr als mein Alter, macht dafür aber heulende Geräusche so das man den Schlepper schon von weitem als Case identifizieren kann. Ein Berufskollege meinte das die IH früher auch Pfeifer genannt wurden ( das typische trillern des Auspuff) und heute könnte man ja Heuler oder Heulboje sagen. Nein, das wollte ich nicht, und außerdem munkelte man das es in absehbarer Zeit ein stufenloser Vierzylinder aus Österreich kommen wird. Also Zähne zusammenbeißen und weiter MX fahren ( Er war nicht wirklich schlecht, bis auf diesen Perkinsmotor, das fing schon beim Neuschlepper mit zu wenig Leistung an. Pumpe wurde eingestellt und er lief, bis bei etwa 1500 Stunden der Turbolader hin war und dann irgendwann dieses abgerissene Ventil. An erster Stelle der Reparaturkosten kommt auf jeden Fall der Motor, dann 2 Heckscheiben und dann nur Kleinigkeiten. Im Sommer die erlösende Botschaft das es einen stufenlosen Maxxum geben wird! Also Kontakt mit dem Händler aufnehmen und auf der Agritechnica mal schauen. Die Maschine gefiel mir gut und so wurden Angebote eingeholt, vom Case IH, Deutz und New Holland. Der Rote war der Favorit, aber andere Mütter haben bekanntlich auch schöne Trecker. Die Angebote gaben ein eindeutiges Ergebnis vor und so habe ich Anfang Januar beim roten Dealer unterschrieben, obwohl der Maxxum der einzige war den ich nicht Probefahren konnte, , aber er ist von der Bedienung ja identisch mit dem Puma.
Hier der englische Gentleman mit dem rauen Charakter:

Der Engländer wurde am 22.07.2014 gegen einen Maxxum 130 CVX eingetauscht, nach etwa 7 Monaten Lieferzeit.
Hier ein Foto vom Montag, 25.08.2014. Ausnahmsweise schent mal die Sonne!

Ausgerüstet mit einem LRZ 120 Frontlader ( Stoll, die Fabrik ist etwa 50 Km von mir), Fronthydraulik, gefederte VA und Kabine ohne Monitor. Bereifung hatte ich erst die 520/70R38 +420/70 R28 bestellt da der Schlepper auch Pflegemaßnahmen macht. Nach dem ich einen Maxxum 110 mit der Bereifung gesehen habe, habe ich sofort umbestellt, er hat jetzt die Standardbereifung 600/65 R38 + 480/65 R28 von Michlin drauf. Das ist nicht nur optisch ansprechender sondern hat sich in diesem nassen Sommer bereits als die richtige Entscheidung erwiesen. Aufgrund der Frontladervorrüstung ist der Joystick werksmäßig NUR für den Frontlader vorgesehen und kann nicht umgeschaltet werden. Das ist schade, kann aber vom Händler umprogrammiert werden. Das erste der 4 Hecksteuergeräte ist fest mit der Fronthydraulik verbunden und kann nicht ( man kann das als Eigen/ oder Händlerlösung mit einigen Kugelhähnen und 2 Steckkupplungen umbauen) andersweitig verwendet werden. Auch das ist schade, ist doch Steuergerät 1 gerade das, welches sich mit den Tasten auf dem Multicontroller angesteuert werden kann. Verbleiben also 3 Steuergeräte im Heck, welche ich für Drille, Spritze und Düngerstreuer brauche. Einen hydraulischen Oberlenker habe ich mitbestellt, der sollte aber vor Auslieferung gegen einen mech. getauscht werden. Leider War bei der Abholung kein mech. Da und ich bin mit dem hydr. Losgezogen. Es handelt sich um einen CBM Oberlenker der mit 74 cm kürzeste Länge ( von Bohrung zu Bohrung) für diesen Schlepper ( oder meine Geräte ) irgendwie zu lang ist. Dazu kommt, das die Hydraulikanschlüsse am OL so ungünstig angebracht sind, das die Verschraubungen den Bowdenzug der Zugmaul Fernbedienung ramponieren. Kurz gesagt, mit einem mechanischen könnte ich auch gut Leben- wird ja evtl. noch getauscht und vermutlich werde ich dann den hydraulischen vermissen!
Bereits bei der 60 Km langen fahrt vom Händler konnte ich feststellen das dass eine ganz andere Welt ist als der MX . Kein Rucken vom Getriebe, kein Gerüttele und Geschüttele mehr wegen der Federung und durch die reduzierte Drehzahl ( 1750 bei 50 Km/h anstatt 2300 bei knapp 40 Km/h) ein Geräuschniveau was einen in einen regelrechten Geschwindigkeitsrausch abgleiten lässt. Die Beschleunigung von 0 auf 50 in wenigen Sekunden machte jeden Halt an einer Kreuzung zum Genuss! Das war etwas ganz anderes als der raue Charakter des Engländers. Nach etwa 1, 5 Stunden kam ich zu hause an. Hätte man mir die Ohren abgeschnitten hätte ich im Kreis gegrinst! Auf dem Nachhauseweg bin ich über eine Waage gefahren. Der Bursche wiegt mit vollem Tank, Frontlader und Fahrer 7100 Kg, 1000 Kg mehr als der MX100C ( ebenfalls mit vollem Tank, Frontlader und Fahrer). Bei 9000 Kg Gesamtgewicht bleiben 1900 Kg Zuladung- kontrolliert eh keiner.

Erfahrung auf der Straße
Am nächsten Tag konnten wir Raps dreschen und ich konnte mit dem roten Pony zum Landhandel fahren. Vorn einen 18 Tonner Welger hinten ein auflaufgebremster 8 Tonner Reisch und los ging es.Tempomat auf 30, Getriebereaktion auf Stufe 3 Hebel nach vorn und ab die Post! Sehr angenehmes Fahren, Leistung satt, wie am Faden gezogen. Getriebereaktion habe ich dann auf 1 zurückgenommen, das reicht auf der Straße und fährt sich noch entspannter. Der Motor dieselt irgendwo um 1500 Umdrehungen vor sich hin, bergauf etwas mehr, bergab etwas weniger. Man braucht sich keine Gedanken mehr darüber machen wann man welchen Gang und welche LS Stufe man braucht. Man kennt die Straße, man kennt die Steigungen, man weiß wann man schalten muss - nein musste. Alles läuft jetzt automatisch ohne einzugreifen, man lehnt sich zurück und lässt einfach laufen während man fasziniert die Drehzahl beobachtet und der Maschine zuhört, Radio war in dem Moment überflüssig. So muss das sein! Aber es geht nicht nur bergauf, nein auch mal wieder runter- Vorwärtstaste drücken und auf die Bremse. Funktioniert tatsächlich, Hebel langsam nach hinten und man wird langsamer. Mit der Zeit entwickelt man auch das Feeling für die ganze Geschichte.
Im Hintergrund rechts steht noch Weizen, die Fläche war noch nicht befahrbar.
Erfahrung mit Mähwerk
Raps ab, Kanten mähen. Mähwerk ( Fella KM 225) angehängt und ab auf den Acker. Hier jetzt das Oberlenkerproblem: Zum Kantenmähen reicht es, aber eine Wiese könnte man so nicht sauber mähen! In Arbeitsposition und los geht es . ZW auf 540 E, und anstellen. Bei meinem alten MX mußte ich schon mit dem Gapedal spielen damit er nicht abwürgt. Und nun wurde das anstellen der ZW vom Motor mit einem kaum vernehmbaren Drehzahlrückgang quitiert, und das ohne auch nur das Gaspedal anzusehen. CES ( Constant Engine Speed) auf 1400 U/ min eingestellt und das Gaspedal wird zum Fahrpedal. Geht gut, gerade an Bäume kann man sich so prima ranpirschen. Schön wäre jetzt wenn man den Schwenkzylinder intuitiv mit dem Joystick bedienen könnte, vielleicht wird das ja mal was.

Erfahrung Bodenbearbeitung:
Die erste flache ( nun ja, es waren mindestens 10 cm um die Spuren des Mähdreschers zu planieren) Bearbeitung erfolgte mit einem 3 m Lemken Flügelschargrubber, erste Version vom Smaragd. Keine wirkliche Herausforderung, in der Ebene sind locker 10 Km/h drin, bergauf wird es weniger, bergab mehr. Begrenzend waren dann die Mähdrescherspure, die haben die Federung (en) dann doch an die Grenzen gebracht. Putzig ist das mir bergab der Powerboost zur Verfügung stand, bergauf leider nicht, aber die Leistung reichte immer, man hat aufgrund der niedrigen Drehzalen nie das Gefühl das der Motor quälen muss.
Wegen dem unbeständigen Wetter habe ich mich mit einem Kollegen bei der Rapsaussaat zusammengetan. Über 1000 mm Niederschlag sind hier im Vorharz Standard. 150 mm im August sind aber auch hier eine Herausforderung. Ich grubbere mit einem Vogel und Noot Triomix vorweg, balastiert mit 1000 Kg Frontgewicht. Ich versuche mal Bilder von dem Gespann einzustellen. Den Grubber hat der 130er bei etwa 20 cm gut gezogen. In der Ebene waren gut 8,5 Km/ drin, auf Ton oder bergan weniger, bergab auch mehr. Nach ca. 30 ha kann ich eine gute Leistung bescheinigen. Mein Kollege der seit etwa eineinhalb Jahren einen New Holland T 7.170 AutoCommand hat ist von der Leistung des Maxxum auch angetan, er steht dem Sechszylinder nichts nach.
Erfahrung Pflanzenschutz:
Mit der 1000 Liter 21m Anbauspritze kommt der Maxxum sehr gut zurecht, 540 E Zapfwelle rein und mit 1200 U/min geht er auch problemlos die Berge hoch und die breite Bereifung lies Ihn auch gut durch die nassen Stellen laufen. Angenehm ist die ruhige Lage des Gestänges bei Geschwindigkeitsänderungen auf dem Vorgewende oder vorwärts/ rückwärts in den Ecken. Mein alter Lastschalter versetzte das Gestänge da wesentlich mehr in Schwingungen. Durch die weiche Bereifung hat man auf der Straße aber ein schwammiges Gefühl, aber man muß ja nicht mit 50 zum Acker bügeln. Die meisten Geräte gehen eh auf der Straße kaputt.
Verbrauch:
Bis zur letzten Betankung bei 91 Stunden sind 866 Liter durch die Pumpe geflossen, macht einen Durchschnitt von9,5 Litern/ Stunde. Vor der letzten Betankung hing er 12 Stunden ( inklusive Anfahrten, Pinkel- und Klönpausen ;o)) vor dem Grubber wofür er 138 Liter brauchte, also 11,5 Liter/ Stunde. Vor der Drillkombination dürfte es aber mehr sein. Adblue wurde bei der Auslieferung vollgetankt. Bei 79 Stunden wurden 31 Liter nachgetankt, macht einen AdBlue Verbrauch von 0,4 Liter/ Stunde. Im Vergleich mit meinem alten MX ist der 130er sparsamer bei mehr Flächenleistung. Ich denke das hier die optimale Getriebesteuerung durchschlägt.
Wartung:
Alle 50 Stunden ca. 20 Nippel an der Vorderachse und Hubwerk, sind etwa 10 mehr als beim MX , ist aber schnell erledigt. Kühler habe ich einmal ausgeblasen was durch klappen und herausziehen der Kühler gut zu machen ist. Ölkontrolle kann man gut von der linken Seite machen.

Defekte und Ausfälle:
Nichts, keine losen Schrauben, keine Undichtigkeiten, keine Defekte und Fehlermeldungen. Ich hoffe das bleibt so!
Nervig!
Der Blinkerrücksteller, der bei meinem MX besser funktionierte. Mal rastet er nicht richtig ein, mal springt er zu früh heraus. Dann Die CBM Fanghaken im Heck die nicht allein verriegeln. Man muß die Sperrklinke hochziehen damit man sicher gekuppelt hat. Die Umschaltung der Zapfwellengeschwindigkeit ist Glückssache. Der Hebel rastet gut ein, was aber nicht heißt das die Geschwindigkeit geschaltet ist- unschöne Geräusche weisen darauf hin. Die Allradschaltung über Lenkwinkel hat mich hin und wieder in nassen Löchern bei Ausweichmanövern augetrickst- Allrad dauerhaft einschalten ist aber da ( in diesem Jahr) eine schnelle Lösung. Am Vorgewende schaltet die Automatik mehrfach ein und aus. Der Stollfrontlader läst sich schlechter Kuppeln als mein alter Mailleux.
Umbauten:
Die Wiederholungsscheinwerfer sind von den Handläufen an das Kabinendach gewandert ( Tip aus der Profi). Eine Halterung für Unterlenkergugeln wurde angebaut ( die hatte ich schon am 956 XL und am MX, hat also schon zwei Maschinen überlebt. Da es in der Kabine an Ablagemölichkeiten mangelt, wurde rechts neben dem Sitz eine Kiste montiert. Feuerlöscher und Warndreieck sind auf die linke Seite gewandert. Zwischen den Unterlenkern wurde eine Staumöglichkeit für Ketten montiert und am Heck wurde ein Rohr zur aufnahme von Fluchtstäben, einer Brechstange und einer Latte (als Deichselstütze) montiert. Man lebt sich so langsam ein.
Fazit:
100 Stunden Maxxum 130 CVX, 100 Stunden entspannte Freude am Fahren! Ich bin mit der Leistung, dem Verbrauch, dem Fahrverhalten, der Wendigkeit, der Verarbeitung, der Stabilität und dem Preis- Leistungsverhältniss sehr zufrieden, geradezu glücklich! Ich hoffe das bleibt so. Als Betriebshelfer bin ich schon einige Schlepper gefahren ( auch den legendären 1455 XL), aber die Maschine ist wirklich Sahne! So macht die Arbeit Spaß!!
Regenwetter... zeit zum Schreiben!
Seit 1977 sind die Roten bei uns im Einsatz: 1977 bis heute ein 633 A mit ca. 12.000 Stunden, 1990 bis 1999 ein Neusser 956XL und von 1999 bis 2014 ein MX Maxxum 100C. An und für sich eine schöne Maschine, robust, kompakt und wendig, mit 95 PS hatte er auch ganz gut Leistung. Im Herbst 2011 ist dann ein Ventil abgerissen welches nicht nur unschöne Geräusche sondern auch eine etwas größere Reparatur erforderte. Danach lief erzwar wieder gut, aber ein ungutes Gefühl blieb dennoch, täglich hörte man andere unnormale Geräusche. Dies bewegte mich immer mehr dazu die Maschine umzutauschen. Auf der Agritechnica habe ich mich etwas umgesehen und im Winter Angebote eingeholt. Tendenziell sollte es wieder ein Roter werden, aber der Maxxum war nicht wirklich eine Weiterentwicklung meines MX, das Getriebe bot nur einen Gang mehr als mein Alter, macht dafür aber heulende Geräusche so das man den Schlepper schon von weitem als Case identifizieren kann. Ein Berufskollege meinte das die IH früher auch Pfeifer genannt wurden ( das typische trillern des Auspuff) und heute könnte man ja Heuler oder Heulboje sagen. Nein, das wollte ich nicht, und außerdem munkelte man das es in absehbarer Zeit ein stufenloser Vierzylinder aus Österreich kommen wird. Also Zähne zusammenbeißen und weiter MX fahren ( Er war nicht wirklich schlecht, bis auf diesen Perkinsmotor, das fing schon beim Neuschlepper mit zu wenig Leistung an. Pumpe wurde eingestellt und er lief, bis bei etwa 1500 Stunden der Turbolader hin war und dann irgendwann dieses abgerissene Ventil. An erster Stelle der Reparaturkosten kommt auf jeden Fall der Motor, dann 2 Heckscheiben und dann nur Kleinigkeiten. Im Sommer die erlösende Botschaft das es einen stufenlosen Maxxum geben wird! Also Kontakt mit dem Händler aufnehmen und auf der Agritechnica mal schauen. Die Maschine gefiel mir gut und so wurden Angebote eingeholt, vom Case IH, Deutz und New Holland. Der Rote war der Favorit, aber andere Mütter haben bekanntlich auch schöne Trecker. Die Angebote gaben ein eindeutiges Ergebnis vor und so habe ich Anfang Januar beim roten Dealer unterschrieben, obwohl der Maxxum der einzige war den ich nicht Probefahren konnte, , aber er ist von der Bedienung ja identisch mit dem Puma.
Hier der englische Gentleman mit dem rauen Charakter:
Der Engländer wurde am 22.07.2014 gegen einen Maxxum 130 CVX eingetauscht, nach etwa 7 Monaten Lieferzeit.
Hier ein Foto vom Montag, 25.08.2014. Ausnahmsweise schent mal die Sonne!
Ausgerüstet mit einem LRZ 120 Frontlader ( Stoll, die Fabrik ist etwa 50 Km von mir), Fronthydraulik, gefederte VA und Kabine ohne Monitor. Bereifung hatte ich erst die 520/70R38 +420/70 R28 bestellt da der Schlepper auch Pflegemaßnahmen macht. Nach dem ich einen Maxxum 110 mit der Bereifung gesehen habe, habe ich sofort umbestellt, er hat jetzt die Standardbereifung 600/65 R38 + 480/65 R28 von Michlin drauf. Das ist nicht nur optisch ansprechender sondern hat sich in diesem nassen Sommer bereits als die richtige Entscheidung erwiesen. Aufgrund der Frontladervorrüstung ist der Joystick werksmäßig NUR für den Frontlader vorgesehen und kann nicht umgeschaltet werden. Das ist schade, kann aber vom Händler umprogrammiert werden. Das erste der 4 Hecksteuergeräte ist fest mit der Fronthydraulik verbunden und kann nicht ( man kann das als Eigen/ oder Händlerlösung mit einigen Kugelhähnen und 2 Steckkupplungen umbauen) andersweitig verwendet werden. Auch das ist schade, ist doch Steuergerät 1 gerade das, welches sich mit den Tasten auf dem Multicontroller angesteuert werden kann. Verbleiben also 3 Steuergeräte im Heck, welche ich für Drille, Spritze und Düngerstreuer brauche. Einen hydraulischen Oberlenker habe ich mitbestellt, der sollte aber vor Auslieferung gegen einen mech. getauscht werden. Leider War bei der Abholung kein mech. Da und ich bin mit dem hydr. Losgezogen. Es handelt sich um einen CBM Oberlenker der mit 74 cm kürzeste Länge ( von Bohrung zu Bohrung) für diesen Schlepper ( oder meine Geräte ) irgendwie zu lang ist. Dazu kommt, das die Hydraulikanschlüsse am OL so ungünstig angebracht sind, das die Verschraubungen den Bowdenzug der Zugmaul Fernbedienung ramponieren. Kurz gesagt, mit einem mechanischen könnte ich auch gut Leben- wird ja evtl. noch getauscht und vermutlich werde ich dann den hydraulischen vermissen!
Bereits bei der 60 Km langen fahrt vom Händler konnte ich feststellen das dass eine ganz andere Welt ist als der MX . Kein Rucken vom Getriebe, kein Gerüttele und Geschüttele mehr wegen der Federung und durch die reduzierte Drehzahl ( 1750 bei 50 Km/h anstatt 2300 bei knapp 40 Km/h) ein Geräuschniveau was einen in einen regelrechten Geschwindigkeitsrausch abgleiten lässt. Die Beschleunigung von 0 auf 50 in wenigen Sekunden machte jeden Halt an einer Kreuzung zum Genuss! Das war etwas ganz anderes als der raue Charakter des Engländers. Nach etwa 1, 5 Stunden kam ich zu hause an. Hätte man mir die Ohren abgeschnitten hätte ich im Kreis gegrinst! Auf dem Nachhauseweg bin ich über eine Waage gefahren. Der Bursche wiegt mit vollem Tank, Frontlader und Fahrer 7100 Kg, 1000 Kg mehr als der MX100C ( ebenfalls mit vollem Tank, Frontlader und Fahrer). Bei 9000 Kg Gesamtgewicht bleiben 1900 Kg Zuladung- kontrolliert eh keiner.
Erfahrung auf der Straße
Am nächsten Tag konnten wir Raps dreschen und ich konnte mit dem roten Pony zum Landhandel fahren. Vorn einen 18 Tonner Welger hinten ein auflaufgebremster 8 Tonner Reisch und los ging es.Tempomat auf 30, Getriebereaktion auf Stufe 3 Hebel nach vorn und ab die Post! Sehr angenehmes Fahren, Leistung satt, wie am Faden gezogen. Getriebereaktion habe ich dann auf 1 zurückgenommen, das reicht auf der Straße und fährt sich noch entspannter. Der Motor dieselt irgendwo um 1500 Umdrehungen vor sich hin, bergauf etwas mehr, bergab etwas weniger. Man braucht sich keine Gedanken mehr darüber machen wann man welchen Gang und welche LS Stufe man braucht. Man kennt die Straße, man kennt die Steigungen, man weiß wann man schalten muss - nein musste. Alles läuft jetzt automatisch ohne einzugreifen, man lehnt sich zurück und lässt einfach laufen während man fasziniert die Drehzahl beobachtet und der Maschine zuhört, Radio war in dem Moment überflüssig. So muss das sein! Aber es geht nicht nur bergauf, nein auch mal wieder runter- Vorwärtstaste drücken und auf die Bremse. Funktioniert tatsächlich, Hebel langsam nach hinten und man wird langsamer. Mit der Zeit entwickelt man auch das Feeling für die ganze Geschichte.
Im Hintergrund rechts steht noch Weizen, die Fläche war noch nicht befahrbar.
Erfahrung mit Mähwerk
Raps ab, Kanten mähen. Mähwerk ( Fella KM 225) angehängt und ab auf den Acker. Hier jetzt das Oberlenkerproblem: Zum Kantenmähen reicht es, aber eine Wiese könnte man so nicht sauber mähen! In Arbeitsposition und los geht es . ZW auf 540 E, und anstellen. Bei meinem alten MX mußte ich schon mit dem Gapedal spielen damit er nicht abwürgt. Und nun wurde das anstellen der ZW vom Motor mit einem kaum vernehmbaren Drehzahlrückgang quitiert, und das ohne auch nur das Gaspedal anzusehen. CES ( Constant Engine Speed) auf 1400 U/ min eingestellt und das Gaspedal wird zum Fahrpedal. Geht gut, gerade an Bäume kann man sich so prima ranpirschen. Schön wäre jetzt wenn man den Schwenkzylinder intuitiv mit dem Joystick bedienen könnte, vielleicht wird das ja mal was.
Erfahrung Bodenbearbeitung:
Die erste flache ( nun ja, es waren mindestens 10 cm um die Spuren des Mähdreschers zu planieren) Bearbeitung erfolgte mit einem 3 m Lemken Flügelschargrubber, erste Version vom Smaragd. Keine wirkliche Herausforderung, in der Ebene sind locker 10 Km/h drin, bergauf wird es weniger, bergab mehr. Begrenzend waren dann die Mähdrescherspure, die haben die Federung (en) dann doch an die Grenzen gebracht. Putzig ist das mir bergab der Powerboost zur Verfügung stand, bergauf leider nicht, aber die Leistung reichte immer, man hat aufgrund der niedrigen Drehzalen nie das Gefühl das der Motor quälen muss.
Wegen dem unbeständigen Wetter habe ich mich mit einem Kollegen bei der Rapsaussaat zusammengetan. Über 1000 mm Niederschlag sind hier im Vorharz Standard. 150 mm im August sind aber auch hier eine Herausforderung. Ich grubbere mit einem Vogel und Noot Triomix vorweg, balastiert mit 1000 Kg Frontgewicht. Ich versuche mal Bilder von dem Gespann einzustellen. Den Grubber hat der 130er bei etwa 20 cm gut gezogen. In der Ebene waren gut 8,5 Km/ drin, auf Ton oder bergan weniger, bergab auch mehr. Nach ca. 30 ha kann ich eine gute Leistung bescheinigen. Mein Kollege der seit etwa eineinhalb Jahren einen New Holland T 7.170 AutoCommand hat ist von der Leistung des Maxxum auch angetan, er steht dem Sechszylinder nichts nach.
Erfahrung Pflanzenschutz:
Mit der 1000 Liter 21m Anbauspritze kommt der Maxxum sehr gut zurecht, 540 E Zapfwelle rein und mit 1200 U/min geht er auch problemlos die Berge hoch und die breite Bereifung lies Ihn auch gut durch die nassen Stellen laufen. Angenehm ist die ruhige Lage des Gestänges bei Geschwindigkeitsänderungen auf dem Vorgewende oder vorwärts/ rückwärts in den Ecken. Mein alter Lastschalter versetzte das Gestänge da wesentlich mehr in Schwingungen. Durch die weiche Bereifung hat man auf der Straße aber ein schwammiges Gefühl, aber man muß ja nicht mit 50 zum Acker bügeln. Die meisten Geräte gehen eh auf der Straße kaputt.
Verbrauch:
Bis zur letzten Betankung bei 91 Stunden sind 866 Liter durch die Pumpe geflossen, macht einen Durchschnitt von9,5 Litern/ Stunde. Vor der letzten Betankung hing er 12 Stunden ( inklusive Anfahrten, Pinkel- und Klönpausen ;o)) vor dem Grubber wofür er 138 Liter brauchte, also 11,5 Liter/ Stunde. Vor der Drillkombination dürfte es aber mehr sein. Adblue wurde bei der Auslieferung vollgetankt. Bei 79 Stunden wurden 31 Liter nachgetankt, macht einen AdBlue Verbrauch von 0,4 Liter/ Stunde. Im Vergleich mit meinem alten MX ist der 130er sparsamer bei mehr Flächenleistung. Ich denke das hier die optimale Getriebesteuerung durchschlägt.
Wartung:
Alle 50 Stunden ca. 20 Nippel an der Vorderachse und Hubwerk, sind etwa 10 mehr als beim MX , ist aber schnell erledigt. Kühler habe ich einmal ausgeblasen was durch klappen und herausziehen der Kühler gut zu machen ist. Ölkontrolle kann man gut von der linken Seite machen.
Defekte und Ausfälle:
Nichts, keine losen Schrauben, keine Undichtigkeiten, keine Defekte und Fehlermeldungen. Ich hoffe das bleibt so!
Nervig!
Der Blinkerrücksteller, der bei meinem MX besser funktionierte. Mal rastet er nicht richtig ein, mal springt er zu früh heraus. Dann Die CBM Fanghaken im Heck die nicht allein verriegeln. Man muß die Sperrklinke hochziehen damit man sicher gekuppelt hat. Die Umschaltung der Zapfwellengeschwindigkeit ist Glückssache. Der Hebel rastet gut ein, was aber nicht heißt das die Geschwindigkeit geschaltet ist- unschöne Geräusche weisen darauf hin. Die Allradschaltung über Lenkwinkel hat mich hin und wieder in nassen Löchern bei Ausweichmanövern augetrickst- Allrad dauerhaft einschalten ist aber da ( in diesem Jahr) eine schnelle Lösung. Am Vorgewende schaltet die Automatik mehrfach ein und aus. Der Stollfrontlader läst sich schlechter Kuppeln als mein alter Mailleux.
Umbauten:
Die Wiederholungsscheinwerfer sind von den Handläufen an das Kabinendach gewandert ( Tip aus der Profi). Eine Halterung für Unterlenkergugeln wurde angebaut ( die hatte ich schon am 956 XL und am MX, hat also schon zwei Maschinen überlebt. Da es in der Kabine an Ablagemölichkeiten mangelt, wurde rechts neben dem Sitz eine Kiste montiert. Feuerlöscher und Warndreieck sind auf die linke Seite gewandert. Zwischen den Unterlenkern wurde eine Staumöglichkeit für Ketten montiert und am Heck wurde ein Rohr zur aufnahme von Fluchtstäben, einer Brechstange und einer Latte (als Deichselstütze) montiert. Man lebt sich so langsam ein.
Fazit:
100 Stunden Maxxum 130 CVX, 100 Stunden entspannte Freude am Fahren! Ich bin mit der Leistung, dem Verbrauch, dem Fahrverhalten, der Wendigkeit, der Verarbeitung, der Stabilität und dem Preis- Leistungsverhältniss sehr zufrieden, geradezu glücklich! Ich hoffe das bleibt so. Als Betriebshelfer bin ich schon einige Schlepper gefahren ( auch den legendären 1455 XL), aber die Maschine ist wirklich Sahne! So macht die Arbeit Spaß!!