633 - Wasser im öl

IHC433 & IHC633

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Hallo,

haben heute einen neu zugang bekommen. es ist ein 633 aus Baujahr 76 mit 9000h. Der Zustand des schleppers ist ziemlich schlecht kaum eine schraube ist noch fest und bis zu 3cm dreckschichten sind vorhanden. Trittbretter sind geschweißt, Kotflügel wurden Provisorisch mit einer Gebogenen gewindestange und schweißpunkten befistigt weil ihn mal jemand höher gelegt hat. Aber nun zu meinem Problem. Wir wollten Wasser auffüllen da leer war, gesagt getan. Ölmesstab gezogen und siehe da 10l wasser kamen wieder entgegen. Wir tippen darauf das die Buchsen fertig sind. und wollten nun neue Buchsen,kolben,kolbenringe wechseln ohne die Steuerung zu verändern also lagerschalen an der Kurbelwelle bleiben usw. reicht das?

Muss die Vorderachse beim 633 weg um die ölwanne wegzumachen?

Desweitern Verkaufe ich das Verdeck was auf diesem schlepper war da er uns als Sommer Cabrio für die Presse dienen soll. dieses ist natürlich in ziemlich schlechten zustand 1 tür fehlt rest vorhanden, hätte auch noch ein bügel da. Bilder kann ich bei Interesse schicken.

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Mfg

Marco
 
Hallo

Die Vorderachse muss weg, die Ölwanne abschrauben und dann den Kühler wieder provisorisch anbauen Wasser auffüllen und mit einer Kühlerpumpe druck aufbauen und dann sachauen wo das Wasser her kommt. Nicht das ihr da neue Kolben und Buchse einbaut und das Wasser kommt von einer anderen Stelle. Die Kurbelwellenlagerschalen kann man nur beurteilen wenn ihr den Motor zerlegt habt, die können durchaus gut sein trotz hoher Betriebstunden oder schlechter äußerer Zustand.

MfG

Alwin
 
Hallo Marco,

Bevor du den Motor zerlegst, wäre es vielleicht ratsam die Kompression zu messen, um den Zustand der Laufbuchsen zu erfassen. Wenn sie durchgerostet sind, ist eventuell auch Wasser über den Kolben. Da wäre es besser, wenn du den Traktor nochmal mit Motoröl versorgst und ihn dann ohne Glühkerzen durchleiern lassen. (Eventuelles Wasser wird so aus den Zylindern gedrückt, ohne das es zu Pleuelschäden kommt). Wenn du dir mit dem Wasser über den Kolben nicht sicher bist, kannst du den Motor ja auch erstmal mit der Kurbel oder einer Ratsche durchdrehen. So hast du am meisten Gefühl für schwergängige Stellen im Motor. Im oberen Totpunkt solltest du dann auch mit Druckluft Wasserreste aus den Zylindern ausblasen. Wenn das leichtgängig ist und nirgends mehr Wasserreste kommen, kannst du die Kompression der einzelnen Zylinder messen. Dazu schließt du den Kompressionsschreiber nacheinander an alle Zylinder an und lässt ihn mit dem Anlasser leiern, bis sich ein konstanter Druck am Schreiber einstellt. Die Glühkerzen der anderen Zylinder kannst du dabei draußen lassen. Die höhere Drehzahl macht für das Messergebnis keinen Unterschied. Die Sollwerte für die Kompression kannst du aus dem Werkstatthandbuch entnehmen oder erfährst sie von anderen Forennutzern, die sich mit diesen Werten besser auskennen.

Extrem Wichtig ist aber, dass du den Abstellzug ziehst und das Gas wegnimmst. Springt er an, oder zündet er auf dem Zylinder, den du misst, ist dein Messgerät Metallschrott. Zur Sicherheit kannst du auch die Einspritzleitungen lösen. Dann geht die Fördermenge ungenutzt weg.

Dadurch, dass der Anlasser den Motor nochmal bewegt und die Ölpumpe alle Schmierstellen versorgt, wird Wasser, was beim auffüllen an die falsche Stelle gelaufen ist, raus gedrückt und Korrosion verhindert.

Hast du die Messung dann abgeschlossen, kannst du die eigentliche Reparatur angehen. Wie in den vorangegangenen Antworten beschrieben, wirst du dir erstmal Platz machen müssen und die Ölwanne abnehmen. Ob die Vorderachse ab muss, ist davon abhängig, ob du die Ölwanne ohne diese Maßnahme raus bekommst.

Wenn das Öl, wie beschrieben gleich in die Ölwanne extrem schnell abhaut, dann wirst du den Weg mit bloßem Auge nachvollzeihen können. Im schlimmsten Fall siehst du ihn spätestens sobald du etwas Flüssigkeit nachkippst.

Im einfachsten Fall sind auch nur die O-Ringe hart, die die Buchsen gegen das Öl abdichten.

Auch dann muss der Kopf runter genommen, die Pleuel ausgebaut und die Buchsen gezogen werden. Den Zustand der Kurbelwelle und Lagerschalen erkennst du dabei auch. Die Kurbelwelle kann aber eingebaut bleiben.

Aus dem Rostbild der Buchsen und dem Kompressionsdruck kannst du dann schlussfolgern, ob du neue brauchst.

Auch Zylinderkopf kannst du auf seinen Zustand untersuchen (ist er plan, hat er Risse, müssen die Ventile neu eingeschliffen werden?)

Gleiches gilt auch für den allgemeinen Zustand des Motorblocks.

Ist alles befriedigend abgeschlossen, kannst du dich wieder dem Zusammenbauen widmen und hast hoffentlich noch lange Spaß an deinem Neuzugang.

Also Viel Spaß bei der vielen Arbeit und guten Erfolg.

Mit besten Grüßen
 
cvxdriver:

Hallo

Die Vorderachse muss weg, die Ölwanne abschrauben und dann den Kühler wieder provisorisch anbauen Wasser auffüllen und mit einer Kühlerpumpe druck aufbauen und dann sachauen wo das Wasser her kommt. Nicht das ihr da neue Kolben und Buchse einbaut und das Wasser kommt von einer anderen Stelle. Die Kurbelwellenlagerschalen kann man nur beurteilen wenn ihr den Motor zerlegt habt, die können durchaus gut sein trotz hoher Betriebstunden oder schlechter äußerer Zustand.

MfG

Alwin
ok, aber der schlepper stand viel draußen und ist sehr verrostet ich denke schon das es die Buchsen wären. Werde es aber testen.  Ich wollte wissen ob ich die lagerschalen drinlassen kann also an der Kurbelwelle nichts ändern und an der einspritzung weil der motor hörte sich noch gut an und spring auch sofort an.  oder muss bei einer überholung wirklich alles komplett gemacht werden?

mfg
 
Hallo

Nein, sonst nichts machen, die Lagerschalen siehst du ja von den Pleuel wie gut die sind. Zu 90% sind es auch die Buchsen, aber es kann auch sein das ein Froststopfen vom Zylinderkopf durchgerostet ist. 

Kompression messen das vergesse man, das sagt nichts über den Zustand von Kolben und Buchsen aus, das habe ich noch nie gemacht, das ist viel Theorie bei diesen Motoren.

Glühkerzen hat der Schlepper nicht.

MfG

Alwin
 
ok dann kann der spaß ja bald beginnen.  Ich wollte schon immer mal ein Motor zerlegen um zu lernen wie das Funktioniert und solange noch leute um einen herum wissen wie das geht ist das immer von vorteil.

Werde nacher noch Bilder einstellen von dem schlepper und berichten.

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www.schlepper-teile.de/de/traktorteile/motor/motorblock_einzelteile/motorreparatursatz/index.pmode?detailid=1143&gclid=CjwKEAjwrMzHBRDW3saA88aT80MSJACbvo1T6Lk_0t43CIbUtbWjKAlv30nPwCjK4PWYfxT1bAnn0xoCl77w_wcB

also wäre in diesem Satz alles drin was ich brauche? weiß bloß nicht wie die qualität ist.

mfg
 
Hallo,

in dem Satz sollte alles dein sein, was du für deine Reparatur brauchst.

Das kannst du dir ja auch bestellen, sobald du ihn zerlegt hast. Sollte eigentlich an einem, maximal 2 Abenden egemacht sein. So lange du dann auf die Teile wartet, kannst du alle Dichtflächen reinigen. Das dauert ja auch ein wenig.

Mit freundlichen Grüßen
 
img_20170415_131256slutr.jpg
 
Hallo,

wenn du Wasser im Öl hast, kommt es sehr wahrscheinlich von den Büchsen. (Oder ein Froststopfen ist durchgerostet). 

Ich habe gerade den Motor von einem 733 gemacht der erst 3000 Std. gelaufen hatte. 1983 neu gekauft und 20 Jahre in der Garage gestanden ohne diesen mal zu bewegen.

Da waren die Büchsen genau hinter den O-Ringen, wie beim Linksdreher auf dem Bild, angefressen und liessen dann natürlich durch.

Aus dem Motor kamen ca. 25 Liter graue Öl/Wasser Schlörke.

Angesprungen ist der Motor sofort und lief auch tadelos.   

Bau den Motor auseinander und reinige den Block vor allem die Büchsensitze sehr genau. (Büchsenübertstand : 0,08-0,12mm)

Den Kopf würde ich bei der Gelegenheit einmal planen lassen, Ventilsitze neu schleifen lassen, Schaftdichtungen neu machen und die Düsen abdrücken lassen.

Neue Pleuellager mit bestellen und den ganzen Repsatz einbauen. (Achte anhand der alten Kolben, wie das Pleuel gesessen hat und das du den Pfeil zum Kühler hast beim einbauen)

- O-Ringnut unten im Block für die Büchsen muss absolut sauber und trocken sein! Mittels kleinem Schraubendreher den Schlamm entfernen und mit Q-Tip säubern. Der Büchsen O-Ring muss trocken und nicht verdreht eingesetzt werden.-

- Laufbüchsen müssen unten absolut Gratfrei und leicht eingefettet sein.-

- Büchsenbohrung und Lagerschalen mit Öl versehen vor dem Zusammenbau  -

O-Ringe in den Block einsetzen und die Büchsen am besten mit einer Einbauvorrichtung einsetzen.

Kolben mit Pleuel einsetzen und an der KW festschrauben. 

Wenn das/die Pleuel eingebaut ist/sind, und mit 70 NM angezogen, müssen die etwas axiales Spiel haben, heißt dürfen nicht spannen auf der KW.

Neue Kopfdichtung verwenden und den Zylinderkopf wie im folgenden Schema zu sehen anziehen. (Kühler wäre links)

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In 3 Durchgängen mit den Anzugsmomenten : 40NM - 80NM - 140/150NM

Dann die Stösselstangen mit Kipphebelwelle drauf.

Nun noch die Ventile einstellen.

Den Motor durchdrehen mit der Hand bis 1.OT und dann Ventile 1 , 2 , 4 , 5  mittels Fühlerlehre mit 0,3mm einstellen.

Danach Motor bis 2. OT drehen und Ventile  3, 6  ebenfalls mit 0,3 mm einstellen.

Ölwanne anschrauben, Vorderachse anschrauben und die Kühlschläuche anschliessen.

Neuen Ölfilter anschrauben.

Motoröl z.B. (15 W40 Mineralöl ) ca. 7 Liter einfüllen sowie Kühler auffüllen mit ca. 16 Liter Wasser.

Den Motorsatz habe ich auch vom IHC Schlosser genommen. Gute Qualität.

 

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Ahhhhh ja.

633 und Wasser im Öl. Meine Buchsen haben nichtso fertig ausgesehen, aber die Ölwanne runter und ein Blich wo das tropfelndeWasser herkam hat gereicht zur Diagnose.:

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