IHC 423: Kotflügel - ein Laie lernt Schweissen!

Calenberger-IHC

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Liebe Mitglieder,

nachdem ich ja vom TÜV darauf hingewiesen wurde, dass an den Kotflügeln mal etwas gemacht werden müsste, hatte ich die Konsolen vom Überrollbügel und dem Fritzmeier-Verdack abgenommen und traute meinen Augen nicht.

Den Zustand hatte ich euch in einem Post (LINK) gezeigt.

Ihr hattet mich auf neue Teile oder gute Gebrauchtteile hingewiesen. Diesem Tip bin ich gefolgt und zu dem Entschluss gekommen, dass ich Neuteile nicht verbauen möchte. Zum einen übersteigt der Preis bei weitem mein Budget und zum anderen vertrete ich die Meinung, dass man einem Schlepper sein Alter ruhig ansehen kann. Es ist und wird nie wieder ein Neufahrzeug werden.

Daher habe ich in den letzten Wochen ein "Reise" mit vielen Höhen und Tiefen unternommen, auf die ich euch in den nächsten Posts mitnehmen möchte.

Viel Spass beim Lesen.

Gruss Joerg
___
„Wenn Informationen von Menschen im Dialog oder in einer Diskussion verarbeitet wird,
dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Die Ausgangslage kennt ihr und der erste Schritt war die Beschaffung von Kotflügeln. Dies gestaltete sich leichter als gedacht. In Holzminden konnte ich für 50 Euro einen Satz von einem netten jüngeren Mann (Youtube: Sollinger Agrarvideos) erstehen, die er selbst von seinem IHC 423 demontiert hatte. 

Nun bestand das nächste Problem. Wie sollte ich die Kotflügel überarbeiten ohne Schweissen zu können. Ich hatte zwar schon mal mit Elektrode das eine oder andere zusammengebraten, aber Schweissen konnte man das nicht nennen.

Da kam mir ein weiterer netter Mann in den Sinn, der mir schon mal meinen Alu-Grill geschweisst hatte. Ich fragte ihn, ob er mir die ersten Gehversuche zeigen kann und mit mir die unterschiedlichen Schweissarten einmal ausprobieren kann. Kurze Zeit später hatten wir einen Termin und wir verbrachten 4 Stunden mit viel Theorie und einer ordentlichen Portion Schweisserei in seiner Werkstatt. Das eine oder andere Bier war natürlich auch am Start.

Wieder daheim musste ich das ganze erst einmal sacken lassen. Wir kommunizierten weiter und so kam dann die Beratung und die Entscheidung für folgendes Schweissgerät:

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Hinzu kam noch ein Automatik-Schweisshelm von Stahlwerk und zwei Gasflaschen, die ich über Ebay-Kleinanzeigen von jemandem kaufen konnte, der sein Aquarium aufgelöst hat.

Ich habe mit reinem CO2 geschweisst. da ich zum einen dies am Schweissgerät oben links einstellen kann und zum anderen konnte ich die Gasflaschen im Fressnapf-XXL in Hannover füllen lassen.

Für das Blech habe ich dann noch 0,6er Draht gekauft, was sich bei meinen ersten Versuchen und dann final an meinem linken Trittbrett als gut erwiesen hatte.

Mit diesem Setup startete ich meine "Kotflügelreise".

Gruss Joerg
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„Wenn Informationen von Menschen im Dialog oder in einer Diskussion verarbeitet wird,
dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Nach meiner Betrachtung der alten Flügel und der Neuerworbenen, fasste ich den Entschluss aus den alten Kotflügeln so viele Reparaturbleche zu schneiden wie möglich. Dazu musste ich erst einmal Bereiche von Farbe befreien, um zu sehen, welche Bleche noch keinen Rostbefall hatten.

Jetzt kamen die ersten Schnitte an den neuerworbenen Flügeln, der Zuschnitt der Reparaturbleche und das erste Schweissen.

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Wie man auf dem einen Bild gut sehen kann, musste ich eine Verstrebung entfernen, da sich darunter lauter Rostlöcher gebildet hatten. Da sie vom Werk aus nur punktgeschweisst sind, habe ich sie gut mit einem Akkuschrauber und Schweispunktbohrer entfernen können.

Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Nun tauchten noch zwei kleinere Löcher auf der Deckfläche auf, die sich jedoch etwas verzogen, als ich versuchte die Punkte zu schnell zu setzen.

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Damit war der erste Kotflügel mit den Schweissarbeiten soweit fertig und ich freute mich, dass ich den Schlimmeren von beiden bereits geschafft hatte.

Aber ich hatte die Rechnung ohne den zweiten Kotflügel gemacht.

Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Der zweite Kotflügel wurde schlimmer und schlimmer je mehr Farbe ich entfernte. teilweise entsctanden Löcher nur durch das entfernen der Farbe, so dünn war bereits das Blech darunter.

Dies hatte zufolge, dass ich bei diesem Flügel beide Verstrebungen entfernen musste, weil das darunterliegende Blech einem Flickenteppich glich.

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Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
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(Manfred Spitzer)
 
Am Ende des Tages dachte ich ich hätte einen Schweizer Käse vor mir.

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Die beiden großen Löcher in den Seiten sind da noch nicht zu sehen.

Jetzt ging es an das Zuschneiden, Klopfen, Schleifen, Abrunden, Anpassen, usw.

Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
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(Manfred Spitzer)
 
Hier ein Paar Impressionen bis zum Abschluss.

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Gruss Joerg
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Nun war die Seitenfläche dran. Da sich unter den Verstrebungen soviel Rost angesammelt hatte, habe ich mich bei diesem Schritt tatsächlich für neues Blech 2mm entschieden. 

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So das war es erst einmal bis hier her. Die nächsten Tage folgen weitere Schritte.

Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Guten Morgen Joerg,

puuh, Daumen hoch, Respekt, das sieht gut aus.Danke für deinen Bericht.

Ich kann schweißen und hab auch ein Schweißgerät, aber ich glaube der Aufwand, die Kotflügel zu reparieren, wäre mir zu groß geworden.

Prima übrigens der Tipp, die Flasche mit CO2 bei Fressnapf zu füllen.

Gruß und frohes Schaffen, Jochen
 
So sah der Kotflügel dann von innen aus. Das kleine Dreieck habe ich später noch ergänzt.

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Jetzt kam eine recht große Herausforderung. Die Kante musste ebenfalls gerichtet werden. Sie hatte irgendwie einen Knick und war wohl auch schon mal bearbeitet worden.

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Puh - fertig ! Das wäre geschafft. Unzählige Stunden bis zu diesem Stand standen auf meinem Konto.

Jetzt nur noch die Streben wieder rein. Das konnte doch nicht so schwer sein.

Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Leider hatte es bei geneuer Betrachtung genau eine Strebe so stark getroffen, dass ich auch hier noch meine Schweisskünste verbessern konnte.

Hier habe ich jedoch auf ein Einschweissen verzichtet, da das Material schon so spröde war, dass selbst der 0,6er Draht mit kleiner Einstellung entweder nicht durchschweisste oder nur klebte. Daher habe ich ein Reparaturblech aufgeschweisst.

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Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
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Nachdem nun an diesem Kotflügel alles gerichtet war. Stand am ersten Kotflügel noch eine stelle an, die ich mir bis zuletzt aufgehoben hatte, um meine Erfahrung mit dem Schweissen nun noch einmal komplett einzubringen.

Warum zum Schluss?

In diesem Schritt musste das zentralste Teil, nämlich die einzige Verbindung mit dem Schlepper wieder ordentlich fixiert werden und das wollte ich nicht versauen.

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Auch hier habe ich ein neues Blech verwendet. Was habe ich da gemessen und geschnitten und wieder gemessen und geschliffen, bis das Teil da drin war.

Gruss Joerg
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Guten Morgen Joerg.

Wow ! Das sieht super aus !! 👍

Respekt.....

Das steht mir auch noch bevor.

Mir wird schon schlecht, wenn ich nur dran denke. 😐

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Nach dem Entlacken sehen die wohl fast wie Deine aus ...

Habe bisher nur Fulldraht geschweißt, aber da kommt viel Wärme

 ins Material, und ich befürchte dass sich dann alles verzieht 

Also werde ich wohl Deinen Tipp mit dem CO2 und Fressnapf

beherzigen. Ich bekomme im Oktober eh einen Hund, und werde 

mich dann öfter dort aufhalten 😎.

VG aus dem Odenwald, Carlo 
 
So jetzt ging es an das Abschleifen der Farbe. Einige von euch werden sich bestimmt gleich denken "Ist der verrückt? Warum schleift der den alten Lack nicht einfach an und lackiert dann drüber?"

Es gibt da mehrere Gründe:

1. Ich bin nicht so für halbe Sachen und möchte es, wenn ich es dann mache, zum einen ordentlich und zum anderen nicht ein zweites Mal machen.

2. Nur durch ein komplettes Abschleifen bekomme ich einen gleichmäßigen Lackaufbau hin. Auf den "neuen" Kotflügeln war eine Schicht Lack mit Grundierung drauf und auf den "alten" Kotflügeln, aus denen ich die Reperaturbleche geschnitten habe, waren zwei Schichten Lack mit Grundierung aufgetragen.

3. Wie ihr auf den Bildern schon gesehen habt, sind schon Teile in schwarz zu sehen. Diese sind bereits rostbehandelt. Durch das Teilabschleifen der Schweissbereiche habe ich immer wieder Stellen gefunden, die oberflächlich angegriffen waren. Dies soll zu meiner Lebzeit nicht mehr passieren.

Vorab gesagt. Man muss das wollen. wie das ganze Projekt eigentlich. Man sieht nach dem Schleifen aus wie Sau. daher auch nur mit Schutzausrüstung.

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Gruss Joerg
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(Manfred Spitzer)
 
Ich habe erst einmal nur die Farbe mit CSD-Schleifscheiben entfernt. Eine Fächerscheife kommt bei mir nicht ans Material, da sie viel zu viel Material abträgt. Die CSD-Scheiben sind härter als der Lack und weicher als das Blech und so bekommt man eine schöne glatte, saubere und gleichmäßige Oberfläche.

Die Schweissnähte sollten erst danach folgen.

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Gruss Joerg
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Moin.

Da hast du dir aber viel Arbeit gemacht. Bevor du jetzt weiter machst solltest du die Kotflügel mal probeweise montieren, nicht das sie zu verzogen sind. Jetzt kannst du noch gut richten ohne das irgendwas kaputt geht.

Als nächsten Schritt empfehle ich das Verzinnen. Spachtel kann bei den Vibrationen am Schlepper leicht reißen oder abplatzen, Zinn bzw Blei bei richtiger Handhabung nicht. Schau dir mal ein paar Videos bei YouTube an, so schwer ist das nicht.

Gruß Jürgen
 
Nun kamen die Verstrebungen wieder rein.

Alles was ihr auf den zukünftigen Bildern in schwarz sehen werdet ist mit dem Rostumwandler "Tannox" behandelt. Das habe ich damals schon an meinen Felgen verwendet und hat sich bewährt.

Da man an den Hohlraum nach dem Einschweissen nicht mehr dran kammt habe ich die Auflagefläche sofort grundiert. Im Werk werden die Teil wahrscheinlich irgendwie getaucht, damit in diesen Hohlraum etwas reinlaufen kann. Nach dem Lackieren werde ich wahrscheinlich noch eine Hohlraumkonservierung mit Schlauch reinsprühen.

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Gruss Joerg
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Danach habe ich die Schweissnähte verschliffen und dann den gesamten Kotflügel mit Tannox behandelt.

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Gruss Joerg
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Nachdem ich die Flügel auf die Seite gelegt hatte, kamen nun erst einmal die zusätzlichen Versteifungen, an denen auch der Überrollbügel befestigt wird, zum Anpassen rein. Das passte soweit alles und nun konnte ich die Kotflügel in den Garten bringen zum Grundieren und Lackieren.

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So sehen die Teile nun aus. Heute wird das zweite Mal Lackiert und dan bleiben sie erst einmal 1 Woche stehen, damit der Lack ordentlich aushärten kann.

Ich hoffe ihr hattet Spass beim lesen und habt nicht zu häufig mit dem Kopf schütteln müssen.

Zurückblickend war es eine ordentliche Portion Arbeit, auf die ich mächtig stolz bin. Hätte ich mir neue Kotflügel gekauft, dann wäre das zwar schneller gegangen, aber ich hätte bis heute kein Schweissgerät und meine Schweisserfahrungen wären auch gleich null.

Nun habe ich Geld gespart und noch für die Zukunft etwas dazugelernt.

Euch noch ein schönes Wochenende. Vielleicht sieht man sich in Nordhorn. Da werde ich nämlich mit meiner Frau hinfahren, um mich von der Schweisserei ein wenig zu erholen.

Gruss Joerg
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