Katoffeln anbauen

423er

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1 Januar 2006
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Hallo Forumsfreunde

Ich selbt habe keine eigene Landwirtschaft hab aber ab und zu damit zu tun. Fürs Brennholz machen haben wir uns einen Schlepper und Hänger usw gekauft. Da ich selbst aber auch noch kleine Ländereien hab keimt in mir die Idee auf für den Privaten gebrauch Kartoffeln anzubauen. Zum einen aus freude zur Landwirtschaft und zum anderen zum Erhalt alter arbeitstechniken. Also zumindest in unserer region sieht mal nen alten "Samro" recht selten auf feldern.

Jetzt hab ich 3 probleme:

1. Ich hab null dunst von Kartoffelanbau

Ich brauchte mal jemanden der mir in groben zügen mal ne "anleitung" macht. Wie muss das Feld bearbeitet sein, welche sorte pflanzen, wann pflantzen, was muss man wärend des wachstums machen. wann ernten usw.

2. Ich brauch ne alte Kartoffellegemaschine

3. Ich brauch nen Kartoffelroder, und zwar so einen der so ne Art Hänger ist, mit nem großen Korb am Heck der die Kartoffeln auf eine art Förderband zwischen den Sitzbänken befördert und ne art absackstand an der front. Bei uns in Franken "Samro" genannt. Es MUSS so ein Kartoffelroder sein weil er mit der Hauptgrund für die ganze sache ist. Ist so ne Kindheitsgeschichte.

Wer was weiß, was hat, mir weiterhelfen kann bitte einfach melden

jergmichi@aol.com

Viel Dank
 
Hallo,
komme auch aus Franken, und bin in einer "Mininebenerwerbslandwirtschaft groß geworden und hab diese dann schon in jungen Jahren weitergeführt habe....

Du brauchst ja nicht nur die "Kartoffelgeräte" sondern eigentlich auch Pflug, Kultivator, Egge, Düngerstreuer.....etc. .

Und dann brauchst Du noch mehr Fläche. Du solltest nämlich nur alle paar Jahre erneut Kartoffeln aufs gleiche Feld bauen! Zwischdurch müsstest Du andere Früchte draufmachen!

Wir hatten uns immer die Kartoffeln von nem Bekannten legen lassen, und auch anderere Maschinen geteilt...! .

Du bräuchtest noch ne Feldspritze zum Spritzen gegen Krautfäule und Käfer, und dafür brauchst Du dann schon wieder einen "Schein" für den korrekten Umgang mit dem Gerät. Oder besser: Du lässt von nem anderen Bauern halt mal spritzen.

Dann mußt Du die Kartoffeln hacken, 1-2 mal, je nach Unkraut was da so wächst. Dann werden sie eingehäufelt, dafür kann man die Legemaschine umbauen.... .

Mir würde das heute auch Spaß machen und wäre für mich "Erholung" und schöner Ausgleich zum Bürojob! Aber bei dem Aufwand...! Es würde evtl. noch gehen wenn man sich zusammentut....
Überlegs Dir gut!
Gruß,
Manni
 
Hallo 423er,

na da hast du ja ein schönes Thema in den Ring geworfen... Da ich schon seit etlichen Jahren Stärkekartoffeln anbaue kann ich meinem Vorredner nur zustimmen..

Über was für Flächengrößen sprechen wir denn ?? Zum anderen, wie willst du deine Kartoffeln vermarkten ?? Hast du da schon abnehmer ??

Deinen Tatendrang in allen Ehren, aber da hast du dir was ganz was Arbeitsintensives und teures ausgesucht..

Du brauchst dazu viele Geräte, Zeit und Geld, wenn du dir alles anschaffen mußt. Da kannst du besser Getreide anbauen, wenn du dann schon was schaffen willst.

Wenn du mehr Infos brauchst, so bin ich auch gern bereit, dir persönlich am Telefon mal ein paar Infos über den Kartoffelanbau zu übermitteln. Meine Telefonnummer bekommst du per PN, wenn du magst... Schick mir dazu einfach eine PN...

Gruß
Alfred


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So im großen und ganzen bin ich mir des aufwades schon bewusst. Dazu ist zu sagen das ich in meiner Umgebung 3 Landwirte kenne die mir jedes Jahr irgendwo ein eckchen Acker zur Verfügung stellen würden, aben diese würden dann sicher auch mal mit drüber Ackern und Kreiseln, bzw mach ich solche sachen ja für die. Auch mal mit drüberspritzen wäre sicherlich kein Problem. Und zur Vermarktung... es ist eher gedacht nur ein paar Zeilen zu machen, also keine ganzen Äcker, und diese dann in der Verwandschaft und bekanntschaft unter den helfenden Händen aufzuteilen
 
Hallo zusammen!

Ich denke, in dieser Größenordnung wird das ein teures Hobby mit den Geräten für den Schlepper. Ich kenne jemanden im Nachbarort. Der gute Mann ist fast 70 und hat noch Spaß an der Landwirtschaft. Es sind aber nur 4ha, die er noch bewiirtschaftet, wovon 3ha Grünland sind. (Heu und Pferdeweide) Auf dem verbleibenden Acker macht er Kartoffeln und Hafer im jährlichen Wechsel. Er hat einen kleinen Renault für die "schweren" Arbeiten wie Pflügen, Kartoffelnroden und Grasmähen sowie Wenden, Schwaden und Pressen. Das Eggen, Kartoffelnlegen, Zuschleppen, Hacken und Anhäufeln macht er nach Altväter Sitte mit dem Pferd und bei Bedarf (z.B. Kartoffelnlegen) mit Hilfsperson. Es macht Spaß ihm zuzusehen. Als Junge habe ich ihm auch manchmal geholfen. Damals hat er noch Futterrüben für die Schaafe und Rinder gemacht, aber die hat er nicht mehr.
Kurzum, ich denke in dieser Größenordnung ist das eher Arbeit für ein Pferd, aber nicht für einen Schlepper. Unter einem ha brauchst du meiner Meinung nach nicht anzufangen und dann musst du die Kartoffeln erstmal unter die Leute bekommen, wenn du das so machen willst, wie du es geschrieben hast. Wenn du sozusagen einen fertig vorbereiteten Acker hast und nur noch bestellen und ernten must (und das was dazwischen kommt natürlich), dann wäre für mich die Sache nicht rund. Da würde mir etwas fehlen. Aber das musst du selbst entscheiden.
Wenn es dir aber so sehr auf den Einsatz der Erntemaschine ankommt, kannst du vielleicht auch ein paar Reihen fertig kaufen. Sozusagen vom Bauern direkt im Boden die Kartoffeln erwerben und dann selbst ernten. Dann hast du keine Arbeit und keine Sorgen mit dem Drumherum. Bei uns gibt es einige Bauern die Kartoffeln anbauen. Da wäre sicher einer dabei, der für diesen Spaß zu haben wäre.

Gruß Stefan
 
Hi 423er

Dein gewünschter Samro heisst tatsächlich so, der Begriff ist abgeleitet vom Wort SAMmelROder. Habe als Kind auch mal mit draufstehn dürfen, ist aber schon ne Weile her und diese Maschinen sind seit Jahrzehnten nicht mehr in der produzierenden Landwirtschaft im Einsatz.

Hergestellt wurden sie in der Schweiz von der gleichnamigen Firma. So findest Du hier vielleicht noch einige dieser sog. "Absackmaschinen". Guck mal in www.agropool.ch. Momentan ist grad einer drin, allerdings ohne Bild.

Viel Spass und Erfolg mit Deinem neuen Betriebszweig.
Die Kartoffel ist eine sog. Pionierpflanze, gedeiht also auch unter nicht optimalen Verhältnissen.

Gruss, Marcel

*** 1. Schweizer IHC-Treffen 11.09.2010, Sempach / Luzern ***
 
Hallo Marcel

Vielen dank für deine Infos.

Ich dachte immer das ist ein Dialekt-Begriff unserer Region. Aber jetzt bin ich wieder bisschen schlauer.

Und man sieht davon immer weniger auf unseren Feldern. Was ja eben einer der gründe ist weshalb ich über diesen "Hobbyzweig" nachdenke.

Vielen dank
 
hallo,michael.da möchtest du dir ja ein teures und zeitintensives hobby anschaffen.man muß dazu aber auch reell bleiben:
auch wenn dir landwirte aus deiner nähe/nachbarschaft ein stückchen land zur verfügung stellen und das pflanzbeet mit plügen und kreiseln,bedenke daß das kartoffelland keinesfalls!!! mit gülle in berührung kommen darf.die kartoffeln werden ungeniesbar,zu gut deutsch;sie stinken.
du darfst nur alle 3 jahre auf der gleichen fläche kartoffeln pflanzen.
bedenke die arbeitsbreite von düngen und pflanzenschutz.ich weiß ja nicht,aber in unserer gegend sind 15mAB standart,einige schon bei 18m!!.bedenke den aufwand für spritzebrühe ansetzen,du must nen spritzschein haben,alles dokumentieren usw.falls du nen kartoffelanbauer in der nähe hast übernimmt der ja vileicht diese arbeiten.
und dann die ernte....
wir haben bis vor einigen jahren jedes jahr 1-1,5 ha kartoffeln angebaut.vom pflanzen bis zur ernte dank entsprechender maschinen kein problem.(fast nur LU oder nachbar)aber die knollen müssen noch sotiert und eingesackt werden:knochenarbeit.und wenn dann der preis total mies und der ertrag "viel zu gut"war,dann wurde man die ware noch nicht einmal los(z.b. an landhandel oder genossenschaft)
vor ein paar jahren hatten wir über 300 zentner fertig sotiert und abgesackt.keine chance sie los zu werden.ich hab die säcke im frühjahr dann alle auf nen anhänger ausgekippt und zu einem bullenmäster gebracht.hab dafür 150€ bekommen......
das einkellerungsgeschäft ließ auch jedes jahr nach....die leute kaufen lieber ihre tagesration,anstatt die kartoffeln zu hause zu lagern.viele haben dafür auch gar nicht die möglichkeit.
ich möchte dir die sache nicht vermiesen,was ich hioer berichtet habe sind meine persönlichen gedanken und erfahrungen.
mein vater sagte vor 40 und noch mehr jahren war das kartoffelgeschäft eine der haupteinnahmequellen für unseren hof.
mfg,Thomas
 
Hallo,
Also ich kenne mich auch sehr gut aus mit den Samro, habe als Kind selber auf einem solchen Roder gearbeitet, tagelang!!!
Schaue mal bei "Ricardo.ch" rein, dort gibts diese Samros manchmal schon ab CHF.1.- zu ersteigern.
Gruss
 
Hallo jergmichi,

jetzt ist es für den Kartoffelanbau ja fast schon zu spät, aber falls du dein Vorhaben nächstes Jahr umsetzten willst, kein Problem. Bei uns gibt es
noch sehr viele Bauern, die lediglich für den Eigenverbrauch ein paar Reihen Kartoffeln anbauen. Dies ist dadurch bedingt, dass bei uns im Schwäbischen der Kartoffelsalat eine feste Konsitenz haben muss, also die Kartoffeln beim Rädeln nicht zerfallen dürfen und es einen Brei gibt, wie es bei überdüngten Supermartkartoffeln oder von Großanbauern der Fall ist.
Ich selbst habe vor 8 Jahre mit einem kleinen Acker begonnen, nachdem mein Opa, der früher mehrere Äcker mit Kartoffeln nach alter Väter Sitte jährlich pflanzte, den Anbau eingestellt hat. Die gekauften Kartoffeln von versch. Bauern waren einfach um Welten schlechter, als die, welche wir früher sebst angebaut haben. Als die ehemaligen Abnehmer davon Wind bekommen haben, dass wir wieder Kartoffeln anbauen, wuchs die Fläche wieder kontinuierlich an.
Zum Anbau:
Der Acker sollte im Herbst auf Unkräuter untersucht werden: Bei Quecke hilft mehrmaliges grubbern, Disteln und Ackerwinde am Besten mit Round up bekämpfen (auf einer kleinen Fläche reicht ja eine kleine Handspritze oder Rückenspritze).
Dann im Herbst/ Winter pflügen oder pflügen lassen.
Mitte bis Ende März den Acker mit einer Egge abziehen und dann vor dem Stecken, je nach Witterungsverhältnissen im April mit der Kreiselegge durchfahren. Danach ca. 4 kg pro ar (= 100 qm)Volldünger Blau streuen (kann ja gut auch von Hand mit Eimer oder Saatwanne ausgeraucht werden) streuen.
Anschließen Kartoffen stecken:
emfohlene Frühkartoffel: Annabelle,Attcia --> festkochend, Juwel--> mehlig
Salatkartoffel: Selma, Belana
Speisekartoffel (mehlig kochend): Ganola, Jelly
Bei warmer Vorkeimung im Licht größerer Ertrag (ca. 2 cm lange Keime)
Zum stecken benutze ich ein Rau-Kombigerät, mit dem man die Kartoffeln legen, hacken und anhäufeln kann. Sowas ist bei uns im landw. Wochenblatt für 150 bis 250 € drin. Alternativ kann man auch die Kartoffeln versenken, indem man mit dem Pflug zuerst Furchen in die eine Richtung erzeugt, die Knollen hineinlegt und dann indem mit dem Pflug entgegengesetzt fährt, wieder zudeckt.
Nach zwei bis drei Wochen sollten die Kartoffel dann nochmals angehäufelt werden, um gekeimte Unkräuter zu bekämpfen (alternativ kann man dazu auch eine Motorhacke von Agria, Solo usw. mit angebautem Haüfelkörper benutzen).
Dann Ende Mai / Anfang Juni die Kartoffeln um die Pflanzen rum hacken bzw. felchen.
Anfang/ Mitte Juni, wenn sich das Kraut in den Reihen geschlossen hat, die Kartoffeln richtig gut anhäufeln.
Die Unkäuter dürften so bis zur Ernte im Schacht gehalten sein, jedoch muss man fortan ca. 2 bis 4 mal gegen Käfer und Krautfäule spritzen. Ich gehe mal davon aus, du beziehst keine Subvention, also mit Feldspritze ohne Tüv bzw. auf ner kleinen Fläche auch locker mit ’ner Handspritze machbar.
Und dann ist ja noch die Ernte.
Am besten mit ’nem alteten Kartoffelpflug, da kannst du die
Grombierä (wie man bei uns zu Kartoffeln sagt) ohne auch nur eine Kartoffel zu verletzen, ernten und diese findest du in jeder Scheune und musst sicher
nichts oder nur wenig dafür blechen. Alternativ gibt es noch Schleuderroder vom versch. Herstellern für ca. 50 € oder Schwingsiebroder, welche die Kartoffeln bergen, reinigen und im Schwad ablegen, für ca. 250 - 700€. Eine kleine Fläche kann natürlich auch einfach mit dem Karst ( spezielle Kartoffelhacke) geerntet weden.
Gruß Christian
 
Hallo nochmals

Habe letzten Freitag per Zufall bei einem Händler im Schweizer Emmental diesen topmodernen Kartoffelroder namens SAMRO gesehen.

Das Bild ist ein bisserl klein geworden. Steht in der Gallerie "Alles andere".

Ist bestimmt für kleines Geld zu haben.
Bei Interesse kann ich die Adresse rausfinden.

Gruss, Marcel

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*** 1. Schweizer IHC-Treffen 11.09.2010, Sempach / Luzern ***
 
Hallo Marcel

Vielen dank für deine Bemühungen. Aber Schweiz? Einfach zu weit weg. Trotzdem danke.

Und auch vielen Dank an Dich Christian. Du scheinst meine Absichten verstanden zu haben. Habe mir deinen Artikel als "Leitfaden" schon ausgedruckt
 
Hallo 423er

Je nach dem wo du herkommst, ist die Schweiz vielleicht näher, als ein anderer Ort in Deutschland. Jedenfalls sind die Preise bei uns noch auf vernünftigem Mass. Du brauchst nur eine gute Transportgelegenheit (auch wenn du in Deutschland etwas kaufst).
Viel Erfolg
Gruss, Marcel

*** 1. Schweizer IHC-Treffen 11.09.2010, Sempach / Luzern ***
 
Naja an nem Hänger solls nicht liegen. Das wäre das wenigste. Aber noch hege ich die Hoffnung etwas in meiner Nähe zu finden. Aber schick doch spaßeshalber mal die Adresse, nur mal um zu sehen von welcher distanz wir hier reden
 
hallo michi ,
haben auch seit 25j ein rauh-combi gerät und sind sehr zufieden .
eine sehr gute anleitung von christian !
broschüren über kartoffelsorten ,spritzmittel und düngeverhalten
(auch bio ) findet man oft beim landhandel .
ein altes sprichwort :
steckst mich im april komm ich wann ich will,
steckst mich im mai komm ich glei.
mfg karl
 
des sprichwort ist notiert /styles/default/xenforo/smilies/fr/smiley4.gif
 
Hi,
Der Samro steht bei:

Paul Wüthrich
Landw. Maschinen
Rüttistaldenstr. 24
CH-4950 Huttwil
+41 62 962 36 21

Gruss, Marcel

*** 1. Schweizer IHC-Treffen 11.09.2010, Sempach / Luzern ***
 
also sind über 500 km einfach. Schade. Des wär schon genau des was ich suche. :-(
 
Hallo,
Habe bei mir in der Region (Vordemwald, Kanton Aargau) einen Samro gesichtet, wäre ab CHF 150.- zu ersteigern (Ricardo)
Stelle Dir ein Bild die Gallerie "Alles Andere".
MfG
 
Vielen Dank für deine Mühen,

aber des sind 500 km einfach, und 1000 km sind mir einfach viel zu weit.

Trotzdem danke
 
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