D430, ein Zylinder läuft "schneller"

bohrmeister

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Guten Morgen, frohe Ostern!

Nachdem mein D430 nun wieder läuft fällt auf, dass der erste Zylinder schneller laufen will als die anderen. Das äußert sich in unrundem Motorlauf, klingt fast wie ein Einzylinder Motor.

Wenn ich die Einspritzleitung an Zylinder 1 löse, läuft der Motor deutlich langsamer aber trotz des fehlenden Zylinders ziemlich "rund" auf den anderen Zylindern weiter

Wenn ich die Leitungen der anderen Zylinder einzeln löse, fällt das kaum auf!

Wenn ich die Einspritzleitungen bei laufendem Motor anfasse "tickert" die des ersten Zylinders am stärksten.

Am Auslassröhrenwerk wird der Auslass des ersten Zylinders immer am schnellsten heiß.

Austausch der Einspritzdüsen unter den Zylindern bringt keine Änderung.

Ich nehme daher an, dass der erste Zylinder mehr "Gas" bekommt als die anderen. Bei geöffnetem Seitendeckel der ESP scheint das Zahnsegment des 1. Pumpenkolbens eine etwas andere Stellung zu haben als die drei anderen. Wenn ich die Einspritztechnik richtig verstanden habe, müsste durch  Verdrehen des Zahnsegmentes die Einspritzmenge eingestellt werden.

Ist es sinnvoll hier mal ein kleines Bisschen zu stellen bis der Motor harmonisch läuft, also dem 1.  Zylinder etwas weniger eingespritzt wird oder ist das eine Sache für den Bosch-Dienst?

Liege ich mit meiner Annahme vielleicht völlig falsch?

Grüße, Lutz
 
Hallo Lutz,

die Zahnsegmente der Pumpenelemente sind formschlüssig mit der Regelstange verbunden bzw. werden von Dieser betätigt. Ich kann mir nicht vorstellen wie eine andere Position aussehen kann. Es müßte schon übersprungen sein oder falsch montiert worden sein. Übrigends müßtest du beim Abstellen des Motors feststellen, dass ein Zylinder weiterlaufen will.

Ansonsten hast du das Prinzip verstanden.

Konkret schlage ich dir folgende Vorgehensweise vor:

1. Boschdienst

2. falls du es selbst machen willst, EP ausbauen und die Fördermengen der einzelnen Pumpenelemente vergleichen, indem du die Einspritzleitungen z.B. in je ein eigenes Reagenzglas fördern läßt. Das müßte als erster Indikator reichen. Solltest du unterschiedliche Mengen feststellen, lassen sich die Fördermengen abgleichen.

Vielleicht siehst du wie es gemacht werden muß, wenn du es einstellst muß der letzte Test unter Druck durchgeführt werden. Dazu die Einspritzdüsen anbauen und die eingespritzten Mengen vergleichen. Hiermit wird getestet wie viel Diesel tatsächlich im Brennraum ankommt.

Solltest du die Pumpe nicht ausbauen wollen, bitte nicht den Anlasser verbraten! es gibt hier wirkungsvolle Alternativen wie so ein Test bei eingebauter Pumpe durchgeführt werden kann, möchte aber keinen Aufschrei provozieren und formuliere das nicht öffentlich.

Gruß

Gerhard
 
Würde auch als aller erstes auf die Fördermenge des erstan Pumpensegmentes tippen. 
 
hydraulik:

Hallo Lutz,

die Zahnsegmente der Pumpenelemente sind formschlüssig mit der Regelstange verbunden bzw. werden von Dieser betätigt. Ich kann mir nicht vorstellen wie eine andere Position aussehen kann. Es müßte schon übersprungen sein oder falsch montiert worden sein. Übrigends müßtest du beim Abstellen des Motors feststellen, dass ein Zylinder weiterlaufen will.

Ansonsten hast du das Prinzip verstanden.

Konkret schlage ich dir folgende Vorgehensweise vor:

1. Boschdienst

2. falls du es selbst machen willst, EP ausbauen und die Fördermengen der einzelnen Pumpenelemente vergleichen, indem du die Einspritzleitungen z.B. in je ein eigenes Reagenzglas fördern läßt. Das müßte als erster Indikator reichen. Solltest du unterschiedliche Mengen feststellen, lassen sich die Fördermengen abgleichen.

Vielleicht siehst du wie es gemacht werden muß, wenn du es einstellst muß der letzte Test unter Druck durchgeführt werden. Dazu die Einspritzdüsen anbauen und die eingespritzten Mengen vergleichen. Hiermit wird getestet wie viel Diesel tatsächlich im Brennraum ankommt.

Solltest du die Pumpe nicht ausbauen wollen, bitte nicht den Anlasser verbraten! es gibt hier wirkungsvolle Alternativen wie so ein Test bei eingebauter Pumpe durchgeführt werden kann, möchte aber keinen Aufschrei provozieren und formuliere das nicht öffentlich.

Gruß

Gerhard
Mich würds interessieren, wie du die Fördermenge im eingebauten Zustand prüfst. Schreib mir doch mal ne PN. Der schwierigste Faktor ist hier die Zeit, die man für den Prüflauf und - am wichtigsten-  die Vollastmenge nimmt.....
 
Hallo oc,

im Kern hast du recht, allerdings ist das in diesem Fall nicht sooo schwierig.

Beim Einstellen einer Pumpe muß der Vollastanschlag, die Drehzahl, die Anzahl der Umdrehungen (also Drehzahl x Zeit) und der Einspritzdruck definiert sein. Das ist erforderlich, da hier eine absolute Messung durchgeführt wird.

Das Problem von Lutz ist, dass es nicht sicher ist ob die Menge der Pumpenelemente untereinander annähernd identisch ist. Dies ist eine relative Messung.

Hier stimmen die o.g. Parameter nicht, z.B. ist die Startmenge bei niedrigen Drehzahlen aktiv, die ist größer als die Vollastmenge.

Trotzdem wird hier am unterschiedlich schnell steigenden Dieselpegel der Reagenzgläser recht schnell erkannt, ob 3 Zylinder vergleichbar sind und nur der erste aus der Reihe tanzt.

Gruß

Gerhard
 
Vielen Dank für die konstruktiven  Antworten!

Also müsste ich erstmal die Einspritzleitungen abschrauben und dann immer mit der gleichen Leitung in ein Messgefäß fördern lassen.

Durchdrehen können müsste man den Motor ja auch mit einer starken Bohrmaschine oÄ.-natürlich ohne Kompression- . Entsprechenden Ansatz mit Sechskant habe ich schon mal gebaut.

Die Zahnsegmente haben ja eine Schlitzschraube, mit der sie auf dem Pumpenkolben fesrgeklemmt sind. Wenn die gelöst ist, müsste man den Kolben gegenüber dem Zahnsegment/der Regelstange verdrehen können.

Zum Überspringen der Zahnsegmente: beim ersten Zylinder klemmte mal der Pumpenkolben in oberster Stellung fest. Das passierte als der Motor wegen eines vermutlich schwergängigen Reglers (wohl festgegammelt) "durchdrehte" und sich nur durch Zuhalten des Ansaugs stoppen lies. Ist es denkbar, dass dabei das Zahnsegment sich auf der Regelstange verstellt hat, also einen Zahn übersprungen hat? Oder ist das technisch nicht möglich?

Grüße, Lutz
 
bohrmeister:

Zum Überspringen der Zahnsegmente: beim ersten Zylinder klemmte mal der Pumpenkolben in oberster Stellung fest. Das passierte als der Motor wegen eines vermutlich schwergängigen Reglers (wohl festgegammelt) "durchdrehte" und sich nur durch Zuhalten des Ansaugs stoppen lies. Ist es denkbar, dass dabei das Zahnsegment sich auf der Regelstange verstellt hat, also einen Zahn übersprungen hat? Oder ist das technisch nicht möglich?

Grüße, Lutz

Dann brauchst schon nicht mehr weiter suchen, genau hier liegt die Ursache! Bring die Pumpe zu Bosch die sollen sie dir einstellen
 
@523er, @all

Also, ich habe mir die ESP mochmal genau angesehen. Ich glaube es ist technisch nicht möglich, dass ein Zahnsegment auf der Regelstange überspringt. Die Zahnsegmente wandern ja nicht mit dem Kolben nach oben.

Die Einstellung der Fördermenge müsste vorgenommen werden indem die Klemmschraube des Zahnsegmentes gelöst wird. Darunter liegt eine Scheibe mit radialen Löchern. Die dient vermutlich dazu den Kolben gegenüber dem Zahnsegment zu verdrehen, sodass die Steuernuten des Kolbens früher oder später den Einspritzvorgang beenden. Dann Klemmschraube wieder zu und fertig.

Hab ich das Vorgehen richtig verstanden?

Grüße
 
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