D439 Problem bei Motorüberholung

giersdorfer

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93309 Kelheim
Servus zusammen,

bevor ich mein Schlepper-Problem schildere, möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin der Michi, bin 25 Jahre alt und komme aus dem Raum Kelheim/Niederbayern. Ich bin gelernter Maurer, verfüge über ein durchschnittliches technisches Verständnis und schraube nebenbei gern an alten Maschinen rum, so wie die meisten hier. Ich habe mich hier angemeldet, weil ich seit längerer Zeit aufmerksam im Forum mitlese und weiß, dass hier sehr kompetente Leute unterwegs sind, die mir vielleicht mit ihrer Erfahrung weiterhelfen können und mögen.

Zu meinem Problem: Vor drei Jahren bin ich wie die Jungfrau zum Kinde an einen McCormick D439 gelangt. Der hatte laut Traktormeter ca. 12.000 Bst drauf und auch dementsprechend aus der Kurbelgehäuseentlüftung rausgeblasen. Darüber hinaus war die Kupplung am Ende. Außerdem hatte er diverse und oftmals geschilderte Öllecks, zum Beispiel an der hinteren Kurbelwellendichtung, an der Handbremswelle etc. und war dadurch recht kostengünstig zu haben.

Die Reparatur war eigentlich nicht weiter problematisch und die Mühle läuft meiner Meinung nach gut. Die Öllecks sind abgedichtet, neue Kupplung drin, neue Kolben, Büchsen, Pleuellager, also eigentlich alles erneuert, was bei 12.000 Bst an der Verschleißgrenze angelangt ist. Das konnte ich selber machen. Außerdem habe ich durch einen Motorenschleifer den Zylinderkopf komplett überholen und zwischenzeitlich auch den Motorblock planschleifen lassen (inkl. Büchsensitze nachfräsen und Kolben kürzen). Der Kübel hat gute Kompression, springt brav an - und haut beim Start bzw. kurz danach jedes Mal einen Schluck Wasser aus dem Auspuff raus!

Nach längerer Suche habe ich festgestellt, dass das Wasser an dem Stehbolzen zwischen Zylinder 3 und 4 (in Fahrtrichtung links) tropfenweise nach oben steigt, in die Ventilkammer läuft und schließlich im Brennraum landet. Allerdings nur, wenn der Motor läuft. Es wurde ja schon oft geschildert, dass der 439er bzw. die ganze D-Serie relativ schwierig dicht zu bekommen ist, aber mir gehen langsam die Ideen aus, an was es liegen soll. Der Kopf und der Block haben keine Risse, zumindest keine sichtbaren. Der Büchsenüberstand ist zwar schwer zu messen, liegt aber bei allen vier zwischen 0,08 und 0,20 mm. Im Kühlwasserbehälter sind keine Luftblasen, die drauf hindeuten, dass der Motor ins Kühlwasser bläst. Ich hab den Motor insgesamt drei Mal auseinander und wieder zusammen gebaut (mit jeweils neuer Kopfdichtung) und krieg ihn trotz dem zwischenzeitlichen Blockschleifen nicht dicht, obwohl er‘s doch vorher auch war.

Vielleicht hat jemand eine Idee, wie das Kühlwasser über den Stehbolzen raufkommt und was man noch tun kann. Vielen Dank schon mal und Grüße aus Niederbayern!

Michi 
 
Hallo Michael, bei diesem Problem hab ich Folgendes gemacht. Stehbolzen für den Zylinderkopf raus. Mit passendem 90° Senker die Sacklöcher der Stehbolzen ansenken. Wenn Du eine Brustleier hast, dann nimm diese, bei Handbohrmaschine besteht die Gefahr, dass schnell zu viel weg ist. Passenden O-Ring bei Montage unter der Kopfdichtung in der angesenkte Vertiefung mit montieren. Größe des O-Ringes kenn ich leider nicht mehr, ist schließlich schon einige Jährchen her. Musst Du Dir aus einem Sortiment aussuchen.

Grüße, Dieter der "Linksdreher".
 
Hallo

Der wird wohl einen feinen Riss vom Stehbolzen zum Zylinder haben den  man fast nicht sieht und beim anziehen des Zylinderkopfes sich weitet ( Zehntelbereich ). Dadurch kann Wasser vom Ventilbereich in die Brennkammer gelangen. 

Das ist natürlich schwierig und ich würde den Kopf abbauen, betreffende Stehbolzen heraus schrauben und das Gewinde im Block reinigen entweder mit einen passenden Gewindeschneider oder man nimmt eine Schraube/Stehbolzen und schleift hier eine Spiralförmige Nut hinein. Das Gewinde mit Bremsenreiniger und Druckluft absolut sauber reinigen.

Stehbolzen mit Schraubensicherung hochfest einsetzen dabei die Bohlung ordenlich einstreichen so das alle Gewindegänge benetzt sind. Zylinderkopf und Block mit Bremsenreiniger

fettfrei reinigen, neue Kopfdichtung ( Markenware ) beidseitig mit Silikondichtmittel ( Berner ) bestreichen und leicht antrocken lassen. Kopf wie gewohnt auf setzen in drei schritten mit 120 Nm anziehen, warm laufen lassen und nochmal nachziehen.

MfG

Alwin
 
Vielen Dank für die beiden Ratschläge, ich werd‘s versuchen und nachberichten. Mal ganz grundsätzlich, welchen Grund hat es denn eigentlich, dass diese D-Serien-Motoren derart anfällig für Undichtigkeiten sind? Hatte ziemlich die gleiche Reparatur bei einem John Deere 2030S gemacht, der wurde allerdings auf‘s erste Mal dicht, ohne dass Kopf oder Block plangeschliffen wurden.. Liegt‘s vielleicht daran, dass der DD-148 so groß ausgebohrt wurde und kaum mehr Dichtfläche bleibt?

Viele Grüße,

Michi
 
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