IHC 844 Getriebe überprüfen. Bitte um hilfreiche Tipps aus euren Erfahrungen.

diggedemm

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72555 Metzingen-Neuhausen
Hallo zusammen,
nachdem ich nun einige Betriebsstunden mit dem Frontlader meines neuen alten 844 Mist verladen habe (10 Miststreuer), sind mir folgende Probleme aufgefallen.

GETRIEBE
1.
Gruppenschalthebel findet kaum eine Rastposition und ist daher in der ganzen Zeit ungefähr 4mal rausgesprungen.

2.
Bei Allradbetrieb lässt sich der Gruppenschalthebel kaum von Rückwärts auf Vorwärts legen. Es ging nur mit Gewalt und knirschenden Zähnen oder durch gefühlvolles Umschalten während der Schlepper noch eine winzige Kleinigkeit rollt. Im Stand ging das Umschalten überhaupt nicht. Und bei 9 von 10 Schaltvorgängen mit dem Gruppenschalthebel knirschten die Zähne. Da kann man so sanft schalten wie man will.

3.
Beim Anfahren und Gaswegnehmen gibt es jeweils einen Stoß als hätte das Getriebe ein gewaltiges Spiel.

4.
In der Ackergruppe hört man im 3. und 4. Gang ein für Mechaniker untragbares Klappergeräusch. Das hört sich fast an wie die das Zapfwellenklappern an meinem Miststreuer, wenn ich ne zu enge Kurve fahre.

5.
Die Lenkradschaltung find ich auch ziemlich schwergängig. Aber damit könnte ich leben.

MOTOR
1.
Unter Last, also am Berg braucht mein 844 eine hohe Drehzahl, um genügend Kraft zu haben. Einen Berg mit etwa 4% Steigung im 4. Gang ist nicht möglich. Die Drehzahl sackt ziemlich schnell ab und dann hilft nur noch zurückschalten. Mit vollem Miststreuer hinten dran ist es sogar im 3. Gang kaum möglich die Drehzahl ausreichend hoch zu halten. Ich frage mich, wie man damit einen Zug Rüben in die Zuckerfabrik bekommen hat.

Jetzt würde ich mich freuen, wenn ich viele Antworten zu jedem der vorgenannten Erscheinungen bekommen könnte.

Kann man das Getriebe einfach (okay Krafthebergehäuse und so muss runter) mal aufmachen und prüfen, was da so los ist?

Ich habe eben in unzähligen Threads gelesen, dass es da viel einzustellen und auszutauschen gibt. Federn, Kegellager, Kugeln, Synchronteile usw.

Grüße aus Metzingen
Ingo
 
Hallo,

zu Punkt 3 Getriebe : Bei meinem 844S mit Allrad war es die Vorderachslagerung die hatte 3 mm Längsspiel. Scheiben dazwischen gelegt und Ruhe ist.

Die Sache mit dem Vor und Rückwärts schalten geht bei meinem auch nur im absoluten Stillstand ohne Geräusche .

Die Lenkradschaltung ist beim niederdrücken mit etwas mehr Aufwand zu betätigen finde ich aber noch normal.

Zum Rest hab ich keine Vergleichswerte.

Gruß Fred
 
Hallo Fred,
danke für deine rasche Antworten.
Das mit der Vorderachslagerung werde ich mal prüfen heute. Das wäre cool, wenn es das ist und es so leicht zu beheben ist. Danke.

Grüße aus Metzingen
Ingo
 
Hallo Ingo,

die Ursache war einfach aber den Mittelachsbolzen aus der verrosteten Führung zu holen
war schon aufwendiger weil der Bolzen sich von vorne nicht lösen wollte (hatte wohl Jahre kein Fett gesehen) habe ich die Achse komplett freigelegt, Quasi den ganzen Vorderachsbock entfernt und dann auch gleich die Allradachse zerlegt und überprüft.
(Da findet man immer was )

Gruß Fred
 
So, habe meinen 844 jetzt geöffnet. Kabine, Tank, Armaturenbrett, Hydraulikblock und Wechselgetriebedeckel weg.

Wechsel- und Gruppengetriebe sind jetzt also offen.

Folgendes kann ich erkennen:

1. Wechselgetriebe
a.
Zahnräder des Wechselgetriebes aus meiner Sicht alle in Ordnung, da alle Zähnekanten noch realtiv ausgeprägt vorhanden sind. Einzig eine winzige Spur von Kerben, auf allen Zähnen zweier Zahnräder. Diese sind wohl von einem kleinem Fremdkörper oder einer Zahnecke, die ich aber noch nicht als "vermisst" identifiziert habe.

b.
Schaltstangen und Schaltgabeln aus meiner Sicht einwandfrei.

c.
Arretierungskerben, Kugeln und Federn scheinen in Ordnung zu sein, da sich die Schaltstangen gut verschieben lassen und auch sicher arretiert werden.

2. Gruppengetriebe
a.
Alle Zähne aller Zahnräder haben beidseiteig "ne Ecke ab". Das heißt, sie sind vom Schalten deutlich gezeichnet. Bei fast allen Zähnen aller Zahnräder würde ich einen Eckradius von ca. 2mm schätzen was angesichts einer Neubreite von mindestens 20mm nicht kritisch erscheint.

JEDOCH beim Vorgelegeritzel Rückwärtsgruppe sieht es nicht wirklich gut aus. Hier sind Eckradien von etwa 5mm zu sehen und das Zahnrad ist nur geschätzte 20mm breit. Das heißt an der Zahnspitze ist die Restbreite nur noch 50%!!. Zum Zahnfuß hin wird der Zahn natürlich immer breiter - bis auf etwas 90% der Neubreite.

b.
Die Schiebewelle ist lose. Sie kann etwa 2mm axial und demzufolge auch radial bewegt werden (schätze 1-2mm). Das deutet darauf hin, dass die Vorspannung der Kegelrollenlager aus irgendeinem Grund flöten gegangen ist, oder die Kegelrollenlager kaputt/verschlissen sind. Augenscheinlich sind sie aber noch heile.

c.
Die Verzahnungen des Tellerrades und des Triebels (=Ritzel) der Schiebewelle weisen keine erkennbare Schäden auf.

Natürlich stimmt das erforderliche Flankenspiel nicht, da ja die Schiebewelle lose ist.

d.
Die Verbindungen Schaltarm mit Stift sowie Schaltarm mit Schaltbolzen sind leicht ausgeschlagen und haben somit deutlich mehr Spiel als im Neuzustand. Die Verbindungen Schaltarm mit Gleitsteinen ist sehr ausgeschlagen, funktionieren aber noch.

Was ich nun vorhabe:

1.
Da ich mir es nicht leisten kann die Schiebewelle ausbauen zu lassen, es selbst aber nicht kann, weil mir die Erfahrung und das erforderliche Sonderwerkzeug fehlt, werde ich nun die Einstellmuttern entfernen, das an ihnen befindliche Kegelrollenlager ausbauen und prüfen lassen. Gegebenenfalls werde ich dieses dann ersetzen.

Anschließend werde ich die optimale Vorspannung wieder so gut wie möglich herstellen. Dabei kann ich natürlich keine Rücksicht auf das erforderliche Flankenspiel nehmen. Schließlich komme ich ja nicht an die Distanzscheibe um es einstellen zu können. Aber schlechter als jetzt wird es sicher nicht.

2.
Ich werde den Schaltarm ausbauen und die ausgeschlagenen Sitze für den Stift, den Schaltbolzen und die Gleitseine erneuern. Eventuell werde ich die Gleitsteine selbst erneuern bzw. als Ersatzteile kaufen.

Mehr kann ich an diesem Getriebe mit vertretbaren Aufwand und Kosten nicht machen. Aber eine Verringerung der Probleme wird es wohl schon bringen.

Nun und jetzt würde ich mich riesig freuen, eure Kommentare, Tips, Ideen, Erfahrungen mit vergleichbaren Problemen oder Ermutigungen zu hören bzw. zu lesen.

Herzlichen Dank dafür schonmal im Voraus.

Grüße aus Metzingen
Ingo
 
Naja, wenn du das Getriebe schon offen hast, wäre der Aufwand um die Schiebewelle auszubauen auch nicht mehr so groß. Es müssten halt beide Achstrichter weg, damit man das Diffential ausbauen kann.

Wen du das Flankenspiel nicht richtig einstellst, brauchst du meiner Meinung nach gar nichts machen.
Vorher würde ich aber probieren, ob es sich nicht mit den beiden Muttern einstellen lässt, schließlich hat es ja mal gepasst und die Passcheiben müssen ja eigentlich noch drin sein.
Das Tragbild kannst du mit Touchierpaste überprüfen.

Hast du eigentlich ein Gruppengetriebe mit Schaltstange?

Gruß

Markus
 
Ja das Gruppengetriebe hat eine Schaltstange.

Mehr auseinanderbauen als jetzt werde ich sicher nicht.

Zum Einen fehlt mir dazu die geeignete Werkstatt und der Platz und zum Anderen die Spezialwerkzeuge sowie geegnetes Hubgerät usw. :(

Das mit der Touchierpaste finde ich jetzt aber ein toller Vorschlag und bringt mich auf eine krasse Idee.


Denn normalerweise bekommt man das Flankenspiel ohne die Welle auszubauen nicht eingestellt. Doch mit aufgetrennten Passscheiben wird es gut funktionieren und auch dauerhaft halten. Cool, das finde ich jetzt richtig g....


Grüße aus Metzingen
Ingo
 
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