Probleme mit hydraulischer Lenkung

-Joseph-

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15 Mai 2006
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Guten Abend,

ich habe bei meinem Schlepper (Hieble Bergmeister 553, auf Basis IHC 633) Probleme mit der hydraulischen Lenkung. Diese geht teilweise extrem schwer, dann aber auch wieder leicht.

Die vorhandenen Beiträge hier im Forum habe ich gelesen, komme aber nicht weiter. Bei Riedl / Auer / Kletzel bin ich ebensowenig fündig geworden wie in den Reparaturhandbüchern. Deswegen die Frage hier an die Experten.

Der Schlepper hat eine Tandempumpe, die Lenkung ist ein geschlossenes System ohne Ausgleichbehälter, und der Lenkzylinder ist nicht ausgeglichen.

Ich habe den Schlepper jetzt mal vorne aufgebockt und bei stehendem Motor die Lenkung betätigt.

Von der mittleren Stellung nach links geht es recht flott, ab dem Anschlag ganz links wird auch das Lenkrad sehr schwergängig. Der Kolben des Lenkzylinders hat in dieser Stellung fast kein Spiel.

Von der mittleren Stellung nach rechts geht es immer langsamer, das Lenkrad lässt sich fast ohne Widerstand drehen, auch wenn der Anschlag ganz rechts erreicht ist, wird es nur langsam schwerer. Der Kolben hat in dieser Stellung fast 2 cm Spiel.

Sind die Räder nach links eingeschlagen, ist die geringste Ölmenge im Lenkzylinder, beim Anschlag rechts die größte.

Ich vermute daher, dass zu wenig Öl (und zuviel Luft) im Lenkkreislauf ist.
Ist die Annahme richtig? Und wenn ja, wo und wie fülle ich den Lenkkreislauf richtig auf? (Es gibt ja keinen Ausgleichsbehälter.)

Danke und viele Grüße

Joseph
 
Hallo Alfred,

danke für Deine Antwort! Du hast recht, die Pumpe saugt auch aus dem großen Ausgleichbehälter an. Beide Pumpenhälften haben eine gemeinsame Saugleitung. (Habe den Halbsatz mittlerweile auch im Werkstatthandbuch gefunden.)

Die Saugleitung müsste in Ordnung sein. Der Kraftheber hebt ordentlich, und am externen Hydraulikanschluss habe ich heute bei 700 U/min 170 bar gemessen. Allerdings mit relativ kaltem Öl.

Ich habe den Traktor heute nochmal vorne hochgenommen und bei laufendem Motor gelenkt. Das geht einwandfrei, und wenn die Räder voll eingeschlagen ist, lässt sich das Lenkrad nur noch mit sehr hohem Widerstand und sehr langsam weiterdrehen.

Kann es am Lenkzylinder liegen, wenn die Lenkung unter Last sehr schwer geht?
Oder am Lenksteuergerät?
Oder doch an Luft im System, die aus welchen Gründen auch immer nicht entweichen will?

Viele Grüße

Joseph
 
Hallo Joseph!

Hatte dieses Problem auch mal an unserem Bergmeister 754A. DIe Lenkung ging teilweise schwergängig. Zuerst vermutete ich zu wenig Öl in der Hydraulik, aber es war genügend drin. Was ich nicht geprüft habe damals, weil ich noch nicht wußte das es diesen gibt, war der Vorlauffilter im Hydraulikblock. Sollte dieser verstopft sein, kann sich ein Unterdruck in der Saugleitung bilden, der Luft anziehen kann, falls eine Verschraubung nicht fest genug angezogen sein sollte. Hatte aber wie gesagt diesen aus Unwissenheit nicht geprüft. Hier im Forum bekam ich dann den Tip, mal den Simmerring vorne an der Tandempumpe auszutauschen. Dies habe ich dann getan und von da an ging die Lenkung wieder einwandfrei. Vor allem wenn das Öl noch kalt und zähflüssig war, hat dieser Simmerring an der Pumpe Luft ins Hydrauliksystem gelassen. Dies machte sich dann auch durch Überschäumen des Öls bemrkbar. Hoffe geholfen zu haben. Was macht eigentlich das Getriebe welches du letztes Jahr von mir gekauft hast? Konntest du was damit anfangen?

MfG G.Kiefer
 
Hallo Georg,

die Getriebeteile stehen hier noch rum, ich habe nicht an meinem Getriebe rumgebastelt. (Ich ackere jetzt mit weniger Druck in den Hinterrädern, wodurch die besser greifen und das Problem mit dem Vorderradantrieb nur noch selten auftritt. Die Ursache liegt nach Auskunft eines Technikers in der Abrisskupplung des Allradantriebs.)

Danke für den Tipp mit dem Simmerring. Kann man den bei ausgebauter Pumpe von außen tauschen, oder muss die Pumpe dafür zerlegt werden?

Und noch eine ganz praktische Frage: Mit was verschließt Du die Leitungen und Anschlüsse bei der Demontage?

Viele Grüße

Joseph
 
Hallo,

zum wechseln des Simmerrings muß die Pumpe ausgebaut werden. Am Besten läßt man vorher das Hydrauliköl ab und löst alle Leitungen. Die Pumpe ist mit zwei Stehbolzen und zwei Muttern am Motor befestigt. Die Muttern losrauben und evtl. auch die Stehbolzen. An der Frontseite der Pumpe sieht man dann schon den Simmerring. Dann muß man das Antriebszahnrad abschrauben, ist wenn ichs noch recht weiß ein Linksgewinde. Dann die Platte, wo der Simmerring eingesetzt ist von der Pumpe abschrauben. Dann kommt man am Besten ran zum den alten Ring auszutreiben und den neuen wieder reinzusetzen. Die Platte ist mit den zwei verbleibenden Schrauben den Pumpen befestigt. Auf die richtige EInbaurichtung des Simmerringes ist zu achten. Der richtige Simmerring hat die Maße 35mm Außen und 17mm innen. Bin mir da aber nur zu 90% sicher.

Viel Erfolg bei der Reparatur!

MfG Georg
 
Hallo Georg und Alfred,

danke für Eure Tipps! Heute sind die Kartoffeln reingekommen, und die nächsten Tage kommt jetzt die Pumpe raus.

Viele Grüße!

Joseph
 
Um das Thema abzuschließen:

Ich habe die Pumpe also ausgebaut und die Wellendichtung ersetzt. Alles wieder zusammengeschraubt, Hydrauliköl rein und voller Hoffnung den Traktor gestartet.

Das Resultat war ernüchternd. Nach einigen Minuten unbelastetem Laufen lassen zur Entlüftung ergaben erste Lenk-Tests keine nennenswerte Verbesserung. Und so blieb das auch ein Jahr lang. Da das Problem "nur" beim Rangieren auf engem Raum auftrat, hatte ich mich schon fast damit arrangiert.

Nach gut einem Jahr war es dann plötzlich von einem Tag auf den anderen weg. Warum weiß ich nicht. Tatsache ist aber, dass seit diesem Frühsommer die Lenkung wieder einwandfrei funktioniert, auch bei niedriger Motordrehzahl und vollem Lenkeinschlag.

Ich weiß, dass dieser Reparaturbericht alles andere als hilfreich ist. Aber so kann es einem eben auch gehen, selbst technische Gegenstände haben manchmal ein Eigenleben.

Grüße

Joseph
 
Ich hatte ein ähnliches Problem bei unserm Deutz mit der hydraulischen Lenkung nachdem es die Hyrdaulikpumpe besser gesagt den Keil abgescherrt hatte und ich ne neue Pumpe einbaute.

Da ging auch die Lenkung teilweise nicht teilweise super leicht, aber da gab mir ein Bekannter nen Tipp vom Lenkorbitrol den Steuerbolzen mal rauszumachen und zu schauen ob da dreck drin ist und tatsächlich war ein Stück minimales Papierfuzel drin, anscheinend beim irgendwo angesaugt oder durch das zerlegen der Pumpe, aber danach ging die Lenkung wieder einwandfrei und es schäum seit dem das Öl auch nicht mehr auf.

Gruß Christian
 
ich kenne das problem vom 633 meines nachbarn, dort ist im zf-orbirtol eine kleines ventil oder etwas in der art. hier hatte sich in eine winzigen Bohrung ein kleiner splitter oder etwas ähnliches abgesetzt.
dieses ventil sitzt irgendwo hinter einer inbusschraube.
nach der reinigung war die lenkung wieder leichtgängig wie zu zeitpunkt der auslieferung.

Wo der fehler bei einem danfoss-orbitrol liegen kann weiß ich nicht. bei meinem 833 geht die lenkung auch recht schwer. weil die arbeitshydraulik auch sehr schwach war habe ich dann die pumpe getauscht. beim test hatte ich mich schon auf eine leichtgängigere lenkung gefreut. war dann aber nur minimal leichter als vorher. in meinem orbitrol ist eine art druckventil bei dem man die feder vorschannung einstellen kann. ich habe verschiedene einstellung ausprobiert und alles gereinigt. alles ohne erfolg. ich denke da müsste mal ein neues her....

gruß peter
 
Vielen Dank für die Beiträge! Das macht die Sache nachvollziehbar.

Eine Verstopfung im Lenksteuergerät (auch Lenkorbitrol genannt - so genau weiß ich das nicht, bin kein Jurist) hatte ich auch vermutet und mir überlegt, ob ich da rangehe. Dann habe ich mir das Reparaturhandbuch dafür durchgelesen und beschlossen, es sein zu lassen. Man muss seine Grenzen kennen. Auch verfüge ich über keinen Reinraum.

Aber jetzt tut es wieder wie neu, und der Unducht hängt hoffentlich auf ewig im Filter fest.

Joseph
 
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