Kärcher HD 850 Hochdruckreiniger -> Kolben reparieren

Schanks

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Hallo zusammen,

zurzeit habe ich die Serie. Nachdem ich den D322 durch Kolbentausch wieder Fit gemacht habe und meine Seilwinde auch wieder ihren Dienst tut, ist mein Kärcher HD-Reiniger ausgefallen.

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Er hatte eine lange Standzeit und wurde nicht benutzt und beim Einschalten kam minestens genau soviel Wasser aus dem Pumpengehäuse wie aus der Lanze.

Ich habe die Pumpe dann auseinandergebaut und habe das Unheil gesehen. Die Kolben waren stark angerostet und beim Einschalten haben die dann die Nutringe gefressen.

Das Wasser hat sich von der Stirnseite vermutlich mit hohem Druck unter die "Chromschicht" gearbeitet und dann sein Werk getan; alle 3 Kolben mehr oder weniger Rostfraß.

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Da war guter Rat teuer - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Reparatursätze kommen an den Preis eines "einfachen" Neugerätes. Ich meine, der HD850 war damals teuer und mit einem 400V-Drehstrommotor doch etwas mehr als ein Home-Gerät. Schade, dass so ein Profigerät sich auf diese Weise selbst zerstört. Da hätten Edelstahlkolben auch keinen großen Preisunterschied mehr ausgemacht.

Das war dann der zündende Funke -> abdrehen und ein Edelstahlrohr drüber ziehen. Gesagt getan. Alles bestellt und losgelegt.

Und gleich an die erste Schwierigkeit gekommen. Die obere gehärtete "Chromschicht" war dem Widiameißel nicht recht. Also mit der Flex die obere Schicht entfernt.

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Dann den 20mm Kolben auf 17mm am Anfang und Ende abgedreht und die Mitte auf 16,5mm. In die Mitte soll Flüssigmetallkleber. Das Edelstahlrohr ist 20x17mm, also 1,5mm Wandstärke.

Das Rohr habe ich noch mit 400er und 1000er Papier nachbearbeitet.

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Im Bild ist die Hülse schon verklebt.

Vorne habe ich den Kolben 1mm abgedreht und ein 6er Gewinde reingeschnitten.

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An dieser Stelle bin ich heute angekommen. Jetzt wollte ich dort eine passende oder passend gemachte Edelstahlscheibe einkleben und gleichzeitig mit einer Senkkopfschraube sichern. Die Schraube mit Loctide einsetzen.

So wollte ich die Strinseite schützen, von der das Ungemacht m. E. begann.

Die Nutringe sind bestellt. Am Freitag besorge ich die Edelstahlscheiben und die Torxschrauben. Vielleicht sind bis dahin die Nutringe auch da.

Im Netz habe ich eine solche Reparatur noch nicht gefunden und darum hier mal dokumentiert. Ob es ein Erfolg wird weiß ich noch nicht. Die Kolben gehen jedenfals saugend und mit etwas Druck in die Führungen.

Drückt mir die Daumen. Wäre super wenn ich den wieder hin bekäme. Ihr erfahrt wie es weiter geht wenn ich das Material habe.

Am Ende rechne ich mit ca. 100€ und die eigene Arbeit. Das wäre akzeptabel und auch bei keinem 100%-Erfolg tolerabel. Bin aber guter Dinge.

Sorry, der Beitrag sollte unter die Ruprik "Eigenbaukonstruktionen". War wohl nicht ganz bei der Sache.

Denke aber, dass hier viele Leute mit HD-Reiniger sind und sich auch an alles dran geben, vielleicht macht der nächste es noch besser.

Mit freundlichen Grüßen
Schanks
 
Tolle Idee! Hoffe, das das funktioniert.

Mit Kärcher bin ich selber auch nicht (mehr) zufrieden. Sind bei uns zwar die Haushaltsgeräte, aber dennoch. Der alte aus den 80ern hat lange seinen Dienst getan. Dann hatte Vater mal lust auf nen neuen, etwas größeren. Naja, der hielt ein paar Jahre, dann ist irgend ein plastik Teil geplatzt. Teil ersetzt (teuer), aber ein paar Jahre danach wieder das gleiche. Wieder ein neuer, Kärcher K5 Premium. Der baut nach ein paar Jahren kein ordentlicher Druck mehr auf. Konnte die Ursache selber nicht finden.

Welche Marke baut für den Haushaltsbereich und/oder Profi anständige Hochdruckreiniger?

Grüße,
IHC 44er
 
Hallo zusammen,

hier eine kleine Zwischeninfo, da ich immer nur sporadisch an dem Thema arbeite.

U-Scheiben aus Edelstahl und Schrauben habe ich besorgt. Scheiben musste ich auf 17mm Durchmesser abdrehen und gut senken, damit der Kopf der Schraube quasi verschwindet.

Wenn ich es nochmals zu tun hätte würde ich Schrauben mit M5-Gewinde nehmen. Torx gab/gibt es nicht, so habe ich Inbus gemommen.

Hier das Bild des ersten Kolbens:

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Denke, dass ich heute noch die 2 anderen machen kann und die Dichtungen heute kommen, dann geht es an den Zusammenbau.

Mit freundlichen Grüßen
Schanks
 
Hallo zusammen,

die Kolben sind fertig und die Nutringe da.

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Mit den starken Federn ins Kolbengehäuse eingebaut und Öl wieder eingefüllt.

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Nun die Nutringe in das Pumpengeäuse. Verflucht, die sind so stramm und das Messinggehäuse ist sehr scharfkantig.

Hat Nerven gekostet bis ich die ohne Beschädigung drin hatte.

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Jetzt, nachdem ich die Kolbenoberfläche noch leicht entgratet hatte, das Pumpengehäuse drauf.

Dann den ersten Test. ...

Ich werde die Serie nicht los. Jetzt kommt Wasser aus dem Manometer und keinen 1/8" Stopfen im Vorrat!

Also noch ein 10er Messingstab gesucht und noch schnell einen Stopfen gedreht und Gewinde auf der Drehbank reingeschnitten; Vierkant dran gefeilt.

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Manometer runter und Stopfen drauf.

Jetzt sieht das so aus:

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Hurra, der Kärcher läuft wieder!! Kein Tropfen aus den Kolbenentlüftungen!!

Eine minimale Undichtigkeit habe ich noch zwischen Kolbengehäues und Pumpengehäuse. Da war ich mit den O-Ringen wohl zu sparsam (alte verwendet).

Heute nicht mehr. Unter dem Strich erfolgreich!!

Am Ende noch ein Tipp für Nachmacher oder Leute, die es besser machen wollen.

Ich habe das Edelstahlrohr über das Netz bezogen. Das Rohr ist an der Längsnaht (Schweißnaht) minmal unrund. Das habe ich mit 400er Papier zeitaufwendig beseitigt.

In der Nachbarstadt gibt es jemand, der alles Mögliche aus diversen Metallen zum Kilopreis anbietet, unter anderem auch Edelstahlrohr. Da hätte ich 20x2mm bekommen und das

ist super maßhaltig und astrein rund (bessere Qualität). Unterm Strich wäre es sogar leicht günstiger gewesen (keine Versandkosten). Habe das gesehen als ich die

Edelstahlschrauben und Scheiben holen war.

Also, viel Erfolg bei eurer Reparatur.

Mit freundlichen Grüßen
Schanks
 
Hallo Schanks,

es gibt bestimmt Leute die das Pfusch nennen.

Ich finde deine Idee klasse ! Respekt 

Solche Reparaturbeiträge sind bei mir immer willkommen.

Grüße Klemens 
 
Klemens 724:

Hallo Schanks,

es gibt bestimmt Leute die das Pfusch nennen.

Ich finde deine Idee klasse ! Respekt 

Solche Reparaturbeiträge sind bei mir immer willkommen.

Grüße Klemens 
Hallo Klemens,

danke für Deine Rückmeldung.

Ja, mag sein das es solche Leute gibt. Ich habe mein Gerät nochmals für einen guten Preis in Ordnung und ich behaupte das diese Kolben länger halten, länger als das Original vermute ich.

Vielleicht ist das der Pfusch. ;-)

Der Reparatatursatz war mir eindeutig viel zu teuer und verschrotten wollte ich den Reiniger auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Schanks
 
Hallo zusammen,

ich bin die Abschlussmeldung noch schuldig, da ich ja noch eine kleine Undichtigkeit hatte.

Also die von mir angenommenen alten O-Ringe waren nicht schuld. Den Fehler hatte ich mir selbst eingebaut.

Einen Kolben, der vorne so verrostet war musste ich mit der Flex bearbeiten, damit ich ihn rückwärts durch die Buchse bekam. Dabei bin ich mit der Flex nur ganz leicht an die Alu-Fläche gekommen, auf denen die O-Ringe und das Pumpengehäuse aufliegt. Bei 190 Bar ist selbst ein Haarriss ein Loch und das hier war deutlich mehr.
In meiner Euphorie bei Zusammenbau hatte ich das gar nicht bemerkt.

Ein guter Freund hat mir dann etwas Alu aufgeschweißt und ich habe das mit Dremel und Feinfeile wieder egalisiert. Dann wieder zusammengebaut und ... dicht.

Hier das Bild mit vollem Druck. Unter dem Kärcher kein Tropfen.

Jetzt kann ich sagen "Ein voller Erfolg".

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Das Manometer baue ich nicht mehr ein. Im Netz zwischen 20 und 50 Euro, aber wofür? Ich habe das immer so eingestellt wie ich es brauche und dabei nicht den Druck abgelesen.

Das bleibt also so.

Mit freundlichen Grüßen
Schanks
 
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