Lack

RidingBull

Mitglied
Registr.
1 Juni 2013
Beiträge
18
Ort
71642 Ludwigsburg
Guten Abend,

ich habe vor bald mein Schlepper zu Lackieren.

Meine Frage an euch was für Erfahrungen habt ihr mit den Lacken.

Welcher eignet sich am besten für Motor und Getriebe da diese ja hitzefest sein sollten?!

Ich les immer 2K Lack aber wie genau wird der Verarbeitet?

Taugt der Erbedol Lack was?

Wie viel Liter brauch ich den ca. für Motor, Getriebe und Achsen? (IHC 833)

Für Haube, Kotflügel und paar kleinigkeiten reichen 2L Rot oder?

Natürlich will ich nur Originalen Farbton verwenden und keine wilden Experimente.

Danke für eure Hilfe

Gruß Steff
 
1K: Härter ist mit drin, einfach auftragen. Vielleicht Verdünnung dazu falls zu dickflüssig. Dauert lange bis hart und trocken. Evtl. dauerhaft leicht "weich".

2K: Härter wird dazu gemischt und dann schnell lackieren. Der Lack ist fix hart. 

Aufbringen: Pinsel, Rolle, Pistole? Mit Rolle und Pinsel ist es einfach. Jeder kann es, die Schicht ist dick, der Schlepper sieht aus 20m Entfernung total gut aus. Oberfläche rau, Schmutz haftet sehr gut. Auch mit der Pistole ist es ganz einfach eine rauhe Oberfläche hinzubekommen. 

Für Anhänger, Pflüge, Eggen usw. nehme ich selbst Pinsel, Rolle oder für Anhänger auch die Pistole wobei ich nach versuchen mit der Pistole ebenso die Rolle nehmen könnte. Auch Hubgestänge, am Motor etc. kann man mit Pinsel machen.

Wenn ich aber will dass der Schlepper top aussieht, der Lack glatt ist, und Schmutz einfach abgewischt werden kann...dann muss es eine 2k Hochglanz Lackierung vom Profi sein.

Ich habe bei meinem die Haube, Kotflügel und Felgen vom Autolackierer machen lassen. Ist Makellos. Leider nicht ganz billig. Alles was ich relativ leicht demontieren konnte habe ich Pulverbeschichten lassen. Strahlen, Grundieren und Pulvern ist eine sehr haltbare Sache und hier gar nicht so teuer. Habe für 2 Kotflügelhalter der VA, Ackerschiene, Bleche, Einstieg, Frontgewicht etc. ca. 200€ bezahlt. Auf dem Einstieg hält der Lack seit über 4 Jahren ohne Macken. Beim anderen Schlepper hab ich das mit Pinsel gemacht, nach einem Jahr ist das Metall blank! Leider bekommt man den Farbton beim Pulvern nicht genau original.
 
Lackierung

Lackvorbehandlung:

Möglichst viel Teile, vor allem die Blechteile demontieren.

Diese Teile zum Sandstrahlen geben. Trockeneisstrahlen ist natürlich die elegantere Möglichkeit.

Den Rest, ist meist der Rumpf vom Traktor, eigenhändig mechanisch reinigen. Also zuerst mit Motorreiniger einsprühen und mit dem Dampfreiniger so viel runterholen wie es geht. Danach die verrosteten Stellen mit Schleifpapier und Drahtbürste bearbeiten. Loser Lack sollte nirgends mehr vorhanden sein.

Lackaufbau:

Die gestrahlten Teile sollten jetzt metallisch blank sein. Der Rumpf ist teilweise blank und teilweise noch der alte Lack drauf. Jetzt alles was blank ist mit Fertan dünn einpinseln. Fertan bildet eine Phosphatschicht und somit eine solide Haftung für die Grundierung. Das Fertan min 1 Tag einwirken lassen dann mit Wasser alles abspritzen. Es sollte eine dünne schwärzliche Schicht auf dem blanken Metall sein. Nach dem Trocknen nicht mehr mit den Fingern drauf herum tatschen.

Grundierung:

Es gibt hierzu immer wieder Diskussionen von wegen Einkomponentenmaterial. Ich verwende hier kompromisslos Zweikomponenten EP Material. Alles andere ist minderwertig.

An dieser Stelle kommt dann die Frage welcher Hersteller:

Standox Lacke sind sehr gut – aber teuer. MIPA Lacke sind günstiger und meiner Ansicht nach ausreichend. Werden schließlich für LKW´s verwendet. Ludwiglacke sind am günstigsten.

MIPA bietet bei der 2K-EP-Grundierung EP 100 -20 einen entscheidenden Vorteil. Das 5kg Gebinde bekommt man in Wunschfarbe. Also habe ich mir das in RAL 3003 einfärben lassen. Wenn dann mal ein Kratzer entsteht, und das gibt es zumindest hinten am Zugmaul, dann kommt da wenigstens keine hellgraue Grundierung zum Vorschein.

Dann verspachteln.

Es ist richtig, man sollte möglichst keine Spachtelmasse auftragen. Lässt sich letztendlich aber nicht ganz vermeiden. Richtig und gut Aufzinnen können nur Karosserieflaschner. Und gute Karosserieflaschner gibt es keine mehr. Ich wollte letztes Jahr für einen Freund die Motorhaube von einem Schlüter machen lassen. Ich habe als Daimlermitarbeiter im Karosseriewerk Sindelfingen keinen gefunden der das machen wollte.

Ist die hoffentlich wenige Verspachtelung aufgebracht, muss man in der Regel noch mal grundieren.

Decklack:

MIPA Decklack Acryl PU 262-90 RAL 3002 und RAL 3003 im Verhältnis 1 : 1 gemischt.

Mit diesem Lack bin ich auf die Schnauze gefallen, weil mir der Verkäufer altes Material angedreht hat. Das Material hat ein Jahr gebaucht bis durch hart war. Ist das Ausgangsmaterial, also das Harz frisch. gibt es keine Probleme. Meine Anbauteile hatte ich dann teilweise mit Decklack von Ludwiglacke lackiert. Dieses Material lässt sich sehr gut verarbeiten.

Ach so, bevor man den Decklack aufbringt sollte man anschleifen, oder die Grundierung sollte nicht durchgehärtet sein. Lässt sich in der Praxis nie ganz konsequent durchführen, aber man sollte es etwas beachten. Schleifpapier ist auch ein Thema.

Und dann noch wichtig, die Umgebungstemperatur.

Die Umgebungstemperatur sollte nicht viel weniger als 20 Grad sein.

Bedeutet, wenn keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen die entsprechend beheizt werden können, warten bis in den Sommer.

Gruß Gerd
 
Stimmt denn wenigstens das Mischungsverhältnis von RAL 3002 und 3003 von 50/50 für den Farbton der ihc XL Baureihe von Anfang der 80er Jahre? Muss demnächst was lackieren und da würde ich gerne 2K Lack nehmen. 

im Übrigen bekommt man mit einer Rolle einen fast perfekten Farbverlauf hin, wenn der Lack richtig eingestellt ist..soll heißen auch richtig Verdünnt ist. ich hab mir über Jahre mit vielen Gesprächen und dank eines befreundeten Lackierers das Lachen selbst beigebracht. Zum Schluss wurden auch Teile von Autos mit perfektem Ergebnis lackiert. Am besten einfach mal ausprobieren und sich weitestgehend an die MischVorgaben des Herstellers halten. Ich bin zu den besten Ergebnissen gekommen wenn ich immer einen tick mehr Verdünnung rein hab als auf der Dose stand.

Gruß Robin 
 
Zurück
Oben Unten