Hydraulischer Fahrantrieb bei Arbeitsmaschinen

Martin.Hauenschlag

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Liebe Community,

Ich beschäftige mich gerade mit dem Hydraulischen Fahrantrieb für Arbeitsmaschinen für z.B. Traktoren, Radlader, Telehändler, Forstfahrzeuge, und was es da noch so gibt. Bis jetzt habe ich selbst nur sehr wenig Erfahrung auf diesem Fachgebiet. Deshalb wende ich mich an euch.

Mich interessieren Trends, die in diesem Markt bedeutsam sind und in der Entwicklung bzw. Vermarktung solcher Systeme eine zunehmende Rolle spielen werden (z.B. Kraftstoffersparnis?). Des Weiteren interessieren mich Defizite heutiger Lösungen in diesem Bereich. Wo gibt es also Probleme mit dem heutigen Hydraulischen Antrieb? Was könnte man verbessern?

Könntet Ihr mir bitte mit eurer Fachkenntnis weiterhelfen und mir mitteilen, welche Trends bzw. Defizite im Bereich „Hydraulischer Fahrantrieb für Arbeitsmaschinen“ existieren? Ich sollte darüber eine Arbeit schreiben und brauche dazu eben noch diese Trends im Markt.

Vielen Dank im Voraus! Ich hoffe Ihr könnt mir einwenig helfen!

Martin
 
also es werden immer mehr hydraulische Fahrantriebe in Maschinen verbaut. Der Vorteil ist, dass die Geschwindigkeitstufenlos ist, z.B ein Hoftrac. Und man hat trotzdem noch verschiedene Geschwindigkeitsstufen.

Diese Fahrantriebe sitzen ua auch in Feldhäckslern, Mähdrescher, Bobcats usw.

Über Trends kann ich dir nichts sagen.

Ach wenn ich mich nicht irre ist muss man sogar beim hydraulischen Fahrantrieb ein ganz anderes Hydrauliköl nehmen, beim Schäfer 3036 ist es De 46. Die ganze Hydraulikanlage ist sehr anfällig wenn falsches Öl mit in das System kommt.

Zum Thema Spritverbrauch kann ich dir nichts sagen.

Aber mir fällt gerade noch ein, dass man mit konstanter Motordrehzahl verschiedene Geschwindigkeiten fahren kann, wie beim Feldhäcksler. Man stellt nur Gas über Handgas ein und die Geschwindigkeit regelst du über einen Hebel in der Armlehen stufenlos, zum Beispiel beim John Deere 6910, 2264(Mähdrescher) und wie die Teile alle heißen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen.
 
herzlichen dank schon mal!

gibt es sonst noch jemanden der mir probleme mit dem hydraulischen antrieb nennen kann bzw. weiß wohin der trend gehen wird?
 
Hallo

Im Rahmen einer Seminararbeit im Fachbereich Maschinenbau, habe ich den Stufenlosen Antrieb am Beispiel des Fendt Vario untersucht.

Der Trend wird in einer Sparte eindeutig dahin gehen, da es durch die elektronische Ansteuerung zu einem optimalen Ausnutzen des Wirkungsgrades kommt.

Die früheren Hydrostatischen Antriebe waren eher mäßig im Wirkungsgrad.

Das Getriebe an sich ist sehr robust und einfach gebaut. Damit hat Fendt auch keine Probleme. Natürlich sind die elektronischen Komponenten anfällig.

Dennoch überzeugt der Spritverbrauch und die Leistungsfähigkeit des Getriebes. Zudem bringt es einen erheblichen Komfortgewinn und lässt den Fahrer weniger schnell ermüden.

Auch wenn hier die IHC-6-Zylinder-Fraktion jetzt wettern wird, so kenne ich beide Systeme ganz gut und weiß auch damit zu arbeiten. Ein Tag mit dem 1455xl steckt einem deutlich eher in den Knochen als der Tag mit dem Fendt.

Vergleicht es wie mit den neuen Häusern. Sie sind ökonomisch und ökologisch, aber nur noch für max. 2 Generationen gebaut. Ein altes Haus ist teuer im unterhalt steht aber eventuell 300 Jahre.

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Und ich sage mal so, der Lohner Blunk hat nur Varios laufen und ist damit groß geworden und erfolgreich. Die Praxis zeigt, dass diese Schlepper tauglich sind, um im harten Wettbewerb bestehen zu können.

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Zudem sollte der Varioantrieb nicht mit einem Mährescher/Radlader-Antrieb verglichen werden.

Die Ansteuerung der Hydromotoren/Schwenkantriebe ist beim Fendt deutlich feiner ausgelegt und er hat durch die 2 Hauptgetriebeabstufungen einen großen Geschwindigkeitsbereich, den er mit hohem Motor - und Getriebewirkungsgrad abdecken kann.

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ich habe vorhin das aufgeschrieben was mir spontan eingefallen ist. außerdem wurde nicht hauptrangig nach dem vario sondern allgemein gefragt.

der vario ist ein guter schleppere, keine frage. das vario getriebe sitzt ebenfalls auch im big x oder big m.

fendt hatte als erstes das variogetriebe im programm, da fendt als erstes einen Traktor entworfen hat, wo ein variogetriebe reinpasst etc.
 
Original-Beitrag von Martin.Hauenschlag:

...........Hydraulischen Fahrantrieb für Arbeitsmaschinen für z.B. Traktoren, Radlader, Telehändler, Forstfahrzeuge,........ „Hydraulischer Fahrantrieb für Arbeitsmaschinen“

Hab doch nichts gesagt D-432

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Der "normale" hydraulische Antrieb aus Mähdreschern z.B. ist ja im Endeffekt mit dem Vario verschwägert. Die Firma Eicher hat schon in den 60ern solche Getriebe verbaut, welche aber nicht erfolgreich vermarktet verden konnten.

IHC‘s wurden gerade in den Niederlanden/Belgien/Holland damit ausgerüstet (70er/80er) und sie wurden häufig eingesetzt. Fendt hatte die Idee schon seit den 50ern, nur fehlte es eben immer an der nötigen Technik für die Ansteuerung.

Die Hydroschwenkmotoren die im Fendt sind, finden auch Verwendung in normalen Forstmaschinen, Radladern, oder Mähdreschern. Es git eben hier nur oft meschanische Getriebe, welche vorgeschaltet sind(oft 3 Gänge) und in einem gewählten Gang, schwenkt die Pumpe dann in einem gewissen Radius, sodass sich die Geschwindigkeit an der Abnehmerscheibe stufenlos verändern lässt.

Das Varogetriebe bildet hier aber eine Weiterentwicklung, da die Kraft durch ein Planetengetriebe sowohl in den mechanischen oder hydraulischen Teil gelangen kann. Deshalb ist der Vario im Stande von 0-50 Stufenlos zu fahren.

Das kann ein Mähdrescher nicht. Diese Getriebe sind aber bewusst einfach gebaut, da es ja auch ein Kostenfaktor ist.
 
ein vario ist für 70km/h ausgelegt aber bei 50km/h gesperrt, da so eine bessere beschleunigung gesichert ist.

Der hydraulische Fahrantrieb ist wie du schon sagst was älter, aber er wurde weiterentwickelt wie man beim Fendt sieht und er wird immer weiterentwickelt. Da man so Geschwindigkeit und z.B beim Fendt die Zapfwelle "getrennt" von einander steuern kann bzw. feiner steuern kann als beim normalen schaltgetriebe.
 
Theoretisch sind sogar 80 km/h drinne....aber wie du sagst, an der Steuerwelle ist eine kleine Nase angebaut, sodass diese Welle hier nicht weiter geschwenkt werden kann.

In der Endgeschwindigkeit fährt der Schlepper im reinen mechanischen Teil mit knapp 1800 U/min seine 50.

Der neue 936 Vario soll ja auch 60 fahren.

Ist eben nur eine Frage des Fahrwerkes und der Bremsen.

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Hier mal nur das Bild aus dem technischen Werkstattshandbuch.

Wenn Bedarf besteht, kann ich die Schritte Anfahren, mittlere Geschwindigkeit, 50km/h, und Rückwartsfahrt erklären, anhand der Zeichnungen.

Genial einfaches Getriebe eigentlich ;)

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es ist wahrscheinlich nur eine frage der zeit, bis sich entwickler wieder was neues haben einfallen lassen. ich schätze mal es wird bei den schleppern in den nächsten jahren so einpendeln das es schalt und variogetriebe gibt. bis es wieder was neues gibt.

man kann auch mit einem 716 schneller fahren, indem man einfach große eifen aufzieht und den rechner auf kleine reifen programmiert.
 
das geht ja schon sehr ins detail :)

hat sonst jemand generelle trends im auge, wohin der markt gehen könnte?

mir kamen da so dinge wie zb. geräuschminimierung oder erhöhung des wirkungsgrades in den sinn. auch die anwendung vom hydraulischen antrieb in gänzlich neuen maschinen würde ich nicht ausschließen.

was meint ihr dazu?
 
Original-Beitrag von Martin.Hauenschlag:

mir kamen da so dinge wie zb. geräuschminimierung oder erhöhung des wirkungsgrades in den sinn. auch die anwendung vom hydraulischen antrieb in gänzlich neuen maschinen würde ich nicht ausschließen.

Das verstehe ich nicht so richtig? Möchtest Du jetzt nur die Markttrends wissen, oder auch wohin die weitere technische Entwicklung geht?

Der Markttrend ist ja eindeutig. Jeder führende Hersteller bietet einen Stufenlosen Antrieb an. Selbst die Ausnahmehersteller wie Valtra werden nachziehen, gerade weil die kleinen 4 Zylindermotoren in der 120 PS-Klasse optimaler und effizienter eingesetzt werden können.

Nachteil an hydraulischen Antrieben sind immer die Resonanzen, die durch die Schwenkmotoren erzeugt werden. Gerade die Mähdrescher oder Radlader geben unter Last immer dieses typische "Heulen" von sich. AN noch besseren Verkapselungen wird gearbeitet.
 
Original-Beitrag von Quadgott:

Das verstehe ich nicht so richtig? Möchtest Du jetzt nur die Markttrends wissen, oder auch wohin die weitere technische Entwicklung geht?

ich verstehe darunter beides.

ich suche einfach generelle Trends im Bereich des Hydraulischen Fahrantriebs. Ob diese nun durch technische Weiterentwicklung oder andere Anwendungsgebiete gekennzeichnet sind spielt eigentlich keine Rolle.

Wie du beschrieben hast... das typische "Heulen" zb. wird sicher über kurz oder lang einen Trend in Richtung Geräuschminimierung auslösen usw.

Also wenn euch noch andere Probleme wie zb. das "Heulen" einfallen - gerne! :)
 
Beschäftigst Du dich denn damit wissenschaftlich, oder ist das nur reines Interesse?
 
nur der nachteil ist dass wenn man einen Vario hat man bei ca 5000 betriebsstunden so schnell wie möglich schauen muss dass man ihn wegbekommt (verkaufen) weil die nächsten 1500-2000 stunden mit garantie das Vario Lastschaltgetriebe kaputt geht und dann wirds sehr teuer. die getriebe werden bis jetzt nur von ZF entwickelt und sind noch nicht ausgereift. in meiner umgebung hatten wir schon sechs fälle wo es am getriebe gescheitert ist.
 
Mich fasziniert die neue Technik. Schon deshalb, weil nun Maschinenbau und Elektrotechnik verschmelzen und Möglichkeiten geschaffen werden, die früher nicht denkbar gewesen wären.

Klar, die alten Schlepper waren recht einfach im Aufbau, leicht verständlich und ihre Reperaturanfälligkeit nicht besonders hoch.

Das werden die neuen Schleppergenerationen auch erreichen, wenn es vom Hersteller gewünscht ist!!!!

Ich glaube, es ist heute gar nicht mehr beabsichtigt, Schlepper zu bauen, die 50 Jahre halten.

Das eine Bild oben vom Antrieb sind doch eigentlich Servoantriebe, oder?
 
Original-Beitrag von IHC 1046:

..... 1500-2000 stunden mit garantie das Vario Lastschaltgetriebe kaputt geht und dann wirds sehr teuer. die getriebe werden bis jetzt nur von ZF entwickelt ......

Die Getriebe sind Fendt Entwicklungen und werden mit Sauer/Danfoss zusammen gebaut. ZF hat vielleicht die Zahnradkomponenete übernommen.

Die Getriebe an sich sind robust und langlebig. Erkundigt euch mal bei euren ganzen Bekannten, die ja alle einen Fendt haben, der genau im Zeitfenster 6500 Std. schlapp zu machen scheint: Es liegt wenn, dann an der Elektronik oder an einer Hydraulikkomponenete (Schlauchzuführung etc.)

Wenn die Teile soooooo schlecht wären wie immer behauptet wird, würd sie doch keiner kaufen. Mein Lohner wartet schon gespannt darauf, dass er seinen 930 ersetzen kann, der jetzt schon fast 4000 Stunden hat, weil er mehr leistung braucht. Der Vorgänger 926 hat mit fast 7500 Stunden ein neues Leben in Ungarn angefangen und läuft da auch weiter.

Zum Thema: Wenn es denn noch Interesse gibt, können wir auch über die Hydrofluidantriebe reden, in Forstmaschinen. Damit hat SChlüter in den 60ern rumexperementiert. War aber ein Flop. Fendt hatte dieses Prinzip später als Turbokupplung/bzw. als Teilwandlergetriebe verbaut.

Nur mal so nebenher. Auch wenn viele auf die Lastschaltlosen, 6 Zylinder von IHC schwören (oder Fendt/Schlüter...etc.)......bei der Arbeitsintensität in der großen Landwirtschaft ist das nicht mehr gefragt! Es ist Nostalgie.

Mein Favorit ist und bleibt der MB-Trac, den tausch ich noch nichtmal gegen einen IHC.
 
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