Entscheidungshilfe: Kurbelwelle schleifen?

Hinterwaelder

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13 Oktober 2009
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Hallo IHC-Gemeinde,

nachdem ich nur positive Meinungen zum Herrichten meines D320 mit Stegrissen bekommen habe bin ich jetzt mitten drin.

Allerdings bin ich mir mit der Kurbelwelle nicht ganz sicher. Der Instandsetzer meint die muß geschliffen werden, ein befreundeter Landmaschinenmechaniker meint die ist OK, neue Lager reichen.

Die Hauptlager liegen so bei ca. 53,9 mm, im Handbucht steht das Normalmaß 53,95-53,97. Das heißt meine sind max. ein Zehntel kleiner.

Beim Pleuellager habe ich ca. 44,4 mm, im Handbucht steht 44,25-44,45. Also weniger als ein Zehntel abgenutzt.

(Genauer messen kann ich sie erst wenn ich mir eine Messuhr besorgt habe)

Im Handbuch steht auch man sollte sie schleifen wenn sie über 2 Zehntel unrund ist, meine ist eigentlich nicht unrund.

Abnutzung erkennt man im Bereich der Ölkanäle, dort ist das Lager eingelaufen ca. 5/100 -1 /10 mm.

Ich denke auch das man die Welle mit neuen Lagern verwenden kann. Zum nächsten Untermass müßten gut 3/10 mm geschliffen werden, das kommt mir doch etwas viel vor.

Ich würde mich über eure Meinung sehr freuen, und den ein oder anderen Erfahrenen Tipp annehmen!

Viele Grüße

Hinterwälder
 
Hallo,

lass deine Kurbelwelle schleifen und härten.

Wir hatten den Fall vor wenigen Jahren auch.

Mein Vater, selbst Landmaschinenmechaniker wollte das Problem der gerissenen Stege bei unserem 324er beheben, tauschte die den Zylinderblock und verpasste dem Traktor wegen schlechter Kompression neue Kolben und Buchsen. Weil die Kurbelwelle noch in der Toleranz aus dem whb lag, baute er nur einen Satz neue Pleuellager ein. 

Die Quittung dafür kam nach wenigen Jahren vor unserer ih440 Presse hatten wir im warmen Zustand keinen Öldruck mehr.

Nach dem wir es auseinander gebaut haben, waren starke Laufspuren auf der Kurbelwelle erkennbar. Wir haben diese dann zum Motoren-Michaelis eingeschickt. Die Eingangskontrolle ergab dann, dass sie nicht mehr reparabel war. Sie war zu weit abgenutzt und es konnte kein Untermaß mehr erreicht werden. Diese Firma schleift und härtet die Oberfläche und liefert auch die passenden Lagerschalen mit.

Unabhängig welchen Aufbereiter du wählst, er sollte die Oberflächenhärte kontrollieren und bei Bedarf wiederherstellen. Dann wirst du lange Spass an deinem roten Wunder haben.

Freundliche Grüße
 
Hallo,

es kommt halt immer drauf an wie viele Stunden der Motor im Jahr läuft. Wenn es meiner wäre würde ich den wieder einfach so zusammen bauen, da ich auf keine 100 Stunden komme. Wenn er jeden Tag läuft würde ich ihn richtig richten. Die Landmaschinenmechaniker sehen das eh etwas lockerer und die Erfahrung gibt ihnen recht. Da laufen manchmal noch Motoren die so verschlissen sind, daß sie eigentlich gar nicht mehr laufen können.

Tschüß,

Bernd
 
Wenn ich Haupt- und Pleuellager erneuern will, dann wird vorher die Welle auf Untermass geschliffen und es werden entsprechende Übermasslager eingebaut. Neue Lager auf altem Wellensitz ist 100%iger Bastlerpfusch und kein Fachmann wird einen solchen Unfug verzapfen. Gruß vom "Linksdreher".
 
Hallo,

Ich persönlich sehe das genauso wie linksdreher.

Habe meinen D432 auch auseinandergebaut um die dichtringe an den laufbuchsen zu erneuern. Als ich alles demontiert hatte ist auch zum Vorschein gekommen das da mal richtig gepfuscht wurde in früheren Jahren.  Bei mir hieß es dann auch.....Neue Kurbelwelle da bei der Prüfung bei Motoren michaelis rauskam das sie einen haarriss  hatte,  neue Lager, neue Kolben,  neue laufbuchsen etc.

Ich bin auch der Meinung das man so etwas richtig machen sollt, sonst hat man am Ende die doppelte Arbeit und wenns dumm läuft einen Totalschaden!?

Gruss

Thomas
 
Hallo und Danke für eure Beiträge!

Ich nehm den 320er auch nur zum Holzmachen, ab und zu noch Kinderfahrten oder Olditreffen.

Dabei komme ich warscheinlich auch nicht auf 100 Stunden im Jahr.

Trotzdem will ich nicht in 3-4 Jahren wieder alles zerlegen.

Neue Lager mit der alten Welle ist wohl nicht das Richtige, dann warscheinlich lieber wieder die Alten einbauen.

Ich habe gestern ein Angebot der Fa. Karl Hoch in Denzlingen angefordert.

Die waren am Telefon sehr hilfsbereit und können anhand der Bilder und entsprechenden Massen schon mal einen Preis nennen.

Kopf und KG planen, Buchsensitz nacharbeiten, Welle schleifen.

Kolben kann ich selber abdrehen, wenn nötig.

Lager und sonstige Ersatzteile bekomme vom örtlichen Landmaschinenhändler, der hat Granit-Teile für die Alten und meint die sind ganz in Ordnung.

Wird zwar alles etwas teurer als ich mir gedacht habe, aber wenns dann wieder passt bin ich auch froh.

Ist ja auch nicht das einzigste Hobby:)

Gruß

Hinterwälder
 
Also ich sehe das so, wenn die Welle keine Beschädigungen hat braucht sie nur poliert werden und neue Lager vom gleichem Maß und alles ist gut, wenn du ein ordentlicher Motoren Schlosser hast der wird dir das auch so bestätigen, einige Motoren Schlosser wollen da auch manchmal ihre teuren Maschinen Auslastung. 

Mfg 
 
Linksdreher:

Wenn ich Haupt- und Pleuellager erneuern will, dann wird vorher die Welle auf Untermass geschliffen und es werden entsprechende Übermasslager eingebaut. Neue Lager auf altem Wellensitz ist 100%iger Bastlerpfusch und kein Fachmann wird einen solchen Unfug verzapfen. Gruß vom "Linksdreher".
Dann wird in der Praxis allerdings im großen Stil gepfuscht! Denn in der Regel wenn Kolben+Buchsen getauscht werden und der Kopf noch eine kleine Überarbeitung bekommt, so werden einfach nur neue Standard Pleuellager verbaut (sofern Kurbelzapfen augenscheinlich gut aussehen und auch Standardmaß verbaut war)! Oftmals werden auch die alten Pleuellager wieder verbaut. Mir ist zb ein Deutz 912 F4L bekannt der hat nun nach 20000 Stunden die dritte Überholung bekommen (Kolben+Buchsen und Köpfe) und war im Kurbeltrieb noch nie offen! Ich weiß nicht wie viele Motoren dir bekannt sind die nach solch einer Überholung einen Totalschaden erlitten haben, mir persönlich ist keiner bekannt.
 
In der Regel laufen aber die Kurbelwellen ein bei der alten D-Serie. Erkennt man gut wenn in der Mitte sich ein leichter Steg bildet bei jedem Lager. Kann man diesen mit dem Fingernagel schon fühlen,

ist die Kurbelwelle eingelaufen. Dann hilft nur noch schleifen lassen.
 
Hallo,

wie gesagt, bei mir sind die Lager etwas eingelaufen im Bereich der Ölkanäle.

Macht etwa 5-10/100 mm aus.

Diese Woche müßte ich das Angebot für die Arbeiten an Kopf, KG und Welle bekommen.

Ich werd mal nachfragen wies mit polieren aussieht, evtl. muß ich die Teile auch mal hinbringen und speziell die Welle nachmessen lassen.

Ich werd weiter berichten.

Schönen Sonntag
 
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