ab aufs Land und dann!

Hallo Leute

Die Vorstellung vom beschäulichem Landleben das einige Städter noch haben ist doch schon lange überholt. Wie schon angesprochen gibt es immer weniger dafür aber immer größer werdende Betriebe. Und da sind die Arbeitstage bei Ernte, Heubergung sowie Silieren halt um 22 Uhr nicht immer zu Ende teilweise fast die ganze Nacht. 

Zum Vergnügen macht das ja bestimmt keiner sondern weil es notwendig ist. Habe das auch hinter mir da ist es auch oft spät in der Nacht gewesen als ich mit dem Drescher heimgekommen bin.

Als mein Vater den 633A gekauft hatte meinten veile was so ein großer Schlepper und dann auch noch mit Allrad das müsste doch nicht sein. Und heute was sind heute 52 Ps da fängt doch bei den großen Betrieben die Schlepper ab 70 Ps erst an wenn nicht mehr.

Aber eine gewisse Mitschuld haben da auch die Imobilienmakler die den Käufern von Grundstücken oder Häusern oft das Blaue vom Himmel versprechen. Und das (böse) Erwachen kommt dann sehr schnell wenn die Käufer da zu blauäugig waren.

Habe das selbst mitbekommen als der Makler die Käufer von den Reihenhäusern in der Nachbarschafr immer am Samstagnachmittag wo relativ wenig Verkehr auf der Durchgangsstrasse war durchgeführt hat.

Meinem Vater wurde damals mit einer Unterlassungsklage gedroht als er Käufer auf Frage ehrlich das Verkehrsaufkommen unter der Woche geantwortet hatte, da sind halt ein paar Käufer schnell abgesprungen.

m.f.G.IHC633A
 
523+1706:

Hallo,

alles schöne Geschichten die hier erzählt wurden und keine Einzelfälle.

Ich wohne in einem Ort an der Hauptstraße (Kreisstraße) wo schon eigentlich sehr viel Verkehr ist. Während der Maisernte fährt alle 10 Minuten so ein grosses Teil hier durch, das Dorf hoch oder runter. Dagegen ist normal auch nichts einzuwenden, nur wenn die die ganze Nacht fahren, dann finde ich das nicht in Ordnung. 
Hallo,

mal ganz ehrlich, wie lange dauert die Maisernte? 1 Woche? 2 Wochen? Wie viel dieser Zeit müssen sie bei dir durch den Ort fahren?

Überlege mal, wie viel Energie die produzieren die letztendlich bei der in der Steckdose landet! Die Landwirte und die Lohnunternehmer stehen unter massivem Zeitdruck und müssen Millionenkredite abbezahlen. Da geht es nunmal nicht auf alles und jeden Rücksicht zu nehmen.

mfg Georg
---------------------------------------------
Ein bisschen Spaß muss sein, auch wenn der Spaß nur 20 fährt!
 
Hallo,

mit 1 bis 2 Wochen könnte man ja gut leben, aber hier geht das bedeutend länger, da im Umkreis von 2 km 3 Anlagen stehen. Was nur sehr komisch an der Ernte ist am Tag fährt keiner und gegen 22 Uhr wird dann angefangen.

Bitte nicht falsch verstehen, habe vollstes Verständnis das der Landwirt seine Ernte einfahren muss, erwarte aber auch etwas Verständnis vom Landwirt was sehr oft fehlt. Es würde ja schon helfen wenn in der Ortschaft in der Nacht etwas ruhiger gefahren würde z.B. nicht Vollgas vor der Kurve oder Kreuzung geben und dann voll auf die Bremse, das beschleunigen kann man auch so gestalten das der Motor nicht laut aufheult. Das diese Fahrweise auch möglich ist sehe ich daran, weil einige Fahrer es praktizieren.

Das von so einer Anlage sehr viel Energie produziert wird kann ich mir sehr gut vorstellen, auf der anderen Seite wird auch sehr viel Energie verbraucht für so eine Anlage zu Füttern. Die Produktion der Biomasse, der Transport und das ausbringen der Substrate verschlingen auch sehr viel Diesel. 
 
Hallo Georg,

die Maisernte dauert schon ein bischen länger wie 2 Wochen weil es auch verschiedene Maissorten gibt mit unterschiedlichen Reifezahlen und der Aussaattermin spielt auch eine Rolle zur Ernte im Herbst. Wenn wir als Landwirte dann keine Rücksicht auf andere nehmen handeln wir uns doch den Ärger selbst ein. Sicherlich müssen die Maschinen bezahlt werden trotzdem ist es meine Aufgabe die Ernte vernünftig zu planen und nicht mit breiten Schultern durchs Dorf zu fahren. Die Leute die dort im Bett liegen und den ich dann den Schlaf raube haben auch ihren Arbeitstag und müssen auch für ihr Lebensunterhalt arbeiten. Da weißt du auch nicht wer hinter welchem Fenster liegt und wieviel Stunden er schon gearbeitet hat und ob er auch Selbständig ist und vieleicht auch die selben Kredite tilgen muß.

Rüchsichtnahme im Straßenverkehr finde ich gehört als Fahrer eines Schleppers mit einem großen Häckselwagen schon dazu. Austoben kann ich mich auf dem Acker. Bei den Biogas Anlagen in meiner Nachbarschaft findet vor der Ernte immer erst eine Schulung der Fahrer mit der Örtlichen Polizei statt. Dies wird von der Biogas Betreibergenossenschaft so gefordert um anschließenden Ärger aus dem Weg zu gehen. Wenn durch das Dorf gefahren wird ist bei 25 kmh Schluß. Und ab 22 Uhr soll das Dorf gemieden werden. All diese Vorschriften kommen gemeinsam vom Betreiber und vom Lohner.

Mfg Uli

 
 
ich muss gestehen, dass ich leider, leider auch so einen Meckerer kenne. "Damals", als wir noch eine andere Weide gepachtet hatten, war "mein Bauer" der Beklagte und mein Chef der Meckerer - ich sass also zwischen den Stühlen...

Thema war die Kuhhaltung und Weidedüngung. Mein Chef kaufte und baute sein neues Grundstück direkt an der Weidegrenze des Bauern, in direkter Sichtlinie zu den Güllesilos..... Nun war er der Meinung,. dass die Kühe stinken, die Güllesilos und das Ausbringen der Gülle ebenso, ausserdem sei der Treckerlärm nicht zu tolerieren.

Und als Krönung der Schande und der fast mutwilligen Belästigung, sollen die Kühe über den Zaun die gehegten Zierblumen abgefressen haben.

Als ich mit meinem Chef darüber sprach, war da überhaupt kein Unrechtsempfinden - er zieht als Städter aufs Land und verlangt sofortige städtische Regeln -Man kann schließlich verlangen, das man Rücksicht nimmt.......

ich empfinde das als sehr bedenklich. Manchmal denke ich, dass wir mit unserer Einstellung, jedem alles recht zu machen, nicht immer richtig liegen - manchmal möchte ich einfach draufhauen und sagen "so ist das - akzeptiere es oder stirb ".

Einige begreifen einfach nicht, dass es die liebe heile Welt mit Honig und Zuckerguss nicht gibt. Hauptsache sie sind sich selbst am nächsten. Wie ich es hasse.

Das sind dann nämlich genau die Leute, die Ihrerseits ungefragt am Sonntag noch bis 4:00 Uhr morgens lautstarke Gartenparties feiern - können sie sich ja auch erlauben, als Rentner brauchste nicht am Montag früh raus.....

Was die "Eisenteile an den Mais anbringer" betrifft - ich weiß sehr wohl, dass Selbstjustiz falsch ist, Aber ein Drahtseil/Kette mit der einen Seite an der Antriebswelle befestigt und das andere Ende am Auspufftopf...... macht Spass beim zusehen und sorgt dafür, dass der "Eisenteile an den Mais anbringer" nur einmal zum Feld fährt..... und zu Fuss nach Hause dackelt........ Würd ich nie machen, aber der Gedanke hat schon etwas....
 
Hallo Jungs,

nächste Story, bei uns wurde gedroschen was das Zeug hielt, da für den nächsten Vormittag Regen angekündigt war...

Also wir hinter den Mähdreschern her und Stroh gepresst (für unseren eigenen Bedarf eben).
Wie das eben so ist, wenn man unter (Wetter)Zeitdruck steht haben wir bis Nachts um zwei, halb drei gepresst. Ein bisschen geschlaucht sind wir (relativ leise) in den alten Ortskern gefahren, um Presse & Schlepper auf ihr Plätzchen zu stellen.

Da wir eben in diesem alten (verwinkelten) Ortskern mit engen Straßen wohnen (und der Abstellplatz nicht beleuchtet ist) mussten wir ein bisschen um die Ecke rangieren, was nicht gleich beim ersten oder zweiten Versuch geklappt hat.

Da kam ein vor 5 oder 6 Jahren zugezogener Nachbar aus seinem Haus heraus und hielt das "Bundesemissionsschutzgesetz" (heißt das so?!) in der Hand. Was wir betreiben wäre Ruhestörung... (nochmal, wir waren nur am einparken, was ca. 7,5 Minuten gedauert hat von Anfahrt Parkplatz bis stehend), und das wäre nicht zu dulden usw usf... Und da wir das ja so oft im Jahr machen (1x wenn überhaupt). Kurz und knapp, er könne wegen uns nicht schlafen. (die Zeit reichte aber aus um das Gesetzt zu suchen und auszudrucken, oder lag das zur Sicherheit schon da?!)

Ende vom Lied war, dass wir ihn mehr oder weniger Lautstark mit unserer Version der Dinge "konfrontiert" haben... seitdem ist jedenfalls von dieser Warte aus ruhig... mal sehen wie lange. :o)

So ist es halt, das schöne idyllische Landleben ohne Kühe, Ziegen, Schafe, Traktoren und allem anderen was Krach macht... zieht auf‘s Land, Leute !

Gruß

Sven

P.S.: der absolute Brüller bei uns im Ort war, nachdem eine aufstrebende Persönlichkeit zu uns ins Ort gezogen ist, war die erste Frage an ihre Nachbarn, wann die Kehrmaschine im Ort käme, der böse Landwirt mit dem großen Traktor würde immer vom Feldrand Erde und Matsch auf der Straße verteilen, die Straße wäre immer so braun. Die Persönlichkeit wurde über den Sinn eines handelsüblichen Besen aufgeklärt. :o)

PPS.: Bei der letzten Großübung der Feuerwehr (Sonntag früh gegen halb 9) wurde mit Sirene alarmiert und mit "Musik" zum Einsatz gefahren... ratet mal was am nächsten Tag in der Zeitung als Kommentar von Mitbürgern stand... :o)

"Ich bin der Schlepper aus dem Neusser Land, und hab geschleppt schon allerhand, die größten Pflüge weit und breit, zum Schleppen hab ich immer Zeit."
 
Hallo Gemeinde, all eure Schilderungen kommen mir schon sehr bekannt vor zumal wir hier es nicht nur mit Neubürgern, sondern auch mit Touries zu tun haben. Aber zunächst mal zur ersten Personengruppe der „Neubürger“

Raus aus der Stadt, rauf aufs Land. Zwei Bausparverträge zusammengeheiratet und schon entsteht das neue Eigenheim, basierend auf dem Lego-Prinzip. 500 qm Grundbesitz finden sich in der Bilanz ebenso wieder wie das vorgenannte Lego-Haus. Der gelbe Bunker steht, die Ehe ist fast am Ende und um ebensolches zu vermeiden, macht man was gemeinsam. Vati und die „nach dem Kindergarten Prosecco - Frühstück“-Mieze wollen gemeinsam das Saatbeet für den englischen Zierrasen zubereiten. Den Damenspaten im Anschlag wird die Muttererde im Kubikdezimeterbetrieb mit der Baumarktkarre über das Gelände geschaukelt. Nach zwei Karren der Schinderei fällt dem Finanzonkel aus der Stadt dann ein, das er einen kennt, der jemanden kennt, der ‘nen Trecker hat. Selbiger wird dann für Samstagfrüh geordert, um ein bisschen auszuhelfen. Boden auf dem Grundstück verteilt, mit der Kreiselegge glattgezogen – fertig ist die Krume zur Aufnahme des kostbaren Saatgutes….

Es wird kalt und wie es ab und an mal vorkommen kann, fällt was Weisses vom Himmel. Zeitweise macht Frau Holle Überstunden, weil die besser bezahlt werden und die ewige Puderzuckerschicht nur was für Weicheier ist. Donnerstag – der örtliche Bauhof schiebt die ersten 10cm auf den Gehsteig und formt einen kleinen Wall vor Finanzonkels Garageneinfahrt. Das geht noch. Freitag – es schneit weiter. Der zunächst kleine Wall wird höher, der Fünfer BMW hat Mühe, diesen zu bewältigen. Papa ist müde, Mutter bringt die Rangen ins Bett, also keine Zeit zum Schneeschippen. Samstag – der Bauhofleiter resigniert vor Frau Holle, die großen Straßen müssen frei bleiben, für die Kleinen haben die orangen Jungs keine Zeit mehr. Die Sonntagsbrötchen bleiben im Laden, weil der Fünfer es nicht mehr schafft. Was nun?

Finanzonkel hat beim letzten Fußballturnier der F- Jugend ja einen kennengelernt, der kennt einen, der ‘nen Trecker hat. Noch während der vorletzten Maisernte angeschissen, erhält der Traktorist einen Fernsprechruf mit der Bitte um Katastrophenhilfe. Und wieder juckelt er los, man wohnt ja im selben Ort und hilft sich. Aus dieser für 30 min geplanten Freischaufelaktion wird ein ganzer Nachmittag, weil alle Nachbarn des Bankers freudig auf die Straße hüpfen und auch Ihren Gehsteig geräumt haben wollen. Und was kriegst du, während dein Trecker den Diesel wegpustet? Abgelaufene Kekse, ‘nen feuchten Händedruck‘, einen unbenutzten Terminkalender aus dem Jahr 2004 und ein Pfund Kaffee. Aber Eines hat der hilfsbreite Treckerfahrer noch bekommen: Keiner dieser Menschen wird ihn jemals wieder anscheißen!!!

Beste Grüße

Jens
 
Hallo Leute,

bei mir ist´s genau umgekehrt ich bin der Zugezogene in der alten Siedlung, hab ne Baulücke gekauft die mit Bäumen bewachsen war.

Ich wohne jetzt mit meiner keinen Familie (2 Kinder und Frau) 8 Jahre hier.

Fahre nen Bulli der jetzt volljährig ist und dann bin ich der erste weit und breit der sich nen Trecker gekauft hat ... wat will der denn damit...

O... das passt nicht zwischen Stern, 4 Ringe und BMW.

Da ich aber als gelernter Kabelaffe, was sich schnell rumgesprochen hat, zu allen unkristlichen Zeiten schon Reparaturen in der ganzen Nachbarschaft getätigt habe, mit meinem alten IHC der auch gut genug ist um irgentwelches Buschwerk herraus zu ziehen mir meine "Zugehörigkeit" erarbeitet habe,werde ich gern geduldet.

Meine Nachbarn haben auch erkannt, daß man mit nem Bulli prima Schränke, Grünabfall oder Kaminholz tranzportieren kann.

Mir wird mir immer freuntlich zugewunken mit Bulli oder Schlepper !!! (-:

 

Bei ner schwarzen Wolke gibt’s kein Regenwetter sondern es zeigt sich bald ein Neusser Schlepper

Viele Grüße Henry
 
Zurück
Oben Unten