Förderbeginn 1255

L1246L

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Hallo ,

wie würdet ihr denn Förderbeginn beim 1255 DT-358 einstellen?

Wie im Werkstatthandbuch oder gibts da was "besseres"

Ich habe das Handbuch "Grundmotoren" da steht drin, 8° vor OT.

So hab ich den auch eingestellt.

Viele Grüße
 
Hallo nochmal,

habe in den Werkstatthandbüchern "Kraftstoffsystem und Turbolader" und "Grundmotoren International Dieselmotoren" nachgschaut.

Da steht auf den Seiten 181 und 8 statischer Förderbeginn °KW vor OT 8°. Einbaufall 1255, 1255XL

??????????

Was heißt eigentlich genau statischer Förderbeginn?

Danke für die Hilfe
 
Hallo,

glaub ich gerne.

Nur in meinen Handbüchern steht bei Einbaufall 1255/1255XL  8° vor OT.

Liegt es vielleicht daran das der 1255 eine andere Einspritzpumpe hat.

Schon sehr komisch so unterschiedlich bei gleichem Motor.
 
Servus Ludger,

statischer Förderbeginn ist ohne Wirkung des Spritzverstellers.

Der Spritzversteller stellt bei steigenter Drehzahl den Förderbeginn in Richtung früh.

Bei Reihen-ESP ist im Antriebsrad eine Fliehkraftmimik, die bei steigender Drehzahl die Antriebswelle der ESP im Vergleich zum Rest vom Zahnrad einige Grade in Richtung "früh", also zurück dreht.

Bei Verteiler ESP wird das über den Pumpen Innendruck gesteuert.

Der Rollenring ( auf dem sich die Hubscheibe..eine Art liegende Nockenwelle..abstützt) wird von einem Hydraulikkolben verstellt, auf dem der Pumpeninnendruck wirkt.

Bei steigender Drehzahl steigt der Pumpeninnendruck ( Leerlauf ca. 2 Bar, Abregelddrehzahl ca. 8 Bar) dadurch wird der Rollenring in Richtung früh gedreht..eigentlich verschoben...ca. 10mm dadurch wird früher eingespritzt/ gefördert.

Das ist der dynamische Förderbeginn.

Beim prüfen der V-ESP mißt mann bei steigenter Drehzahl den Pumpeninnendruck und mit einem Meßatapter den Verstellweg des Spritzverstellers. Damit ist Sichergestellt das das Zeug funktioniert.

Der Spritzversteller ist nötig um sicherzustellen, das der Einspritzbeginn bei steigenter Drehzahl nicht nach hinten läuft. Was dadurch passiert, da die Druckwellen in den Einspritzleitungen bei Förderbeginn eine gewisse Zeit brauchen um zur Einspritzdüse zu laufen und diese aufzudrücken. Bei steigenter Drehzahl würde ohne Spritzversteller der Einspritzzeitpunkt auf den Kurbelwellenwinkel gesehen, immer später werden.

Bei den letzten Axial-Verteilerpumpen wurde mittels Nadelhubgeber am Einspritzdüsenhalter dem Steuergerät die Info gegeben wann die Düse aufmacht. Das Steuergerät konnte dann am Spritzversteller mit einen getackteten Magnetventil den Förderbeginn nachstellen, so das der vorgesehene Einspritzzeitpunkt wieder passt. Und das auch Lastgesteuert....Das konnten im groben die späten VE Pumpen aber auch....die hatten in der Nabe des Fliehkraftregglers ( die VA hatten einen hydraulischen Regler) und verschoben den Förderbeginn ohneLast/ mit Last.

Schöne Sache....

Schönen Gruß Schorsch
 
Hallo Schorsch,

toller Beitrag und absolut zielführend 5 Sterne von mir.

Gruß

Gerhard
 
Servus allerseits,

das ganze kann man noch ausweiten...

Es gibt den Zündverzug. Das ist die Zeit die vergeht zwischen Einspritzbeginn und Zündbeginn. Der eingespritzte Sprit muß sich ja erst "ein wenig" mit der komprimierten Luft vermischen und kann dann erst durchzünden, bzw. anfangen zu brennen. Der Zündverzug beträgt ca 1/1000 Sek.

Der Zündverzug ist auch der Hauptgrund, das ein kaltgestarteter Motor härter läuft. Da die komprimierte Luft nicht so heiß ist, ist der Zündverzug länger. Deshalb ist bei Brennbeginn eine höhere Brennstoffmenge vorhanden die dann mit stark steigenden Druck verbrennt....höhrt man.

( Moderne Einspritztechnik formt die eingespritzte Menge. Anfangs mit Flächenzapfendüsen die die Anfangsmenge drosselden, dann mit Zweifederdüsenhalter die eine art geringe Anfangsmenge ermöglichen, dann mit abgesetzter Vor-Pilot-Einspritzung bei Pumpe-Düse/ Radialkolben Verteilerpumpen VP44 und erst recht die vollkommen flexiple Common-Rail Technik, wo die Eingespritzte Menge auf viele Einzelmengen aufgeteilt wird...)

 

 

 

Dann die schon oben angesprochene Sache, das bei Förderbeginn der ESP eine Druckwelle der Einspritzleitung zur Einspritzdüse hoch läuft um diese aufzustoßen.

Bei Schallgeschwindigkeit und 50cm Länge vergeht also zwischen Förder- und Einspritzbeginn 1,6 ms. ( Die Schallgeschwindigkeit in Flüßigkeiten ist schneller als die hier angenomme Luftschallgeschwindigkeit....Die Zeit kann man also halbieren, aber zum "zeigen" habe ich mal mit der großen Zeit gerechnet)

 

Sagen wir mal, der Brennbeginn soll im OT sein, dann muß der Förderbeginn um die Zündverzugszeit von 1ms und der Laufzeit in den einspritzleitungen von 1,6ms, also insgesammt 2,6ms zuvor erfolgen.

Bei 500 Touren (120ms für eine Umdrehung=360 Grad) entspricht das dann schon 8 Grad vor OT.

Bei 2500 Touren natürlich das 5 fache also schon 40 Grad vor OT.

Und da der Brennbeginn ja nicht nach hinten geschoben werden darf, sorgt der dynamischen Förderbeginn für ein Vorstellen des Förderbeginns. 

Schönen Gruß Schorsch

 
 
Hallo, habe auch ein Problem mit meiner Einspritzpumpe am 1455, da hier gerade Profis am Werk sind hab ich eine Frage. Und zwar geht der Motor manchmal bzw oft nur ganz langsam von der Drehzahl runter- kurzer Gasstoß ca 2000 U/min dauert dann ca 15 sek bis wider Leerlaufdrehzahl erreicht ist! Das Gestänge bzw Gasseil arbeitet einwandfrei geht sofort zurück. Ab und an ist es aber wider völlig normal. Bin ratlos, da das ganze auch Temperatur unabhänig ist. Habe bis jetzt nur einen reperatur Versuch gemacht, und zwar mit einem Mittelchen (Name entfallen) vom Boschdienst mit Diesel und 2 takt Öl gemischt und den Motor alle 12 std 4 Tage lang ein wenig laufen lassen, aber es brachte nichts. Jetz habe ich wider auf den Tank geschlossen einen Tag damit gearbeitet, aber es bleibt unverändert.......     Wer hat ne Idee

Danke im voraus
 
Servus,

welche ESP hat der 1455?

Bei einer Reihen-ESP wird die Mechanik vom Motoröl geschmiert, da nutzen die Zusatzstoffe im Sprit nichts.

Der Regler der R-ESP sitzt seitlich und verschiebt die Reglerstange/ Zahnstange die die Hochdruckelemende verdreht und so die Fördermenge regelt.

Ist da was schwergängig, könnte das Dein Problem sein.

Es gibt verschiedene Regler mit vielen Einstellmöglichkeiten....

Wie schaut Dein Motoröl aus?

 

 

 

Bei der Verteiler-ESP wird alles vom Sprit geschmiert und Zusatzstoffe können schon was "lockern".

Die Verteiler VA ESP hat einen hydraulischen Regler. Im Verteilerkörper ( Hochdruckteil UND Regler!) sitzt die ganze Zauberei.

Die VE ESP hat einen mechanischen Regler mit Fliehkraftgewichten und diversen Hebeln und Fetern. Die VE besitzt ein Hochdruckteil und die Regelung sitzt getrennt in der ESP im Niederdruckteil. Man kann dort auch den Deckel abnehmen und die Mechanik prüfen. ( Wissen &Sauberkeit ist Voraussetzung).

 

Bei den letzten mechanisch geregelten ( mit Bowdenzug, ohne Steuergerät) VE-ESP im PKW wurde die Leerlaufdrehzahl nicht mehr am Gashebelanschlag eingestellt, sondern über einen getrennten Hebel. ( Im ESP inneren war dort die Leerlauffeter befestigt). Am Gashebelanschlag wurde die Restmenge eingestellt. Dadurch wurde das Abtouren eingestellt. Bei zu wenig Restmenge regelte der Regler beim Gaswegnehmen hart nach, bzw. der Motor ging kalt beim Gaswegnehmen aus. Bei zu viel Restmenge tourte der Motor nur langsamm ab...Motorbremse im Schiebebetrieb war sehr schwach.

 

Schönen Gruß, schorsch
 
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