423: Erneuerung Bremsen

voodoobabbel

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EDIT 08.07.2019: Ich habe das Thema umbenannt,da es hier um die Bremsen und nicht um die Differentialsperre geht

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Hallo zusammen, ich habe vor ein paar Tagen die Differentialsperre von meinem 423 genutzt. Da ich mir nicht sicher war ob mit oder ohne Kuppeln, habe ich einfach die verschiedenen Möglichkeiten ausprobiert. Jetzt ist es so, dass mein 423 nicht mehr fahrtauglich ist. Wenn ich losfahre fangen nach 100 Meter die Bremsen an, langsam zuzumachen. Wenn ich vom Gas gehe bleibt der Traktor stehen. Ich habe auch mal ausprobiert immer mehr Gas zu geben. Das Ende vom Lied war, dass ich anhalten musste, weil esnaus der rechten Bremse (wo das Pedal für die Differentiaslsperre ist) stark gequalmt hat. Wenn ich fahre und die Bremse langsam zumacht, kann ich die Blockade etwas lösen, wenn ich die Kupplung trete.

Ich bin mir nicht sicher, was das defekt sein kann, aber wahrscheinlich kann ich die Bremsen hinten aufmachen, oder? Die Bremswirkuing ist beim Traktor sowieso nicht mehr so doll gewesen und schwere Hänger konnte man nicht mehr gefahrlos bergab ziehen. Die letzten 45 Jahre hat da niemand was dran gemacht.

Danke für Eure Hilfe! :-)
 
Das Differential ist in Ordnung, mach die Bremsen und wenn Du fertig bist gib dem Bremspedal genügend Spiel. Gruß, Dieter, der "Linksdreher".
 
Hallo Dieter + Eugen,

vielen Dank für Eure Tipps. Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig als die Bremsen neu zu machen. Das wollte ich eigentlich erst im Winter machen, da ich sicher bin, dass ich bei Auseinanderbauen noch andere Baustellen entdecke...

Bekomme ich das als Hobbyschrauber problemlos hin? Mit den Bremsen hatte ich noch nichts zu tun gehabt.

So wie ich es verstanden habe ist die Handbremse ein komplett anderes System als die Fußbremse, oder? Da die Handbemse auch schon durch ist, würde ich das ggf. gerade mitmachen. Macht das Sinn?

Grüße, Sebastian
 
Hallo Sebastian,

im Normalfall ist die Handbremse sepperat. Es gibt auch Modelle, bei denen die Handbremse mit auf die Fußbremse wirkt. Mein alter 423 von 1965 hatte das so.

Bei der typischen Handbremse hast du allerdings ein Bremsband welches im Getriebe sitzt und das Tellerrad bremst. Diese Reparatur ist nur etwas für versierte Schrauber. Du solltest daher versuchen das Gestänge am Hebel erstmal einzustellen.

Die Handbremse hat übrigens nicht die Aufgabe die Räder aus der Fahrt heraus zum Blockieren zu bringen, sie muss den Schlepper lediglich im Stand halten. Das gilt generell für jeden Schlepper, der Tüv weiß das auch.

Gruß Pascal
 
Hallo Pascal,

in meinem Handbuch steht, dass es sich um ein Bremsband handelt. Am Getriebe schraube ich nicht rum, das muss dann ein Profi machen. :-)

Meine Handbremse hält den Schlepper im Stand fest, auch am Hang. Aber nur wenn ich sie wirklich bis in die letzte Rasterung durchziehe. Wenn ich die Fußbreme mache, werde ich mal das Gestänke von der Handbremse einstellen. Da komme ich dann besser dran.

Die Anleitung hier

https://334647.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_334647.1327259018.1122088489.1122088489.1.instandsetzung_betriebsbremse_ihc_und_andere-international_harvester_neuss.html

ist ja wirklich sehr gut. Ich denke das bekomme ich hin.
 
Nochmals danke für Eure Tipps. Ich konnte die beiden Bremsgehäuse aufmachen ohne den Kotflügel abzubauen. Ist etwas fummelig am Bremsgestänge, geht aber ganz gut. Wie erwartet sind beide Bremsen stark mit Staub und Dreck verschmutzt. Das Fehlen der Dichtmanschetten sieht man sofort. :-) Die rechte Bremse (an der Differentialsperre) ist zudem stark verrußt. Da hat es ja gequalmt.

Die Bremsbeläge sind fertig. Auffallend ist, dass die Bremsflächen bei den Bremsautomaten Risse haben. Ich überlege nun, ob ich beide Automaten gegen neue tausche. Auf jeden Fall wird jetzt erst einmal alles gut gereinigt und dann lasse ich mir neue Beläge aufnieten.

Anbei noch ein paar Fotos.

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IHC 423 Bj. 1974
 
ups, sogar dein Bremsgehäuse hat eine mitbekommen von der Hitze.

Bei dem Schadbild würd ich die Automaten auch rauswerfen. Gute gebrauchte oder nagelneue rein. Gibst ja zum Glück neu.

Schau dir die Verzahnung der Bremsscheiben auch mal an, ob da viel Luft ist, da die auch gern mal ausschlagen. Wenn ja, Trägerscheiben auch neu

Riss im Außengehäuse- Bremstrommel, tja, wenn du ev. von nem Schlachtgetriebe alles bekommen kannst in deiner GRöße, dann würd ich da nicht lang rummachen

Safty first
 
Matthias-IH353:

ups, sogar dein Bremsgehäuse hat eine mitbekommen von der Hitze.

Bei dem Schadbild würd ich die Automaten auch rauswerfen. Gute gebrauchte oder nagelneue rein. Gibst ja zum Glück neu.

Schau dir die Verzahnung der Bremsscheiben auch mal an, ob da viel Luft ist, da die auch gern mal ausschlagen. Wenn ja, Trägerscheiben auch neu

Riss im Außengehäuse- Bremstrommel, tja, wenn du ev. von nem Schlachtgetriebe alles bekommen kannst in deiner GRöße, dann würd ich da nicht lang rummachen

Safty first
Ja, das sieht schon abenteuerlich aus da drin. Die Trägerscheiben werde ich auch austauschen. Also im Grunde die komplette Bremsanlage.

Mit dem Riss beim Bremsgehäuse bin ich mir nicht sicher, wie "schlimm" der ist. Ein gebrauchtes Gehäuse gibt es für ca. 80 €.

https://www.ebay.de/itm/IHC-353-Bremsgehause-rechts/192228855574?hash=item2cc1bb8f16:g:1bMAAOSwbZJaloKq

Ursprünglich dachte ich mal ich komme so mit 100 € aus der Nummer raus, jetzt bin ich schon bei 500 € (Automaten, Trägerscheiben, Bremsscheiben, Manschetten, Kleinkram...). Aber bei den Bremsen wird nicht gespart. Wenn man es sich "schönrechnen" will kann ich auch argumentieren, dass ich auf die bisherige Lebensdauer des Traktors 11 € pro Jahr in die Bremsen investiere. Dann tut es nicht mehr ganz so weh :-)

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IHC 423 Bj. 1974
 
Hobbybauerrereload:

Die Frage die man sich stellen sollte, ist die warum die Scheiben festgehangen haben. SInd die Haltefedern vorne an den Pedalen in Ordnung bzw überhaupt noch in Ordnung? Sind die kleinen Federn, die den Automat zusammenhalten noch intakt? Schient so als wenn er auf Dauerbremsen stand.
Die Federn am Bremsgestänge werde ich austauschen. Auf den ersten Blick scheinen sie zwar in Ordnung zu sein, aber wenn ich einmal dabei bin, mache ich die Verschleißteile neu.

Die Federn an den Automaten waren eigentlich auch in Ordnung. Zumindest hat alles bombenfest zusammengesessen. Da ich aber die Automaten komplett tausche erübrigt sich das.

Die beiden Bremsgehäuse waren zu 1/3 mit Staub und Schmodder gefüllt, da die Dichtmanschetten schon seit vielen Jahren ab waren. Ich vermute mal, dass es irgendwann so zugesetzt war, dass es automatisch eine Dauerbremsung gab.

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IHC 423 Bj. 1974
 
Kurze Frage: Gibt es hier jemanden, der mir die neuen Bremsbeläge auf die neuen Bremsscheiben aufnieten kann? Der LaMa will dafür über 150 € haben, was ich für etwas übertrieben halte.

Oder kann man das mit etwas handwerklichen Geschick und der Anleitung von Matthias-IH353 selbst machen? Damit hatte ich leider noch nie etwas zu tun und möchte an der Montage der Bremsbeläge auch nicht experimentieren.

Danke für Eure Tipps!

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IHC 423 Bj. 1974
 
Hallo,

ich habe die Nieten vorsichtig abgebohrt und dann alles saubergemacht.

Einen passenden Dorn in den Schraubstock spannen und die Niete mit Bremscheibe darauflegen so dass die scheibe ganz leichten Abstand zu den Backen hat.

Von Oben ( Leider hatte ich kein richtiges Nietwerkzeug) mit einem Körner die Niete etwas aufgedrück und mit einem Dorn vernietet.

Die Nieten abwechselnd von links und rechts einstecken, also immer die Seite welchseln zum vernieten.

Gruß Jürgen
 
Moin,

genau wie Jürgen es schreibt, wenn Du eine zweite Person zum Festhalten hast, ist es ganz einfach zu machen. 150€ ist ganz schön sportlich, das sind ja drei Stunden.

Gruß

Frank
 
Hallo Frank und Jürgen,

danke für Eure Antworten. Ich versuche es einfach mal und hoffe, dass alles klappt. Werde berichten.

Grüße, Sebastian

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IHC 423 Bj. 1974
 
Hab grad gesehen, du wohnst ja ganz in der Nähe. Kannst gern mal vorbeikommen, dann helf ich dir beim aufnieten.

Wirst sehen, kein Hexenwerk das Ganze

Gruss, Matthias

Machst vorher schonmal die Altbeläge runter und reinigst die Scheiben. Die neuen Beläge müssen absolut plan aufliegen
 
Matthias-IH353:

Hab grad gesehen, du wohnst ja ganz in der Nähe. Kannst gern mal vorbeikommen, dann helf ich dir beim aufnieten.

Wirst sehen, kein Hexenwerk das Ganze

Gruss, Matthias

Machst vorher schonmal die Altbeläge runter und reinigst die Scheiben. Die neuen Beläge müssen absolut plan aufliegen
Ja, stimmt. Ich wohne ja fast wirklich um die Ecke :-)

Ich habe mir bei Schlepper-Teile diese Bremsscheiben bestellt: https://www.schlepper-teile.de/de/traktorteile/bremsen/index.pmode?detailid=4343

Das ist die Trägerscheibe inkl. Belag. Musste also nix nieten. Die Bremse auf der linken Seite habe ich heute auch dann schon eingebaut. Was mir allerdings nicht so ganz klar ist, wie die Bremse am Ende genau funktioniert. Die Bremsscheiben laufen ja auf der Welle ständig mit während der Automat fest verbaut ist. Da die drei Teile (Bremsscheibe - Automat - Bremsscheibe) ja alle eng im Gehäuse zusammensitzen, stelle ich mir die Frage, ob die Scheiben nicht ständig an den Flächen vom Automat und Gehäuse schleifen. Oder soll das so sein?

Des Weiteren brauche ich eine neue Pedalstange für die rechte Bremse (Nummer 9 auf dem Bild). Die alte ist total verbogen. Leider ist so ein Teil nirgends zu finden. Hat jemand eine Idee wo ich das herbekomme?

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IHC 423 Bj. 1974
 
Die Bremse ist eine sogenannte "Kugelauflaufbremse" die auf die Differentialwellen wirkt.

Es werden die beiden Bremsringe über das Bremsgestänge gegenläufig verdreht, so bewegen sie sich über die Stahlkugeln auf der schiefen Ebene der Kalotten nach außen. Sie üben dabei auf die mit Reibflächen versehenen beiden Bremsscheiben einen Druck aus. Die Bremsverstärkung erfolgt derart, dass die rotierenden Bremsscheiben die Bremsringe weiter nach außen verdrehen und dadurch die Bremsscheiben noch fester gegen die Anlaufflächen am Getriebegehäuse bzw. an den Bremsgehäusen drücken.

Übrigens, das ist auch keine IHC eigene Sache, sondern das System kam von Girling/Lucas

Riesenvorteil: kompakt viel Bremsfläche erzeugen, gekapselt gegen äußere Verschmutzungen, Wirkung auf die Differentialwellen, dadaurch bleiben die Antriebswellen frei für die Räder, insbesondere von Vorteil bei Fahrzeugen, wo man die Räder auf den Wellen verschieben wollte für wechselnde Spurweiten.

Gruß, Matthias
 
Matthias-IH353:

Die Bremse ist eine sogenannte "Kugelauflaufbremse" die auf die Differentialwellen wirkt.

Es werden die beiden Bremsringe über das Bremsgestänge gegenläufig verdreht, so bewegen sie sich über die Stahlkugeln auf der schiefen Ebene der Kalotten nach außen. Sie üben dabei auf die mit Reibflächen versehenen beiden Bremsscheiben einen Druck aus. Die Bremsverstärkung erfolgt derart, dass die rotierenden Bremsscheiben die Bremsringe weiter nach außen verdrehen und dadurch die Bremsscheiben noch fester gegen die Anlaufflächen am Getriebegehäuse bzw. an den Bremsgehäusen drücken.

Übrigens, das ist auch keine IHC eigene Sache, sondern das System kam von Girling/Lucas

Riesenvorteil: kompakt viel Bremsfläche erzeugen, gekapselt gegen äußere Verschmutzungen, Wirkung auf die Differentialwellen, dadaurch bleiben die Antriebswellen frei für die Räder, insbesondere von Vorteil bei Fahrzeugen, wo man die Räder auf den Wellen verschieben wollte für wechselnde Spurweiten.

Gruß, Matthias
Matthias, danke für die verständliche Erklärung. Habe es jetzt kapiert. Das heißt aber doch auch, dass die Bremsscheiben auch leicht an den Reibflächen der Automaten und von Getriebegehäuse/Bremsgehäuse schleifen, wenn man nicht auf das Bremspedal tritt, oder?

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IHC 423 Bj. 1974
 
Na ja, schleifen sollte da nach Möglichkeit nichts. Auf den Fotos meiner damaligen Beschreibung hab ich aus gutem Grund die Scheiben samt Automal ins Gehäuse gelegt und vorher den Freigang geprüft. Es gab nämlich schon Fälle, wo die neuen Beläge oder halt Scheíben/Beläge zu mächtig waren. Du darfst eins nicht vergessen, das ist alles Nachbauzeugs (Vertrauen ist NICHT gut, Kontrolle sehr empfehlenswert).

Wenn du den Kram zusammenbaust und sagen wir mal es geht grad so rein ohne etwas Freigang und fährst munter damit rum, merkst es vielleicht noch nicht mal, dnan schleift es wirklich und wird heiß. Im harmlosesten Fall fackelst du dir die neuen Beläge grad wieder ab.

die Scheiben können sich auf den Differentialwellen bewegen und das sollten sie auch leicht können. Daher Wellenprofil blitzsauber machen und ganz leicht mit Molykote bestreichen. Kann sogar sein, dass das so von IH empfohlen wurde, weiss ich aber jetzt nicht mehr auswendig, müsste man nachschaun.

Extrem wichtig ist die Kugellaufbahn. die Kugeln neigen über die Jahre dazu, einen leichten Grad vor sich aufzuschieben. Dieser "Microhügel" ist gern für Störungen verantwortlich. Z.B. kann die Bremse klemmen, nicht mehr zurücklaufen etc.
 
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