Allradachse 624

Hallo Hermann

Hm ja, gute Frage. Gebe zu, noch nie eine Konstruktionszeichnung einer APL 3050 studiert zu haben. Aber aufgrund des Bildes der Verzahnungen würde ich behaupten, es handelt sich um normale Kegelradgetriebe. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, wieso man für diese Leistungsklasse Ende der 1960er Jahre diese doch nicht ganz einfache Herstellungsvariante gewählt haben sollte. Es gibt schlicht keine Anforderung an eine Hypoidverzahnung bei einem 624 A.

Bei meiner APL1251 steht auch nur GL-4 als Anforderung in der BA und die ist ja moderner als die 3050.

Aber vielleicht weiss es ja jemand genauer, lasse mich gerne belehren!

Nix für ungut

Ölige Grüsse

Marcel
 
Hallo Marcell,

ob die APL1251 moderner ist,bleibt dahingestellt...ist vor allem leichter gebaut!

Die APL 305x Achsen wurden meines Wissens auch in den 6 Endern eingebaut.

Grüße aus dem Rheinkreis Neuss

Die Schmiede der einzig wahren IH-Schlepper

🔥 Hermann🔥
 
Also zu der Aussage von Marcel, welche völlig berechtigt ist, ich dachte das ein Differenzial grundsätzlich ein Hypoid ist, lasse mich aber gern aufklären. Bei Planeten handelt es sich aber eindeutig um eine einfache gerade Verzahnung die ein GL3 benötigt. Das GL4 ist meines Wissens immer ein Kompromiss für beides und findet ogt in Schaltgetrieben Anwendung, zumimndest im PKW Bereich. Und wenn ZF vor 50 Jahren sich schon die Mühe gemacht hat extra in das Typenschild HYPOIDOIL einzuschlagen, dann würde ich das schon als wegweisend betrachten. Zur damaligen Zeit gab es wohl die Klassifizierung der GL-Klassen auch noch nicht. 

Vielleicht hilft diese Grafik etwas weiter, demnach handeln es sich meiner Meinung nach in jeder Antriebsachse um eine Hypoid-Kegelrad den ein reines Kegelradgetriebe hat doch nur zwei Schrägzahnräder die im 90° Winkel zueinander laufen, quasi eine Richtungsänderung wie es oft bei Zapfwellenbetrieben Geräten der Fall ist.....Kreissäge, Mähwerk, Heuwender oder Schwader...... ein Differenzial hat doch genau die unterste Situation. Großes Kegelrad mit einem Triebling, Schrägverzahnt und geschwungene Zahnflanken und vorallem eine Kraftübertragung, welche nicht mittig sondern seitlich passiert (Wälzpunkt) oder sehe ich das falsch?

Gruß Mark 

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Achso......noch eine Sache. Ich deute das nicht so, das ein GL4 besser ist als ein GL3 oder ein GL5 besser ist als ein GL4. Vielelicht sehe ich das auch falsch, aber ist es nicht so zu verstehen, das die API Spezifikation lediglich den Anwendungsfall festlegt. Also vereinfacht gesagt, wenn ich in ein Planetengetriebe ein GL5 fahre ist das dann nicht falsch und ein GL3 wäre viel besser weil es genau dafür bestimmt ist?

Gruß Mark 
 
Hallo Mark,

jetzt weiß ich auch warum du in die Planeten ein Gl3 Öl gekippt hast.....hatte mir selber noch keine Gedanken darüber gemacht und Gl5er reigekippt.

Wieder was dazu gelernt !



Grüße aus dem Rheinkreis Neuss

Die Schmiede der einzig wahren IH-Schlepper

🔥 Hermann🔥
 
Hallo,

Hypoidantrieb heisst nur, dass die Schnittpunkte der Wellen zueinander versetzt sind, steht ja auch so da.

In deinem Beispiel haben sie nur 2 gleiche Kegelräder genommen für den Kegelradantrieb.

Prinzipiell ist Triebling und Tellerrad auch ein Kegelradantrieb, da sie auf einer Schnittlinie liegen.

Hoffe das ist so verständlich.

IF IT AIN´T RED, LEAVE IT IN THE SHED
 
...das hieße im Umkehrschluß ja auch das laut dieser Auflistung ins Differentialgehäuse ein GL5 gehört und in das Außenplanetengehäuse ein GL3...!?

So´n quatsch macht kein Mensch! 90er GL5 rein u. gut ist!

Gruß ;-))

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Gaggenau / Neuss / Forstern
 
Ja genau so hab ich es aber gemacht. GL 3 in die Planeten und ein GL 5 in den Achskörper. Es ist ja immer die selbe Sache, die Schlepper über die wir reden sind inzwischen Jahrzente alt. Alle Informationen aus Handbüchern und Herstelleremfehlungen sind ebeso so alt. Also wurde das vorgeschrieben was es damals gab und Stand der Technik war. Aber wenn es nach über 50 Jahren neue Klassifizierungen und neuere Normen und Bezeichnungen gibt und auch andere Öle die sich ebenfalls jedes Jahr weiter entwickeln haben, was ist falsch daran etwas zu verwenden, was inzwischen besser für den jeweiligen Anwendungsfall geeignet und Stand der Technik von Heute ist? Naturlich ist es bequemer eine einizge Sorte Öl zu lagern oder zu kaufen und überall egal ob Hinterachse, Getriebe, Vorderachse oder Planeten das selbe Öl zu füllen. Vielleicht muss man an dieser Stelle auch so fair sein und zwischen Erwerbslandwirt der finanziell wirtschaften muss, und Hobbytraktoristen wo der ökonomische Aspekt eine untergeortnete Rolle spielt, zu unterscheiden. Ich für meinen Teil bin was das betrifft ein kleiner Perfektionist und möchte möglist das beste und das richtige tun. Aber Öle, egal ob Hydraulik, Motor oder Getriebe, ist halt auch ein schwieriges Thema, es gibt soviele Theorien, Informationen, und schlimmer noch nur wenige Menschen kennen sich wirklich damit aus, somit gibt es auch viele Halbwahrheiten und Falschinformationen. Ich selber bin auch kein ÖL-Spezi, und frag mal einen Fachverkäufer in einem Handel, die können auch nur in verfügbare Listen gucken, am besten nur nach Schlüsselnummern, und dann komm ich mit einem Pappbrief aus den 60/70. Jahren......."lach"....immer wieder witzig! Aber zum Glück haben wir ja unser LaMa-Händler oder man wendet sich an einen spezielen Ölhändler oder Ölhersteller, dort hat man eher Glück auf eine fundierte fachliche Beratung. 

Fazit: Hauptsache es ist überhaupt Öl drin und wird auch regelmäßig geprüft und gewechselt! Jeder kann naturlich verwenden was er für richtig hält. 

In dem Sinne.....Gute Fahrt und bleibt alle Gesund!

Gruß Mark  
 
Hallo auch nochmal (finde das Öl Thema spannend)

Stimmt, wieso schreibt ZF extra Hypoidöl, wenn es dann keins braucht. Habe ich echt auch zu spät gesehen. Trotzdem ist nicht jedes Kegelradgetriebe im Diff automatisch hypoidverzahnt.

Habe soeben auch noch BA‘s gefunden von der APL1551 und der APL3052. Und dafür ist MIL-L-2105 angegeben (für Diff und Planeten), was GL-4 entspricht und aus heutiger Sicht kein Hypoid-Öl ist. Von der 3050 habe ich leider nichts.

Vielleicht hat man das damals aber noch anders gesehen, weil die Getriebe, wie auch die Öle noch nicht so weit entwickelt waren.

MIL kommt übrigens von "military" und war ab den 1950ern wohl eine Vereinheitlichung in den Armeen. Das 2105 war das typische Getriebeöl und wurde dann mit den Buchstaben B, C, D weiterentwickelt. Ein 2105B entspricht dann z.B. GL-5.

Aber egal, wie Mark sagt, Hauptsache ein vernünftiges, sauberes Öl drin. Bei 62 PS würde vielleicht sogar Salatöl reichen...

Und ja, GL5 muss nicht "besser" sein als GL3, es hat einfach andere Eigenschaften.

Ich hatte mir z.B. mal Sythese Getriebeöl von Volvo Trucks in den Toyota gekippt. Ging gar nicht, das Getriebe war nicht mehr zu schalten, weil die Synchronisierung nicht mehr funktionierte (hat zu gut geschmiert).

Bleibt gut geschmiert!

Gruss, Marcel
 
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