Hallo steudte,
Hat keine Leistung ist immer eine sehr subjektive Aussage und hängt auch immer von den Erwartungen des Benutzers ab. Wenn du den Traktor über Jahre gefahren hättest und es wäre schleichend zu einem Leistungsverlust gekommen, dann wäre es dir als Benutzer wahrscheinlich garnicht aufgefallen. Als Vergleich ist es vielleicht nicht schlecht, mal einen anderen gut gehenden 217er zu fahren. Dann weist du, was deiner können muss. Die beste Möglichkeit um die tatsächliche Leistung zu bestimmen ist die Kontrolle mit der Motorbremse. Das können viele Traktorwerkstätten. Leider lassen die es sich auch gut bezahlen. Aber nur so sieht man, wo man steht.
Die 22Bar Kompression sind für einen Vorkammermotor, wie dein 217 nach meinem Wissen einen hat, vollkommen In Ordnung
Die Tips zur Kraftstoffanlage und dem Luftfilter sind natürlich die richtige Rangehensweise. Sie kosten wenig und dienen dazu eine schlechte Wartung auszuschließen. So sollte es eigentlich immer sein und ich bin froh darüber, dass andere Forenteilnehmer einen da auch gerne dran erinnern, bevor der Teufel an die Wand gemalt wird.
Wenn das aber nichts hilft, dann lohnt doch vielleicht ein Blick in das Werkstatthandbuch(WHB), das normalerweise neben allen Einstellwerten auch die passenden Möglichkeiten parat hat, um Fehler einzugrenzen. Dazu musst du wahrscheinlich Umständen auch deine Neuerwerbung beobachten um die Zeichen des Motors zu deuten. Qualmt er stark bei Belastung oder im Leerlauf, läuft er hart?
Weil dein Motor ja regeneriert wurde, kann es auch sein, dass der Einspritzzeitpunkt angepasst wurde, damit er besser anspringt oder weicher läuft. Ein paar Grad machen da schon viel aus und beeinflussen auch die Leistung des Motors beachtlich. Aber eigentlich sollte das nach einer Instandsetzung wieder passen.
Die andere Möglichkeit hat dir der Vorbesitzer ja schon nahegelegt: Überprüfe die Düsen. Dazu musst du die Düsenstöcke ausbauen und die Düsen abdrücken. Den Einspritzdruck entnimmst du wieder dem WHB. Es muss ein schnarrendes Geräusch beim während des Spritzvorgangs entstehen. Weiterhin muss der Strahl fein zerstäuben und mit dem Unterschreiten des Drucks auch schlagartig aufhören. Tropft die Düse nach, kann sie eingelaufen sein und muss ausgetauscht und neu eingestellt werden. Wie das geht, steht im WHB.
Wenn du dann die Kraftstoffversorgung überprüft hast und auch die Düsen in Ordnung sind, bleibt nur noch die Einspritzpumpe übrig. Dafür musst du zum Einspritzpumpendienst. Dort wird der Verschleißzustand der Bestandteile wie zum Beispiel Plungen, Ventile und Regler überprüft und diese bei Bedarf ersetzt oder nachgestellt, die Fördermenge kontolliert und nachreguliert. Dafür sind dann auch die dazugehörigen Einspritzdüsenstöcke deines Traktors notwendig, weswegen du dich nach der Kontrolle der Düsen mit einem Einspritzpumpendienst in Verbindung setzen solltest, bevor du sie wieder einbaust.
Aber vielleicht solltest du dir für die ganzen anstehenden Arbeiten auch mal einen Preis einholen und überlegen, ob du deinen Neuerwerb nicht zurückbringst und mit den gesparten Reparaturkosten gleich einen besseren kaufst. Aber die Entscheidung wird ja vielleicht hinfällig, wenn es doch nur an der Kraftstoffleitung lag.
Mit freundlichem Gruß