Eiche umlegen

bohrmeister

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Guten Morgen.

Ich bräuchte mal eine ungefähre Einschätzung.

Folgende Situation: bei mir steht eine Eiche, BHD ca.90cm, 25m hoch, die im letzten Sommer endgültig abgestorben ist. Normalerweise fälle ich meine Bäume selber aber bei diesen bin ich ehrlicherweise etwas bange. Die Wurzelansätze sind angefault, Stamm möglicherweise kernfaul und es ist viel Totholz in der Krone. Daher soll jemand  das machen der auch versichert ist bei eigenem Personenschaden. Meine Freunde sagen zwar: Kasten Bier und Grill an und der Baum wird umgelegt aber das will ich eigentlich nicht riskieren.

Nun hatte ich einen Profi da, Gartenbaubetrieb; Angebot lag bei 650€. ist das realistisch? Der Baum kann frei fallen auf eigene Wiese, keine Gebäude oÄ. in der Nähe, nur Umlegen, kleinmachen werde ich dann selber machen.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Angeboten?

Grüße, Lutz
 
Hallo Lutz,

solche "Angebote" sind heutzutage leider gang und gebe!
Ich würde es als Frechheit bezeichnen; wobei das immer im Auge des Betrachters liegt.
Unter den gegebenen Umständen, wie von dir geschildert wäre es gerade für einen Fachmann eine 10min Arbeit, welche mit 100€ schon sehr gut bezahlt wäre.

Grüße
Michael
 
Hallo, kannst du nicht die Eiche mit Hilfe einer Seilwinde z.B. 60 Meter Seil auf Spannung halten und dann Fällen ?

Wenn du unsicher bist, dann nehme einen Fachmann, der versichert ist. Kennst du keinen Forstwirt ?

Leben ist wichtiger als Geld.

Gruß Thomas
 
Hallo Michael, ja diesen Zeitaufwand halte ich für realistisch. Selbst wenn man Anfahrt, Werkzeuge, Kraftstoffe, Rüstzeiten dazurechnet fand ich 650€ sehr sportlich.

Grüße, Lutz
 
Hallo Lutz, habe letztes Jahr eine 30m Hybridpappel von einer Fachfirma fällen lassen .1 Baumkletterer 1Helfer mit abseilen ca.6std.für 500,00€ lg Erik
 
Hallo Thomas,

nein, Seilwinde habe ich nicht, ist auch kein Festpunkt in Fällrichtung. Die Eiche hat, wie das so normal ist, auf der Wiesenseite mehr Äste, dadurch mehr Gewicht dort und leichte Neigung, sollte also auch gut in diese Richtung fallen. Das muss nach meiner Einschätzung ohne Winde gehen. Winde könnte sogar gefährlich sein, da sich der Stamm, wenn auf Spannung gebracht, beim Ansägen spalten könnte.

Grüße, Lutz
 
@Erik Dann steht das Angebot ja in keinem Verhältnis zum Aufwand. Bei mir nur 1Person, 10min. keine Klettertechnik.

So eine Pappel hab ich auch noch, ist zum Glück gesund.

Güße, Lutz
 
Moin,

Hat das Unternehmen dir gesagt in welchen Umfang der den Baum fällen will. Du sagst es ist viel Totholz in der Krone und er ist abgestorben. Wenn der Unternehmer auf Sicherheit geht dann fängt der mit Hubsteiger an und sägt den Baum von oben nach unten klein. Alles andere könnte für seine Mitarbeiter tödlich ausgehen wenn auch nur ein Ast von oben runter fällt und erschlägt den der unten steht und meint mal eben absägen und mit Winde ziehen.

Gruß Uli 
 
Hallo Lutz,

 

ich habe im letzen Jahr eine große Esche gefällt. BHD ca. 75 cm. Die Stand sehr ungünstig. 3 Meter Abstand zum Schuppen und in Fällrichtung hätte die sich in einer Eiche verfangen und hätte sich wahrscheinlich beim Fallen auf den Schuppen gedreht.

Ich habe mit dann beim örtlichen Werkzeugverleiher einen Hubsteiger gemietet. Wenn ich mich nicht täusche dann hat das Ding für einen Tag 180 Euro gekostet.

Habe den Baum dann runter gesägt. Das hat keine 2 Stunden gedauert. Es waren dann auch ruckzuck 5 andere Nachbarn da. Bin dann mit dem Steiger noch bei allen rum und habe dann bei denen noch Bäume beschitten. Alle habe mir freiwillig eine Spende für den Steiger gegeben.

Mit den Spenden konnte ich die Miete dann komplett bezahlen.

Somit keine Kosten und den Baum sicher gefällt. Ist das denn für dich keine Alternative?

Gruß Ingo
 
Moin.

Von den 650 EUR sind schon 123 Euro Umsatzsteuer. Dann muss der sicher sehr viel an die BG zahlen, seinen Leuten einen guten Stundenlohn um motivierte Mitarbeiter zu haben. Dann ein paar Euro für die Rente beiseite, eine vernünftige Haftpflichtversicherung (die im Schadensfall auch zahlt), gutes Werkzeug und ein Auto womit er auch ankommt zum vereinbarten Termin usw. Wenn er dann am Ende des Jahres auch noch Geld über haben sollte, kommt das Finanzamt noch einmal und möchte Einkommensteuer haben.

Ich finde die 650 Euro angemessen. Warenwert 100 Euro, der Rest ist flöten. Ich hab eine genau so große Buche im Garten fällen lassen, 2 Mann Seilkletterer und hab 1000 Euro bezahlt. Saubere schnelle Arbeit und ich war froh die gefunden zu haben.

Gruß Jürgen
 
@Uli,@Ingo Der GaLa-Bauer wollte auch nur Umsägen, keine Winde, kein Steiger, keine weiteren Sicherungsmaßnahmen.

Baum kann frei fallen, keine Gebäude oder sonstiges im Umfeld

@Jürgen Das ist alles richtig was du schreibst aber warum soll alleine ich diese Kosten tragen. Warum verteilt der GaLa diese Fixkosten nicht auf mehrere Kunden? ;-)

Nee Spaß beiseite, ich bin selber selbstständig, habe auch mal ein Handwerk gelernt mit "großem Befähigungsnachweis", weis was Versicherungen, BG, Altersvorsorge etc. kosten, aber 650€ für 1 Mann, 1 Säge, 10Min Anfahrt, max 20min sägen? Es soll jeder sein Geld verdienen aber nicht nur auf meine Kosten.

Grüße, Lutz
 
Moin.

Dann hat er genug zu tun und hat ein Angebot gemacht wofür er eigentlich keine Lust hat aber wenn der Kunde zusagt muss es sich auch lohnen.

Selber fällen macht eh am meisten Spaß. Die Jungs aus der Nachbarschaft sind dabei, damit dir kein Totholz auf den Kopf fällt und hinterher ein schönes Bier.

Story am Rande: Bei meinem Lehrbetrieb sollte eine riesige, gesunde Birke gefällt werden, Auflage der Gebäudeversicherung. Die stand auf einem 7m breiten Streifen zum Nachbar. Der wollte aber nicht das der Baum gefällt wird und gab kein Einverständnis sein Grundstück zu betreten. Also kam ein Autokran, 800 DM die Stunde + Anfahrt Abfahrt. Aufwand 3 Stunden. Der Baum ließ sich nicht absägen, die Kette war ständig stumpf. Dann haben sie den Stamm in kleine Stücke gesägt und gespalten bis die Ursache gefunden war. Beim Pflanzen hat jemand ein 20mm Moniereisen als Stütze daneben genagelt, die hat der Baum irgendwann mit eingewachsen. Der Stahl war noch gut in Schuss, man konnte noch die Noppen erkennen. Der Stamm war sicher einen Meter dick. Das war spektakulär.

Gruß Jürgen
 
Hallo,

Ganz ehrlich das Angebot finde ich eine Sauerei.

Das ist ja keine Problemfällung mit Baumkletterer oder ähnliches. Der kann so wie Du es beschrieben hast frei fallen. Aufarbeiten willst Du ihn dir ja selber es geht ja nur ums umhauen. Wenn da einer zb. 30min Anfahrt und 30min Abfahrt hat und er zum umlegen 1,5 Stunden braucht mit herrichten usw. wären das gesamt 2,5 Stunden. Wenn da einer sagt er will 250 Euro haben dann ist das in meinen Augen genug.

Ich weiß das es jetzt dann gleich wieder gesagt wird das das zu wenig ist.

Aber ich finde 100 Euro Stundenlohn davon sollte jeder doch wirklich leben können ganz ehrlich.

Gruß Matthias.
 
In der LSV broschüre  ist für das Fällen vom Bäumen mit hohem Todholzanteil ein Artikel drin , 

mit dem gebot zu besonderen Vorsicht und eine Anleitung zum Fällen . 

Wie oben beschrieben am besten mit Seilwinde , einschneiden  und umziehen . 

Es soll jede Art von Erschütterung vermieden werden solange  jemand darunter  Arbeitet .

Gruss Karl 

Buche ist sehr gefährlich
 
Jeder Unternehmer hat ja seinen Stundensatz so kalkuliert,daß praktisch alles enthalten ist. Von der Unfallvers.über Krankenvers.,Rentenvers.,Uraub,bez Feiertage

kurzum einfach alles.

Dazu kommt hier noch die Anreise( weis nicht wie weit) u.ev  Hilfsmittel Säge Kraftsoff usw. Wenn alles vorbereitet ist braucht der ja keine 2 Stunden um eine Baum

umzusägen.

Wären es alles in allem 200-250€ würde ich sagen.  gut bezahlt

Auf jeden Fall alternativ Angebot anfordern ev auch mal mit dem zust.Förster reden.

Bei uns machen solch Arbeiten auch gern die Freiw. Feuerwehr . Sie haben gut ausgebildete Leute u. Die Spende kommt dann der Feuerwehr zugute.

                                                        Gruß  Harry
 
Ich würde einen IH-6Zylinder mit ner starken Winde dranhängen und mit ausreichend Sicherheitsabstand mal kräftig anziehen. Am besten das Seil möglichst weit oben anbringen, für eine hohe Hebelwirkung. Vielleicht knackt der Stamm ja um, wenn er eh marode ist und keiner braucht drunter rumzusägen.

MfG Max
 
Hallo,

genau wie Max schreibt hab ich schon unsere 12  -  14 Meter hohen Fichten gefällt. Drahtseil möglichst weit oben wegen der Hebelwirkung, dann Unimog dran und gezogen. Das waren alles gesunde Bäume, die brachen dann kurz oberhalb der Wurzel ab. Aber der Boden war auch staubtrocken, wenn es länger geregnet hätte, wäre bestimmt auch die eine oder andere Wurzel mitgekommen.

Tschüß,

Bernd
 
Moin,

Anscheinend habt ihr alle noch nicht ne Eiche gezogen. Auch wenn sie Tot ist bricht unten gar nicht‘s. Das einzige was bricht ist das Holz oben und das bricht und fliegt genau in entgegen gesetzter Richtung wie der Stamm gezogen wird und fallen soll. Also Vorsicht. Und oben wurde ja der Bericht aus dem Berufsgenossenschaft Heft schon  erwähnt. Da hat es schon mehrere Unfälle gegeben wo zu leichtsinnig ran gegangen wurde.

Gruß Uli 
 
Tag zusammen, anscheinend haben viele hier schon Erfahrungen gemacht mir gewerblichen Baumfällern. Andere haben Erfahrungen mit Problembäumen und gefährlichen Fällaktionen.

Der genannte Baum ist einfach massiver als alle die ich bisher gefällt habe, daher hielt ich es für vernünftiger einen Profi da ranzulassen. Ich will auch meine Freunde nicht unnötig gefährden, die das für Grill und Kaltgetränke angeboten haben.

Als wirklichen Problembaum sah keiner der Profis den Baum an. Winde und umziehen war nie ein Thema. Selbstverständlich denke ich darüber nach es selber zu machen, nach dem letzten (mündlichen) Angebot des GaLa. Dann mache ich das aber ganz alleine, nur Frau mit Handy dabei, falls was passiert.

Grüße, Lutz
 
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