[Anleitung] Ventilschaftdichtungen tauschen CM-Serie

824S

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Hallo zusammen,

hier eine Anleitung zum Tausch der Ventilschaftdichtungen bei den IHC‘s der CM-Serie.

Kaputte Ventilschaftdichtungen können oft die Ursache für Ölverbrauch und daraus resultierendem blauen Auspuffqualm sein.

Zuerst baut ihr euren Schalldämpfer ab, damit ihr die Motorhaube und die Seitenteile abnehmen könnt. Dann habt ihr freien Blick auf den Motorblock, die Einspritzdüsen und ganz wichtig: Den Ventildeckel, den ihr als nächstes abbauen müsst.

Hierfür löst ihr die Muttern auf den Stehbolzen, die den Ventildeckel sichern und zieht anschließend die Dichtungen ab, die zwischen Ventildeckel und Muttern liegen. Passt aber gut auf die Dichtungen auf, damit ihr sie wieder verwenden könnt. Wenn sie noch nicht rissig oder porös sind, versucht sie möglichst ohne Schraubenzieher und / oder Zange abzuziehen. Hier habt ihr ein Bild, auf dem die eben genannten Stehbolzen gekennzeichnet sind. Hier aber bereits ohne die Muttern und Dichtungen:

Ventildeckelaufgesetzt-1.webp


Hier habt ihr noch ein Bild mit abgebautem Ventildeckel. Ich habe euch alle für den weiteren Verlauf wichtigen Teile gekennzeichnet und beschriftet:

KipphebelwelleeingebautKopie.webp

Zuerst muss gesagt werden, dass ihr ab jetzt nur sauberes Werkzeug verwenden solltet, um Dreck im Bereich der Ventilfedern und Kipphebeln zu vermeiden.

Als nächstes müsst ihr die Kipphebelwelle samt den Kipphebeln ausbauen. Dazu löst ihr die auf dem oberen Bild gekennzeichneten Muttern der Stehbolzen für die Kipphebel und die Muttern der Stehbolzen für die Kipphebelwellenbefestigung. Wenn ihr das gemacht habt, könnt ihr die Kipphebelwelle samt Kipphebeln und den Befestigungen der Kipphebelwelle von den Stehbolzen abziehen:

Kipphebelwelleeinabeun.webp

Wenn ihr das gemacht habt, nehmt ihr die beiden äußeren Befestigungen der Kipphebelwelle ab, um den nächsten Arbeitsschritt zu erleichtern. Hier habt ihr ein Bild der ausgebauten Kipphebelwelle, wenn bereits die beiden äußeren Befestigungen abgebaut wurden:

Ventilfedernausgebaut.webp

Die beiden äußeren Befestigungen setzt ihr nun wieder auf die Stehbolzen und sichert sie provisorisch wieder mit der passenden Mutter auf den Stehbolzen, so dass sie nicht verrutschen, wackeln oder sich verdrehen können. Als nächstes müsst ihr nämlich die Ventilfedern ausbauen, was sich ohne dem nachfolgenden Trick als schwierig gestalten würde. Ihr nehmt eine stabile und vor allen Dingen saubere (Eisen-)Stange, die möglichst genau in die Öffnung der gerade angeschraubten „Befestigungsblöcke“ der Kipphebelwelle passt. Außerdem müsst ihr beachten, dass die Stange lang genug ist, dass sie von der einen Befestigung bis zur Anderen reicht, ohne Gefahr zu laufen, dass euch diese Stange bei nachfolgender Belastung herausrutscht.

Dann könnt ihr euch leicht selbst ein Spezialwerkzeug zum Ventilfedern ausbauen basteln. Ihr nehmt wieder eine lange Eisenstange, um eine Hebelwirkung mit der gerade eingebauten Stange verursachen zu können. Auf die neue Stange schweißt ihr einfach ein Stück Flacheisen o.ä. auf.

Dann führt ihr euer „Spezialwerkzeug“ unter der parallel zu den Ventilfedern eingebauten Stange durch und drückt damit die Ventilfedern nach unten. Hier habt ihr ein Bild vom selbst gebauten Spezialwerkzeug und nachfolgend ein Bild beim Einsatz dieses Werkezugs:

SpezialwerkzeugVentilfedern.webp

Ventilfedernausbauen.webp

Wenn ihr nun mit dem Spezialwerkzeug die Ventilfedern nach unten drückt, könnt ihr die beiden halbmondförmigen Keile ausbauen und die Ventilfedern abnehmen. Bei dieser Arbeit wäre eine weitere helfende Person gut, die die eben genannten Keile mit Hilfe eines Magneten oder kleinen Fingern ausbaut, während ihr die Ventilfedern nach unten drückt. Natürlich könnt ihr auch jemand anderen die Federn nach unten drücken lassen und die Keile selbst ausbauen, das ist jedem selbst überlassen.

Besonders wichtig ist, dass ihr die Ventilfedern nacheinander tauscht. Ihr müsst immer die Federn ausbauen, deren jeweiliger Kolben sich am oberen Totpunkt befindet, um zu verhindern, dass euch die Ventile in den Zylinder fallen! Das heißt, ihr müsst nach jeder zweiten ausgebauten Feder die Kurbelwelle per Hand so weiterdrehen, dass der nächste Kolben am oberen Totpunkt ist.

Wichtig ist außerdem, dass ihr die Ventilfedern und Keile nicht vertauscht. Deshalb bietet sich an, die Ventilfedern immer nur „zylinderweise“ auszubauen und in der richtigen Reihenfolge samt den dazugehörigen Keilen auf die Werkbank zu legen. Außerdem ist es wichtig, dass die Werkbank sauber ist, hier wäre evtl. ein einfaches Papiertuch nicht schlecht, das ihr auf eurer Werkbank auslegt, um Staub, Dreck oder sonstige Störfaktoren auszublenden.

Wenn die beiden Federn des ersten Zylinders ausgebaut sind, könnt ihr schon die Ventilschaftdichtungen erkennen. Diese sitzen – welch ein Wunder – auf den Ventilschäften. Auf dem nachfolgenden Bild könnt ihr eine kaputte, poröse Schaftdichtung erkennen:

kaputteVentilschaftdichtung.webp

Zum Ausbau dieser Dichtungen gibt es eigentlich wieder ein Spezialwerkzeug. Da ich einfach mal davon ausgehe, dass ihr nicht im Besitz eines solchen Werkzeugs seit, könnt ihr die Dichtungen auch mit einer Wasserpumpenzange ausbauen. Aber Vorsicht! Ihr müsst beim Ausbau darauf achten, dass ihr mit der Zange auf keinen Fall abrutscht und die Ventilschäfte nicht verkratzt oder ähnliches.

Nun habt ihr die beiden Ventilschaftdichtungen des ersten Zylinders ausgebaut und könnt hier bereits eure neuen Dichtungen einbauen. Meistens liegt einer Packung neuer Ventilschaftdichtungen ein kleines Plastikhütchen bei, das beim Einbau der neuen Dichtungen über den Ventilschaft gestülpt wird, um möglichen Beschädigungen der Dichtungen vorzubeugen. Bevor ihr aber die neue Schaftdichtung einbaut, streicht ihr das Plastikhütchen und den Ventilschaft ein bisschen mit Motoröl ein, damit alles schön „flutscht“. Hier habt ihr ein Bild vom Einbau einer neuen Schaftdichtung:

neueVentilschaftdichtungeinbauen.webp

Nun habt ihr eigentlich schon Bergfest bei eurer Arbeit. Die Hälfte ist schon fast geschafft!

Bevor ihr die Ventilfedern wieder einbaut, säubert ihr noch die beiden Keile, die die Ventilfeder an ihrem Platz halten. Achtet beim Säubern vor allem auf die Nut, die sich in den Keilen befindet, dass sich dort womöglich kein Dreck mehr befindet. Wenn die Keile sauber sind, könnt ihr die Ventilfedern wieder einsetzen und mit eurem Spezialwerkzeug nach unten drücken (lassen). Nun setzt ihr die beiden Keile wieder sauber ein und entspannt die Ventilfedern wieder. Wie bereits vorhin erwähnt, müsst ihr beim Einbau darauf achten, dass ihr die Federn wieder an ihren jeweils richtigen Platz setzt! Wenn ihr glaubt, ihr habt die Keile wieder richtig eingesetzt, dann könnt ihr das ganz einfach überprüfen, indem ihr mit einem Plastikhammer oben auf die Ventilfedern klopft. Wichtig ist, dass ihr einen Plastikhammer benutzt, um sicher zu gehen, dass ihr nichts beschädigt. Wenn die Keile und Federn das Klopfen überstehen, dann sitzt alles richtig und ihr braucht euch keine Gedanken machen, wenn ihr den Motor wieder startet.

Wenn ihr alle Ventilfedern wieder richtig eingebaut habt und auf richtigen Sitz geprüft habt, könnt ihr euer Spezialwerkzeug wieder in die Ecke stellen und auch die Stange aus den Befestigungen der Kipphebelwelle nehmen. Die beiden Befestigungen nehmt ihr wieder von den Stehbolzen, setzt sie auf die Kipphebelwelle und baut diese wieder ein. Wichtig ist hierbei die auf dem Übersichtsbild am Anfang gekennzeichnete Körnung auf der Stirnseite der Kipphebelwelle. Diese Körnermarkierung muss unbedingt gegenüber dem Schlitz der äußeren Befestigung liegen, um eine funktionierende Schmierung zu gewährleisten.

Bevor ihr die Kipphebel und die Befestigungen der Kipphebelwelle wieder mit den Muttern auf den Stehbolzen fixiert, müsst ihr einen Blick in das Motorenhandbuch werfen. Sämtliche Muttern müssen unbedingt mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden, um Beschädignungen zu umgehen!

Die jeweiligen Drehmomente im Werkstatthandbuch sind noch in der alten Einheit „mkg“ angegeben. Zur Umrechnung in „Nm“ multipliziert ihr die Zahl im Werkstatthandbuch einfach mit 10. Ein paar Beispiele: 0,4 mkg = 4 Nm; 12 mkg = 120 Nm

Wenn ihr alles wieder richtig eingebaut habt, müsst ihr das Ventilspiel einstellen. Hierzu gibt es noch eine extrige Anleitung von mir.

Wenn auch das Ventilspiel richtig eingestellt ist, könnt ihr den Ventildeckel mit einer neuen Dichtung versehen und ihn wieder einbauen. Auf die Stehbolzen schiebt ihr wieder die vier kleinen Dichtungen und zieht die Muttern mit dem richtigen Drehmoment an. Hier müsst ihr besonders genau das Drehmoment einhalten, damit sich der Deckel nicht verzieht. Wenn ihr die Schrauben zu fest anzieht, besteht die Möglichkeit, dass der Deckel nicht mehr sauber abdichtet und ihr habt das nächste Problem bereits, wenn ihr das andere noch nicht einmal fertig behoben habt.

Zu guter Letzt baut ihr wieder Motorhaube, Seitenteile und den Schalldämpfer an und lässt den Motor laufen. Nun sollte alles wieder in Ordnung sein.

Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser Anleitung ein bisschen weiter helfen und euch einen schnellen, einfachen Wechsel der Ventilschaftdichtungen ermöglichen. Verbesserungsvorschläge, Lob und auch Kritik sind immer willkommen und erwünscht!

Viele Grüße

Sebastian

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IHC824S in youtube:

www.youtube.com/user/IHC824S
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Hallo Sebastian,hab noch mal ne kurze Frage:wie kann ich erkennen welcher Kolben gerade oben ist und ob er auf OT steht ?Es ist ja nur der Ventildeckel offen !Ich hab schon gedacht die Düsenstöcke raus zu nehmen und mit nem Holz oder Pinselstiel den OT zu prüfen oder ist das nicht nötig?Gruß Henry
 
Hallo Henry,

du merkst ganz einfach, welcher Kolben auf dem oberen Totpunkt (OT) steht.

Die Kipphebel des Zylinders, der auf dem OT steht, sind locker bzw. du kannst das Spiel der Kipphebel fühlen.

Viele Grüße

Sebastian

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Henner 453:

Hallo Sebastian,hab noch mal ne kurze Frage:wie kann ich erkennen welcher Kolben gerade oben ist und ob er auf OT steht ?Es ist ja nur der Ventildeckel offen !Ich hab schon gedacht die Düsenstöcke raus zu nehmen und mit nem Holz oder Pinselstiel den OT zu prüfen oder ist das nicht nötig?Gruß HenryGanz einfach: schau wann sich die Venile sich überschneiden also Auslassventil schließt und Einlassventil öffnet gleichzeitig, wenn die sich überschneiden ist der Kolben auf den "Oberen Totpunkt" und dann kannst du die Ventilfedern ausbauen und die Ventilschaftdichtungen erneuern ;-)
 
Hallo und ein Danke für die Antworten.Ich meinte eigentlich den Zustand wenn die Kipphebelwelle und die Stössel ausgebaut sind.Da müsste schon der Nockenwellendeckel runter oder die Düsen raus ???Oder hab ich da nen Denkfehler ??? Gruß Henry
 
Achso meinst, naja ist auch kein Problem, Stößelstangen lasst alle drin, die müssen nicht raus und dort schaust du welche zwei Stößelstangen sich auf und ab bewegen und bei den Zylinder wo sich die Stößelstangen überschneiden ist der Kolben im OT, ganz easy :-)
 
Hallo wenn die Ventile aber sich nicht absenken bzw. die Dichtungen noch so gut halten das sie nicht absacken fallen sie spätesten wenn die Haltekeile entfent wurden und die Dichtung. Ich habe es so gemacht das ich die Einspritzdüsen rausgenommen habe, einen Aluschweisdraht 90 Grand gebogen, in das offene Loch von der Düse  gehalten und wenn dú dann an der Kurbelwelle drehst merkstu du irgendwann einen Wiederstand und dann ist der Zylinder fast oben. Aludraht deswegen weil der nachgibt wenn der Zylinder nach oben kommt und keine Makken bekommt. So kannst du dir ganz sicher sein das der Zxylinder ganz oben ist und der Mehraufwand ist max mit Ein- und Ausbau der Düsen 30 Minuten. Ansonsten ist die Beschreibung echt supper.Gruß Timo
 
HalloDass ist eine tolle AnleitungHabe einige Fragen an 824SWie hoch war der Oelverbrauch des Schleppers?Hat sich der Oelverbrauch nach dem Eingriff veringert?Im vorraus vielen Dank für deine Antwort
 
Servus,

der Ölverbrauch des 824 war zuvor relativ hoch. Wie es jetzt aussieht kann ich dir leider nicht sagen, da der 824 noch immer zerlegt ist.

Wenn er fertig restauriert ist und die ersten Stunden gelaufen ist, kann ich dazu dann Angaben machen.

Viele Grüße

Sebastian

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Hallo Freunde,

habs endlich geschaft auch meine Schaftdichtungen zu tauschen. 

Der OT vom 1. Zylinder  steht ja auf der Riemenscheibe. Da ich ein 3 Zylinder habe, hab ich dann beim zweiten 1/3 Umdrehung

weiter gedreht und vorsichtig mein Spezialwerkzeug angesetzt. Wenn der OT noch nicht erreicht ist oder schon vorbei war,

läst sich das Ventil weiter runterdrücken und drückt auch nicht das Ventil durch die Scheibe, daß sich die Keile lockern.

Durch drehen der Riemenscheibe mit der rechten Hand und Ventilfeder runterdrücken mit der linken Hand kann man den OT

des 2. und später des 3. Zylinders sehr gut einstellen.



 



 

Gruß Henry

 
 
Hallo

 

Habe die Ventilschafdichtungen getauscht,der blaue dunst am Auspuff ist weg

Zum Oelverbrauch kann icn noch nicht sagen (zu venig Stunden runter)

Hatte die Ventilsteuerung nicht zerlegt,sondern komplett ausgebaut

Danke fur diese Anleitung hat mir gut geholfen

D268 oben ohne

dsc00032copier.jpg


Videos:

http://www.youtube.com/user/Interxl?gl=FR&hl=fr
 
Hallo Sebastian,

vielen Dank für die super beschriebene Anleitung. Hab an meinen Drei Zylinder die Ventilschaftdichtungen gewechselt, hab mit Ölwechsel und Venril einstellen 3,5 Stunden gebraucht, inclusive dem Werkzeug um die Federn runter zu drücken.

Nach dem Starten war weniger blauer Rauch und er läuft auch ruhiger. Zur Motorentlüftung kommt leider immer noch relativ viel Öldampf raus. Ich denke die Kolben sind mal fällig.

vielen Dank 

gruß

Dirk
 
...mal ´ne Frage dazu: Sind die einzelnen Arbeitsschritte vom D-155 bis zum DT-402 hierbei eigentlich absolut identisch, also mal abgesehen von der Anzahl der Zylinder!?

gruß

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Gaggenau / Neuss / Freising
 
Hallo Lanz 4016,

jo die Schritte sind gleich wie beim 4 Zylinder, ich hab nur keine Kunststoffschlauch über dein VentilSchaft geschoben, aber dafür mit reichlich Motoröl gearbeitet. Die Zugänglichkeit bei Zylinder 1 war nicht ganz so gut  zugänglich wie in den Bildern der Anleitung. Bei mir ist der Kühlerstutzen im Weg gewesen, musste daher ein bisschen diagonal/ schräg mit dem Federdrückwerkzeug ansetzten.

Gruß

Dirk
 
@ Sebastian Hallo Sebastian, bist Du ein Rheinländer? Lt Foto 4  könnte man an einen Rheinländer im Süden vermuten (Kasten mit Früh Kölsch.Grüße in den Süden vom Rheinländer Paylodoc.
 
Hi,

ich habe einen Mc Cormick D326 da müsste ich die Ventilschaftdichtung auch neu machen. Meine Frage ist ob das der gleiche Ablauf ist wie hier und wenn ja ob jemand weiß wo ich die günstig her bekomme.

Danke im Voraus 👍🏻
 
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