Mulcher Umbau von Zapfwelle auf Hydraulik

Hugy

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49565 Bramsche
Hallo Jungs,

hier kommt mal wieder ein Baubericht, genauer: ein Umbaubericht.

Mit IHC hat das bis auf die Farbe nichts zu tun, aber vielleicht interessiert es den ein oder anderen.

Das Projekt hatte ich schon lange im Kopf, aber nun wurde es realisiert. Auf unserem Grundstück gibt es einige Ecken und nicht mehr bewirtschaftete Teile, auf denen ab und zu mal ein Pflegeschnitt erforderlich ist, damit es nicht zu wild aussieht. Bisher habe  ich das von Hand oder wo es ging mit dem Rasenmäher gemacht. Aber man wird ja mit dem Alter auch faul und daher war der Gedanke an einen Mulcher nicht fern.

Da ich mir vor einigen Jahren einen Miniradlader zugelegt hatte, war das Trägergerät vorhanden.

Dachte ich.

Der Lader hat keine Zapfwelle und ich wollte den Mulcher auch vor mir haben, damit ich sehe wo ich damit hinfahre.

Also muß der Antrieb hydraulisch erfolgen.

Mein Lader macht 28l/min bei 150bar.

Damit liegt die Antriebsleistung für den Mulcher irgendwo bei ca 8 PS. Das ist verdammt wenig und eigentlich konnte ich das Projekt damit schon beerdigen.

Die örtlichen Händler haben mir dann auch davon abgeraten und wollten mir keinen Hydraulik Mulcher verkaufen.

Aber ich wollte es dann doch gern angehen, ich will ja auch nicht mit 20kmh über die Wiese brettern.

Also wurde erstmal ein Zapfwellen getriebener DelMorino Mulcher mit 1m Breite (breiter sollter er nicht sein, ich muß ja in die Ecken reinfahren) gekauft.

Er wurde gleich mit Y- Schlegeln bestellt, da die einen geringeren Kraftbedarf als die üblichen Hammerschlegel haben.

Der erste Test hinter unserem 433 ergab gute Mulchergebnisse, aber das Fahren damit ist doch sehr unbequem.

Aber dann ging es los.

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Das Ding wurde erstmal zerlegt
 
Das nächste Problem war, einen geeigneten Hydraulikmotor auszusuchen.

Der Mulcher hatte ein Zahnradgetriebe, was die Zapfwellendrehzahl von 540U/min um den Faktor 3 heraufsetzt.

Also hat die Rotorwelle ca 1600 U/min Nenndrehzahl.

Eine exakte Berechnungsformel hab ich auch nach langem Suchen weder im Netz noch in meinen Büchern gefunden.

Schlußendlich habe ich nach einer Daumenformel auf der Webseite meiner Firma aus Helmstedt, bei der ich fast alles beziehe, dimensioniert , und einen Zahnradmotor mit 16ccm Schluckvolumen/Umdrehung gewählt.

Leider hatten die so einen Motor nicht im Programm, der kam dann als Paket mit einem kräftigen Vorsatzlager aus einer anderen Quelle.

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Das ist ein Markenprodukt der Fa Brevini und kommt aus Italien.

Die Konstruktion mit dem 2. (blauen) Kugellager habe ich gemacht, um jegliche Querkräfte von der Welle zur Keilriemenscheibe und damit auf den Motor zu verhindern.

Die vorhandene Kupplungshülse wurde nach Modifikation weitergenutzt.
 
Jetzt geht es weiter.

Das Mulchergetriebe, das ich nun nicht mehr brauchte, hat einen Freilauf. Zweck der Einrichtung ist, daß beim Ausschalten der Zapfwelle die Rotorwelle mit ihrem doch beträchtlichen Schwungmoment weiterlaufen will. Durch den Freilauf ist das möglich, ohne daß es zu Schäden an Zapfwelle oder Trecker kommt.

Einen ähnliche Einrichtung benötigt der Zahnradmotor auch. Das habe ich durch ein einfaches Rückschlagventil parallel zum Motor realisiert.

Im Betrieb ist der volle Druck auf dem Ventil, es ist geschlossen.

Stelle ich den Ölstrom ab, wird der Motor zur Pumpe (was er eigentlich ja auch ist, Zahnradpumpe und -motor unterscheiden sich fast nicht).

Er saugt sich aus dem Rücklauf Öl an und pumpt es wieder zum Vorlauf, solange bis die Rotorwelle ausgelaufen ist.

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Hier sieht man das Rückschlagventil, das Ding mit dem Pfeil drauf.

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Die Stange die vom Motor wegführt, ist der Leckölanschluß.

Und damit sind wir schon beim nächsten Thema.

Mein Radlader hat keinen Leckölanschluß. Ich hatte erst gehofft, daß ich keinen brauche, aber testweise habe ich mal den Hydraulikmotor kurz laufen lassen und das anfallende Lecköl  frei in einen Eimer laufen lassen, um zu sehen wieviel da so anfällt.

Das Ergebnis war: Ich brauche einen Leckölzugang in den Tank des Laders.

Das habe ich dann einfach so gelöst:

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Auf die Blecharbeiten zur Befrstigung des Motors und die Aufhängung an der Schnellkupplung des Laders gehe ich mal nicht so tief ein.

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Hier nur soviel, daß man sieht, eine seitliche Verschiebung ist nicht möglich, aber ein Kippen sehr wohl. Damit kann sich der Mulcher gut dem Boden anpassen.
 
Zum Schluß gab es noch Gleitkufen, damit der Mulcher auch schön über das Gras gleitet und sich nicht einbuddelt.

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Und nun zum Ergebnis:

1. Das Gespann erfüllt meine Vorstellung vollständig, obwohl im Vorfeld da doch starke Zweifel bestanden.

2. Brennesseln und ähnlicher Wildwuchs von 60cm Höhe wird problemlos zerhackt.

3. Ich fahre je nach Bedarf von weniger als Schrittgeschwindigkeit bis schneller.

4. Wir haben mehre Stufen von 1m Höhe im Gelände, die mit allerlei Grünzeug bewachsen sind. Die waren bisher immer ein Fall für die Sense.

Jetzt fahre ich da ran, lege den Mulcher oben auf und ziehe dann langsam im Rückwärtsgang den Mulcher runter. Das klappt super.

5. Nach ca 1 Stunde mulchen kann man den Hydraulikmotor noch gut anfassen, er ist etwas mehr als handwarm. Demnach hält sich die Erwärmung des Öls in Grenzen.

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Und 6. Saubermachen ist ganz einfach

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