824S
Bekanntes Mitglied
Hallo zusammen,
wir – das sind mein Vater und ich – waren vom 17.9. bis zum 19.9.2010 bei der Traktor-WM am Großglockner in Österreich. Hier möchte ich euch jetzt einen kleinen Einblick in unsere Erlebnisse geben und ein kleines Bildertagebuch verfassen.
Freitag, 17.9., 13.00 Uhr: Endlich geht es los, rein ins Auto und ab in Richtung Austria. Nach gut 100 Km fahrt bei strömendem Regen kommen wir so gegen 15.00 Uhr in Fusch an der Großglocknerstraße an. Es regnet immer noch, der Wind pfeift und es hat ca. 10 °C (aber die Frisur sitzt
).Eigentlich sollte dort gerade die Eröffnungsfahrt der Traktoren stattfinden, die aber wegen des schlechten Wetters vorverlegt wurde. Schade – die Ankunft der Traktoren in Fusch haben wir verpaßt. Wir stellten unser Auto am Hotel ab, brachten die Koffer auf´s Zimmer und dann ging´s gleich in Richtung Traktor-Abstellplatz. Die Traktoren wurden über Nacht auf einer Wiese untergebracht. Dort standen ungefähr 400 der 650 Teilnehmer. Schade, dass es so stark geregnet hat, da wurde es bei unserem Rundgang doch etwas Nass und ungemütlich.

Als erstes stach mir dieser Schlüter ins Auge, der offenbar den alten Hanomag WD Radschleppern nachempfunden wurde, was an dem Verdeck und den Scheinwerfern zu erkennen ist. Aber sein Sound war nicht schlecht.

Als nächstes bemerkte ich zwei (fast) identische Fordson Super Dextra, die sich nur an den Kotflügeln und dem Auspuff unterschieden.

Ein paar Meter weiter stand ein rotes Ungetüm. Nicht wie manche jetzt denken werden ein Schlüter oder Case – nein, es war ein Fahr D 800 aus argentinischer Produktion. Er wird von einem 6 Zylinder Deutz Motor angetrieben und leistet 110 PS, was für einen Schlepper mit dem Baujahr 1968 bemerkenswert ist!

Gleich daneben war ein Fahr D 540A zu sehen, der ebenfalls aus argentinischer Produktion stammt. Beide wurden von ihren Besitzern in vielen Arbeitsstunden bis auf das kleinste Detail restauriert und auf können auf verschiedenen Oldtimertreffen angesehen werden.

Weiter auf dem Rundgang „stolperte“ ich über einen David Brown 880, den die holländischen Traktorfreunde „De Lange Slaag“ aus Zederic mit nach Österreich brachten.

Die Niederländer haben – wie jedes Jahr – wieder einige Raritäten mit an den Großglockner gebracht. Darunter waren auch ein französischer Glühkopftraktor der Marke „Vierzon“, ein Field Marshall Series 3 aus England und ein Meili aus der Schweiz.



Nun aber weiter auf der Platzrunde: Der nächste Traktor fiel mit seiner Lackierung besonders auf. Es war ein Allgaier Verdampfer, der in den Farben rot, gold und schwarz lackiert wurde.

Viele Oldtimerfreunde traten ihre Reise nach Österreich auch auf der eigenen Achse an. Da sie oft mehrere Tage unterwegs sind, bis sie ihr Ziel erreichen, brauchen sie auch eine geeignete Schlafmöglichkeit, die einige Traktorfahrer aus Niederbayern vorbildlich in die Tat umsetzten. Der Anhänger ist in 2 Abteile unterteilt und bietet so viel Platz wie ein Hotelzimmer. Der Schlüter als Zugfahrzeug verstärkt dieses imposante Bild noch mehr. Es fehlt eigentlich nur noch ein Schild „Long Vehicle“
.

Zum Abschluss gab es noch einen perfekt restaurierten IHC 453 zu sehen.

Samstag, 18.9., 6.00 Uhr: Der Wecker klingelt – d.h. die Nacht ist zu Ende. Frühstücken und „Ab die Post“, da um 7.00 Uhr die Traktoren geschlossen zur Mautstation am Fuße des Großglockners fuhren. Pünktlich um 7.30 Uhr fiel dann der Startschuss zur Weltmeisterschaftswertung! Innerhalb der nächsten knapp drei Stunden fuhren (fast) alle 650 Traktoren auf den Großglockner mit dem selben Ziel: Das Fuschertörl auf 2400 Höhenmetern. Wie in den letzten Jahren auch schon, sind uns auch dieses mal einigen Traktoren aufgefallen, die wohl beim Anblick des Berges die Hosen... äh, natürlich die Ölwanne voll hatten.
Aber zurück zur WM: Nach dem das Rennen gestartet war, war es mit der Ruhe und dem Frieden der Bergwelt erst mal zuende. Allen Feinstaub-Diskussionen zum Trotz wurde der Berg in Angriff genommen. Es gab viele erwähnenswerte Szenen, wie beispielsweise diesen italienischen Kleintraktor namens Lugli. Auf der dreispurigen Großglockner Hochalpenstraße wirkte er verloren, kämpfte sich aber dennoch tapfer die Strecke nach oben.


Die italienischen Traktoristen hatten auch einige Schätze dabei, wie einen Fiat Benzintraktor von 1936 oder einen Eigenbau-Geräteträger, der den Großglockner in einen schwarzen Nebel aus Abgasen hüllte. Zum Glück hat Greenpiece noch nie etwas von der Traktor-WM gehört.


Ein echtes „Goldstück“ kam ziemlich zum Schluss der 650 Teilnehmer: Ein IHC 644 mit goldener Lackierung ist auch ein Stammgast bei der Traktor WM!

Der gefiederte Kollege blieb von dem Spektakel unbeeindruckt.

Am Nachmittag wurde in Bruck an der Glocknerstraße das „Stiegel-WM-Areal“ eröffnet, wo nach und nach viele der Teilnehmer eintrafen. Hier gab es Unterhaltung, wie man sie sich wünscht: Geschicklichkeitsfahren, Teilemarkt, Musik, Bierzelt und für die kleineren Besucher war eine Hüpfburg aufgebaut. Des weiteren konnte man einen Helikopter-Rundflug über das ganze Geschehen machen. Der Platz auf der relativ kleinen Wiese war schnell aufgebraucht, sodass sich die Traktoren eng zusammenstellen mussten, wie hier 2 D-Serien IHC‘s demonstrieren.

Eine Zugmaschine der anderen Art konnte man auch begutachten. Ein Scania mit einem V8 Diesel und Airbrushlackierung war einer der Zuschauermagneten.

Abstand halten! Unmissverständliches Schild an einem Kramer.

Sonntag, 19.9., 8.00 Uhr. Schon wieder der blöde Wecker. Der letzte Tag der WM. Heute wollen die Traktoren noch eine Ausfahrt machen. Dazu trafen sich in Bruck noch so um die 200 Teilnehmer. Um 10.30 Uhr starteten sie zur großen Abschlussfahrt nach Kaprun. Zum gemütlichen Ausklang fanden sich auf einem Parkplatz noch ein großer Teil der Traktoren. Hier wurde noch mal ausgiebig gefachsimpelt, sich verabschiedet, sowie ein- und verladen.
Alles in allem war es ein sehr gelungenes Wochenende und ich kann es jedem von euch nur empfehlen, eine Reise zur Traktor-WM zu machen! Für weitere Infos klickt HIER !
Fragen, Kritik und Anmerkungen sind natürlich erwünscht!
Viele Grüße
Sebastian
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IHC824S in youtube:
www.youtube.com/user/IHC824S
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wir – das sind mein Vater und ich – waren vom 17.9. bis zum 19.9.2010 bei der Traktor-WM am Großglockner in Österreich. Hier möchte ich euch jetzt einen kleinen Einblick in unsere Erlebnisse geben und ein kleines Bildertagebuch verfassen.
Freitag, 17.9., 13.00 Uhr: Endlich geht es los, rein ins Auto und ab in Richtung Austria. Nach gut 100 Km fahrt bei strömendem Regen kommen wir so gegen 15.00 Uhr in Fusch an der Großglocknerstraße an. Es regnet immer noch, der Wind pfeift und es hat ca. 10 °C (aber die Frisur sitzt
Als erstes stach mir dieser Schlüter ins Auge, der offenbar den alten Hanomag WD Radschleppern nachempfunden wurde, was an dem Verdeck und den Scheinwerfern zu erkennen ist. Aber sein Sound war nicht schlecht.
Als nächstes bemerkte ich zwei (fast) identische Fordson Super Dextra, die sich nur an den Kotflügeln und dem Auspuff unterschieden.
Ein paar Meter weiter stand ein rotes Ungetüm. Nicht wie manche jetzt denken werden ein Schlüter oder Case – nein, es war ein Fahr D 800 aus argentinischer Produktion. Er wird von einem 6 Zylinder Deutz Motor angetrieben und leistet 110 PS, was für einen Schlepper mit dem Baujahr 1968 bemerkenswert ist!
Gleich daneben war ein Fahr D 540A zu sehen, der ebenfalls aus argentinischer Produktion stammt. Beide wurden von ihren Besitzern in vielen Arbeitsstunden bis auf das kleinste Detail restauriert und auf können auf verschiedenen Oldtimertreffen angesehen werden.
Weiter auf dem Rundgang „stolperte“ ich über einen David Brown 880, den die holländischen Traktorfreunde „De Lange Slaag“ aus Zederic mit nach Österreich brachten.
Die Niederländer haben – wie jedes Jahr – wieder einige Raritäten mit an den Großglockner gebracht. Darunter waren auch ein französischer Glühkopftraktor der Marke „Vierzon“, ein Field Marshall Series 3 aus England und ein Meili aus der Schweiz.
Nun aber weiter auf der Platzrunde: Der nächste Traktor fiel mit seiner Lackierung besonders auf. Es war ein Allgaier Verdampfer, der in den Farben rot, gold und schwarz lackiert wurde.
Viele Oldtimerfreunde traten ihre Reise nach Österreich auch auf der eigenen Achse an. Da sie oft mehrere Tage unterwegs sind, bis sie ihr Ziel erreichen, brauchen sie auch eine geeignete Schlafmöglichkeit, die einige Traktorfahrer aus Niederbayern vorbildlich in die Tat umsetzten. Der Anhänger ist in 2 Abteile unterteilt und bietet so viel Platz wie ein Hotelzimmer. Der Schlüter als Zugfahrzeug verstärkt dieses imposante Bild noch mehr. Es fehlt eigentlich nur noch ein Schild „Long Vehicle“
Zum Abschluss gab es noch einen perfekt restaurierten IHC 453 zu sehen.
Samstag, 18.9., 6.00 Uhr: Der Wecker klingelt – d.h. die Nacht ist zu Ende. Frühstücken und „Ab die Post“, da um 7.00 Uhr die Traktoren geschlossen zur Mautstation am Fuße des Großglockners fuhren. Pünktlich um 7.30 Uhr fiel dann der Startschuss zur Weltmeisterschaftswertung! Innerhalb der nächsten knapp drei Stunden fuhren (fast) alle 650 Traktoren auf den Großglockner mit dem selben Ziel: Das Fuschertörl auf 2400 Höhenmetern. Wie in den letzten Jahren auch schon, sind uns auch dieses mal einigen Traktoren aufgefallen, die wohl beim Anblick des Berges die Hosen... äh, natürlich die Ölwanne voll hatten.
Die italienischen Traktoristen hatten auch einige Schätze dabei, wie einen Fiat Benzintraktor von 1936 oder einen Eigenbau-Geräteträger, der den Großglockner in einen schwarzen Nebel aus Abgasen hüllte. Zum Glück hat Greenpiece noch nie etwas von der Traktor-WM gehört.
Ein echtes „Goldstück“ kam ziemlich zum Schluss der 650 Teilnehmer: Ein IHC 644 mit goldener Lackierung ist auch ein Stammgast bei der Traktor WM!
Der gefiederte Kollege blieb von dem Spektakel unbeeindruckt.
Am Nachmittag wurde in Bruck an der Glocknerstraße das „Stiegel-WM-Areal“ eröffnet, wo nach und nach viele der Teilnehmer eintrafen. Hier gab es Unterhaltung, wie man sie sich wünscht: Geschicklichkeitsfahren, Teilemarkt, Musik, Bierzelt und für die kleineren Besucher war eine Hüpfburg aufgebaut. Des weiteren konnte man einen Helikopter-Rundflug über das ganze Geschehen machen. Der Platz auf der relativ kleinen Wiese war schnell aufgebraucht, sodass sich die Traktoren eng zusammenstellen mussten, wie hier 2 D-Serien IHC‘s demonstrieren.
Eine Zugmaschine der anderen Art konnte man auch begutachten. Ein Scania mit einem V8 Diesel und Airbrushlackierung war einer der Zuschauermagneten.
Abstand halten! Unmissverständliches Schild an einem Kramer.
Sonntag, 19.9., 8.00 Uhr. Schon wieder der blöde Wecker. Der letzte Tag der WM. Heute wollen die Traktoren noch eine Ausfahrt machen. Dazu trafen sich in Bruck noch so um die 200 Teilnehmer. Um 10.30 Uhr starteten sie zur großen Abschlussfahrt nach Kaprun. Zum gemütlichen Ausklang fanden sich auf einem Parkplatz noch ein großer Teil der Traktoren. Hier wurde noch mal ausgiebig gefachsimpelt, sich verabschiedet, sowie ein- und verladen.
Alles in allem war es ein sehr gelungenes Wochenende und ich kann es jedem von euch nur empfehlen, eine Reise zur Traktor-WM zu machen! Für weitere Infos klickt HIER !
Fragen, Kritik und Anmerkungen sind natürlich erwünscht!
Viele Grüße
Sebastian
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