Hallo,
Du drehst das Maß grob vor, bis auf 0,5 mm Fertigmaß --> 49,5 mm
Hierbei nimmst Du mehr Material weg pro Span, stellst also mehr zu, Schruppen nennt man das, oder Vordrehen.
Hierbei wird die Drehzahl meist etwas kleiner gewählt der Vorschub höher, damit der Span bricht.
Bei Deinem recht dünnen Innenausdrehstahl ist das natürlich nur bis zu gewissen Grenzen möglich, dann fängt der an zu vibrieren.
Hier muss man halt Kompromisse eingehen, weniger zustellen und halt öfter längs drehen.
Dann kühlst Du es ab mit "Warten" oder Kühlmittel/Kühlemulsion.
Die letzten 0,5 mm nimmst Du als Schlichtspan, höhere Drehzahl, kleineren Vorschub, gegebenenfalls ein unverbrauchten Stahl verwenden.
Man geht oft hin und nutzt zwei Halter, einen zum Schruppen, der wird halt was grober belastet, danach einen weiteren mit nem Stahl zum schlichten.
Kommt halt darauf an wie viele Teile man fertigt.
Bei Einzelteilen kann man auch mit einem Stahl alles drehen.
Wenn man aber einmal für aussen und innen jeweils zwei Stähle/Halter vorbereitet da liegen hat, kann man die immer so verwenden.
Der Schlichtstahl hält dann wesentlich länger.
Man dreht ein paar mm mit "Untermaß" an:
Mit dem Stahl beistellen, ankratzen, bei 49,5 mm gekühlter Ausgangsbasis --> 3/10 mm zustellen.
Man fährt zurück ohne das Maß zu verstellen
Dann misst man mit Meßschieber oder besser Mikrometer (hier Innenmikrometer) sein aktuelles Maß.
Beim messen der ersten angedrehten mm erhält man z.B. 49,85 mm
Die fehlende Differenz stellt man entsprechend noch mal zu und durchdrehen.
Bei Deiner Drehmaschine würde ich bspw. bei gewünschten 50 H7 --> 50 - 50,046 (siehe
www.pfeffer.ch/toleranzen.htm) auf 50,00 anvisieren.
Nach dem Span würde ich mit dem Stück Rundholz und darauf aufgewickelten 80er Schleifpapier mal kurz durch halten, dann haste 50.01-50,02 mm.
Gruß
Arno