Ihc 420 HD Presse Scherrstift schlägt durch

sharazan

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1 Oktober 2006
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Hallo,

wir haben eine Ihc 420 HD Presse, beim Einsatz im letzten Jahr hat es bei jedem ca. 25 Ballen den Scherrstift durchschlagen. 

Über Winter bis heute haben wir mehrere Reparaturversuche unternommen, aber ohne Erfolg.

Heute wieder nach dem 10. Ballen wieder das Problem.

Kolben läuft frei, Nadeln schwingen frei durch.

Kennt jemand das Problem und hat einen Tipp.

Gruß Bernd
 
Werde das nochmals noch genauer prüfen, ob nicht doch verschlissene Bleche im Kanal vorhanden sind.

Der Kolben, der hat schon etwas Spiel, ca. 1,5 bis 2 mm nach jeder Seite. Habe aber bisher nicht feststellen können das der Kolben beim Hub hakt oder verkantet. Aber die Pleul und Kolbenbuchsen die muss ich dann mal prüfen, dass habe ich noch nicht am "Schirm".

Scherschrauben sind nicht die Originalen, aber von der Festigkeit her von der gleichen Klassifizierung (habe ich prüfen lassen).

Drehzahl sollte beim Pressen gepasst haben, auf keinen Fall zu hoch - habe ich gemessen, und die Kolbenhübe 1/min. gezählt.

Was ist mit Kolbenfalle gemeint? Sperrklinke - wenn ja, die hat die Presse. Und ja, einmal hat es richtig gekracht - war wohl im ganzen Dorf zu hören.
 
Moin. 

Kenne die Presse nicht. Aber ich habe eine Welger AP12, erste Serie. Die hat auch einen Scherstift am Schwungrad. Bei Welger haben die Techniker dort gehärtete Buchsen verbaut, das Ganze ist als System zu verstehen. Wenn die Kanten der Bohrungen verschlissen, rund sind, werden die vorgesehenen Kräfte nicht mehr erreicht und der Bolzen schert viel früher ab. Weiß ich aus Erfahrung als ich vor 40 Jahren noch mit meinem Vater gepresst hab und wir deshalb das Pressen aufgegeben haben weil wir keine Bolzen mehr hatten.

Aber erklär mir bitte mal was ihr zu dieser Zeit presst? Stationär in der Scheune, umpressen?

Gruß Jürgen
 
Moin 

Bei unserer 440 Presse hatten wir das im vergangenem Jahr auch und zwar der Scherrbolzen zur Knoterbremse.

Dort waren die Buchsen von der  "Stange" ausgeschlagen

Und und keine Zöllegen Scherrstifte drin. 

Mfg Wilke 

 
 
Scherbolzen zur Knoterbremse - wo sitzt der genau?

Gibt es evtl. ein Bild dazu?

Zu dieser Jahreszeit pressen wir nichts. Ich nehme zum testen immer ältere HD Ballen per Handbefüllung.
 
Hallo sharazan,hallo zusammen,

von weitem gesehen würde ich auf ein zu lose stehende oder verschlissene Nadelbremse tippen. Die Nadelbremse befindet sich von außen auf der Knoterwelle und ist dafür zuständig die zurückgelagerten Nadeln und die Knüpferwelle in Ruhestellung zu halten solange kein Knüpfervorgang stattfindet.

Wenn die Bremse zu lose steht oder die Bremsbacken verschlissen sind oder die Bremsscheibe mit Öl und Fett beschmiert sind, kann es sein das sich die Nadeln mit jedem Kolbenschlag leicht nach vorne in richtung Ballenkanal bewegen und dabei wird die Sperrklinke mit ausgelöst. Die Sperrklinke (Kolbenstopp) wird beim Bindevorgang mit jeder Nadelbewegung in Richtung Knoter eingeschaltet, zum Schutz der Nadeln. Ist die bremswirkung der Bremsscheibe zu gering können die Nadeln sich vorzeitig in den Ballenkanal bewegen. In diesem Fall würde der Kolben gegen den Kolbenstopp fahren und dadurch den Scherbolzen an Schwungrad zum Abscheren bringen.

Ich schlage dir vor die Nadelbremse zu säubern und zu überprüfen, anschliessend etwas stärker anzuziehen damit die Bremse besser packt, danach versuche dein Glück erneut.

Um zu testen ob die Bremse zu lose steht kannst du versuchen die Nadelschwinge von Hand zu bewegen, ist dies möglich so steht die Bremse zu locker.

Ich hoffe dir weitergeholfen zu haben, melde dich wie es geklappt hat.

Gruß

Mario
 
Hallo IHC Elsenborn,

danke für die sehr gute Erläuterung. 

Das von dir beschriebene ist nachvollziehbar, ich wäre aber selbst nicht drauf gekommen.

Super Punkt für meinen weiteren Reparaturplan. Bei nächster Gelegenheit geht es weiter mit der Reparatur.

Werde berichten ob ich Erfolg hatte - über weitere Tipps würde ich mich freuen. Aber an alle bisherigen Tippgeber schon mal ein großes Dankeschön!

Gruß Bernd
 
Hallo,

ich habe eine IHC 422 und habe vor 2 Jahren im Winter den Kolben neu ausgerichtet und das Spiel im Kanal wieder nach Vorgabe eingestellt. Seither wieder 3000 Ballen gepresst, ohne dass einer aufgegangen ist und eine Scherschraube gerissen ist.

Die Bremse der Nadel muß natürlich auch richtig eingestellt werden, war aber bei meiner noch OK.

mfg Wilhelm

Deutz D30 S Bj. 1958
Unimog 406 Bj. 1975
John Deere Bj. 1978
Ehefrau Bj. 1979
IHC 633AS Bj. 1981
 
Kenne die Presse konkret auch nicht. Bei unserer Fahr-Presse wird der Kolbenstop/Sperrklinke beim Knoten mechanisch in den Kanal geschwenkt/gedrückt. Zurück in Ruhestellung geht er durch Federkraft. Die Mechanik muss also wirklich gut geschmiert und leichtgängig sein, damit die Feder das auch schafft. Natürlich pappt auf dem Schiebestück da jede Menge Dreck auf dem Fett. Diese Erkenntnis hat mich auch einige Scherbolzen und vor allem Nerven gekostet. Vielleicht ist das ja die Ursache?

Gruß +Matthes+
 
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