Nachtrag zum Thema Oldtimer Pflügen,
da es dieses Jahr ordentlichen Herbstniederschlag gibt und mein schwerer Tonboden ein tiefes Pflügen dringend nötig hat, hab ich mal wieder an die "Königsklasse" gewagt. Zum einen soll mal ein ordentlicher Acker-"Bau" und kein Betong im Frühjahr ereicht werden, des weiteren nimmt die letzten 2 Jahre die Ackerwinde überhand. -Dazu kurz Vorweg, es kam am Ende ordentlich "Windenwerk" zum Vorschein und zwar nicht nur die dünnen hellen sondern auch die Tiefen dunklen Wurzeln, mal schauen was es gebracht hat.
Aber wieder zum Anfang. Nachdem ich also mal wieder alle Grundlagen zum Thema Beetpflug mit gekröpfter Welle (Bild 1) eingehend studiert hatte, konnte ich noch untererwartet auf die Unterstützung von 2 Veteranen bauen, davon einer mein Großvater mit viel Erfahrung und klugen Sprüchen. Also meinen Eberhardt Bär angebaut und nach insgesamt rund 2000m², dabei alle 2m angehalten und entweder was verstellt oder zumindest darüber laut diskutiert

, sah das Ergebnis doch eher... nach "grubbern" aus... (Bild 2 und 3).
Also wieder paar Tage Regen abgewartet und bei schönem Wetter nochmal alles mit der guten Fahr Spatenegge wieder eingeebnet (Bild 4).
Nach rund 2 Wochen Regen ergab sich dann die Gelegenheit für einen zweiten Anlauf, allerdings erst spät am Tag bei völliger Dunkelheit. Gut das ich neben dem originalen Arbeitsscheinwerfer auch nen zusätzlich montierbaren 22W LED Zusatzscheinwerfer mit Magnetfuss mein Eigen nennen kann. Also wieder ran ans Werk nur diesmal ohne Unterstützung. Dafür aber dem Tipp folgend es mal, wider besseren Wissens und den Bedenken von abgerissenen Bolzen, mit den Seitenstreben zu versuchen. Mit gleichen Enstellungen, wo vorher der Pflug wenigstens halbwegs gerade und selbstführend in der Furche blieb, ging nun gar nix mehr. Nach einer Strecke von rund 50m, dabei wieder alle 2m anhalten und Eistellungen ändern, klappte plötzlich das Anfurchen halbwegs gut. Spätestens in der 3. Furche lief der Pflug plötzlich und das bei rund 20cm Tiefe und vergleichsweise wenig Druck auf der linken Seitenstrebe. Die gekröpfte Welle musste dazu allerdings fast an den Anschlag wobei der dadurch erzielte Zugpunkt nicht optimal war, der Schlepper hatte ein stark schwankendes aber insgesamt mäßiges Verlangen nach gepflügtem Land. Das Tastrad am Pflug verhielt sich so wie es sein sollte mit nur geringem Anpressdruck. Korrekturen des Einzugs bzw. des Tiefgangs konnte ich leicht mit der Spindel am rechten Lenker während der Fahrt bei Bedarf nachregeln. Das Ergebnis des zweiten Versuchs war zumindest annehmbar bis zufriedenstellend (Bild 4 und 5). Kritik erwünscht!
Resümee: Ohne Seitenstreben stellt sich der Pflug nach kurzer Fahrt quer zu ungepflügtem Land, schneidet also tiefer als er soll und bleibt nicht in der Furche, dies lässt sich bei meiner Kombination auch nicht mit der gekröpften Welle einstellen bzw. findet sich keine Einstellung bei der der Pflug stabil läuft und nicht anfängt zu pendeln. Mit Seitestreben zeigt sich ein ähnliches Bild da die Seitenstrebe nur alle paar Meter Druck bekommt, wobei die Spindel hier zum Tragen kommt. Bekam die linke Seitenstrebe Druck reichten 2-3 Umdrehungen um den Druck wieder rauszunehmen und umgekehrt. Ein stetiges und enstsprechend schnelles nachregeln der Spindel ohne die Seitenstreben ist praktisch allerdings kaum möglich.
Warum der Pflug zum Pendeln neigt liegt also entweder am Pflug bzw. der Kombination selbst oder am Boden. Soweit ich gelesen habe wurde diese Art Pflug früher, also vor Jahrzehnten, vom Hersteller speziell auf den Schlepper und die Böden vor Ort eingestellt. Dabei wurden wohl auch die Pflugkörper auf der Tragachse verschoben, wobei das bei meinem Eberhardt Pflug nicht möglich zu sein scheint da nur Spannstifte an den Flanschen. Da mir jedenfalls sowohl die Expertise als auch die Muße dazu fehlt werd ich erst mal bei der Lösung mit den Seitenstreben bleiben. Für aktuell max. ~1ha pro Jahr sollte das vertretbar sein. Vielleicht schau ich aber nächste Jahr auch mal nach einem 2 Schar Drehpflug
Falls wer noch Tips oder Anmerkungen hat, immer gerne.
Bild 1 (kommt noch)
Bild_2: Pflug läuft einfach beschissen!
Bild_3: Pflug oder Grubber ?
Bild_4: Die Fahr Spatenegge muss es richten
Bild_5: So sieht das schon besser aus, leider ist das Foto etwas verschwommen
Bild_6: Resultat des zweiten Versuchs. Kritik?
Grüße aus dem hessischen Ried