CASE IH 633A

vw333

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28 Februar 2007
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93413 Cham
Hallo,

ich komme aus Cham in der Oberpfalz, ich besitze 2 ha Wald und aus diesem Grund wollte ich mir einen neuen gebrauchten Traktor zulegen, wir nutzen seit ca 25 Jahren einen fendt GT 225´, er reicht normal auch vollkommen aus, aber ab und zu kommst du an seine Grenzen und daher wollte ich mir diesen CASE IH 633A zulegen. Nun meine Frage auf was muss man aufschauen und gibt es bekannte Probleme mit diesem Modell ?????

hier der Link, sein letztes wort wären 12500 euro und ich hab ihn mir auch schon angesehen und bin damit Probegefahren, ich konnte nichts außergewöhnliches feststellen außer das das rechte hinterrad ab und zu blockiert wenn man rückwärts fährt, aber ich denke das verkantet sich ein bremsbelag, da wenn man vorwärts fährt es sich wieder selber löst. und er hat anscheinend hinten zusatzhudraulikzylinder montiert, soll ich mich jetzt freuen oder soll ich da vorsichtig sein, nicht das er zu sehr ran genommen wurde.

bitte um ehrliche ratschläge

 

http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/verkaufe-case-633-s3-allrad/248912488-276-5936?ref=search
 
Hallo! Wir haben seit 1977 einen 633 A mit mehr als 10.000 Betriebsstunden. Ich kenne jemanden der hat einen mit 18.000 Stunden. An den Dingern ist nicht viel dran was wirklich Probleme macht. Der Dreizylinder ist robust und kernig. Meiner hat leider nur ein  8+ 4 Getriebe mit 25 Km/h, das nervt. Die Gruppenschaltung ist nicht synchronisiert. Die Maschine hat nur die nötigste Elektrik. Ich denke der Preis ist in Ordnung. Wenn es meiner wäre und ich wollte ihn verkaufen dann hätte ich noch mal ein wenig Farbe verteilt, die Armaturen abgewischt und das Zugmaul und den Oberlenker ordentlicher präsentiert. Die Dinger sind gesucht, vor allem mit Frontlader Kabine und Allrad- da würde ich nicht lange warten und mal eine Probefahrt machen!
 
....ja, kommt mir auch etwas lieblos u. ungepflegt seitens des Vorbesitzers vor!? Ein festes FM-Verdeck wäre mir pers. lieber, als diese Kabine...

12500.- ist natürlich auch erstmal ´ne Ansage, die reiflich zu überlegen gil ...

gruß

Gaggenau / Neuss / Freising
 
Hallo vw333,

ich hab in den vergangenen ca. 10 Jahren zwei IHC 633 selber gekauft und bei einem den mein Bruder kaufte war ich mit dabei, ich bin selber gelernter Landmaschinenmechaniker allerdings schon über zwanzig Jahre nicht mehr in diesem Beruf tätig und schreibe Dir hier mal was ich bei diesen drei Schleppern so alles erlebte.

Der erste war ein IHC 633 Hinterradschlepper mit einer Fritzmeier Kabine  und Frothydraulik und Zapfwelle, er hatte zwei ew Zusatzsteuergeräte. Preis 8500,- € Bj. weiß ich nicht mehr genau aber so Anfang der 80 iger Jahre. Den Schlepper kaufte ich von einem CASE IH Händler in ca. 50 bis 60 Km Entfernung. Bei der Besichtigung fiel gleich eine undichte Steckachse hinten links auf, ich habe die Vorderachse aufgebockt und ausgeschlagene Achsschenkelbuchsen festgestellt. Mit dem Verkäufer habe ich die Reparatur dieser Mängel und noch ein paar Kleinigkeiten vereinbart der Preis war dann auch nicht mehr verhandelbar auch nicht mit dem Chef selber. Als der Schlepper fertig war habe ich ihn selber per Achse abgeholt. Als ich ihn dann bei mir in einem kleinen Grünlandbetrieb im Einsatz hatte ist mir sehr schnell ein hoher Motoröl Verbrauch aufgefallen. Ich habe dies bei der Firma reklamiert und wollte, dass die Ventilschaftabdichtungen noch kostenlos ersetzt werden, letztendlich teilten wir uns die Kosten. Der Ölverbrauch war dann zwar etwas besser für meine Begriffe noch nicht ganz gut. Beim Einsatz zeigte sich auch eine nicht ganz zufriedenstellende Leistung (ich bin von meinem 353 mit überholtem Motor verwöhnt der zieht wie ein Bulle und gibt nicht auf) mir war klar irgendwann werde ich wohl auch Kolben und Buchsen erneuern und den Kopf überholen lassen. Für besseres Startverhalten im Winter lies ich eine Calix Motorvorwärmung einbauen. Nach ca. einem halben Jahr im Einsatz war dann die Steckachse rechts auch undicht die ich dann selber abgedichtet habe, ärgerlich war, dass man das  damals  eigentlich gleich mit der linken Seite machen hätte können wenn der Hydraulikblock schon abgenommen war. In diesem Zug habe ich auch gleich die Bremsen repariert (neue Beläge). Nach dem ich meine Landwirtschft aufgegeben habe wurde der Schlepper wieder verkauft ich bekam noch 6500.-€. Wie ich weiß läuft er heute noch der Motor wurde auch noch nicht gemacht.

Der zweite Schlepper war der IHC 633A den mein Bruder bei einem Händler kaufte in ca. 40 Km Entfernung mit Frontlader mit  einer nachgerüsteten HG und Kreuzhebelsteuerung und Euroaufnahme. Der Schlepper ist ca. Bj Ende der 70iger Jahr Anfang 80iger und hatte meine ich um die 10000 Stunden auf der Uhr. Die vorderen Reifen waren OK die hintern Reifen sehr stark rissig. Ich habe den Schlepper per Achse überführt. Bei der Abholung waren noch einige Kleinigkeiten vorallem in der Elektrik gemacht worden jedoch hatte der Händler keinen passenden Scheibenwischermotor, den er dann aber noch nachschickte, bei der Überführung geriet ich dann ohne Scheibenwischer in einen heftigen Gewitterregen. Nach ca 2-3 Wochen im Betrieb lies sich der Schlepper nicht mehr starten. Ich habe alles versucht von entlüften bis zum Einbau eines schnell laufenden Starter kein Erfolg. Ich prüfte die Komprssion dann war alles klar 8-12 Bar der kann nicht mehr laufen. Ich weis nicht was der Händler machte um Ihn noch vom Hof zu bekommen, man konnte mit ihm einen Preisnachlass aushandeln obwohl er ihn eigentlich zuerst selber reparieren wollte oder wenigsten die Teile kostenlos liefern, was wir aber nicht wollten, denn er hätte es wohl nur mit billigsten Teilen gemacht. Denn der Schlepper läuft auf einem aktiven landw. Betrieb und muß täglich ran. Des weiteren musste bald die Hydraulikpumpe erneuert werden weil sie bei kaltem Wetter Luft zog und das Öl schäumte. Die Hinterreifen waren auch schnell kaputt ein Riß brach auf. Es wurden im laufe der Zeit noch einige Sachen rep. Der Schlepper läuft jetzt prima und es macht Spass mi Ihm zu fahren.

Der dritte Schlepper war ebenfalls ein IHC 633 A Bj 79 mit 5500 Std auf dem Traktormeter den ich für Hobbyzwecke  von einem Landwirt für 10500.-€ kaufte (er wollte erst 11500.- €), er hat FH, FZW, und FL und ist mit einem Fritzmeierverdeck ausgerüstet. Er hat laut Fahrzeugbrief zwei Vorbesitzer und ist nur hier bei uns in der Grünlandregion gelaufen. Bei der Fahrt zur Besichtigung habe ich mir vorgenommen die Kardanwelle genau zu prüfen was ich dann aber vergessen habe. Ich habe den Schlepper Probegefahren er ging soweit gut die Öldruckkontrolle leuchtete und der Tracktormeter ging nicht. Ich kaufte den Schlepper erst ein paar Wochen später. Es war Gottseidank nur der Öldruckschalter defekt. Als ich in ca. 30 Km per Achse nach Hause holte überprüfte ich leider erst zu Hause die Kardanwelle, ich stellte vorn an der Eingangswelle zum Diff. erhebliches Spiel fest. Bei genauer Prüfung der Allradachse stellte ich fest, daß in den Planetengetrieben und im Diff überhaupt kein Öl mehr war, daher war sie auch so schön dicht. Die Rep. kostete mich rund 1000.- €. Ebenfalls erst später stellte ich fest, dass die Lenksäule über dem Orbitol gebrochen ist, konnte ich aber ausbauen und schweißen. Bei kalten Temperaturen zog die Hydraulikpumpe dann auch Luft und das Öl schäumte also musste auch bei diesem Schlepper die Hydraulikpumpe erneuert werden es war aber vermutlich noch die erste. Der Motor startet bei kühlerem Wetter auch schon etwas zäh, es wurde etwas besser nach dem Wechsel der Kraftstofffilter und Ventile einstellen, da sich der Anlasser sehr träge drehte baute ich einen neuen ein aber ohne höhere Drehzahl. Der Schlepper war bei der Besichtigung und am Abholtag vom Besitzer immer schon von der Halle auf den Hof gefahren, das heißt er ist wenn auch nur kurz schon mal gestaret worden bevor ich kam. Als ich ihn dann bei mir zu Hause nach längerer Standzeit startete merkte ich daß, das starten schon etwas zäh geht, sobald er mal einige Minuten gelaufen ist startet er gut. Auch an diesem Schlepper baute ich die Calix Motorvorwärmung ein, so daß er im Winter zum Schneeräumen besser startet. Für meine Zwecke reicht es so aus, wenn ich mal Lust und Zeit habe werde ich ihm eine Motorreparatur spendieren. Denn wenn der Motor gut gemacht wurde macht diese Maschine richtig Freude. Hier gibts noch Bilder von meinem 633 A:

Lenksäule 633 gebrochen

Frontladerumbau auf hydraulische Gerätebetätigung mit mechanischer Parallelführung

So ich wollte Dir nicht den Appetitt auf diesen Schlepper verderben. Aber bei 30-40 Jahre alten Maschinen kommt halt das eine oder ander trotz mehr oder weniger genauer Besichtigung und Probefahrt. Ich würde jederzeit wieder einen kaufen denn es sind echt super Maschinen. Nur muss man hald die eine oder andere kleinere oder ev. auch grössere Rep. auch einplanen. Es gibt hald Dinge die man auch als Fachmann nicht sieht und auch villeicht der Vorbesitzer nicht wußte. Und beim Gebrauchtkauf gibts auch Dinge die verschwiegen werden, auch das muß man einkalkulieren.

Grüße aus dem Allgäu Eugen
 
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