IHC 744 // Klappern im Standgas, wenn Hydraulikpumpe ohne Last

Latzo2086

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8 Mai 2024
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Hallo zusammen,

schön, dass es für die guten IHC-Schlepper scheinbar auch eine eingeschworene Fangemeinde gibt.
Ich habe meine IHC 744 seit ca. zwei Monaten und bin von einem Massey Ferguson 158 Multipower auf den etwas größeren roten Schlepper umgestiegen.
Mit aktuell ca. 5.500 Betriebsstunden hat er noch nicht allzu viel gelitten.

Seit gestern mache ich mir etwas Sorgen, weil ich im Stand bei nicht belasteter Servopumpe ein klackerndes Geräusch wahrgenommen habe.
Sobald ich minimal Zug auf mein Lenkrad gebe (Servolenkung), den Kraftheber hinten betätige oder den Frontlader betätige, ist das Klackern schlagartig weg.
Also immer, wenn eine der beiden Doppel-Pumpen tatsächlich Öl fördern muss, beruhigt sich das Geräusch.

Ich muss dazu sagen, dass der Schlepper gestern eine etwas längere Strecke gefahren ist und dementsprechend sämtliche Öle ordentlich Betriebstemperatur hatten.
Vorher ist mir das Geräusch noch nicht aufgefallen ...

Mache mir jetzt Sorgen, dass ggf. im Bereich des Zahnrad-Antriebes der Hydrauliköl-Pumpe ein Zahnrad zu viel Spiel hat oder gar Schlimmeres.
Gibt es da ggf. bekannte Schwachstellen bei der Maschine, oder ist das Geräusch nach längerer Betriebszeit vielleicht sogar normal?

Motoröl inkl. Filter wurde gerade geliefert und wird die Tage gewechselt, Hydrauliköl mit Filter muss ich noch bestellen. Vielleicht legt sich dann schon alles, habe aber Angst vor Folgeschäden.

Ich hab‘s mal aufgenommen und auf YouTube hochgeladen, Beschreiben ist bei Geräuschen ja immer schwierig.
youtu.be/2gbp702-Lao?si=1zuruS-pCkDn_MJb

Vielleicht kann mir jemand bei der Einordnung helfen?
Freue mich über Rückmeldungen.

Vielen Dank!
 
Moin.

Also, eine bekannte Schwachstelle hat der D239 Motor in dem Bereich der Stirnräder nicht. Es gibt allerdings Einzelfälle wo sich das einstellbare Zwischenrad etwas löst und das etwas klappert. Ich bin mir gerade nicht ganz sicher ob es das Zwischenrad oder das der Ölpumpe ist, bei einem kann man das Lagerspiel einstellen. In einigen Fällen gab es bei anderen Motoren Fälle wo sich das Zwischenrad aufgelöst hat, es wurden minderwertige Teile verbaut.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nimmst du den Stirnradkasten ab und siehst nach. Dafür muss vorne alles ab, inklusive der Wasserpumpe. Da machen gerne mal die Stehbolzen Probleme. Wenn man da einmal dran war, alles vernünftig erneuert und eingestellt hat ist der Motor ein sehr robuster Geselle. Aufpassen muss man das kein Wasser in den Auspuff regnen kann, das hat meinem das Leben gekostet 😉

Gruß Jürgen 
 
Moin,

glaube nicht, dass das mit der Ölpumpe im Motor zu tun hat. Hört sich anders an.

Vibrieren die Leitungen aneinander?

Macht er das auch wenn Kupplung getreten und/oder Zapfwelle ausgekuppelt?

Frank
 
Moin zusammen,

danke für Eure Rückmeldungen. Ich will gleich mal schauen ob das Geräusch auch noch da ist, wenn das Öl kalt ist.

Ob ich die Kupplung trete oder nicht, verändert das Geräusch nicht. Es verschwindet wirklich nur, wenn ich irgendein hydraulisches Bauteil bewege und die Pumpe entsprechend fördert. Dann ist es schlagartig weg. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass das Geräusch nicht direkt von der Pumpe kommt.

Aber wir sind uns (leider) einig, dass das Geräusch nicht ganz normal ist, oder?

Leitungen konnte ich keine finden, die aneinander schlagen könnten und entsprechend laut werden.
 
Moin.

Normal? Was ist bei einem 50 Jahre altem Schlepper normal? Es gibt Leute die sind bei jedem Geräusch sofort beunruhigt und er gibt Leute die merken nichts. Entscheiden musst du was du damit anfängst. Leider kommt es auch öfter vor das man wegen irgendwas anfängt die Kiste auseinander zu nehmen und dann feststellt das nichts außerhalb der Norm ist. Nach dem Zusammenbau ist das Geräusch dann immer noch da. Wenn du Sicherheit haben möchtest musst du nachsehen, wenn genug Zeit und Geld hast lässt du ihn erstmal so laufen und hörst ob sich was verändert. Vielleicht ist das bei dem Schlepper schon immer so und läuft noch 5000 Stunden so weiter.

Gruß Jürgen 

PS: Wenn ich arbeite höre ich mich auch anders an 😉
 
Moin zusammen,

was soll ich sagen ... Motor und Öl kalt, Geräusch weg. Leider ist der Ölfilter gestern nicht mehr geliefert worden, sonst hätte ich heute schonmal das Motoröl gewechselt. Aufgrund der Tatsache, dass andere Betriebstemperaturen scheinbar Auswirkungen auf die Geräusche haben, werde ich das Hydrauliköl als nächstes kurzfristig ebenfalls tauschen. Getriebe- und Achsöl folgt dann später.

Vielleicht ist es wirklich so, dass ich bei Geräuschen etwas hypersensibel bin. Vielleicht hilft auch ein Ölwechsel, wer weiß was da drauf ist.

Danke für Eure Auskünfte und einen schönen Feiertag heute!

Nico
 
Moin in die Runde,

kenne zwar die IHC-Motoren nicht speziell, hatte die gleichen Symptome aber schon bei Perkins, insbesondere dem Typ AD 4.236

Das Geschnarre ist die Summe aller Zahnflankenspiele im Räderkasten inkl. Hydr.-Pumpe, zuzüglich Flankenspiel zur Motorölpumpe inkl. Balancer. Solange Öl und Material kalt ist, gibt es Flüssigkeits-Schleppmomente d.h. die Zahnflanken haben minmale Last. Diese "Last" wird mit zunehmender Temperatur immer geringer, am Ende wirkungslos. Das leichtdrehende Räderwerk gerät in Resonanz und beginnt zu "Schnarren". Bei Perkins wurde diese Resonanz vom Balancer ausgelöst und besonders beim 4.236 mit dem "großen" Balancer.

Durch die Belastung mit der Hydraulikpumpe wird die Resonanz unterbunden, beginnt aber bei Wegfall der Belastung gleich wieder. Ob das schon  verschleißtechnisch grenzwertig ist oder in wieweit man das tolerieren kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Mich hat das Geschnarre tierisch genervt.

Auch wenn das jetzt schon etwas Aufwand bedeutet, ich würde auf jeden Fall einen Blick in den Räderkasten werfen um sicher zu gehen, daß nicht doch ein übermässiger Verschleiß des von Jürgen erwähnten Zahnrades seinen Teil beiträgt.

Wie war das noch: "Ich bedauere, Ihnen keinen günstigeren Bescheid geben zu können".

Beste Grüße und schönen Restfeiertag

+Matthes+
 
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