724 startet nach Überholung Kurbelwellengehäuse nicht- Dringend !

724 S

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Hallo,
ich habe ein dringendes Problem mit meinem Motor vom 724 (D239) .

Aufgrund von Ölverlust an dem Kurbelwellendichtring und der Einspritzpumpe haben ich ihn teilweise zerlegt und dabei die Zahnräder abgenommen.

Wir haben vor der Abnahme den Motor NICHT auf den OT 1 Zylinder gestellt, sondern die Markierung (Körnungen) notiert und fotografiert. Um die der ESP zu erneuern haben wir die demontieren (ohne genau die Stellung der Langlöcher zu merken). ;-(
Bei Zusammenbau haben penibel darauf geachtet, dass die Stellung der Räder genauso ist vor der Demontage (Paßferdern...).

Dummerweise habe ich gleich die Dieselfilter mit erneuert - und musste dann erst mal die Anlage entlüften - jetzt kommt aber Diesel bei den Überwurfmuttern an.

Nun dreht der Anlasser, der Auspuff qualmt - das war‘s.

Ich habe mir den Beitrag IHC 523 - Einspritzpumpenzahnrad übersprungen? aufmerksam durchgelesen und vermute ein ähnliche Problem.
Aber wenn die Zahnrädermarkierungen identsich mit dem Vorher Zustand sind, sollte da doch (hoffentlich) nicht das Problem liegen...

Als nächstes wollen wir das mit den Langlöchern ausprobieren. Wenn das nix bringt, ...

...dann muss ich den Kühler demontieren und die Riemenscheibe auf OT drehen???  (wie dreh ich denn den Motor von Hand ???)
...die Riememscheibe auf 14° (auch beim D 239?) vor OT drehen ??? - wie geht das ganz genau?
..und dann die Pumpe aufmachen und die Markierung prüfen?

Woran kann es noch liegen? Das WB Motor habe ich - aber nicht das WB Kraftstoff...

Freue mich auf Eure Hilfe!
 
Hi,

am besten demontierst du den Kühler, dann kommst du am Besten an die "Kontrollluke"... 

Den Motor kannst du drehen, indem du entweder von Hand am Lüfterflügel drehst oder mit der Ratsche an der Lichtmaschine drehst. Dabei den Riemen immer von Hand etwas andrücken, damit er nicht durchrutscht. 

Auf der Riemenscheibe befinden sich normalerweise zwei Einkerbungen zum Motor hin. Die erste in Drehrichtung (müsste rechtsrum sein von vorne gesehen) markiert den Förderbeginn, die zweite den Zünd-OT. 

Du solltest aber den Ventildeckel abnehmen und kontrollieren, ob beide Ventile vom 1. Zylinder geschlossen sind (dann kannst du an den Kipphebeln wackeln; außerdem muss dann ein anderer Zylinder Ventilüberschneidung haben, d.h. beide Ventile sind geöffnet). 

Wenn die Ventile vom 1. Zylinder nicht geschlossen sind, musst du den Motor 180 Grad in Drehrichtung verdrehen (Wichtig: Wenn du den Förderbeginn einstellen willst, immer in Drehrichtung an die Markierung herandrehen, damit dir das Flankenspiel der Zahnräder nicht die Einstellung verfälscht). 

Dann schließt du den Absperrhahn vom Tank zum Filter und öffnest an der ESP den kleinen seitlichen Deckel, der von zwei 6er Schrauben (also Schlüsselweite 10) gehalten wird und nimmst ihn ab. Vorsicht, da kommt Diesel raus! 

Jetzt überprüftst du, ob der Zeiger mit der Markierung auf der "Taumelscheibe" übereinstimmt. Hier gibts es 2 Markierungen: Eine für Links- und eine für Rechtslauf. Du brauchst die für Rechtslauf. Bei der für Linkslauf steht ein L dabei. 

Wenn diese Markierung nicht übereinstimmt, kannst du das nun durch Verdrehen der ESP in der Nabe verändern.

Gruß und einen schönen Sonntag

Stefan
 
Hallo,

@ihc-stevens

Danke für die Erklärung. Dazu habe ich aber noch zwei Fragen.
1. Motor drehen - geht das gegen die Kommpression? Oder sollte ich die Einspritdüsen lösen?
2. Einstellen der ESP - heißt Druch Wartungsöffnung die ESP drehen? Mit den Langlöchernhat nix gebracht...

@playlodoc
habe ich gemacht...

 
 
Hallo 724S !

Zu deiner Frage. Nein den Motor kannst du nicht gegen die Kompression drehen. Du musst also die Einspritzdüsen lösen/ herausschrauben.

Zur 2. Frage: Zum Einstellen der ESP musst du auf jeden Fall die Zahnräder auf die im Werkstatthandbuch beschriebene Einstellung bringen. Dazu gibt es einmal die von ihc-steven beschriebenen Möglichkeiten, eine andere wäre noch, wenn z.B. der Keilriemen durchrutscht, den Motor mit der Zapfwelle auf die erforderliche Stellung zu drehen. Du musst den Fahrgang, egal welchen, herausnehmen und den Schalthebel der Zapfwelle auf Motor stellen. Nun kann ein Helfer mit einer großen Rohrzange, besser noch mit einem selbstgefertigten Hilsmittel/ Schlüssel die Zapfwelle drehen.

Im Übrigen schließe ich meinen Vorrednern an. Es ist bestimmt etwas verstellt. Es gibt da auch noch das 180° Problem bei der ESP. Wenn deine ESP einmal auseinander genommen wurde und verkehrt wieder zusammengestzt wurde kann sich der Einspritzzeitpunkt um 180° verstellt haben. Dann wurde nämlich beim Zusammenbau nicht exakt darauf geachtet, dass der Mitnehmerzapfen des Kolbenstößels auf der Position der Passfeder der Förderpumpe montiert wurde. Dieses Problem kannst du jedoch auch am beschriebenen Schauloch erkennen.

Im Zweifelsfall würde ich keine Gefangenen machen und den Stirndeckel vom Steuertrieb abnehmen und die Einstellung aller Zahnräder zueinander kontrollieren. Ist zwar etwas Arbeit, aber wenn der Motor danach wieder läuft, hätte sich diese Arbeit allemal gelohnt.

Bei weiteren Fragen melde dich einfach, IHC-MOL.
 
Gute Nachricht: Er läuft wieder!!!
und: Danke für die Hilfe!!!
und: die Tipps waren super!

Des Rätsels Lösung: Auf dem ESP Zahnrad sitzt eine 3 Langlochscheibe, die mit der Welle der ESP (Paßfeder) verbunden ist. Ich hatte alle Zahnräder(!) markierungen abgezählt, fotografiert - allerdings die Scheibe nicht markiert und um 120° verdreht montiert. Letztlich haben wir mit der Zapfwellenmethode, die mir vorab der IHC SCHLOSSER (DANKE!!!) schon verraten hatte, den Motor gegen die Kompression (mit langer Stange) auf 14°OT gestellt, die Kipphebel (Ventilschluss) kontrolliert und die Langlochscheibe der ESP durch die Wartungsöffnung herausgefummelt (nicht einfach, weil konische Welle)  und die ESP auf die Markierung eingestellt.

Der Motor ließ sich äußerst schwer drehen. Vermutlich war das Öl nach den vergeblichen Startversuchen noch nicht in alle Teile vorgedrungen (ich hatte es ja ablassen müssen), so dass der Anlasser nebst Massekabel und Pluskabel kochte. Batterie vollgeladen - trotzdem schaffte der Anlasser nur 2-3 Sekunden den Motor zu drehen! Nach dem ersten 2 Minuten Laufen springt jetzt der Motor wieder sofort an. :-)

Was lerne ich daraus:
1. Man kann die Zahnräder demonitieren  ohne den Motor gedreht zu haben - wenn man die Stellung ALLER Teile vorher mit einem Lackstift markiert. (besser als Abzählen,...)
2. Zum Entlüften der ESP sollte man der Anleitung "Treibstofftank auffüllen" Folge leisten, weil nur dann der hydrostatisch Druck ausreicht, die Leitungen alleine zu füllen.
3. Das Einstellen / Kontrolle der ESP ist, auch wenn man NUR die Stehbolzen abgedichtet hat, ein MUSS.

So, und nun fahre ich Gras mähen!
 
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