IHC 523 Agriomatic Getriebe tauschen

Kritik am Agriomatic-S hat’s schon immer gegeben, aber es war in den 60er Jahren schon eine enorme Innovation. Als ich 1972 einen neuen 654 erwarb, habe ich mich gegen diese Variante entschieden, weil das rein mechanische Getriebe mir pflegeleichter und auf lange Sicht robuster erschien - es war die richtige Wahl, weil die Vorteile der hydraulischen Getriebesteuerung mich nicht überzeugten und die fehlende Bremswirkung in der Ackergruppe in bergigem Gelände und auch beim Fräsen ein Manko waren.

Vor wenigen Jahren hat’s dann doch den überzeugten  IHC-Fan nochmal in den Fingern gekribbelt und ein 624 mit Agriomatic-S wurde als Hobbymaschine auf den Hof geholt. Die Totalüberholung war nicht zuletzt wegen einer angeknacksten Kupplungsglocke und des deshalb erforderlichen aufwendigen Austauschs inkl. Wechsels der Agriomatic-Komponenten eine Herausforderung, zugleich aber auch die Möglichkeit zum Kennenlernen der zwar veralteten aber immer noch interessanten „einfachen“ elektronikfreien Getriebehydraulik. Trotz gebrochener Lamellen in den Kupplungspaketen hatte der 624 von 1968 immer noch seinen Dienst gemacht, allerdings bei verminderter Vortriebskraft - spürbar bei Frontladerarbeiten. Offensichtlich war die intakte Ölpumpe mal gewechselt worden, da bereits das Ventil der 2. Generation (mit Plastikkopf) - welches nicht mehr von außen demontierbar ist - verbaut war. Das uralte Steuerventil mit 2 Schiebern und auch der Verteilerblock wurden beibehalten, nur die alterungsempfindliche Saugrohrschlauchverbindung wurde erneuert. Das Saugrohrsieb war übrigens ein Wunder an Durchlässigkeit, nur einzelne Ölmoleküle fanden nach Jahren sparsamer Plege und unkontrollierter Fahrfreude noch ihren Weg hindurch. Wegen einiger gebrochener Lamellenscheiben  und falsch montierter Kolbenelemente war ein Neuaufbau beider Lamellenkupplungen zwingend erforderlich, was wegen der bekannten „Materialknappheit“ zunächst unlösbar erschien.

Nun nach mehr als 5 vergangenen Jahren seit der Revision der Technik mein begeistertes Fazit:  Die alten Komponenten tun‘s immer noch - sogar zuverlässig und überraschend eindrucksvoll für einen 68er Oldie mit hervorragendem Motor. Aber man muss eigentlich immer ein Auge draufwerfen - nicht nur aufs Öl und genügend hohen Öldruck - und die Befürchtung bleibt, dass sich vielleicht mal irgendwann die Lamellenkupplungen abreiben - hoffentlich nicht gegenseitig. Grüße an alle Liebhaber der CMs, Bodo.
 
Lanz_4016:

...jedes zweite Thema handelt hier von Agriomatic - Problemen!? Waren die damals alle zu blöd damit richtig umzugehen, waren/sind sie konstruktiv so schlecht/anfällig, oder haben die Leute sie einfach nur schlecht gewartet?

Gruß :-))

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Gaggenau / Neuss / Forstern
Nichts ist für die Ewigkeit, bei nem Maxxum machst auch schon mal bei ca 8000h die Lamellen neu, bei nem Vario ist nicht selten nach 10000h der Triebsatz durch, bei den 55er und denen mit gleichem Getriebe isses die Hohlwelle. Allerdings isses bei einer D-Serie in der Regel gleich ein wirtschaftlicher Totalschaden da die Dinger quasi keinen Wert haben. Aus dem Grund würde ich persönlich keinen mit Agrimatic haben wollen, bestenfalls als Motorspende wobei die Motoren durch die Bank weg auch alle durch sind. Das konnten andere Hersteller zu der Zeit besser, ein Eicher oder Deutz aus der Zeit ist heute günstiger in der Wartung/Unterhalt
 
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