Aufarbeitung Ihc 733

+ihc644+

Mitglied
Registr.
19 Mai 2020
Beiträge
8
Ort
48531 Nordhorn
Moin in die Runde. 

Vor gut einem dreiveiertel Jahr habe ich mir mit damals 17 Jahren meinen ersten eigenen Schlepper gekauft.

Nach wirklich sehr langer Suche und etlichen Samstagsrunden um sich Trecker anzugugucken war im Januar 2021 dann der richtige gefunden. 

Über meine Suchanzeige auf Ebay habe ich diesen 733 - Allrad, Bj 81 erworben. 

TÜV bis 6/22

Ca. 8000 Stunden gelaufen

Sehr geringe Arbeitsintensität, denn Achsen und andere Verschleißteile waren noch recht gut in Schuss

Motor sprang auch bei Minusgraden auf Schlag an. Sogar bei -19 Grad mit etwas vorglühen sprang der Schlepper an.

Insgesamt war der Motor also in einem wirklich herausragendem Zustand, sodass die heutige Diagnose wirklich sehr stutzig macht (dazu ein Andermal mehr)

Weil die Entfernung nach Hause dann doch etwas weit war (gute 400 Kilometer) ging der Transport über Fehrenkötter -- sehr zu empfehlen. 

Anfängliche Schwierigkeiten durch Probleme mit der Masse ließen sich nach einigen Stunden aber wieder richten.

So kam der Schlepper bei uns an:

Schaufel und Grepe waren natürlich auch dabei 

eup-1137262089-1c8901ca233a8eb5d448a98beb2465e6-1637787877_big.webp

eup-1137262089-09d9ae60c49560bb19bf2659452306f4-1637788005_big.webp

Durch den ganzen Dreck, den er auf dem Milchviehbetrieb im Laufe der Jahre bekommen hat und in den letzten Jahren allerhöchstens zum Fahren vom Wasserfass aus der Ecke geholt wurde, hatte er natürlich kaum Leckagen. Lediglich die Welle der Allradbetätigung schwitzte ein wenig.

Weil er im Hanggebiet lief, war er auf die Breite Spur eingestellt. Die HInterräder ließen sich einfach tauschen, um die normalen Spurabstand wieder zu erreichen. Weil die Felgen jedoch eine unpassende Einpresstiefe hatten, wurde andere Felgen sowie passende neuwertige Reifen gekauft.

Der ganze Dreck saß wirklich enorm stark fest und hat sich vor allem in die schwierigsten Ecken gesetzt. Mehr als drei ganze Durchgänge hat es gebraucht, bis der Trecker wieder einigermaßen sauber war.

Hier mal ein Beispiel vom Motor, der zum dreckigen Zeitpunkt schon etwas Wasser gesehen hatte.

eup-1137262089-241376cb6c43f0ec1d85d3a4910e2862-1637788822_big.webp

Zuerst wurden dann die bekannten Stellen wieder gängig gemacht:

- Stützfüße vom Frontlader neu

- Halterung der Kotflügel am Trittblech neu

- Spiel vom Gaspedal verringert

- Anschlagblech der Verdecktüren

- Nummernschildhalterung hinten und vorne neu

- Kotflügel vorne neu inklusive Halterung neu geschweißt (musste ja wegen neuer Einpresstiefe der Felgen)

- Neue Scheinwerfer 

- Neue Beleuchtung Kotflügel vorne 

- Neue Gummis an den Türen vom Verdeck 

Nach kurzer Zeit, in der der Trecker immer gut lief, machten sich die ersten Leckagen bemerkbar. Vor allem den Hinteren Bereich hatte es stark getroffen.

Öl machte sich sowohl an den Steckachsen, den Hubarmen, den Steuergeräten und den Bremsen bemerkbar.

Zudem war dann noch das Problem, dass der Bremsautomat nach einer Bremsung nicht wieder löst, sodass ich mich entschieden habe, ihn im hinteren Bereich auseinander zu nehmen. 

Das ist soweit der Stand bis März 2021, über weitere Handlungen berichte ich auf jeden Fall noch.

Bis dahin beste Grüße Lasse Klasing 
 
Hallo Lasse, willkommen hier im Forum. Ich habe mir vor 20 jahren auch einen 733A gekauft.

Er hat jetzt 2210 Bst gelaufen und springt auch sehr zuverlässig an.

Dann viel Freude mit deinem Traktor.

Thomas aus dem Westerwald
 
Weiter ging es dann mit dem Abbauen der Frontladerkonsolen, bei denen die meisten Schrauben abgeflext werden mussten, weil einfach vieles festgerostet war. Die Schrauben im Block aber zum Glück nicht. 

Darauf wurde das Verdeck, die Kotflügel sowie alle überflüssigen Blechteile abgebaut und einmal gründlich von jeglichem Dreck befreit, damit es im weiteren Schritt an den Hydraulikblock gehen kann. 

Nachdem alle Öle abgelassen wurde, konnte dieser entfernt werden und das Getriebe kam zum Vorscheinen. 

Trotz der Leckage an nur einer Seite wurden beide Steckachsen gezogen.

- Dafür wurden die im Getriebeblock befindlichen Schrauben gelöst und mit einem Vorschlaghammer die Steckachsen "ausgeschlagen".Wichtig dabei ist, dass der Deckel, indem sich der Filzring und der Laufring befindet am Achsgehäuse bleibt und erst abgeschraubt ist, nachdem die Achse gezogen wurde. Sonst würde man das äußeren Lager mit herausziehen und die Dichtungen nicht wechseln können. 

Hier ein Bild von einer gezogenen Steckachse:

eup-1137262245-1ff9c058a45509d6c571c158ad82f1c4-1637831798_big.webp

Danach wurden die Steckachsen mit neuen Dichtungen (Filzring, Laufring und Flächendichtung) eingebaut und mit neuen Unterlegblechen und neuen zölligen Schrauben verschraubt. Im Nachhinein wurden dann die Unterlegleche umgebogen und das Getriebe mit Benzin gewaschen. 

eup-1137262245-9fc84d5bedf4bb4f02e2a58affc73df2-1637832668_big.webp

Obwohl die Zapfwelle nicht leckte wurde diese auch im Weiteren abgedichtet. Dabei wurde der Simmerring und die Flächendichtung getauscht.

Während der Steckachsen wurden die Bremsen überholt.

Grund für das nicht lösen des Bremsautomates war wohl zu viel Kupferpaste beim Einbau der Bremse.

eup-1137262245-65771612721489949393cff5a75ec9d5-1637832333_big.webp

Trotzdem wurde im neue Beläge und Simmerringe investiert, damit nachher alles wieder perfekt läuft. 

In dem Zug wurde ebenfalls die Differenzialsperrenbetätigung mit neuen Dichtringen ausgestattet.

Vor dem Einbau wurde dann alles, inklusive Bremsautomat, gründlich gereinigt und dann wieder eingebaut.

Danach wurde der Hydraulikblock überarbeitet.

Ein sehr ausgeschlagener einfachwirkendes Steuergerät wurde durch ein neues Doppeltwirkendes ersetzt und das andere Einfachwirkende neu abgedichet. 

Zudem wurde an den Hubarmen der Plastikrung und der Dichtring eingesetzt, sodass auch diese kein Öl mehr durchließen.

Mit einer neuen Dichtung wurde der Hydraulikblock dann auf das Getriebe aufgesetzt.

eup-1137262245-50805104da98d4725993fee42f074fe9-1637832862_big.webp

Im Weiteren ging es dann an die Allradbetätigung. 

Der Hohlstift, der die Welle mit dem Hebel verbindet wollte einfach nicht herausgehen. 

Deshalb wurde ein Loch und Folgend ein Gewinde eingeschnitten, sodass ich durch das Einschrauben einer Schraube den Hohlstift entfernen konnte.

Weil der Hebel aber immer noch nicht von der Welle runter ging, musste zu härteren Mitteln gegriffen werden.

Der Versuch die Welle einfach herauszupressen ging schief, weil das Gusseisen, welches die Welle hält, in Zwei ging. Das konnte aber zum Glück wieder zusammengeschweißt werden.

Mit viel Wärme ließ sich das Ganze dann doch auseinanderbekommen, sodass neue Dichtringe eingebaut werden konnten und die Betätigung wieder eingebaut werden konnte.

eup-1137262245-3f47fdf3d49b5a7b19df645163418eee-1637833483_big.webp

Danach wurde die Stelle natürlich noch neu lackiert.

Somit war das Getriebe soweit dicht und es ging weiter.   

Stand jetzt ist Juni 2021.

Über Weiteres berichte ich dann ein Andermal. 

Beste Grüße Lasse Klasing
 
Hallo Lasse,

danke das du uns auf deinem Weg mitnimmst. Ich habe fast den gleichen Weg vor mir und versuche auch so viel wie möglich meiner Schritte zu dokumentieren.

Viel Spaß und Erfolg weiterhin.

Gruß Christian

noise of neuss
 
Ist schön zu sehen, wie unter einem ekeligem Haufen Dreck Stück für Stück wieder das schöne rot zum Vorschein kommt. Der Getriebeblock sieht farblich ja noch richtig neu aus auf den Bildern. 

Viel Spaß noch beim schrauben
 
Zurück
Oben Unten