Reparatur IHC 633A

GF-IH-533

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8 Juli 2009
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Hallo Leute,

ich wollte heute mal beginnen, euch mein Projekt vor zu stellen.

Es ist die Reparatur eines 633 Allrad, den ich letztes Jahr gekauft habe.Ich schreibe extra nur Reparatur, weil ich den Schlepper vom Lack her im alten Original Zustand lassen will.

Bisher sind mir folgende Probleme aufgefallen:

-Klapper Geräusche im Standgas aus Richtung Stirnradgetriebe vorne am Motor

-Ein lautes Klappern aus Richtung Kupplung beim kuppeln und im Stand aber nur wenn der Schlepper warm war

-Schlechtes Startverhalten bei kalten Temperaturen (Anlasser musste oft drehen und wenn er angesprungen ist hat man vor lauter Qualm         nichts mehr gesehen)

-Sporadisch beim betätigen des Anlassers ein lautes schreien aus richtung des Kupplungsgehäuses

-Leichte undichtigkeit am Kurbelwellendichtring vorne und hinten

-Undichtigkeiten an den Steuergeräten, Hubarmen, Zapfwellenstummel,Getriebe-seitendeckel links, Lenkorbitrol,... mal sehen was noch so kommt

-Bremsverhalten schlecht und einseitig

-Frontlader Buchsen ausgeschlagen und die nachgerüstete Gerätebetätigung stark undicht

Das war jetzt alles, was mir so spontan eingefallen ist, alles weitere im laufe der Zeit.

Das war mir beim Kauf natürlich nicht bewusst, ich habe nach vielen Details ausschau gehalten und ausprobiert und Probefahrt gemacht da war merkwürdigerweise alles bis auf ein paar kleinigkeiten bestens.

Hier noch ein Bild, damit ihr euch darunter was vorstellen könnt.

 
Hi,

die Liste ist ja "überschaubar"!

Steht optisch sehr gut da. Einer der wenigen, der eine Augenweide im Original Lack ist.

Bei meinem "Lanzeitprojekt" 733 muß ich auch an die Frontladerbuchsen ran. Wenn Du da ran

gehst, schreib doch bitte wie, mir fehlt da noch das herangehen.

Gruß Matthias
 
Naja, Überschaubar, wir werden sehen...

Wenn ich soweit bin mit dem Frontlader werde ich alles festhalten.

Jetzt habe ich erstmal angefangen, die Frontladerkonsolen ab zu bauen, die sehr schwer sind, wegen der Hinterachsabstützung und die Verkleidungsteile wie Motorhaube usw. zu entfernen.

Dann bin ich zu dem Landmaschinen Monteur in den Nachbarort gefahren und habe mir ein Kompressions-Messgerät und den passenden Adapter geholt.

Als nächstes die Rücklaufleitungen der Düsen ab geschraubt und die Düsen raus gezogen.

So wie die Düsen ausgesehen haben und die O-Ringe die eigentlich Schmutz und Wasser von der Düse fern halten sollten bin ich der Meinung, das es noch die ersten sind.

Also, vor dem Messvorgang die Löcher für die Düsen reinigen und den restlichen Diesel aus dem Brennraum entfernen duch starten per Anlasser und durchdrehen lassen ohne Düsen.

Dann habe ich die Kompression gemessen: Adapter ein gebaut, Absteller voll raus gezogen und den Starter betätigt.Bei dem 1.bis 3. Zylinder das gleiche Spiel.

Mit dem Ergebnis:

1.Zyl 18 bar

2.Zyl 18,5 bar

3.Zyl 18 bar

was laut Werkstatthandbuch zu wenig ist.

Also stand für mich ab jetzt fest, es muss was am Motor gemacht werden.

Weiteres demontiert, so sieht er jetzt aus.



 
So, weiter im Text.

Jetzt ist der Vorderwagen mit Allradachse an der Reihe.

Mittig unter der Kupplungsglocke habe ich einen geeigneten Bock unter gestellt.



Leitungen der Hydraulischen Lenkung ab geschraubt und die 4 offenen Enden mit Blindstopfen versehen.

Schrauben der Gelenkwelle entfernt und die Gelekwelle demontiert.

Als nächstes die Befestigungsschrauben vom Vorderwagen in den Motorblock demontiert und natürlich die Achse mit paletten abgefangen.

Jetzt kann die Achse weichen...

 
Das ist jetzt der aktuelle  Zustand. Der 2. Bock ist nur zur Sicherheit vorhanden, hat aber keine tragende Rolle.



Da ich ja das Problem mit den Klapper Geräuschen im Stirnrad Getriebe fest gestellt habe, dachte ich als nächstes nehme ich das in Angriff.

Jetzt war ein sicheres Arbeiten gegeben und ich konnte auf die Schrauben noch ordentlich kraft anwenden um diese zu lösen.

Also alle Störenden Bauteile Demontieren:

Lichtmaschine, Riemen, Lüfterrad und als nächstes die Wasserpumpe, die der Vorbesitzer wohl schonmal erneuert haben muss



Die Schrauben der Wasserpumpe und des Stirn-Deckels waren etwas mit Vorsicht zu genießen, da sie schon etwas vergammelt waren.

Die Schrauben gingen ganz gut los wenn man immer etwas hin und her gedreht hat, also zwischen los und fest.

Mir ist es glücklicherweise gelungen keine der Schrauben ab zu reißen.

Nachdem ich alle Schrauben entfernt habe wollte der Aludeckel seinen Gewohnten Platz jedoch nicht verlassen.

Ich musste alle Befestigungsschrauben der Ölwanne lösen, um der Sache etwas Luft zu verleihen.

Durch vorsichtiges hebeln und wackeln habe ich den Deckel runter bekommen.

Jetzt sieht man das Stirnrad Getriebe.

 
Jetzt Währe eure Hilfe gefragt, ich muss jetzt natürlich fest stellen, wo die Klapper Geräusche her kommen.

Die Geräusche sind nur da, wenn der Motor warm ist und er im Standgas Läuft.

Wenn ich die Lenkung leicht betätige ist ruhe, wenn also die Hydraulikpumpe arbeiten muss dann ist alles bestens.

Ich habe fest gestellt, das alle Zahnräder vom Optischen Zustand nicht eingelaufen sind.

Das Rad der Hydraulikpumpe hat ein wenig Flanken-spiel zum nächsten Zahnrad gehört das so?

Das Zwischenrad was sich zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle befinden hat in Axialer Richtung etwa ein spiel von 0,2 mm gehört das so?

Das Problem, was für mich offensichtlich war ist das zwischenrad von der Motoröl-Pumpe zur Kurbelwelle, das hat in den verbauten Kegellagern Luft und lässt sich leicht hin und her kippen.

Aber warum sollte das Klappern weg sein wenn die Hydraulikpumpe Arbeitet?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
 
Hallo

Das Zahnrad von der Hydraulikpumpe hat immer etwas mehr Spiel. Mache die Lagerung von der Ölpumpe oder eine komplette Ölpumpe neu und dann ist gut. Ist das Einspritzpumpenrad wirklich Zahn für Zahn gut, wenn etwas an den Stirnrädern ist das ist in erster Linie immer das Einspritzpumpenzahnrad. Es kann aber sein das es schon immer  Geräusche gemacht hat wegen unterschiedliche Toleranzen.

Wenn du die Ölwannendichtung neu machst denke an die 2 Gummikeile, die vergessen einige und dan leckt es nacher richtig.

MfG

Alwin
 
Danke für deinen Tip, ich denke es würde Sinn machen, gleich eine neue Ölpumpe zu verbauen, weil da kommt man ja so schnell nicht wider dran.

Ist denn das Axiale Spiel von dem großen Zwischenrad normal? Wenn ich jetzt schon so weit alles zerlegt habe, will ich da eigentlich nie wider ran müssen.
 
Jetzt gehts weiter mit dem Zerlegen, um erstmal eine Liste für die benötigten Ersatzteile zu erstellen.

Als nächstes habe ich den Motor mit Paletten abgefangen und mit einem Spanngurt gegen umfallen gesichert.

Jetzt alle schrauben, die den Motor mit der Kupplungsglocke verbinden demontiert und den Motor nach vorne hin weg gezogen.



Da sind wir an dem Haupt-Problem.



Die ausgearbeitete Zapfwellen Kupplung. In der Kupplungsscheibe ist die Verzahnung schon richtig Spitz und hat kaum noch Tragende Flanken. Kann sich einer von euch vorstellen, wodurch das kommen könnte?

Die Hohlwelle im Getriebe sieht auch dementsprechend schlecht aus.Wenn ich eine neue bekommen würde, hätte ich die ganz gerne noch mit gewechselt.

 
Das nächste Problem sieht man auf folgendem Bild, daher kam wohl das schreien des Anlassers.

Auf dem Starterkranz sind ringsrum etwa 3 solche Stellen, wie man in dem Bild sehen kann.



Das Ritzel auf dem Anlasser sieht dadurch natürlich auch nicht mehr so frisch aus.

Der Anlasser hat von dem Vorbesitzer einen neuen Magnetschalter bekommen, er meinte, das hat er gemacht, weil der mit dem alten Magnetschalter manchmal garnicht reagiert hat.

Wie kann jedoch der Anlasser den Starterkranz so zerstören?

Ist der Anlasser nicht so konstruiert, das er erst wenn er komplett durch den Magnetschalter ausgerückt ist anfängt zu drehen?

Bin auf eure Meinung gespannt.
 
Ich konnte die Zeit natürlich nicht abwarten und musste jetzt erstmal einen Blick in den Motor riskieren.

Also alle störenden Teile demontieren (Krümmer, Lufteinlass, Wasserverteiler, Ventildeckel, Kipphebelwelle)

Jetzt erstmal Reinigen und das Öl entfernen.

Als nächstes habe ich die Schrauben vom Zylinderkopf gelöst und den Kopf runter genommen.



Jetzt der Blick auf den Zylinderkopf.



Nachdem ich die Zylinderkopfdichtung entfernt habe wollte ich wissen, of die Ventile noch richtig dicht sind.

Habe den Kopf auf die Werkbank gelegt und etwas diesel auf die Ventile rauf laufen lassen, bis diese bedeckt sind. 

Mit dem Ergebnis, das der Diesel bei 2 Ventilen ruck zuck verschwunden war und bei den anderen auch nicht sehr lange gehalten hat.

Also die Ventile auch raus.

Dafür habe ich mir ein Spezial Werkzeug gebaut, um die Ventilfeedern zu entspannen.





Jetzt kann man sehen, warum die Ventile nicht mehr dicht sind, der sitz sieht teilweise sehr schlecht aus.

Der eine Kanal rings um das Einlassventil ist fast komplett zu gewachsen.



Wovon mag das wohl kommen?
 
Hi,

das mit dem Überschaubar nehme ich zurück. (Du schaust ja auch überall nach ;-))

Zu der Ursache kann ich nichts sagen, aber bestelle Dir direkt die Teile für

die Verntilrotation hinzu. Dann ist die Dichtheit der Ventile in zukunft kein Thema mehr.

Gruß Matthias

//Sehr schöne Beschreibung, nach einigen CM Schleppern in den letzten Jahren überwiegen jetzt die 33 und 55 er.//
 
Hallo,

ist ja einiges dran zu tun, er sah optisch aber noch recht gut aus. Dran bleiben, ein 633A ist es immer Wert.

Gruß Volker
 
Hallo

Das Spiel 0,2 mm von dem großen Zwischenrad ist normal. Wenn die Verzahnung von der Hohlwelle so verschlissen ist ist entweder die Welle schief oder es war irgend ein Gerät immer dahinter wo die Abwinklung der Gelenlwelle schlecht war und so mit beim Dauerbetrieb feine Schläge auf dem Antriebsstrang übertragen worden. Die Hohlwelle kann aber noch lange laufen, je nachdem was der Schlepper tun soll. Wenn der Schlepper Kriechgang oder 1000er Zapfwelle hat muß das Getriebe vorne zerlegt werden um die Welle zu tauschen. Hat er diese Einrichtungen nicht kann man die Welle nach vorne ziehen. Zum Motor wenn du schon alles zerlegt hast dan gibt es nur eins

 Kolben und Zylinder neu, und den Kopf bringst du zum Motorenfachbetrieb der die Ventile neu fräst und den Kopf von innen reinigt. 

Denn Zahnkranz vom Schwungrad kannst du tauschen den alten abschlagen und den neuen erwärmen so das er von alleine auf seinen Sitz fällt und an der Luft abkühlen lassen. Vorher den Sitz mit Schleifpapier säubern. Das mit dem Zahnrad kommt wohl mal vor.

MfG

Alwin
 
Moin,

du legst ja ein ganz schönes Tempo vor :) Dein 33er sieht ja von aussen echt noch sehr gut aus! 

Viel Erfolg und Geduld bei der Reparatur :) 

Schöne Grüße aus dem Münsterland

Johannes
 
@ Bluestar90: Gibt es für diese Serie eine Ventilrotation? Welche Teile Ändern sich da und wo bekomme ich sie her?

Ich bin gestern morgen schon mit dem Zylinderkopf zum Motor-Fachmann in unserer nähe gewesen.

Habe die Ventile extra so ausgebaut und gekennzeichnet, damit ich ihm sagen konnte wo die gesessen haben.

Ein Blick vom Fachmann hat gereicht und er meinte die Ventile könne ruhig durcheinander kommen, sind eh Schrott...

Die Sitze Werden nachgefräst und der Kopf geplant und dann wird er sich wider melden, wegen den ersatzteilen.

Jetzt nochmal zu der Hohlwelle.

Ich habe die Version mit 540/1000 er Zapfwelle ohne Reduziergetriebe.

Besteht die Möglichkeit durch den Seitendeckel Links diese Welle in Richtung Kupplung zu demontieren?

Mein Plan ist, den Flansch, der in der Kupplungsglocke verschraubt ist zu lösen, dann durch den Seitendeckel des Getriebes Links den Sicherungsring vom Zahnrad entfernen, dann das Zahnrad demontieren und die Passfeder entnehmen.

Dann alles in Richtung Kupplung raus ziehen.

Der Plan funktioniert allerdings nur, wenn der Lagersitz und der sitz von dem Zahnrad nicht zu sehr stramm sind.

Könnte das klappen?
 
Hallo,

ich denke das könnte ne Wahnsinns Fummelei werden. Hab ein Reduziergetriebe vom 733er rumstehen. Kann nachher mal schauen wie es da von den Platzverhältnissen aussieht. Aber geht bestimmt sehr eng zu da drin. Aber ich finde das die Hohlwelle so schlecht noch gar nicht aussieht. Die hält doch noch bestimmt ein paar Jährchen. Es gibt auch Firmen die solche Verzahnungen wieder neu aufschweißen können. Gab hier mal im Forum jemand der solche Arbeiten angeboten hat. Weiß nur den Namen nicht mehr.

Gruss Georg
 
Hi,

so jetzt hab ich es. Es heißt "Rotocaps". Einbau "soll" kein Problem sein.

Mein 733 hatte sie bei der Revision bekommen. Das hat aber der Schrauber vom Vorbesitzer gemacht.

Ich würde mich zu weit aus dem Fenster lehnen, dass zu beschreiben, da ich das noch nicht bemacht hab.

Das können hier andere bestimmt besser!

Hintergrund: Die Rotocaps, soweit ich das Verstanden habe, sind bei Produktionseinsparungen im IHC Werk gegen irgendwelche Ringe getauscht worden, die ein paar Pfennig billiger waren. Das muß so anfang oder mitte der 70er passiert sein. Da haben alle Hersteller versucht die Kosten zu drücken.

Gruß Matthias
 
der zahnkranz sieht aus als ob der trecker sehr oft gestartet wurde.

mit autogenflamme warm machen und neuen drauf (einbaurichtung beachten).

den neuen auch warm machen und drauflegen....nach ein paar augenblicken sitzt der fest.

die einfachste reparatur an dem ganzen.

wieviel stunden hat der auf der uhr? optisch sieht der ja noch gut aus...
 
Hallo

Die Rotorcaps, Case/IHC ET Nr.  3055059R91 wurden hauptsächlich in den Turbomotoren verbaut ohne diese laufen die Motoren auch ohne Problem über 6000 Stunden, also nicht unbedingt erforderlich. Man kann diese aber ohne Problem verwenden einfach den unteren Ventilfederteller gegen die Rotorcaps tauschen.

MfG

Alwin
 
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