Eigenbau Stammzange für den Frontlader

Hugy

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Hallo Freunde des roten Stahls,

zur Abwechselung gibt‘s nun mal ein paar Bilder vom Bau meiner Stammzange.

Die grundsätzliche Frage "Braucht man so etwas" wollen wir hier nicht diskutieren, denn es gilt die alte Regel "Haben ist besser als Brauchen".

Auslöser bei mir war ein alter hydraulischer Drehmotor von einem LKW Ladekran, den ich geschenkt bekam.

Und eigentlich ist auch nicht sooo viel Holz bei mir zu bewegen, aber ein paar Stämme sind es schon jedes Jahr.

Ich hab zwar eine "Palettengabel mit Daumen" zum Holzladen, allerdings so ganz das Wahre ist das auch nicht, vor allem, wenn der Stamm auf einer Zinke abrutscht und dann schräg mit einem Ende auf den Boden runterhängt.

Na ja, ich hatte nun den Drehservo und da mußte eine Zange dran.

Ein Hydraulikzylinder war auch vorhanden, die maximale Öffnungsweite sollte ca 1m sein, damit man damit auch mal Reisig packen kann.

Gewicht der ganzen Einheit Zange-Drehservo-Schnellwechselrahmen durfte nicht zu hoch werden, da das ganze an meinen 433 Ley-Frontlader mußte,

den ich im Vorjahr schon mit einem Wechselrahmen "gepimpt" hatte.

Das waren die Rahmenbedingungen.

Im letzten Winter wurde das Ding am PC gezeichnet, im Fühjahr beim Laserservice geschnitten und dann ab Sommer zusammengebaut.

Hier nun ein paar Baubilder:

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Die Zinken habe ich selbst aus einer Platte 8mm Stahl herausgebrannt, die noch vorhanden war, der Rest kommt vom Lasermann.

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Die Bolzen sind aus einer alten Kolbenstange gemacht.

Durch die ganze einseitige Schweißerei hat sich alles dermaßen verzogen, das ich die Bohrungen dann doch noch auf der Drehbank ausspindeln mußte.

Hier meine abenteuerliche Line-Boring-Vorrichtung:

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Das ging aber perfekt.

Gelagert ist bis auf den "Synchronhebel" alles in IGUS-Kunststoffbuchsen.

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So sieht es nun fertig aus.

Getestet hab ich das Monster auch und es läuft zu meiner vollen Zufriedenheit.

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Maximale Öffnungsweite 1100mm - das reicht fürs Reisig.

Nun zu den Besonderheiten:

Der geschenkte Drehmotor wog 48kg - das war mir zuviel. Ich konnte ihn aber gut loswerden und kaufte diesen 3t - Baltrotor.

Ich wollte eine schaltbare Schwimmstellung für den Rotor, und das hab ich mittels eines Magnetventils realisiert:

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Das Ventil fand sich noch in der Bastelkiste, ist zwar für 24V, schaltet aber auch noch sauber bei 12V

Den Block darunter hab ich selbst gemacht.

Der Anschluß erfolgt über einen Stecker aus einem alten Militärfunkgerät, wasserdicht und unverwüstlich:

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Das Kontrollzentrum für die ganze Mimik ist hier:

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Der Hebel mit der Kugel ist für den Frontlader (Kreuzsteuerung), der nächste Hebel "Zange Öffnen/Schließen" und der letzte Hebel dient zum Drehen.

Zum kraftvollen und schnellen Drehen muß der Knopf gedrückt werden, dann ist Vor- und Rücklauf über das Magnetventil getrennt.

Drückt man nicht, sind Vor- und Rücklauf verbunden dann reicht der Restölstrom aber noch zu einem langsamen kraftlosen Drehen der Zange aus.

Hier noch ein paar Bilder:

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Zum Abschluß meine Erfahrungen:

- Ich dachte am Anfang: Du nimmst eine Vorlage aus dem Internet, zeichnest das am PC nach, ausschneiden und fertig.

 Tja, so wars natürlich nicht. Der Zylinder stand mit seinen Maßen und dem Hub fest. Um trotzdem die richtigen Anlenkungs- und Lagerungspunkte für die gewünschte Öffnungsweite zu finden, waren endlose Tüfteleien am Bildschirm nötig.

- Das Ausschneiden der Zinken mittels Plasmaschneider aus der vorhandenen Platte war ebenfalls ein Reinfall, da mein Plasmaschneider zwar diese Stärke locker schafft, gerade Schnittkanten macht er aber nur bei absolut neuer Düse und Elektrode. Ich mußte den ganzen Zinkenstapel auf der Fräse mühselig nacharbeiten - nie wieder! Das Lasern dagegen war ein Genuß. Das ergibt super Schnittkanten und ist maßhaltig und auch nicht übermäßig teuer.

- Ohne Schweißverzug wird es nicht abgehen, egal wie fest man alles spannt und wieviel Wellen man durch die Bohrungen steckt. Hinterher Ausspindeln ist Pflicht.

- Der "Synchronhebel". Das war der Knaller! Dieser Hebel wird zum benötigt, damit die beiden Zinken sich halbwegs gleichmäßig öffen und schließen. Erstmal die richtigen Anlenkpunkte dafür zu finden hat schon ewig gedauert, und dann nachher als alles in Metall vor mir stand - es paßte nicht. Ich hab das erst hinbekommen, als ich ihn durchgeschnitten und mittels Gewindestange stufenlos einstellbar gemacht habe. Eine Längenänderung im 1/10mm Bereich bestimmte, ob sich beide Zinken gleichmäßig öffnen oder schließen - unglaublich. Leider hab ich von der Aktion keine Bilder, aber dieses Ding wäre bestimmt ein Thema für unsere Maschinenbaustudenten im Forum.

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- Ich hab die Zinken in Igus-Buchsen gelagert, da ein Bekannter in der Maschinenkonstruktion tätig ist und auf diese Buchsen schwört. Schmiernippel gibt es darum nicht. Mal sehen wie sich das auf Dauer macht.

- Das Gesamtgewicht der Einheit Zange-Rahmen beträgt 130kg

So, Männer, das wars.

Falls noch Fragen sind - her damit.

Sonst wünsche ich allen einen guten Rutsch nach 2017.

Heinz
 
Hallo Heinz, ist ja ein mächtiges Teil geworden, sieht aber super aus und handwerklich vom Feinsten gearbeitet. Dir auch einen guten Rutsch.

Gruss Klaus
 
Hallo Heinz,

saubere Arbeit! Gefällt mir sehr gut.

Danke für die ausführlichen und interessanten Berichte (auch mit der Gerätebetätigung und der Lenkhilfe)

Weiter so :-)

VG,
Ralf
 
Hallo Jungs,

tja, war erheblich mehr Arbeit, als ich am Anfang geschätzt hatte.

Zwischendurch macht man immer reichlich Bekanntschaft mit den Gesetzen von Murphy nach dem Motto:

"Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es auch schief".

Zum Material:

Der Grundkörper ist aus 10mm S235 (ST37), die Zinken aus 8mm unbekannter Stahl (war eine geschenkte Platte die noch rumstand), aber gefühlt mindestens ebenfalls ST37.

Auf die Zinken hab ich noch mal 6mm Stahlblech aufgedoppelt ("Angstblech").

Das Zylinderrohr hat 55mm Außendurchmesser, die Kolbenstange 20mm. Da ich keine Riesenstämme damit bewegen will, muß das reichen.

Demnächst gibt es auch ein paar Einsatzbilder, sobald ich im Wald war.

Viele Grüße

Heinz
 
Toll Gemacht !!

-Gefällt mir viel besser als die zu erhältlichen Frontladerzagen, da der Gewichstpunkt viel näher am Frontlader ist 

Gerade bei den kleinen Traktoren zahlt ja die Vorderachse mit so tollen Spielereien komplett drauf (werden meist auch schwere Stämme gehoben)

Das mit den tüfteleien bei den Lagerpunkten hab ich selbst erlebt, als ich ein Paralelogram bei meinen alten Frontlader (für einen Arbeitskorb) nachgerüstet habe

Aber was solls, meist macht man es eh nur einmal, obwohl eine Kopie in der halben Zeit machbar währe

MfG.
 
Hallo Männer,

ich war heute zum Saisonabschluß nochmal im Wald und hab 2 trockene Eichen rausgeholt.

Mittlerweile hab ich nun Erfahrungen mit meiner Zange gesammelt, und ich muß sagen: Das Ding ist zu allen anderen Ladehilfen ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Ich werde sie nicht mehr hergeben. Wer von euch mit dem Gedanken spielt, sich so etwas zuzulegen, wird es nicht bereuen.

Wenn man sie kauft, tut es beim Bezahlen sicher weh, das ist aber nur einmal. Jedesmal wenn ihr sie dann benutzt, habt ihr Freude.

Man kann sich das Holz damit schön zurechtlegen und packt dann das ganze Bündel, das wird dann punktgenau auf dem Anhänger abgesetzt.

Abladen geht genauso gut.

Meißt steht der Anhänger auf einem Weg und man hat nicht viel Platz zum Rangieren. Das Aufladen vom Heck oder auch schräg von der Seite geht wunderbar leicht.

Sonst mußte ich dazu immer im 90 Grad Winkel zum Anhänger stehen.

Gut, ich hab nicht viel für sie Zange gelöhnt, dafür aber mit Zeit bezahlt - egal, es hat sich voll gelohnt.

So, nun genug des Eigenlobs, hier noch ein paar Bilder von heute nachmittag.

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Gruß

Heinz
 
Habe mir diese Woche auch eine gegönnt. Knapp 2000€ war mir die Arbeitserleichterung wert. Der nächste Schritt wäre wohl dann ein Rückewagen. Aber mal sehen wie mir das jetz gefällt. Konnte leider noch nicht testen da ich noch einen Taster und eine Relaisschaltung Nachrüsten muss damit es perfekt funktioniert. Habe den 4ten steuerkreis auf der Zange montiert. 

Gruß Robin 
 
Toller Beitrag und wirklich gute Arbeit, Respekt.

Leider wird ‘ne Zange mit Rotor bei mir wohl auf absehbare Zeit nicht ins Budget passen.

Was mich aber interessiert ist der "Daumen" zu Deiner Palettengabel. Gibts dazu auch Bilder?

Sollte das gute Stück auf der Suche nach einem neuen "Herrchen" sein weil es bei Dir nicht mehr benötigt wird dann ruf ich schon mal ganz laut hier!

Gruß

Klaus
 
Hallo Heinz,

ich arbeite auch schon längere Zeit mit Zange. Möchte sie nie mehr abgeben und erfreue mich bei allen anfallenden Arbeiten. Nicht nur Stammholz laden, auch Brennholz Bündel verladen, Reisig packen usw. Ist bei mir auch nicht mehr wegzudenken.

Grüße Michaeleup-1131829272-29ef764f7855784c4a0e63d313d94836-1486367888_big.webp
 
Hallo Heinz,

hab bei den Eintrag- Wie baut man einen Rückewagen- das Bild von deiner Holzzange mit dem Erdbohrer gesehen. Das ist ja eine tolle Erleichterung zum Locheisen. Hab eine Beha-Zange. Erzähl mal.  Welchen Durchmesser hat der Bohrer ? Gibt’s im Wald, bei Wurzeln Probleme ? Wie hast du die Befestigung in der Zange gelöst ?

Gruß Rudi
 
Hallo Rudi,

die Bohrstange wird mittels dieser Klammer einfach im Körper der Holzzage festgeklemmt.

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Mein größter Bohrer hat 200mm und das geht damit sehr gut. In sehr steinigem Boden nehme ich den Bohrer nicht, da kommt der Minibagger zum Einsatz. Ebenso im Wald.

Da pflanzen wir grundsätzlich mit dem Bagger. Der hat den Vorteil, daß man mit der ersten Auslegerbewegung den Humus nach hinten schieben kann, dann ist man beim zweiten Mal gleich im Mineralboden, da wo die Pflanze auch hin soll.

Der Vorteil des Bohrers in der Holzzange ist, daß man auch einen Rückwärtsgang hat. Denn wenn du doch mal unter eine dicke Wurzel kommst, kannst du dich rückwärts wieder herausschrauben.

Bei mittels Zapfwelle angetriebenem Bohrer wirds dann lustig...

Gruß

Heinz
 
Hallo Heinz,

vielen Dank fürs Bild und die Antworten.

Bis 20 cm werde ich nicht gehen, aber 10 cm und 15 cm werde ich mir zulegen. der Preis hält sich ja im Rahmen. Wenn wir im Wald einzäunen und die Eichenpfosten ein bis zweimal spalten wird das ausreichen. Eine Erleichterung wird das auf jeden Fall sein. Mit einen Minibagger kann ich leider nicht aufwarten, aber man kann nicht alles haben. Die Klammer ist wohl auch ein Einzelstück, aber das werde ich wohl auch so ähnlich hinbringen.

Eine besinnliche Weihnachtszeit dir und deiner Familie

Gruß Rudi
 
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