17.(18. / 19.) Jahrestag: Schließung des Neusser Werk

t844

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Hallo

,ich möchte an die Schließung des Neusser Werk erinnern!

(Ggf. hat noch jemand Bildmaterial was er hier einfügen kann.)

Vor 17 Jahren wurde auf den Tag genau der letzte Neusser Schlepper montiert, die Fließbänder gestoppt, die Produktion eingestellt, und fast 90 Jahre IHC Geschichte fand ein Ende.

Mitfühlend aller Beteiligten möchte ich hiermit nochmal an damals erinnern...

Das Bildmaterial wurde mir von Matthias Buschmann zur Verfügung gestellt!

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Ein Bild aus den letzten Tagen nach Juni 1997 und vor Abriss Dezember 1997/Januar 1998.
Das Bild zeigt als erstes Gebäude die Schmiede, später Maxxum-Vormontage, anschl. Halle 14,
wo die Transferstraßen für Zylinderköpfe, Kurbelgehäuse und Ölwannen standen.
In den beiden Gebäude im Hintergrund rechts waren die Motormontage, die Werkzeugabteilung und 
die Lehrwerkstatt untergebracht.

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Das Bild zeigt die verbliebenen Gebäude im Frühjahr / Sommer 1998.

Die Schmiede war wegen einer "angeblichen" Bodenkontaminierung als erstes abgerissen worden.
Die Gebäude mit den Transferstraßen standen noch, weil die Transferstraßen noch unter Strom liefen,
und erst später verkauft und demontiert wurden.
Im Vordergrund links die Reste der Gießerei

Danke dir Matthias, der 27.Juni sollte jedem IHC Fan stehts in Erinnerung bleiben.

Es muss absolut fürchterlich gewesen sein, denn es fühlt sich immernoch so an.....

Nochmals danke für das originale Bildmaterial...

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Es war einmal....

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Hallo,

also die Mitglieder der Facebookgruppe haben wenigstens zu 10% ihre Anteilnahme bekundet.

Dieser denkwürdige Tag scheint hier ja unter den Usern vollkommen egal zu sein.

Ich persönlich finde es sehr schade, wirklich schade, dass mal so überhaupt keine Resonanz kommt.

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Moin Torsten,

keine Beiträge heißt nicht automatisch, daß es mir/den Kollegen egal ist.

Im Forum wurde schon mehrfach, an verschiedenen Stellen, über den Verlust der Arbeitsplätze und der Produkte aus Neuss,

und dem damit verbundenen "Nachlassen" der Marke Case/IH geschrieben.

Ich glaube, jeder im Forum hätte es begrüßt, wenn es weiterhin die Roten aus Neuss geben würde.

Gruß

Jörg
 
Naja, egal ist es mir nicht ganz.

Aber: IH ist ein US-amerikanischer Konzern. Wer sich mit denen einläßt, kann sich seines Arbeitsplatzes niemals sicher sein. Eigentlich weiß man das schon bei Arbeitsantritt.

In der Geschichte des Automobils (und seiner Artverwandten) sind schon sehr, wirklich sehr sehr viele heimische Marken verschwunden. Während der Wirtschaftskrise und auch Ende der 50er/Anf. 60er Jahre. Da tut es mir um etliche viel mehr leid als um ein einzelnes Werk eines amerikanischen Massenherstellers. Horex, D-Rad, Borgward, Glas, NSU, Adler,  ...

Die rosarote Markenbrille ist zwar schön, sie abzunehmen erweitert den Horizont aber ungemein.

Abgesehen davon: Bei den Bildern dieser "modernen" 08/15-Schlepper kommt bei mir keine Wehmut auf. Eher beim Anblick der alten Backsteinmauern. 

Gruß

Michael
 
@Michael: Stop, das kann man so nicht stehen lassen!!! Was einen jeden hier mit Stolz erfüllen sollte, ist die Tatsache daß es "das Werk" schaffte sich vom großen Konzern zumindest was die Technik angeht "unabhängig" zu machen!!!

Es waren auch keine 0815 Schlepper sonden wenn man an die Agriomatik, die gasnitrierten Kurbelwellen usw. denkt technologisch revolutionäre Ansätze mit denen man sich an die Spitze der Bestsellerliste katapultierte, und zwar dann, als viele Traditionsmarkten wie Eicher, Güldner,etc. gerade die Tore schließen mußten!!!

Für mich ist der Verlust der Marke ähnlich schade wie für Torsten, Jörg, und viele andere auch wenn ich -wie Jörg schon richtig bemerkte- eigentlich nicht explizit was dazu schreiben wollte.

Die Leistung, sich von der importieren US-Kiste "abzusetzen" und nach dem Krieg einen "eigenen" deutschen/europäischen Schlepper zu bauen fand/finde ich grandios. Und bedauere die K.O. Entscheidung für Neuss daher auch sehr!, denn sie fiel für das Neusser Werk wohl nicht aus technischen, sondern eher aus strategischen Gesichtspunkten.....?

ABER: und da gebe ich Dir schon Recht: sich in die Hände von US-Konzernen zu begeben birgt natürlich auch die von Dir genannten Risiken, die Konzerne ziehen über unsere Traditionsfirmen hinweg, wie die Heuschrecken..... das finde ich sehr schade.

FENDT=> gehört auch einem US-Konzern.

Was mich ärgert sind Firmen wie AMAZON, APPLE,....  welche in Deutschland den Berichten nach ja keine Steueren zahlen aber mächtige Gewinne einfahren!!

Warum schafft man es in Deutschland nicht, daß deutsche Unternehmen auch hier verwurzelt bleiben, und nicht "fremdgesteuert" werden von Investoren??????
 
Hallo Manfred,

ich kann mich deinen Worten nur anschließen.

Die Wettbewerbverzerrung durch Schlupflöcher in den Steuergesetzen ist mehr als ein Ärgernis.

Eine deutsche Firma kann da nicht mitspielen, da sie ja Steuern zahlen muß.... es sein denn, der

Firmensitz geht auch ins Ausland.

Ein ganz großer Reibach wir ja gerade von der "Heuschrecke" FIFA in Brasilien betrieben.

Da muß ein Land die Infrastuktur für die WM auf die Beine stellen, die FIFA kassiert an allem was mit

WM zu tun hat steuerfrei kräftig ab und Brasilien bleibt das bischen aus Übernachtungen und Gastronomie.

Torsten, die Globalisierung ist an sich ja nichts Schlechtes. Es muß nur fair ablaufen.

Leider sind wir weit davon entfernt.

Gruß

Jörg
 
t844:

Globalisierung....!Man sollte sich da echt mal drüber Gedanken machen ob das alles so toll ist....!!!
Naja, Torsten wo stünde die deutsche Wirtschaft ohne die Globalisiereung? Wir sind Exportweltmeister, das ginge ohne die Globalisierung nicht und bei dem Schuldenstand im Bund wären ohne die Globalisierung auch bei uns die Lampen ganz schnell aus. Würden wir nur für den Bedarf im Inland produzieren würden wir vermutlich heute nicht so dastehen wie es derzeit der Fall ist.

Aus diesem Grund finde ich solche Kommentare, zumindest ohne weitere Kommentierung, nicht passend.
 
Hallo,was hat Globalisierung mit dem Export tu tun?Deutschland war schon immer Exportweltmeister, lange bevor solche Begriffe wie z.B."Jointventure" in Mode kamen...!
 
Globalisierung heißt nicht Export und hat damit nichts zu tun.

Globalisierung heißt, daß alle für alle die Märkte öffnen und jeder unter möglichst billigsten, ausbeuterischen Bedingungen produzieren lassen und dafür seinen überteuerten und möglicherweise auch gefährlichen Schrott ins Land bringen darf.

Hier geht es ausschließlich um Profite einiger weniger. Die "normalen" Menschen müssen es ausbaden.

Noch viel schlimmer als das US-Handelsabkommen mit dem vielzitierten Chlorhuhn ist das Zulassen des Fracking. Da wird Euer Grundwasser verseucht, heimlich still und leise werden Wasserwerke privatisiert und dann dürft Ihr Euer Trinkwasser für halbe Monatslöhne im Supermarkt kaufen und Eure Felder mit vergiftetem Wasser beregnen. Die Produkte dürft Ihr nicht mehr in den Verkehr bringen und verliert Eure Existenz. Die Chemiekonzerne mit Retortenlebensmittel freuts.

Alles nur wildeste Spekulation?

Zurück zum Thema: So unabhängig kann Neuss ja nicht gewesen sein, wenn das Werk auf Headquartergeheiß eingestampft wurde. Daß die Deutschen den Amis technisch überlegen sind, war schon immer so. Es war einfach notwendig, innovative Schlepper zu bauen, um in D mit den anderen mithalten zu können. Amischrott hätte keiner gekauft, er hätte schon von den Dimensionen her nicht auf dt. Felder gepaßt. Schon damals nicht. 

"Technisch revolutionäre Ansätze" kann ich bei einer D-Serie aber nicht erkennen. Die Girlingbremsen sind ausgesprochen minderleistend gegenüber normalen Trommelbremsen. Als andere längst Radialwellendichtringe verbaut haben (z.B. Eicher im ED1-Motor Anfang der 50er), gabs zum Schwungrad hin noch Filz.

Meinen D-324 mag ich trotzdem gern. Genau wie meinen Eicher, Porsche, Fendt ...

Jeder ist anders, jeder hat Eigenheiten, Vorteile, Nachteile. Gott ist keiner. Und auch kein Hersteller.

Gruß

Michael
 
Hallo,

Globalisierung ist ja nun nicht neu.

Schon Marco Polo hat dieses betrieben und die Hanse war auch nichts anderes als einen Verknüpfung von Handelsinteressen

über die Landesgrenzen hinweg.

Wir profitieren in hohem Maße davon, nicht nur als Exportnation, sondern auch auf der Konsumseite.

Heutzutage  ist kein Standort mehr sicher, egal welche Flagge auf der Zentrale des Konzerns weht.

Da müssen nur die richtigen Schlipsträger in den Chefetagen ihre Köpfe zusammen stecken,

irgendwelche Standortvorteile an anderem Ort ausmachen (siehe Nokia und Bochum) und schon

wird der Betrieb abgewickelt.

Wie das beim Neusser Werk genau gelaufen ist, kann ich nicht sagen.

Bei solchen "alten Werken" gibt es häufig einen Investitionsstau, weil der Maschinenpark zu alt ist und/oder die Werkstruktur ist logistisch

für eine Automatisierung nicht geeignet. Das kann ja auch eine Rolle gespielt haben, wobei ich das natürlich nicht weiß.

Gruß

Jörg
 
Hallo,

um mal wieder zum Thema Werksschliessung zurück zu kommen hier ein Foto von mir.

Das Bild ist enstanden, als ich durch meinen ehemaliger Brötchengeber an der Werksauflösung beteidigt war. Hier wird gerade eine der IHC-eigenen Rangierloks verladen wird. Die Lok hatte mein ex-Chef damals gekauft.



Ich bin auf jedenfall sehr froh darüber, dass ich in den 80er JAhren zweimal die Gelegenheit zu einer Werksbesichtigung bei IHC / CaseIH in Neuss hatte. Diese Ereignisse sind mir noch heute in Erinnerung.

Holger
 
...man hat viele namhafte deutsche Firmen in den letzten Jahrzehnten sterben sehen, da ist die Neusser IHC "nur" ein weiters Stück in dem großen Verdrängungs-Puzzle...

Aber ich glaube schon, wenn es die IHC in Neuss heute noch gebe, gebe es vielleicht diese Forum garnicht!? -> Auf jeden Fall gebe es weniger Fan´s, Lobgesang und (Selbst-)beweihräucherungen um die Marke!? Denn eines fällt immer wieder auf : die Marken, die nicht mehr am Markt sind (ob sie mal gut, oder eher schlecht waren...), erlangen heute Kultstatus u. werden "bis zum geht nicht mehr" in den Himmel gehoben, während noch aktuelle (also überlebende...) und am Markt sich befindende Marken oftmals niedergemacht u. beschimpft werden! Nur ein Schelm würde hier von Neiddebatten sprechen... ;-))

 

gruß 
 
Hallo,

natürlich würde es dieses Forum nicht geben, wenn die IHC immer noch bestehen würde.

(Obwohl man das vielleicht auch nicht so genau sagen kann....)
 
Munga und Lanz, gute Kombination. :)

Du hast Recht, daß nicht mehr existente Marken in den Himmel gehoben werden und verkannt wird, daß fast immer hausgemachte Probleme hinter dem Untergang standen. DKW ist so ein Beispiel. Krampfhaft am unbeliebten Zweitakter festgehalten und die Qualität nicht im Griff. Sage ich, mit einem Junior und einer RT 200H. Meine Frau fährt schon kaum mehr mit, weil wir regelmäßig liegenbleiben. Trotz überholter Motoren etc. Ich mag die Fahrzeuge trotzdem, sie haben einen Charme, den es heute nicht mehr gibt. 

Daß über heutige Marken übelst hergezogen wird, ist meiner Meinung nach berechtigt. Was da Schrott ab Werk geliefert wird ist nicht besser als vor 50 Jahren. Da können noch so tolle ISO-9000 Papiertiger oder Kanbans in die Unternehmen Einzug halten. Mein Lama-Meister ist Werkstattleiter bei einem eher renommierteren Händler und die müssen viele neuen Schlepper erstmal umbauen. Geht sogar soweit, daß die Leute aus dem Werk kommen und gucken, was die da machen und übernehmen es dann in die Serie.

Leider scheint es so zu sein, daß man nicht einfach auf andere Marken ausweichen kann, denn bei denen ist es wohl genauso. 

Gruß

Michael
 
...ja u. nein Michael! ;-)) Ich sage: Fahrzeuge aller Art sind heute um ein vielfaches in der Zuverlässigkeit u. Qualität besser als damals! Denn, die verbauten Materialien, die Fertigungsmethoden/ -werkzeuge u. das Konstruktions - Know how sind es einfach! Trotz aller Unkenrufe belegen (zumindestens im PKW - Bau) dies die Ausfallquoten pro gefahrene KM ganz eindeutig!

Aber -> und das gebe ich gerne zu: Ausnahmen bestätigen die Regel u. Ausreißer, bzw. Negativbeispiele gibt es immer wieder -> damals wie heute...

gruß

 

 
 
Also ich bin der Meinung was das Neusser IH Werk innerhalb der 89 Jahren auf die Beine gestellt hat ist hochachtungsvoll. Zum Beispiel beim Traktorenbau anfangs 

die Teile für die Schlepper aus amerikanischen Werken montiert, so haben sie innerhalb weniger Jahre fast alles eigenständig entwickelt und produziert. Neusser 

IH Produkte sind von guter Qualität , wartungsfreundlich robust und langlebig. Nicht umsonst sind sie noch jetzt so beliebt und waren 10 Jahre Marktführer in den 70ern

80ern Jahre. Bestes Beispiel ist ein bekannter der seit 20 Jahren einen 1455xl aus Hauptschlepper in seinem größerem Betrieb fährt. Der Schlepper hat jetzt so 15000

Stunden runter und er ist noch immer top in Schuss .  Er schwärmt von der robustheit  und der Zugkraft des Schleppers und will ihn noch möglichst lange behalten. Ich 

denke ein 1455xl kann locker mit dem Fendt Favourit 515 mithalten.  Jeden IH Fan blutet das Herz wenn man Bilder vom Abriss des Werkes sieht.
 
...den "Schlüter-Jungs" ging es beim Abriß des Werkes in Freising genauso! Dort steht jetzt ein Einkaufszentrum das den Namen "Schlüterhallen" trägt! Ein paar Exponate sind auch noch dort drinnen ausgestellt u. die Türme der Gießerei blieben als Wahrzeichen/Denkmal/Andenken, etc. stehen! Was blieb vom IHC-Werk in Neuss stehen u. was ist dort jetzt untergeracht, bzw. neu angesiedelt worden?

gruß
 
Hallo,

hat sich dort jetzt nicht die Firma "Thomy" (Majo, Senf, etc.) niedergelassen?

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So sieht es da jetzt aus.

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Nein Torsten, die Firma Pierburg hat das Gelände gekauft. Dort wird zur Zeit eine neue Produktion für Vergaser etc aufgebaut.

Holger
 
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