IHC-Schlepper mit Rapsöl fahren?

Nordschleifen-IHC

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Zum Betreff gibt es tausend und eine Meinung, die sehr oft von Hörensagen und Halbwissen geprägt sind.

Grundsätzlich ist es wohl so, dass die Verteiler-Einspritzpumpen der IHCs ab den späten 1960ern die höhere Viskosität von 100% Pflanzenölen nicht gut vertragen.

Auch ist das Startverhalten von Direkteinspritzern mit reinem Pflanzenöl ziemlich miserabel, vor allem bei Kälte.

Erfahrene "Pöler" (Pflanzenöl-Fahrer) sagen aber, das wäre auch bei IHC kein Problem, wenn man den Schlepper auf zwei Tanks umrüstet (über zwei Drei-Wege-Ventile gesteuert), den Schlepper im "Diesel-Betrieb" schön warm fährt, und über einen Kühlwasser-Wärmetauscher (im "kleinen" Kühlwasser-Kreislauf) das Pflanzenöl so vorwärmt, dass es für die Verteiler-E-Pumpe dünnflüssig genug ist.

Man darf nur nicht vergessen, kurz vor dem Abschalten des Motors auf Diesel-Betrieb zurück zu schalten, damit in den Filtern und der Pumpe Diesel ist für den nächsten Kaltstart.

Für Kurzstreckenbetrieb oder sehr überwiegend Teillast-Betrieb (z.B. vor dem Spalter oder der Säge) soll man lieber gar nicht erst auf Pflanzenöl umschalten, weil nur bei ausreichend "Feuer" in den Brennräumen (Arbeit vor dem Pflug oder Mulcher Straßentransportfahrten etc.) KEINE Ölkohle gebildet wird und KEIN Pflanzenöl im größeren Mengen ins Motoröl gerät.

Es soll aber auch Leute geben, die ihrem IHC ohne jeglichen Umbau vor allem im Sommer bis zu 50% Rapsöl u.ä. in den Tank schütten, ohne dass je was Böses passierte.

Wer hat wirklich eigene Erfahrungen mit Pflanzenöl im Tank eines IHC.

Mein "Pflanzenöl-Kandidat" ist ein 844 AS Bauj.1980.
 
Vor dem Problem bzw der Frage ob Pöl oder nicht dürften nicht mehr sehr viele Fahrer stehen da es praktisch kein günstiges Pöl mehr auf dem Markt gibt,bei Aldi und Co tanken ist seit Einführung der Energiesteuer Steuerhinterziehung und die ganzen Pöltanken sind nahezu auch fast wieder alle vom Markt verschwunden dank der tollen Steuer die unsere Regierung auf Pöl erhoben hat! Ebenso ist Pöl am Markt knapp geworden weil ja die Beimischpflicht für Biodiesel zum normalen Diesel beschlossen wurde und man dazu halt unmengen an Pöl brauch um diesen herzustellen!
 
Sicher, die Zeiten, wo das finanziell so spannend war, dass man die Kosten für den Umbau nach einem Jahr oder so wieder drin hatte, sind derzeit vorbei.

Ich zahle heute 1,37 Euro für einen Liter frisches, sauber aufbereitetes Rapsöl, wenn ich es in einem 1.000 Liter-IBC-Container abhole.

Diesel ist nur etwa 5 Cent teurer, meistens.....

Und in 2012 steigt die Treibstoff-Steuer auf Rapsöl nochmal recht erheblich. Allerdings dürfte auch Diesel nicht billiger werden.

Aber man kann ja auch aus Überzeugung auf fossile Energieträger verzichten wollen.

Bis wir einen Elektro-Traktor fahren, wird‘s wohl noch ziemlich lange dauern.....

Über die Suchfunktion findet man hier einiges zum Thema Pflanzenöl.

Aber leider keine eigenen Erfahrungen mit einem IHC UND einem Zwei-Tank-System, so dass der Schlepper sehr überwiegend mit PÖL betrieben werden kann.

Vielleicht hat ja doch jemand mal umgebaut......
 
Ich werde unbedingt auch Dieselfilterheizung einbauen um die Rapsöl noch dunner zu machen und muss man auch das Forderbegin andern (fruher)? Und wie geht‘s mit die Einspritzdusen die mussen doch bei en hohere druck offnen? Es muss sicher machbahr sein.
 
Hallo,

ich hatte es ja schonmal erwähnt: es gab nen Versuch: 100 Schlepper mit Pflanzenöl betrieben.... nach X Stunden fielen 44 mit mittlerem bis schweren Schäden am Einspritzsystem aus. Ich weiß jetzt leider keine Einzelheiten mehr....daher habe ich mir mal die Mühe gemacht und "recherchiert".... hier ein Ausschnitt aus einer Mitteilung vom DBV aus dem Jahre 2004:

....."Den Vorschlag von einzelnen Abgeordneten der SPD- und Grünen-Bundestagsfraktion mit Biokraftstoffen, wie Pflanzenölen, den landwirtschaftlichen Maschinenpark zu versorgen, nahm Sonnleitner auf. Dies sei aber kurzfristig nicht möglich, da kein einziger Schlepperhersteller Motoren für Pflanzenöle freigebe. Auch praktische Erfahrungen mit hohen Ausfallquoten in einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanzierten 100-Schlepper-Versuchsprogramm zeigten, dass die Energieversorgung mit Pflanzenölen nicht praxisreif sei. Anders sehe das bei einigen Schleppermodellen bezüglich des Einsatzes von Biodiesel aus. Dem Landwirt, der jetzt und heute dem Wettbewerb ausgesetzt sei, nutzten technisch unausgereifte Lösungen aber nichts..." =>Zitat ENDE

Damit ihr vom Halbwissen mal etwas loskommt...

.... ich hab noch etwas weiter recherchiert......, hier ein weiterer Bericht: http://www.ufop.de/downloads/Felderprobung.pdf

...und noch ein sehr interessanter... bzgl. Hofschlepper....

.http://www.muenchen.de/cms/prod1/mde/_de/rubriken/Rathaus/70_rgu/03_beratung_foerderung/003_bauzentr/bz_veranstaltungen/muenchner_pflanzenoeltag/pdf/carmen.pdf

Ich bin bei Diesel Systems bei Bosch beschäftigt..... und Bosch hat noch KEiN Einspritzsystem für den Betrieb mit Pflanzenöl freigegben.....

Die Variante mit  "Normal" losfahren..... umstellen auf Pflanzenöl..... fahren.... umstellen auf Diesel.... fahren bis Pflanzenöl raus ist.....  abstellen gefällt mir persönlich noch am besten....

Wenn man bedenkt daß der Kraftstoff an einem 14,8l NKW-Motor auf dem Weg zur Düse vor dem Injektor durch einen Filter mit 20µm Maschenweite muß  wundere ich mich persönlich sowieso daß da im nicht mehr Fahrzeuge ausfallen....

Es müssen ja auch nicht unbedingt Schäden am Motor sein, es reichen auch schon Ablagerungen an den kritischen Teilen der Pumpe.....

Es spielt für mich auch keine Rolle ob die Marke rot, grün, blau,...etc. ist, Bosch lieferte nicht nur an IHC...
 
Hallo Leute,ich kann Euch etwas über den Betrieb mit Pflanzenöl bei einem stationären Dieselmotor (BHKW) berichten. Dieser Motor 6Zyl. Volvo läuft mit Palmöl oder auch Rapsöl. Zum Anfahren des Motors benötigt man Biodiesel oder Diesel am besten solange bis der Motor Betriebstemperatur hat Der Tank muss immer geheizt werden um das feste Palmöl (FP40°C) flüssig zu halten. Beim Rapsöl hat man zwar einen kleineren FP ca. -8°C aber es wird sehr viskos bei tieferen Temperaturen und dann streiken die Filter und Einspritzpumpen. Die beste Tanktemperatur ist 60-80°C weil dadurch die Viskosität unter 15mpas absinkt und besser fliesst. Ebenso müssen alle Kraftstofführenden Teile heizbar sein, bei Palmölbetrieb ganz wichtig bei Rapsölbetrieb wichtig in der kalten Jahreszeit. Vor jeden längeren abstellen sind alle Kraftstofführenden Teile durch umschalten von Palmöl/Rapsöl auf Biodiesel oder Diesel zu spülen.Ganz wichtig ist bei Pflanzenöl und Biodieselbetrieb alle Tanks, Leitungen, Pumpen und Dichtungen auf Verträglichkeit zu prüfen. Mineralölbeständiges Material ist meistens nicht Pflanzenölbeständig!!  Zum Beispiel Dichtungen, Gummiteile; Kupfer oder Messing! Wenn man diese Punkte beachtet und sehr sorgfälltig arbeitet, kann man erfolgreich so ein Pflanzenölmotor betreiben. Wir hatten aber folgendes Problem: Durch langsame Verkokung der Einspritzdüsen hat sich der Sprühnebel in den Zylindern verändert. Dadurch kam es zu schlechter Verbrennung mit vermutlich Nachzündungen wodurch uns zweimal die Nockenwelle zerstört wurde. Um das zu verhindern muss man regelmässig die Einspritzdüsen auf Verkokungen kontrollieren. Desweiteren muss beachtet werden, das durch ablaufenden Treibstoff das Motoröl mit Pflanzenöl verdünnt wird, dadurch die Säurezahl ansteigt, die Schmierwirkung verändert wird und Korrosion und Polimerisation begünstigt wird. deshalb ist nach min. 300 Betriebstunden ein Ölwechsel fällig. Kontrollieren und reinigen sollte man auch immer wieder den Kraftstofftank, weil sich besonders bei Rapsöl in Verbindung mit Luftsauerstoff (halbtrocknendes Öl) Polymere bilden. Diese Polymere sehen aus wie dunkle Hautfetzen die sich dann von der Wandung ablösen können und Leitungen und Filter verstopfen. Beim Kauf von Rapsöl sollte man darauf achten, das nur von seriösen Händlern bezogen wird, die eine Garantie auf die Reinheit geben. Wichtig dabei u.a.der Posphorgehalt max.5ppm, Filtertest Partikel
 
Meinen D-3439 (Baggerlader) (D-439) betreibe ich im Sommer in der Regel mit 100% Pöl ohne Umbau, 1Min vorglühen ca 4sek drehen und die Kiste läuft! Meinen Fahr D88 (2 Zylinder  DI Motor) betreibe ich ebenfalls mit Pöl pur! Bis vor ca 2 Jahren fuhr ich einen Peugeot 309 mit 1,9l Dieselmotor und Bosch Verteiler-ESP die Karre hat abgesehen von Heizöl alles zu fressen bekommen was irgendwie brennbar war und wurde nach gut 200tkm und einer Gesamtlaufleistung von ca 600tkm ausgemuster! Die ersten ca 50tkm lief das Ding im Eintank,wurde dann aber umgerüstet auf 2 Tank mit Wärmetauscher weil mir das Startverhalten im Winter auf die Nüsse ging.Den Motor hatte ich noch ausgebaut bevor der Wagen verschrottet wurde und habe ihn zerlegt,der sah für die Laufleistung und den Dreck den er zu fressen bekommen hat wirklich top aus! Ölwechsel wurde ca alle 20-30tkm mit 15W40 durchgeführt,Ölschlamm im Motor war keiner vorhanden,Lager hätten sicher noch gute 200tkm gehalten,Hohnspuren waren auch noch ganz ok,einzigst die Kolben hatten am Feuersteg leichte Riefen was ich auf die bis Anschlag aufgedrehte Pumpe zurückführe und den Umstand das der Wagen 2 mal mit Autotransporter so heiß gefahren wurde das die Kopfdichtung platt war!
 
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