IHC 453 und bewirtschaftung einer Obstbaumwiese

Manuel Proepster

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90602 Pyrbaum
Hallo,

nochmal kurz am rande: Ich bin neu hier, habe mich im Unterforum für vorstellungen schon vorgestellt aber hier nochmal die kurzfassung:

bin der Manuel, 36 Jahre, aus Pyrbaum und habe einen IHC 453 aus erstbesitz übernommen/geerbt mit Hof.

Nun zu meiner Frage: 

Was denkt ihr, lohnt sich das oder nicht?

Ich habe den Hof meiner Großeltern geerbt ( 4 Ha Mischwald, 0,5 Ha Nadelwald, 2 Ha Wiese und 1 Ha Ackerland) und möchte diesen nun etwas erweitern, da leider seit 1969 die LW aufgegeben wurde ist halt viel verkauft worden und mir stehen insgesamt nur 7,5 Ha zur Verfügung. Den IHC 453 den wir haben ist dafür ausreichend und deswegen soll dieser auch bleiben. Mein Problem ist das ich irgendwie wirtschaften muss, kurz = ich muss was verdienen! Der Plan wäre die Obstbaumwiese mit 0,2 Ha zu optimieren und somit Geld durch den Verkauf von Obst zu verdienen, aber lohnt sich das?

Brennholz verkaufe ich im Jahr ca. 10 Ster für 50€/Ster, von den Wiesen erwirtschafte Ich Heu das ich aber für meine 8 Schafe und 3 Ziegen selber brauche, das Ackerland bringt nix ein, da werden nur Kartoffeln angebaut und der ertrag beträgt ca. 4-5 t/Jahr also völlig unrentabel. 

Fasse mal kurz zusammen womit ich was verdienen möchte:

- Obstanbau ( Äpfel, Birnen, Zwetschgen,...)

- Verkauf von Wolle, Ziegenmilch udn Weihnachtsgänsen.

Wäre evtl. das anbauen von Weihnachtsbäumen ein rentables Geschäft ( die wuchsdauer wäre kein Problem) oder kann ich mir das aus den Kopf schlagen?

Nun zum anderen Punkt: Grünes Kennzeichen!

Wir hatten seit 1971 eines bis vor einem halben Jahr als wir ihn kurz abmelden mussten ( umschreibung) und dann haben die uns die alte natürlich nicht mehr genehmigt. Ich habe mich hierzu schon informiert aber kein befriedigendes Ergebnis bekommen. Mir wäre hier ein Bericht von jemanden der auch die Grüne Nummer beantragt hat am liebsten. Wichtig wäre für mich:

Was muss ich erfüllen?

Welche Beiträge ( BG,..) muss Ich zahlen und ungefähre Preise

Was muss sonst noch alles beachtet werden?

Grüße

Manuel
 
Hallo Manuel und willkommen,

für die grüne Nummer musst du in erster Linie eine Gewinnerzielungsabsicht durch deine Land- und Forstwirtschaft nachweisen. Das läuft üblicherweise über den Steuerbescheid, dazu gibt es aber auch schon ausreichend Material im Internet und auch hier im Forum. Ich habe neulich einmal gelesen, dass einem Forstwirt per Gericht das grüne Kennzeichen genehmigt wurde, obwohl er noch keinen Gewinn erzielt hatte. Das Argument war dabei, dass er den Schlepper zur Pflege seines Waldes braucht und das Ziel davon die langfristige Werterhöhung des Waldes ist. Das ist dann kein direkt erzielter Gewinn, hat für die grüne Nummer scheinbar trotzdem gereicht, vielleicht könnte das für dich interessant sein, da du ja auch noch keinen Gewinn ausweisen kannst.

Der Artikel war im landw. Wochenblatt Westfalen Lippe, ich habe den leider nicht mehr, vielleicht hat das ja noch jemand gelesen.

Schöne Grüße und viel Erfolg mit deiner kleinen Farm
 
Grundsätzlich dürfte das grüne Kennzeichen kein Problem sein. Schau mal hier nach:

www.topagrar.com/technik/news/gruenes-kennzeichen-oefter-moeglich-als-gedacht-9831638.html

und hier:

www.topagrar.com/management-und-politik/aus-dem-heft/betriebsleitung-gruenes-kennzeichen-oefter-moeglich-als-gedacht-9625060.html

Da steht alles wesentliche. von diesem Betroieb zu leben wird schwierig, nebenbei als Hobby  wo evtl. sogar etwas überbleibt ist das aber machbar. Erweitern ginge ja nur durch Zupacht oder Zukauf, das mußt Du Dir mal ausrechnen ob sich das lohnt.
 
Schönen Abend,

Super, vielen dank für die ganzen Antworten. Also ich möchte das alles nur als Hobby machen aber dennoch etwas dabei verdienen (  1000-2000€ im Jahr). Zum Bauernverband gehe ich nicht da man mich da sowieso nur belächelt, ich solle kommen wenn ich meine Daten habe.

Grüße

Manuel
 
Hallo Manuel , als Fixkosten kannst du die 1000€ anpeilen . 

                       Um überhaupt was zu verdienen müsste man veredeln zb. über ein Brandrecht . 

Hab vor 3j verpachtet weil nichts rauskommt .

Gruss Karl 
 
hallo Manuel,

Ich habe im Dez. 20 meinen 383 angemeldet und grüne Nummernschilder beantragt.

Für den Antrag will der Zoll einen vollständigen Berufsgenossenschafts Bescheid.

Die wollten den Antrag obwohl ich einen kleineren Schlepper schon über 20Jahre mit grüner

Nummer fahre.Der Antrag wurde genehmigt.Mein Biobetrieb umfasst 3,5 ha.Wieso sind 5 to.

Kartoffel völlig unrentabel ?.Die wurden doch nicht von einen Ganzen ha geerntet.10 Ster Brennholz von 4,2 ha Wald ist auch nicht toll.Für Berufsgen.must Du mit etwa 400€ rechnen.Beim Amt für Landwirtschaft kannst Du Förderung

beantragen.

Viele Grüße aus Bayern
 
Hallo,

Ok, danke für deinen Bericht zum 383, so habe ich es mir schon gedacht😒

wollen die von der BG bei euch 400€ im Jahr oder im Monat? Bei uns war das nicht so viel kann ich mich erinnern. Das andere Problem, die 4,5 ha Wald und 1 Ha Wiese sind gepachtet der rest gehört uns. Wird das dann trotdem so funktionieren mit teilsgepachteten Flächen? und eine Frage hätte ich noch, was würden die vom Amt ( oder bei uns AELF ) dann fördern? habe mich damit noch nicht so auseinandergesetzt, nur damit ich etwas Input habe denn wie wir bekanntlich alle wissen sind die unwissenden immer eine leichte Beute. 

Grüße

Manuel
 
Hallo Manuel,

Ich habe eine ähnliche Situation wie du,  bei mir ist es ein Case IH 533 Hinterrad.

Ich habe den aber mit Schwarzer Nummer angemeldet, das Kostet nicht so  viel. Versicherung (bei mir LVM, bei denen kostet es suf schwarzer Nummer  gleich wie Grün) sind ca. 200 Euro im jahr, und zwar bei mir als Erstversicherungsnehmer. Ich kann die Schadenfreiheitsklasse auch aufs nächste Auto übernehmen. Bisher waren diese über meine Eltern versichert...große Altdiesel, die ich von denen übernommen hab, halt...für junge Leute ist sowas ja kaum bezahlbar:-D 

Ich hab aber auch den BE führerschein, vor 2013 erworben. Kann also 3.5t anhängen und unter Umständen auch noch mehr, der FS war damsls nur durch die Anhängelast des Zugfahrzeuges begrenzt. Ich habe aber bisher keinen Bedarf gehabt und würde mir, wenn, das such schriftlich grben lassen wollen...

Grüße 

Max
 
Hallo an alle,

Ok, bin auch bei der LVM und der IHC war bis zur Abmeldung auch bei der LVM für 90€  im Jahr versichert. Mir geht es auch um die Steuern, die 200€ Steuer sind halt auch ganz schön viel und auch meine Anhänger müsste  ich dann seperat zulassen und jeweils für einen ca. 300 € ( steuer+versicherung) zahlen, also müsste ich gesamt für Schlepper,Anhänger 1 und Anhänger 2 ca. 800€ zahlen und das ist mir eindeutig zu viel.

Außerdem möchte ich das alte Kennzeichen behalten das dort seit 1971 angebracht ist, es kann auch sein das man das irgendwie deixeln kann das er auf dem Papier schwarz angemeldet ist aber ein grünes Kennzeichen hat und quasi in der Zulassugnsbescheinigung ein Vermerk zu finden ist, aber da hab ich leider null Ahnung.

Grüße

Manuel
 
Habe einen 633, wir haben 5 ha Wald und 20 ha Acker verpachtet, ich mach Grünfutter/Heu und Acker auf 1,5 ha

Habe 2019 die grüne Nummer beantragt, die Steuerbefreiung war befristet für ein Jahr, dann sollte ich meine Einkünfte Nachweisen.

Die 5000 Euro Umsatz mit Land und Forstwirtschaft im Jahr, waren den zu wenig, habe keinen Bock mehr auf das Prozedere.

Wir haben noch einen zweiten Trecker mit grüner Nummer, schon seit 50 Jahren auf dem Hof, mit mehreren Anhängern.

Zahle ich halt Steuern auf den roten, kann aber wenigstens die anderen Anhänger benutzen.

Weiß nicht ob sich der Zoll nur in Sachsen so hat?

Kenne einige bei uns, die ihren neuen Traktor, trotz Gewerbe mit schwarzer Nummer laufen haben.

Ein Kumpel hat erst mit Wiederspruch die Steuerbefreiung erwirkt, der bekommt sogar EU Fördermittel für seine Nebenerwerbslandwirtschaft.

Gruß Micha
 
Hab vor 6j beide Schlepper auf mich überschreiben lassen , der Zoll wollte mir auch die grüne Nr. streichen 

hab ihnen eine Kopi der BG und Flächennutzungsnachweises  zugesandet somit ging alles weitere ohne Probleme . 

Gruss Karl 

Hinweis , im Moment sind die Föderungen im Wald sehr begehrt aber wie mir gesagt wurde erst ab 1ha . Grrr hab 0,97 
 
Manuel Proepster:

Hallo an alle,

Ok, bin auch bei der LVM und der IHC war bis zur Abmeldung auch bei der LVM für 90€  im Jahr versichert. Mir geht es auch um die Steuern, die 200€ Steuer sind halt auch ganz schön viel und auch meine Anhänger müsste  ich dann seperat zulassen und jeweils für einen ca. 300 € ( steuer+versicherung) zahlen, also müsste ich gesamt für Schlepper,Anhänger 1 und Anhänger 2 ca. 800€ zahlen und das ist mir eindeutig zu viel.

Außerdem möchte ich das alte Kennzeichen behalten das dort seit 1971 angebracht ist, es kann auch sein das man das irgendwie deixeln kann das er auf dem Papier schwarz angemeldet ist aber ein grünes Kennzeichen hat und quasi in der Zulassugnsbescheinigung ein Vermerk zu finden ist, aber da hab ich leider null Ahnung.

Grüße

Manuel
Ich denke der Themestarter sollte sich überlegen was ihm sein "Hobby" wert ist. Hobby ließ sich noch nie

finanziell aufrechnen. Egal ob Oldtimer, Golf oder Tennis. Alte Schlepper und kleinst Nebenerwerb werden

zusammengerechnet nie schwarze Zahlen schreiben. Egal ob grüne oder schwarze Kennzeichen.

Ich weiss nicht wie die Pachtpreise bei Euch sind, Ackerland liegt bei uns zwischen 700 und 1200€, Weideland bei 300€ im Jahr.

Da wird man wohl am meisten Gewinn draus ziehen können.

Mfg
 
Guten Morgen,

Oh wei, das Gerichtsblatt😬!

scheint eine schwierige Sache zu werden,... ach dann muss ich man altes Kennzeichen halt auch demontieren, mist.

Grüße

Manuel
 
Servus Manuel,

am besten du läst dir von der Zulasugsstelle die Telefonummer der für dich Zuständigen Zollhaupstelle geben,da arbeiten Menschen mit

denen kann man reden!

Hab selber fünf Schlepper auf Grün angemeldet und bewirtschafte nur noch meinen Wald (ca.10 ha ) der Rest der Landwirtschaft ist verpachtet.

Leider bekommt man bei uns wenns gut geht nur 350€ pro ha und Jahr.

Gruß Sepp
 
Hallo Manuel,

Hatte vor Jahren auch das Problem als ich den Traktor von meinem Vater auf mich umschreiben lies mit der grünen Nummer.

Ich fragte zuerst auf der Zollamtzweigstelle nach den Vorraussetzungen für das grüne Kennzeichen.

Wenn ich Mitglied bei der Berufsgenossenschaft wäre und landwirtschaftli.Produkte verkaufe seien das scho mal gute Vorraussetzungen sagt man mir dort

Ich legte die Mitgliedsbescheinigung der Berufsgenossenschaft vor . Dazu sämtliche Quiittungen die ich beim verkauf meines Obstes (Äpfel) von der Baywa

erhielt Sie leiteten es weiter  an das Hauptzollamt, bei uns in Ulm.

Danach erhielt ich ohne weiteren Schriftverkehr das grüne Kennzeichen.

Ich bewirtschafte ca 60 Apfelbäume. Aber mit Geldverdienen ist hier Fehlanzeige.

Die Obstpreise sind,wenn es viel gibt derart im Keller (3-5 € dz ) dass viele die Äpfel überhaupt nichtmehr auflesen.

Letztes Jahr ging es einigermassen da waren es am Anfang 7€ dz zum Schluß 9€ dz. 25 dz hab ich abgeliefert. ca 20 Kisten für den Eigenbedarf eingelagert und 4dz

zu Saft (Bag in Box verarbeitet), wobei die 5l Box 4€ kostet. Auch nur für den Eigenbedarf

Manche verkaufen auch die Saftboxen . DAs mußt Du aber ausrechnen. In der Regel verlangen Sie 7-8€

Im Hofladen selbst vermarkten,+ Saft wenn Nachfräge besteht, bringt ev am ehesten etwas.

Nun ich habe 6x gemulcht (Mäher Benzin ). Dann alle Bäume schneiden. Wenn Du dasalles rechnest verdienst Du nichts.

Mit der Arbeitszeit darfs Du erst garnicht anfangen zu rechnen,als Hobby betrachten

.Brennholz machen und verkaufen. Bei uns gibt es da schon zuviele. Auch sind hier Investitionen notwendig. Motorsäge ,Spalter, Säge. auch nicht so einfach

 Wo Du ev. etwas verdienen könntest sind  kleine Gelegenheitsarbeiten für die Kommune.

Blumenbeete bewässern im Sommer, ev kleinere Mäharbeiten, aber dann wird gewerblich.

                                            Überlegs Dir genau   Gruß und bleib gesund   Harry
 
Moin Manuel,

ich betreibe meine Landwirtschaft auch im Nebenerwerb und habe an Eigentum ca 0,5 ha Grünland am Hof, weitere 0,5 ha Grünland und 3 ha Acker sind dazugepachtet. Macht also ca. 4 ha bewirtschaftete Fläche.

Auf solch kleiner Ackerfläche kannst Du nur mit sogenannten "Sonderkulturen" sinnvoll "verdienen". Meine erste Idee war Wildpflanzensaatgut zu produzieren, aber das war dann doch nicht so mein Ding.
Mittlerweile haben wir hier am Ort eine "Solidarische Landwirtschaft" für Gemüse etabliert auf einem Teil "meines" Ackers  - macht zwar ‘ne Menge Handarbeit, bringt aber auch ein paar Euronen in die Kasse und ich habet fast das ganze Jahr mein eigenes, in meinem Fall ökologisch erzeugtes, Gemüse auf dem Tisch.
Weiters habe ich alte Getreidesorten (Waldstaudenroggen, Dinkel, Emmer) auf Teilflächen angebaut und in einer nahegelegenen Mühle vermahlen lassen - das Mehl wird mir "wie geschnitten Brot" von unseren Bekannten im Dorf und unseren Freunden bundesweit quasi "aus den Händen gerissen", weil viele Familien wieder selber Brot backen und gerne die "alten Sorten" dafür haben wollen.
Das Heu vom Grünland fressen meine Schafe und die Pferde von Freunden und auch das Stroh ist mit seinen erheblichen Beiwuchsateilen als "Beschäftigungsfutter" gut abzusetzen.

Soweit das Vorgeplänkel.

Mein D-432 lief Anfangs mit schwarzer Nummer, aber da hatte ich nur den 1 ha Grünland für meine Schafe und noch keinen Betrieb.
Als ich den Acker dazupachten konnte, habe ich meine Landwirtschaft angemeldet als Nebenerwerb, also ans Finanzamt, Amt für Landwirtschaft, BG und (in meinem Fall) Öko-Kontrolle.
Ich kriegte meine Betriebsnummer, BG-Beitritt, Steuernummer usw. und habe dann (nach einigen Jahren erst) den Zoll kontaktiert, ob ich für meinen Trecker nicht auch die grüne Nummer beantragen könnte.
Sie wollten von mir die Unterlagen zur BG, meine Betriebsnummer beim StALU und meinen letzten Steuerbescheid für den landwirtschaftlichen Betrieb haben und haben dann sogar den Trecker rückwirkend zum Datum der Betriebsgründung steuerbefreit!!!

Also ich kann nur sagen "Versuch macht kluch", melde Deine Land-/Forstwirtschaft an und dann sollte es möglicherweise ähnlich verlaufen.

Schöne Grüße,
Chris
 
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