Hydrauliköl schäumt aus Entlüftung

Hallo Leute.vorletztes Wochenende gab´s auch bei meinem IHC 744 plötzlich das Phänomän, daß es plötzlich aus der Entlüftlung der Heckhydraulik herausschäumte. Nach 8 Jahren Premiere. Nachdem ich nun über 2 Jahre aufwändig meine gesamte Elektrik überholt hatte und mich freute, daß die rote Rakete bei 0°C sofort ansprang, sprudelte das Öl nachdem ich den Frontlader 2x hoch- und wieder runtergefahren hatte hinten raus, sodaß ich bald 1m² Ölteppich unterm Gerät hatte. So‘n Mist dachte ich mir, hatte ich doch im Sommer mal nen Liter Hydrauliköl aus dem Baumarkt nachgefüllt und nachdem ich mir bei Raiffeisen nochmal was ordentliches kaufen wollte, sagte man mir da, daß das nicht so gut sei, wenn man nicht wisse was da gerade drauf ist einfach nur einen Liter irgendein Hyd.-Öl nachzufüllen, da es speziell bei IHC ebend zu diesem Schäum-Thema kommen würde. -

Aber im Sommer gab‘s da keine Probleme mit meinem Hydrauliköl-Mix und so dachte ich mir - da haben sie dir wohl 19 von 20Litern zuviel verkauft. Jetzt im Herbst hatte die Maschine ca. 2 Monate gestanden und mir blieb zunächst nichts anderes übrig als alles wieder abzustellen und das gesamte Hydrauliköl abzulassen. Es hatte eine beige Farbe (wie bei einer Öl-Wasser-Emulsion, z.B. wie bei einem Kühlschmierstoff) und war wie aufgeschäumt. Ich hatte alles in einem Kanister aufgefangen, um mir die Sache später nochmal genauer anschauen zu können. Gott sei dank hatte ich ja noch die 19L Fuchs Renolin M15VG46, den mir der freundliche Mitarbeiter bei Raiffeisen mit der IHC-Erfahrung im Sommer verkauft hatte (hatten selber einen 633er und 844er). Also peau a peau, das bei 0°C etwas zäh gewordene Hydrauliköl, so ca 17L aufgefüllt und die rote Rakete wieder angeworfen. 2x die Heckhydraulik zur Entlüftung hoch und wieder runtergefahren und alles wieder aus und einmal zur Füllstandskontrolle die Entlüftung wieder rausgeschraubt und da kam mir die Suppe schonwieder entgegengebrodelt. 

Erst mal Pause gemacht und nachgedacht, halbe Nacht im Internet recherchiert (viele IHC-Leute haben diese Probleme) und nächsten Tag zu Raiffeisen gefahren und gefragt, ob die das Thema - trotz Renolin auch kennen. Die haben sich echt bemüht, mit dem Hersteller vom Fuchsöl telefoniert, sich mit Case in Verbindung gesetzt und zwischendrin hatte ich die Möglichkeit noch mit dem Werkstattmeister und einem Monteur zu sprechen. Die sagten mir, daß das mit IHC und dem Hydrauliköl eine bekannte und sensible Problematik ist.

Das Schäumen, kann viele Ursachen haben. Die wichtigsten sind: Verunreinigungen, Ölunverträglichkeiten (also z.B. mein Ölmix), Pumpe zieht Luft, Simmering der Pumpenwelle undicht (tritt hauptsächlich bei alten Pumpen auf), Hydraulikdruckölfilter zu.

2 folgende Themen fand ich ganz besonders spannend: 1. Grundsätzlich verkehrtes Öl drauf und hier verwies man dann z.B. auf die Verwendung des in den IHC technischen Daten angegebenen Hy-Tran-Fluid nach IH-Spez. B6.  Das hängt dann nämlich damit zusammen, daß beim IHC 744 die Ansaugleitung zu klein ausgelegt ist und wenn das Hydrauliköl im unteren Temeperaturbereich nicht ausreichend viskos ist, daß dann die Hydraulikpumpe in der Saugleitung einen Unterdruck erzeugt und es in geschlossenen Strömungssystemen dann im Fluid zu einer Bläschenbildung kommt.

Aha- dachte ich mir - das verstehe sogar ich. Schlauerweise haben die bei den technischen Daten extra keine Viskositätsklasse angegeben, damit man das teure Hy-Tran-Fluid kaufen soll (20L=ca. 83,95€). Zweiter Interessanter Punkt ist, das das ganze System beim IHC 744 auch noch einen Ansaugfilter hat. Der sitzt rechts unter den Hydraulikhebeln (für z.B. Kipper). - Klar wenn der langsam zugeht dann hat man auch bald das Problem wie unter Pkt 1 beschrieben.

Ich war nachdem ich den Laden verlassen hatte zwar ein wenig schlauer aber so ganz logisch war´s noch nicht. Schließlich hatte ich ja 8 Jahre gar keine Probleme und unterwegs war das Teil ja auch mal zur Wartung oder hatte noch einen Frontlader bekommen und so fuhr ich nochmal bei meinem alten Landmaschinenschlosser rum und erzählte dem die ganze Story. Der hörte sich das verschmitzt an und sagt mir zum Schluß nur: ich mach da immer HPL46 drauf, kannst am Montag 20L vom Faß haben.........Den 2.Teil schreibe ich die Tage mal auf .... gibt noch ein paar Erkenntnisse dazu ;-) 
 
Da bin ich auch mal gespannt. Habe nämlich aktuell genau das selbst Problem an meinem 423.

Die Pumpe ist erst vier Jahre alt (jedoch eine 16ccm Nachbaupumpe), der O-Ring auf der Ansaugseite der Pumpe wurde auch schon getauscht.

Das Öl kam allerdings erst heraus nachdem der Schlepper letzten Winter in der Werkstatt war. Entweder ist seitdem irgend etwas undicht, sie haben das falsche Öl eingefüllt oder es liegt schlichtweg daran, dass danach der Ölstand wieder auf Soll war und das Öl davor nicht herauskam weil zu wenig Öl drin war.

Allerdings habe ich schon längere Zeit das Problem, dass der Kraftheber (wenn er belastet ist) manchmal nicht mehr anhebt wenn das Öl richtig warm ist. Ich vermute das passiert immer dann wenn sich Luftblasen in irgend einem Steuerteil befinden. Meist hilfts dann wenn der Kraftheber ganz abgesenkt wird, manchmal hilft jedoch auch das nichts und es funktioniert erst nach einiger Zeit plötzlich wieder.... Alles sehr seltsam.
 
ich hab zurzeit auch das problem mit meinem 633 das das hydraulik öl rausdrückt so richtig schäumig wenn der FL nicht unter last ist.

hoffe das die lösung dann hier bekannt wird 

gruß

marco
 
Hallo Leute,

so - nun komme ich endlich dazu den Rest mal hier zu berichten. Erst mal gleich das Ergebnis vorne weg. Nachdem ich das gesamte Hydrauliköl auf HLP 46 von Sennapol (ca. 2,5€/L) und den Öldruckfilter (ca. 16,50€) gewechselt hatte war der Spuk bislang erst mal wieder vorbei.

Bei uns in der Region wird dieses Hydrauliköl recht häufig verwendet. Somit kommt’s dann auch seltener zu Verunreinigungen durch anderes Öl, wenn man mal den Kipper vom Nachbarn ausleiht (aber das muß man auch erst alles mal wissen).

Beim Einfüllen des HLP 46 hatte ich auch irgendwie schon den Eindruck, das das nun ein wenig flüssiger zur Sache ging und ich war auch schon nach kurzer Zeit mit dem Auffüllen fertig. Das andere Zeug hatte mich mehr so an hellen Sirup erinnert und der Heckkraftheber ließ sich ohne Belastung auch nicht mehr eigenständig absenken. - Jetzt ist erst mal wieder alles tutti.

Den Hydraulikdruckölfilter sollte man auch hin und wieder mal austauschen ;-) . Meiner war so stark verdreckt, daß es echt ein wunder war das da überhaupt noch was durchgegangen ist. Jetzt läßt sich auch die gesamte Hydraulik wieder dosieren - ein ganz neues Gefühl bei meinem Industriefrontlader! Es macht übrigens auch sehr viel Sinn diesen Filter beim Case-Händler (oder einem Händler der mal IHC/Case gehabt hat) zu kaufen. Einen passenden Filter bei Granit haben wir trotz Nummernübersetzungsbuch nicht gefunden und die bei Case/IHC kennen sich da echt aus, liegt meist auf Lager und kostet unter 20€.

Den Check des hydraulischen Ansaugfilters habe ich mir erst mal geschenkt, da ich dafür wohl die gesamten hydraulischen Steuerhebel hätte abmontieren müssen. Nachdem ich festgestellt hatte, das das Thema erst mal wieder vorbei war hab ich´s erst mal dabei belassen.

Ach ja und ganz aufgefüllt (lt. techn. Anleitung 18L) hab ich ihn auch erst mal nicht. Hab bei ca. 15L aufgehört und erst mal die Funktionalität geprüftt. Heckkraftheber und Frontlader ließen sich voll ausfahren. Lieber bleibt mir die Sache stehen, als das ich wieder so ´ne Sauerei auf dem Hof oder auf der Straße habe.

Also mein Fazit: Das richtige Öl (bloß nichts mixen), in der richtigen Menge und alle Filter gewartet und durchlässig. Sich bitte bloß nix von Leuten erzählen lassen, deren Opa auch mal einen IHC auf dem Hof hatte, oder von Betrieben, die zwar jeden Tag Traktoren warten, aber eben keinen IHC, denn das Thema ist echt speziell.

Hoffe ich konnte mit meinem Beitrag anderen Gesinnungsgenossen weiterhelfen. Wer noch Fragen zu dem Thema hat kann sich gern mit mir in Verbindung setzen.

VG

Daniel
 
Problem gelöst!!!!

 

Alle beschriebenen Tipps haben bei mir nichts gebracht. Filter-, Ölwechsel usw. Ich habe meinen 733 dann einem alten und erfahrenen Meister anvertraut. Der hat den Fehler sofort bei meiner Pumpe vermutet und hatte recht. Wegen der hydraulischen Lenkung habe ich eine Tandempumpe. Die beiden einzelnen Pumpen hat der Vorbesitzer wohl getrennt, versucht mit Silikon abzudichten und hat das Ganze wieder zusammengebaut. Um so kälter die Außentemperatur war, je weniger hat das Silikon wohl dicht gehalten. Nach dem wir die Pumpe auseinander gebaut hatten , kam das Übel zum vorschein. 

Wir haben jetzt eine neue Pumpe eingebaut und alles läuft jetzt wieder.

 

Trotzdem vielen Dank für die Ratschläge.

 

Viele Grüße Ingo
 
Hallo Ingo,

gleich ne neue Pumpe eingebaut?! Konnte man die alte nicht mehr abdichten ? So ne Tandempumpe ist nicht gerade billig. Hast du ne original Bosch oder Zubehör verbaut? Darf ich fragen was du hinglegt hast für das Ding?

MfG Klaus
 
Also an unserem 844S war ebenfalls schon mal die Tandempumpe hinüber - Druck war zu niedrig und brachte den Kipper in der letzten Stufe nicht mehr hoch.

Habe über 300 Euronen für ne neue Bosch-Rexroth hingelegt

 

Gruß aus Franken
 
Hallo,

habe bei meinem IHC vor Monaten erstmalig das Hydrauliköl (HLP46) und den Druckfilter gewechselt. Seitdem immer mal leichte Frontladerarbeiten gemacht. Keine Probleme. 

Heute (erstmals Temperaturen um 0 Grad): zwei Rundballen bewegt. Plötzlich läuft Hydrauliköl aus der Entlüftung. 

Im Sommer nervt mich die Hydraulik derart, dass der Frontlader bei warmem Öl und Last nur vernünftig schnell hebt wenn wenn man Gas gibt.

Was haltet Ihr vom Tausch der Hydraulikpumpe?

Bin für jede Rat dankbar 
 
Moin.

Da ist eine neue Pumpe und ein großer Service angebracht. Wenn man schon das Öl runter hat, gleich das Ansaugsieb reinigen und den Filter tauschen. Mit neuem Öl auffüllen und die nächsten Jahre Ruhe haben.

Gruß Jürgen
 
Moin.

Dafür müsste man wissen um welches Modell es sich handelt. Aber im Großen und Ganzen sitzt der hinter der Winkelverschraubung wo die Saugleitung am Kraftheberblock angeschlossen ist.

Gruß Jürgen
 
Hi,

ich hole das Thema mal hoch. Wir hatten am 533 letzten Tage auch plötzlich ein überschäumen des Hydrauliköls. Hatte erst vermutet, dass die Pumpe hinüber ist. Dann ist mir in der Saugleitung auf höhe der Kupplungsglocke ein Stück Schlauch aufgefallen. Da hing Öl drunter. Diesen habe ich heute erneuert, war etwas fummelig. Scheint aber wieder in Ordnung zu sein. Heute bei ca. 0 Grad mal ne Runde mit gefahren und auch mit Frontlader dran, keine Probleme.

Gruß Markus 
 
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