Baustelle 654

StephanT

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17 April 2020
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66606 St. Wendel
Technik
IHC 654
Hallo,

ich besitze seit ca. 20 Jahren ein 654 der vor allem im Wald genutzt wurde.

Eigentlich sollte nur die Dichtung an der Unterseite des Krafthebergehäuses erneuert werden, da das Hydrauliköl ins Getriebe lief und am Schalthebel wieder raus kam. Der Traktor lief ansonsten ja ganzngut. Außerdem klapperte etwas an der linke Hinterachse. Ich dachte, es kommt aus den Bremsgehäusen.

Das Ganze hat sich aber etwas anders entwickelt und nun wird mein 654 komplett überholt.

Da die Restaurationsgeschichten von euch sehr gut und hilfreich sind, soll nun meine Restauration auch hier ihren Platz finden.

Ich freue mich schon auf die Rückmeldungen.

Hier mal ein paar Bilder zum Beginn meiner Geschichte:

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Alt, gebraucht aber läuft.

Da auch alle Öle gewechselt werden sollten, war das Getriebeöl schon raus und innen sah alles gut aus. Ich war bei dem Alter verwundert.

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Kurz vor dem Aufsetzen des Kraftheberblocks kam dann nochmals ein kontrollierender Blick.

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Ein Riss in der Handbremstrommel. Das sieht ja garnicht gut aus; also alles ausbauen und erneuern.

Damit geht dann morgen in die zweite Runde.
 
Was jetzt noch fehlt, ist eine gut große Werkstatt, in die der Traktor rein kann und passt.

Das ist aber bei mir Fehlanzeige und so muss er im Schopp repariert werden.
 
Hallo Stephan,

das gibt etwas Arbeit. Ein fester Untergrund wäre auf jeden Fall besser. Wie willst du da die Achstrichter abnehmen?

Links und rechts nicht viel Platz und mit einem Werkstattkran kannst du nicht auf dem Schotter fahren.

Gruß Alex

IF IT AIN´T RED, LEAVE IT IN THE SHED
 
Hallo Alex,

Besserer Untergrund ist auf alle Fälle besser. Müsste aber zaubern können, um das zu realisieren.

Achstrichter sind schon ab mit Hilfe eines Radladers.

Bilder folgen.
 
Hi,

sicher Aufbocken ist hier das Thema.

Oben die Blacken an die richtige Stelle schieben und mit dem Flaschenzug nach oben ziehen.

Dann runter auf eine Bohle und ggf. wegschieben.

Weißt Du, ob das Teil alleine organisierbar ist, oder besser direkt ein komplettes Getriebe?

Ehrlicher Schlepper.

Gruß Matthias
 
Also gings an das Zerlegen des Traktors.

Erstmal Bügel ab, dann die Räder ab und abschließend waren die Kotflügel.

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Damit das ganze nicht kippt, wurden die Achstrichter unterbaut.

Die vorhandenen Kabel wurden bei der Demontage einfach durchgeschnitten, da die Elektrik auch komplett neu realisiert wird.

Nun gings an die Achstrichter.

Befestigen an der Radladerschaufel, Schrauben raus und nach einer halben Stunde war der 654 schon richtig schmal.

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Damit das Ganze jetzt nicht kippt wurde die Vorderachse von beiden Seiten gekeilt. Und siehe da, das Fahrwerk steht bombenfest. Damit kein Dreck in das Innere fällt, wurde die Öffnung großflächig abgeklebt. Da ich nicht täglich am Traktor arbeiten kann (oft auch nur am Wochenende) dauert es ja einige Tage, bis alles wieder zusammengesetzt wird.

Die Bremsen sehen noch richtig gut aus. Kontrolliert, nachgemessen und geprüft wird das Ganze aber später in der Werkstatt. Es ist halt alles nur etwas ölig, aber während des Zusammenbauens werden ja alle Dichtringe erneuert und damit bekommen wir das alles in den Griff und trocken.

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Im nächsten Schritt muss jetzt das Diffenrential ausgebaut werden.

Laut Werkstatthandbuch muss hierzu die Zapfwelle ausgebaut werden, damit man die beiden Verbundspannhülsen aus der Handbremswelle austreiben kann.

Der Zapfwellenstummel ist von Innen (hinten) mit einem Sicherungsring gesichtert. Wegen des geringen Platzes war mir klar, dass dies mit mit der Sicherungsringzange ein mühsames Unterfangen wird. Auseinanderdrücken des Rings und gleichzeitiges Abziehen war mit meinen Händen unmöglich, starke kleine Kinderhände wären erforderlich und die entsprechende Motorik. Nachdem ich es mehrmals probiert hatte und bereits zwei Stunden vergangen waren, habe ich mich für einen anderen Weg entschieden; entgegen dem Werkstatthandbuch.

Das Handbremsband ist durch zwei Scharnierstifte am Bremshebel arretiert. Also die beiden Sicherungssplinte gezogen und die beiden Scharnierstifte entfernt. Nach 5 Minuten war das Handbremsband gelöst und von der Handbremswelle getrennt. Das Vorgehen ist doch wesentlich einfacher und ich hoffe, dass es beim Einbauen auch wieder problemlos funktioniert.

Jetzt noch die beiden Bremsgehäuse vom Fahrwerk getrennt:eup-1136954711-323a8d5a2ea6a0299f2fff8b35eed9d8-1593339333_big.webp

Jetzt konnte das Diffential von meinem Sohn und mir rausgehoben werden und liegt kurze Zeit später zur Reparatur auf der Werkbank.

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Schon beachtlich, wie groß der Spalt nun ist.

Hat jemand vielleicht ein Idee, wie die Bremstrommel reißen konnte??

Also alle Schrauben lösen und die Bremstrommel runternehmen. Das Ersatzteil ist schon besorgt und liegt zum Zusammenbau bereit. Materialkosten sind heute wohl kein Problem mehr. Die Ersatztrommel ist aus Vollmaterial ohne Aussparungen.

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Bremstrommel und Führung lassen sich nicht einfach übereinanderschieben. Also das Innenteil in die Kühltruhe und am nächsten Tag konnte es weitergehen. Bremstrommel wurde erwärmt und auf die eiskalte Achse gesteckt.

Klappte wunderbar, war eine Sache von 3-4 Schlägen mit dem Kunststoffhammer und ca. 3 Minuten. Dann war das Differential wieder zusammengebaut.

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Als nächstes werden nun die Bremsgehäuse gereinigt. Sie liegen auch schon bereit.

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Sieht alles richtig gut aus, nichts ist eingelaufen.

Insgesamt bin ich erstaunt, wie wenige Verschleiß am allen Teilen zu erkennen ist.
 
Hallo,

sehr schöner Bericht.

Hast du irgendwie was bemerkt, wenn die Handbremse angezogen worden ist

weil ja die Bremstrommel gerissen war? 

Wenn ich bei dem 844s die Handbremse während des ausrollen leicht anziehe,

merke ich da einen unregelmäßigen Wiederstand. Nun habe ich bedenken, daß die

Bremstrommel auch beschädigt sein könnte.....

Gruß Casi
 
Hallo Casi,

ich hab‘s beim Fahren gemerkt.

Es war ein Klackern während des Fahrens zu hören in Abhängigk ist von derGeschwindigkeit. Ich dachte es zuerst, es wäre etwas an den Bremscheiben.

Als ich dann den Deckel vom Krafthebergehäuse geöffnet hatte, da Hydrauliköl im Getriebeöl war und ich die entsprechend Dichtung erneuern wollte, hab ich den Schaden bemerkt.

VG
 
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