IHC 644 - Motorprobleme nach Überholung

MeWi95

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28 Juli 2020
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Hallo IHC Gemeinde und vielen Dank für die Aufnahme !

Leider macht mir unser 644 nach eigens durchgefühter Motorüberholung etwas Probleme aber ich fange mal besser von ganz vorne an :D

Entscheidender Punkt für die Revision war die Zylinderkopfdichtung die ESP-seitig leicht undicht war und Kühlwasser nach außen hin durchließ, desweiteren sprang er immer nur mit einem kleinen Schuss Startpilot an (was ich später noch mit einer anderen gebrauchten ESP abhaken wollte). Also ging es ans Zerlegen und da stellte sich schon heraus, das Kolben und Zylinderlaufbuchsen auch gleich neu kommen. Habe mich dann für den "großen" Rep-Satz für 1.300€ entschieden mit Ölpumpe etc. pp. So weit so gut, Anleitungen habe ich mir alles besorgt was zu kriegen war (mache ich immer so) und nach ein paar entspannten Abenden war ich mit allem durch, hatte auch soweit alles bestens funktioniert. Sprich, das Undichtigkeitsproblem war behoben und vom Gefühl her hatte er eindeutig mehr Willen zum anspringen aber er tat es leider nicht (nur mit einem Hauch Startpilot). Ich habe mir dann die Einspritzdüsen genauer angesehen, konnte aber augenscheinlich keinen Fehler finden also habe ich mir spaßeshalber für n Hunni ein Düsenabdrückgerät gekauft. Hatte mir nicht gerade viel davon erhofft aber ein Versuch ist es bestimmt wert dachte ich mir. Ergebnis, 2 von 4 Düsen lagen bei ca. 195 von 225 Bar und die anderen beiden bei ca. 210 Bar. PS: Bei mir sind die Bosch KBEL 84S4/13 Stöcke und die DLLA 150S716 Düsen verbaut. In meinem Neuteilwahn dachte ich mir, Mensch für 20€ das Stück kann man sich neue Düsen beschaffen, also her damit. Auf einer Internetseite konnte ich dann noch günstig Einstellplätchen ergattern und schon gings los mit dem Düsen einstellen. Das hat soweit auch gut funktioniert denke ich(Alle Düsen lagen dann zwischen 220 und 230Bar). Mir erschien das schon alles zur schön um wahr zu sein und das bestätigte sich dann auch mehr oder weniger bei den ersten Startversuchen. Vorweg, es hat eindeutig was gebracht aber reichen tut es immer noch nicht. Er sprang beim zweiten Versuch mit 30 Sek. vorglühen und Abstellhebel halb rausziehen von alleine an, allerdings beim loslassen des Abstellhebels war er auch ziemlich fix wieder aus. Nach weiteren erfolglosen Startversuchen hab ich ihn dann nochmal mit Startpilot laufen lassen, damit er überhaupt mal durchkommt um den allgemeinen Lauf zu begutachten und mögliche Undichtigkeiten nach der Revision zu lokalisieren (war aber alles top). Aaaber ich konnte während der Startversuche sowie einige Minuten im Stand weißgräulichen Rauch aus dem ersten Zylinder feststellen, der sich erst legte, nachdem ich den Motor mal schneller laufen lassen habe. Ebenso lief er zu diesem Zeitpunkt (logischerweise) total unrund und drückte etwas unverbrannten Diesel aus der Abgasführung des ersten Zylinders. Meine Frage ist nun folgende: Wie kriege ich den Burschen anständig zum Laufen ? Sollte ich nochmal alle Düsen professionell testen lassen ? Hat die neue alte ESP vielleicht auch Probleme ? Zylinderkopfmäßig sollte alles im Lot sein (Ventile sind neu eingeschliffen und eingestellt (0,25mm Einlass, 0,3mm Außlass)). Ich bin aktuell wirklich ratlos ...

Ich hoffe ihr habt vielleicht noch ein paar Tipps, Anregungen o.ä. für mich und schonmal vielen Dank im voraus !

Liebe Grüße aus Niedersachsen

Merlin
 
Hallo

Das ist schwierig aus der Ferne zu sagen, wenn ich mir den Beitrag durch lese denke ich das hier Wissen und die Erfahrung wie es im Detail muss, fehlt.

Einfach sich Unterlagen besorgen und los, so einfach ist das nicht, das beste Beispiel ist das du dir billige Düsen gekauft hast und die zwischen 220-230 bar eingestellt hast. Düsen müssen alle Gleich auf einem Wert eingestellt werden das ist Grundwissen.

Hast du die Düsen vor dem Einbau geläppt, schnarrten die Düsen beim abdrücken, ist der Düsenstock richtig herum eingebaut.

Einspritzzeitpunkt richtig eingestellt incl.Berücksichtigung des Flankenspiels im Stirnradtrieb usw., usw, 

Nichts für ungut aber es hat schon so seinen Grund warum es Leute gibt die eine Mehrjährige Ausbildung durchlaufen, Meisterprüfung ablegen und dann oft noch verzweifeln weil es theoretisch nach Lehrbuch funktionieren muss aber die Praxis zeigt etwas anderes.

Gruss

Alwin
 
Hallo Merlin, im allg hat Alwin schon alles beschrieben was sein kann, auch Ferndiagnosen sind manchmal sehr schwierig. Was mir beim lesen Deines Berichtes aufgefallen ist das die ESP meines Erachtens auf den Prüfstand muß.Alte Neue  muß nichts heißen, da hat man schon die tollsten Sachen erlebt.Such Dir Beistand bei Deinem Projekt . LG vom Paylodoc aus der Nähe von Neuss.
 
Hallo,

Tausche doch mal die Düsen untereinander. Ob es beim 1 Zylinder bleibt.

Düse Dicht ? Oder fliegt der Oring oben weg.

Ist die Esp fertig.

Ventile schliessen ?

Kolben falsch rum drin? Geht das? Weiß ich jetzt gerade nicht so genau.......

Gruß Ludger
 
Guten Abend Ihr Lieben und vielen vielen Dank schonmal für die Beiträge und sorry, dass ich erst heute zu Wort komme.

Ich habe eben mal Düse 1 mit Düse 2 vertauscht und leider besteht das Problem mit dem unverbrannten Kraftstoff weiterhin, finde es bloß merkwürdig, dass er nach ein paar Minuten "fast" ohne Probleme läuft, sprich er qualmt kaum noch, allerdings hat er bei einer ganz bestimmten Drehzahl (kurz über Leerlauf) einen komischen Unrundlauf der bei etwas mehr Gas gleich wieder verschwindet. Die Kolben sind alle korrekt verbaut worden (ja, Laufbuchsen und Kolben sind von Kolbenschmidt). Die Düsenstöcke sind auch korrekt verbaut, erkennt man anhand der Bohrungen für die Leckleitung. Die O-Ringe der Düsen sind ebenfalls alle dicht, kein Kraftstoff der rausblubbert und mit Lecksuchspray hab ich sie auch bearbeitet. Die Ventile waren laut meiner Messung auch alle in Ordnung und gut eingeschliffen habe ich sie auch. Bleiben höhstwahrscheinlich nur noch die ESP und eine Kompressionsprüfung. Bevor es zum teuersten kommt würde ich gern erstmal die Kompressionsprüfung durchführen, könnt Ihr mir da ein Set empfehlen ?

Liebe Grüße

Merlin
 
Nach ein paar Minuten steigt die Temperatur ja auch und dann zündet auch der schlechte Zylinder mit weniger Kompression. Dadurch können die Symptome geringer werden.

Wenn der Motor schneller dreht ist der Verlust der Kompression geringer - weniger Zeit. Denke ähnlich beim Einspritzdruck.

Ist das Problem auch beim 1. Zylinder geblieben? Oder mal Krümmer runter .Laufen lassen und kucken wo der weißgrau rumqualmt.

Ich meinte die Oringe am Düsenstock gegen eindringen von Wasser im Düsenstockkanal.

Wenn die wegflitschen, hast du Kompressionsverlust und dann kann der so sch*laufen. Auch mal Spüli drauf sprühen ob da Blasen kommen.

Wenn das so ist, hat der Kegelsitz an der Hülse oder Düsenstock ne Macke oder verdreckt.

Sind die Einspritzleitungen in Ordnung ? verbeult oder Knick

Ansonsten denke ich ESP hat es hinter sich.

Viele Grüße
 
Der Einspritzzeitpunkt ist top, hab ich eben auch nochmal kontrolliert. Ja, das Qualmproblem ist leider aufm ersten Zylinder geblieben (hatte den Krümmer die ganze Zeit ab, Nachbarn haben sich bestimmt gefreut, genau wie meine Ohren haha. Die O-Ringe von denen du redest meinte ich, da war soweit alles gut, auch mit Lecksuchspray war nichts zu entdecken. Die Leitungen sich auch alle i.O. Keine Verbiegungen und durchgepustet hatte ich sie auch. Ich hoffe natürlich das es nicht die ESP ist ... Kann die echt für unverbrannten Diesel sorgen ? Dann müsste sie ja theoretisch zu viel einspritzen oder ?
 
Am wahrscheinlichsten liegt es dann an der Einspritzpumpe oder irgendwo am ersten Zylinder Ventile schließen nicht richtig oder so, dazu am besten wie schon erwähnt Kompression messen.

Was  im unwahrscheinlichsten Fall vorkommen kann ist das trotz gleicher Bestellnummer Kolben mit unterschiedlicher Brennraummuldentiefe geliefert worden sind. Das fällt so beim Einbau auch nicht auf aber es gibt die mit verschiedenen Tiefen.

ich habe nämlich mal so einen Fall gehabt, vorher natürlich alles andere überprüft aber bis man da drauf gekommen ist hat es lange gedauert weil damit ja auch keiner rechnet.

Gruss

Alwin
 
Wow, da wäre ich wohl auch nicht drauf gekommen haha. Ja, ich denke auch das Kompression messen erstmal am sinnvollsten ist. Kannst du / Könnt ihr mir da ein Gerät/Set empfehlen ?
 
Bring den mal auf Temperatur. Vielleicht mal warmes Wasser mal 60° oder so mal einfüllen wenn das nicht solange dauern soll.Oder mal den ganzen Motor mitnem Heizlüfter mal warm machen rundrum.

Dann mal kucken ob der immer noch rumeiert.

unverbrannter Kraftstoff beim starten und laufen lassen in den ersten Minuten ( weißgrauer Qualm ) kommt von schlechter Kompression, falscher Zeitpunkt, und schlechtes Spritzbild der Düsen und Einspritzdruck und ganz kalter Motor im Winter

bei zuviel Kraftstoff eher schwarzer Qualm;- und dann auf allen Zylinder zuviel. Man kann nicht die Fördermenge pro Zylinder einzeln einstellen.

Mess jetzt erstmal die Kompression-das einfachste...

Dann weißte ob die ganze Mimik hinter den Düsen funzt
 
Jau, genau das werd ich machen, danke. Aber jetzt würde ich gern mal wissen, welches Kompressionsmessgerät Ihr nutzt oder welches Ihr mir anraten würdet.
 
mein bei meinem 1255 dauert es auch etwas bis alle Pötte voll da sind wenn es richtig kalt ist.

8000 Std. BJ.1980

Stört mich nicht wirklich.

Eigentlich find ich das ganz lustig, wenn der Renter sich dann mal schüttelt und beschwert, daß der  was tun muss. Wird die Sicht schlechter in der Scheune und der Geruch hat auch Flair.Haha

Aber nur im Winter im akzeptablen Bereich....
 
Hallo Leute, habe gesucht und gesucht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Kompression messen nicht mal eben gemacht ist bei IHC. Der Adapter scheint ja ein allgemeines Thema zu sein. Bevor ich jetzt anfange mir irgendwas zu drehen, kann ich nicht einfach eine alte Düse (mit Stock) zerlegen, alles an Komponenten herausholen, Überwurfmutter wieder draufschrauben und reinschmeißen ? Oder das Spritzloch (einer alten Düse) vorne absägen und Nadel und Feder entfernen und wieder einbauen ? Ich frage einfach mal ganz blöd aber eigentlich sollte mir klar sein das es nicht geht, weil ich sonst mit Sicherheit nicht der Erste mit dieser Idee wäre nehme ich an haha.
 
Hä?

Warum den nicht?

Wenn Du eine alte Düse bis zum Leitungsanschluss leer räumst,hast doch einfach nur noch ein Rohr.

Brauchst doch nur den Dichtkegel vom Düsenstock und mußt den Manometer oben am Einspritzleiungsanschluss dran fummeln.

Und dann bauset das ganze Gedöns mit der Spannpratze wie original ein.

Beim prüfen läßt du den Stopzug gezogen. Damit die Pumpe auf Nullförderung bleibt und nicht rumsaut.
 
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