Komplett-Restauration von Motor 239

HirschC

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Da es wohl zu mehreren Fragen innerhalb der nächsten paar Tage beim Aufbau meines 239ers kommt, starte ich hier mal einen neuen Thread. Und um euch ein bissl Freude am Schrauben zu bringen :-)

Ersteinmal trennen. War eigentlich nur ein Kraftakt und erklärte sich von allein:

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Nach dem Abnehmen der Ölwanne und Ölpumpe wurde dann Ursache des schlechten Laufs ersichtlich:

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Gestern dann die komplette Blockzerlegung:

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Der Kolbenringstoß liegt bei 0,8 mm. Ich habe noch keine Unterlagen bezüglich der Toleranzen und Vorgaben, aber von PWK-Ottomotoren weiß ich, dass 0,3 - 0,5 erlaubt sind. Ebenso sind die Abstreifringe komplett verkohlt.

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Morgen geht es weiter mit Abziehen der Riemenscheibe und Ausbau der KW.

Büchsen sehen zwar noch gut aus, aber werden auch getauscht.
 
Bei unserem waren die Kolbenringe gebrochen. Mich hätte das stoßspiel schon interessiert.

Der größere Schaden war aber, dass die Anlaufstellen des Axiallagers in der KW massiv eingelaufen war.
 
Ich bitte die Unordnung um den Block herum zu tolerieren. Beim Zusammenbau mache ich das alles im sterilen OP ;-)

So, am Freitag ging es dann mal weiter. Erste Zylinderbüchse hat sich ganz schön gewehrt! Sogar die M12er-Gewindestange zum rausziehen hatte sich verabschiedet. Mit ein paar Gummihammerschlägen auf den Block hat sie sich doch noch lösen lassen. Die anderen gingen dafür sehr leicht raus. 

Mal abgesehen von dem teilweise zerstörten Stirnrad der Einspritzpumpe und der am Flansch gebrochenen Ölwanne ist die Motormechanik in einem echt guten Zustand.

Nockenwelle ist echt top und Zylinderkopf wird nun auch noch komplett zerlegt, um die Ventilsitze und -führungen zu kontrollieren.

Zu dem Zahnrad: Als ich den Trecker vor ein paar Jahren bekam und sich kurz danach der Simmering der Hydraulikpumpe verabschiedete, fielen mir beim obligatorischen Ölwechsel Schrauben und Unterlegscheiben entgegen. Die waren vom Verstellrad der ESP. Der Dank geht an den netten Traktorenhändler aus dem Nachbardorf. 

Ich schätze auch, dass die schweren Schäden an den Lagerschalen der KW davon kamen. 

Jetzt noch ne Frage: Wie reinige ich am besten das Innere vom Motorblock? Trockeneis? Dampdruckreiniger?

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alles ausbauen, wirklich alles, auch die Stirnradmimik und dann mit Heissdampfhochdruckreiniger draufhalten.

Vor allem auch die Kühlwasserkanäle. Danach trockenblasen

aber pass auf, dass der "Hopfenblütentee" nichts abbekommt uns nass wird (grins)

Viele GRüße, Matthias
 
einfach ohne Worte...

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Düsen kommen auch neu.

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Auslassventilsitze sind etwas eingelaufen. Mal sehen, was der Motorenbauer meint.

Die Ventilführungen sind hingegen perfekt.

Beim Ausbau der Ventilschaftdichtugnen haben die sich direkt durch Zerbröseln ergeben.

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Kopf oben einmal abgezogen und gereinigt

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Unterseite 0,25mm geplant und Ventilsitze eingeschliffen:

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Ventile nach dem Einschleifen und der Reinigung:

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Block wurde vor-grundiert. Lackierung passiert erst kurz vorm Einbau.Dichtflächen hatte ich ebenfalls grundiert, werden aber wieder geschmirgelt:

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Auch die Wassermäntel habe ich veruscht zu reinigen. Erst mit Wasser, dann mit Soda, dann mit der Drahtbürste. Es ist auch verdammt schwierig das ordentlich hinzubekommen:

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Wasserzulauf ebenso:

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Hallo Christian, woher kommen diese Druckmarken? Oder was ist das? Hat die Lagerschale nicht richtig gesessen? Das könnte den Kariesanfall erklären. Gruß, Dieter, der "Linksdreher".eup-1136720316-15e02dd6c9c3c9e7490900ed1d2c5f47-1565774822_big.webp
 
...und es geht weiter. Lackieren schien mir momentan als weiteren Schritt passend, da die Kurbelwelle auf sich warten lässt.

Düsen wurden ebenfalls erneuert und beim Bosch-Dienst abgedrückt - die Ventile wieder eingebaut: Zylinderkopf ist soweit einbaufertig.

Die Aluteile wurden auch lackiert, weil ich korridiertes Aluminium hässlich finde:

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Abschließend wurden dann noch die neuen Büchsen gesetzt, die Kolben mit alten Pleuel versehen und eingebaut. 

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Soda-Strahlen: Unter dem ganzen Schmutz habe ich dann doch noch eine vor fünf Jahren überholte Einspritzpumpe gefunden :-)

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Die Kurbelwelle kommt nun über Bepco. Momentan kann laut meines ET-Händlers keiner seiner fünf Lieferanten eine Kurbelwelle liefern. 

Und weil mich das skeptisch gemacht hat und ich auf Überraschungen sowie schlechte Qualität keinen Bock habe, geht die KW nach Erhalt erstmal beim hiesigen Maschinenbauer zum Vermessen.
 
KW hatte ich beim hieseigen Motorenbauer zum Überarbeiten abgegeben: Hauptlagerzapfen auf zweites Untermaß geschliffen, Pleuellager poliert. Kost: 880€ inkl aller Schalen. Geht ja...

Gestern die KW und den Balancer wieder eingebaut.

Meine Frage an die Wissenden:

Die Markierungen am Treibrad zur Kurbelwelle hin sind nicht richtig ersichtlich. Ich habe acht Zähne von den Treibrad-Freilaufrad-Markierungen (Balancer intern) zur Markierung zur Kurbelwelle gezählt. Kommt das hin?

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Danke für das Bild.

Leider sind bei mir die Körnerpunkte nicht ersichtlich.

Es gibt ja auf dem Treibrad zwei Stellen mit Markierungen: einmal die Markierung zur Kurbelwelle und einmal die Markierung zum Freilaifrad.

Könntest Du mal die Anzahl der Zähne, die zwischen diesen beiden Markierungen sind, zählen. Laut Buch sollten es sieben sein.

Das wäre sehr hilfreich...

Ich gehe ja strikt nach Buch vor, aber Kontrolle durch andere ist ja bekanntlich besser.

Stimmen die Steuerzeiten so? Laut Buch soll der 239er im 744 auf Mark 2 gestellt werden:eup-1136740296-9a3e472f4534a313f88a1b64010b4af8-1568102703_big.webp
 
Hallo zusammen,

leider hat sich das mit der Balancer-Markierung noch nicht geklärt.

Hier mal eine gute Aufnahme von der Flanke des Treibrades, auf der sich eigentlich die Markierung befinden sollte:

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Vielleicht hat einer noch eine Idee...
 
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