Restauration Farmall F12 Row Crop - gebaut am anderen Ende der Welt

824S

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83339 Chieming/Stöttham
Hallo an alle,

nachdem ich im Kaffeeklatsch bereits von meiner neuesten Erungenschaft aus den vereinigten Staaten von Amerika berichtet habe und auf großes Interesse gestoßen bin, möchte ich hier nun wie versprochen einen Restaurationsbeitrag über das (hierzulande) doch recht seltene Stück schreiben.

Zunächste ein paar Background-Informationen:

Da ich bereits einen IHC Cub Cadet 123 Hydrostatic aus den USA besitze, habe ich mich in der letzten Zeit auch etwas ausführlicher mit den amerikanischen Traktoren der IHC beschäftigt. Dabei sind natürlich die "dreirädrigen" Row-Crop Schlepper mit der sehr schmalen Vorderachse wohl für viele der Inbegriff des damaligen Traktorbau in Amerika. Also wurde relativ schnell der Entschluss gefasst, dass sich so ein Teil eigentlich ganz gut in der kleinen Sammlung machen würde. Allerdings hatte ich genaue Vorstellungen von meinem Schlepper:

- Baujahr um 1930

- eisenbereift

- unrestaurierter Originalzustand

Also habe ich mich auf die Suche gemacht und bin bei unseren Nachbarn in Holland über einen Bekannten fündig geworden. Dort stand ein Farmall F12 Row Crop genau nach meinen Vorstellungen. Der Traktor war komplett, allerdings nicht lauffähig. Er stand wohl sein ganzes Leben über nie unter Dach, wie man am verrosteten Zustand des F12 erkennen kann. Aber genau so etwas habe ich gesucht. Also wurde nach kurzer Bedenkzeit und der Organisation eines Transports zugeschlagen und wenig später hatte der Farmall das erste Mal deutschen - genauer gesagt bayrischen - Boden unter den Füßen.

Hier noch ein kurzer Überblick über die Pläne an diesem Schlepper, bevor es endlich mit Fotos und einer ersten Bestandsaufnahme sowie ersten Arbeiten losgehen kann. Ich werde den Traktor optisch auf keinen Fall überarbeiten. Das rostige Aussehen wird lediglich mit Leinölfirnis konserviert. Alle defekten Teile werden natürlich getauscht, Keilriemen, Schläuche, Zündkerzen, Zündleitungen, Öle und Filter werden selbstverständlich auch gewechselt. Das Ziel ist es eigentlich, den defekten Motor wieder ans Laufen zu bringen.

Nun zu einer ersten Bestandsaufnahme:

Der Traktor lässt sich sehr leicht rollen und lenken, hier sind also keine Lager fest, auch die Lenkung ist nicht ausgeschlagen. Somit sollte im Bereich Lenkung und Getriebe schon einmal alles in Ordnung sein - sehr gut! Natürlich wird zu gegebener Zeit das Getriebe geöffnet und einer Sichtprüfung unterzogen, aber oberste Priorität hat derzeit der Motor.

Also geht es los mit den ersten Arbeiten. Der erste Arbeitsschritt war die Demontage der Motorhaube. Diese ist vorne mit einem Halteband und vier Schrauben am gusseisernen Kühleroberteil fixiert. Die Schrauben wurden mit WD40 eingewässert, um ein Abreißen im Kühleroberteil zu verhindern. Drei Schrauben ließen sich anschließend ohne große Probleme lösen. Doch dann war das erste Problem schon auf dem Plan: Die vierte Schraube ist durch den Rost bereits stark in Mitleidenschaft gezogen, weshalb keiner der Zollschlüssel sauber passte. Auch ein metrischer Schlüssel war nicht passend genug. Eine Nuss konnte auf Grund der darüberliegenden Lenkstange nicht verwendet werden. Auf diesem Foto seht ihr quer die Lenkstange verlaufen. Darunter liegt längs das Halteband und die besagte Schraube:

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Glücklicherweise ist die Lenkung des F12 sehr einfach aufgebaut: Eine waagrechte Lenkstange beginnt am "Führerstand", verläuft gerade über die Motorhaube nach vorne, wo sie mit einer Schneckenwelle ein Zahnrad antreibt, welches letztendlich mit einer vertikalen Stange die Achse vorne dreht. Jetzt war es also am Einfachsten, das Lenkgetriebe bestehend aus Schneckenwelle und Zahnrad zu zerlegen. Hierzu müssen lediglich acht Schrauben aus dem Gehäuse geschraubt werden, ehe das Gehäuseoberteil samt Lenkstange und Schneckenwelle nach oben abgenommen und anschließend verschoben werden kann. Gesagt - getan... Alle Schrauben ließen sich leicht lösen und ausschrauben. Anschließend wurde der Gehäusedeckel angehoben und schon kam ein Schwall aus einer stinkenden, klebrigen Mischung aus vermutlich 80 Jahre altem Öl und Fett aus dem Gehäuse geschossen. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet, dass sich noch eine Füllung im Gehäuse befindet. Als endlich alles wieder grob gereinigt war konnte man die Schneckenwelle und das zugehörige Zahnrad genauer begutachten. Hierbei konnte man keinerlei Verschleiß feststellen, alle Lager sind leichtgängig und da noch die Ölfüllung im Gehäuse war, sind auch alle Dichtungen noch in Ordnung. Sehr gut, hier besteht kein weiterer Arbeitsbedarf, aber sehr selbst:

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Nachdem nun endlich die Schraube zugänglich war, konnte man sie mit einer Feile so lange zurechtfeilen, bis eine Nuss sauber griff. Dann ließ sich auch diese Schraube lösen und das Halteband entfernen. Nun war die Motorhaube nur noch hinten fixiert. Dort ist ein bisher noch nicht genau identifiziertes Teil (Ventil?) verschraubt, welches von unten an Kraftstoffleitungen geschraubt ist. Das Ventil ließ sich nicht an der Motorhaube abschrauben, weshalb einfach die Kraftstoffleitungen unten abgeschraubt wurden, damit die Motorhaube samt diesem Ventil vorsichtig abgenommen werden konnte. Diese Arbeit musste bei völliger Windstille erfolgen, da sonst die Gefahr des Zerbröselns der Haube zu stark gewesen wäre. So sieht das Teil in abmontiertem Zustand aus:

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Nun hatte man freie Sicht auf den Motorblock und eine weitere Bestandsaufnahme konnte folgen:

Das Vergaseroberteil ist gebrochen und muss ersetzt werden. Außerdem ist vom gusseisernen Kühlerunterteil ein Stück ausgebrochen, auch hier besteht Handlungsbedarf. Die Benzinpumpe ist nicht vollständig und wird gegen ein gebrauchtes, komplettes Teil getauscht.

Also ging es gleich weiter mit der Demontage der Benzinpumpe. Diese ist links am Motorblock lediglich mit zwei Schrauben verschraubt, welche auch leicht zu lösen waren. Zusätzlich mussten natürlich noch die Kraftstoffleitungen an der Pumpe abgeschraubt werden, was auch kein allzu großer Aufwand war. Auf dem nächsten Foto könnt ihr die Pumpe in ausgebautem Zustand sehen. Es fehlt das Schauglas samt Halter, welches allerdings genauso teuer ist, wie eine komplette gebrauchte Pumpe. Da ich nicht weiß, ob diese Pumpe hier noch funktioniert, habe ich ohne zu überlegen gleich eine komplette Pumpe in den USA geordert.

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Da das Kühlerunterteil getauscht werden muss, muss hierfür natürlich der komplette Kühler in seine Einzelteile zerlegt werden. Um dies bewerkstelligen zu können, musste der Luftfilter demontiert werden. Er ist wiederum mit zwei Schrauben am Kühleroberteil fixiert und war schnell abgebaut. Auch im Ölbadluftfilter befand sich noch die originale Ölfüllung. So sieht der Luftfilter im abgebauten Zustand aus:

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Beim Abbauen des Luftfilters fiel auf, dass an dessen gusseisernen Flansch zum Kühleroberteil ein Stück ausgebrochen war, also wurde auch gleich noch ein neues gebrauchtes Luftfilteroberteil in den USA bestellt. eBay sei Dank...

Nach diesen ersten kleineren Arbeiten sieht der F12 nun so aus:

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Als nächstes wurden sämtliche Schläuche bzw. das, was davon noch übrig war abgebaut. Dies war notwenig, um den Vergaser ausbauen zu können, was das nächste Etappenziel war. Die Schläuche wurden mit ein bisschen scharfer Überredungskunst in Form einer Säge einfach abgesägt, da sie bereits extrem hart waren. Frei nach Wischmeyer könnte man die Teile sicher noch im eBay verkaufen... "Kühlerschläuche Farmall F12, top Originalzustand, leichte Gebrauchsspuren" Mindestgebot: 10€. Aber Spaß bei Seite:

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Damit der Vergaser abgeschraubt werden kann, muss dessen Ansteuerung ausgebaut werden, welche über eine Welle und zwei Hebel mit Kreuzgelenken läuft. Diese Ansteuerung befindet sich in einem kleinen Gehäuse, dessen Deckel abgenommen werden kann, sobald ein Hitzeschutzblech entfernt wurde. Dieses ist lediglich mit einer Schraube fixiert und war in wenigen Sekunden abgenommen. Dahinter kam ein Mitbringsel aus den USA zum Vorschein: Ein echter, amerikanischer Stein! Das Teil ist original und muss beim Zusammenbau natürlich wieder an seinen Platz kommen:

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Jetzt ging es endlich an die Vergasersteuerung. Der Deckel ist mit seiben Sechskantschrauben befestigt, welche sich nach einer Kur mit WD40 auch allesamt ausschrauben ließen. Probleme bereitete nur eine Schlitzschraube. Keine Ahnung, warum und weshalb hier eine Schlitzschraube verbaut wurde, aber ich denke, jeder von euch weiß, dass diese Schrauben sehr mühsam zu öffnen sind. Nach mehreren Ladungen Sprühöl, leichten Hammerschlägen ließ sie sich allerdings trotz aller Gegenwehr mit einem Schlagschraubenzieher öffnen. Hier seht ihr die besagte Schraube auf dem Deckel:

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So weit der erste Teil der Arbeiten. Der zweite Teil mit Öffnung des Deckels, Ausbau des Vergasers sowie dem Kühleroberteil und einigen Kleinteilen folgt noch im Laufe des Tages, dann seit ihr auf dem aktuellen Stand der Dinge.

Lob, konstruktive Kritik sowie Hilfen oder auch Fragen sind hier jederzeit natürlich gerne erwünscht. Da ich allerdings eher negative Erfahrungen im Restaurationsthread meines IHC 824 gemacht habe, bitte ich euch, dies hier auch öffentlich zu schreiben und nicht via PM an mich zu schicken. Sollten wie im anderen Thread PM‘s an mich gelangen, welche beleidigenden Inhalt haben, hat der Beitrag hier ganz schnell ein Ende und wird nicht mehr fortgeführt.

Viele Grüße

Sebastian
 
Sebastian

das ist ja mal was ganz besonderes,was du da an land gezogen hast,einen F12 Row Crop Baujahr 1930 wird ja nicht alle Tage zu neuem Leben erweckt.

Ein schöner Bericht mit Bilder von deinem F12,ich bin schon mal gespannt auf die nächsten Beiträge und Bilder.

Viel Spaß beim Schrauben,und Frohe Ostern.

Mfg...Anton
 
Wie versprochen nun hier der zweite Beitrag von den ersten Arbeiten.

Diese Arbeiten sind letztes Wochenende über die Bühne gegangen.

Der ominöse Deckel der Vergaseransteuerung wurde zuerst geöffnet und der dahinterliegende Mechanismus genauer unter die Lupe genommen. Ich erkläre die Funktion kurz unter Berufung auf das nachfolgende Bild. Die Welle rechts unten im Bild (Gehäuse) ist drehbar. Durch das Verdrehen der Welle wird der Hebel über das Kreuzgelenk nach links oder rechts verschoben. Das Ende des Hebels greift am Vergaser auf einen Exzenter, welcher mit der Drosselklappe verbunden ist. Gibt man also Gas, dreht sich die Welle im Uhrzeigersinn, der Hebel wird nach rechts verschoben und der Exzenter entsprechend verdreht - die Drosselklappe öffnet sich. Auf dem Foto ist alles in Leerlaufstellung:

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Wie bereits das Foto erahnen lässt ist der komplette Mechanismus natürlich hoffnungslos festgerostet. Also wurde das ganze gleich wieder mit WD 40 geflutet. Anschließend wurde versucht, die Verbindung Welle - Hebelarm zu trennen. Ein Abzieher fällt aus Platzgründen schon einmal weg, also wurde ca. eine Stunde lang mit Schraubenziehern und diversen Zangen herumgewerkt, bis der Hebel nach einigem Fluchen endlich von der Welle rutschte. Gleiches Spiel wurde mit dem Hebel am Vergaser gemacht, doch nach einiger Zeit war auch dieser endlich ausgebaut. Das Kreuzgelenk wurde gleich wieder gangbar gemacht, ehe der Hebel auf Lager gelegt wurde. Die folgenden Fotos zeigen die beiden Hebel in ausgebautem Zustand sowie den Zustand der Welle und der Aufnahme des Hebels:

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Nun konnte man sich an den Ausbau des Vergasers wagen. Dieser ist mit zwei Schrauben am Block verschraubt und ließ sich leicht abbauen. Ein Blick ins Innere zeigte, dass sich die Drosselklappe leicht bewegen lässt, sie aber minimal Spiel hat. Da der Vergaser ohnehin ein neues Oberteil braucht, da das alte gebrochen ist, wird auch gleich die Welle der Drosselklappe erneuert. Hierfür gibt es in den USA neue Reparatursätze, dann läuft alles wieder komplett spielfrei. Außerdem wird das Teil natürlich entsprechend gereinigt und ggfs. eine neue Düse eingesetzt. Im Vergaser selbst und im Ansaugtrakt hat sich einiges an Dreck, Staub und Rost angesammelt, wie ihr sehen könnt:

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Hier noch ein Foto vom ausgebauten Vergaser:

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Nun konnte auch das Gehäuse der Vergaseransteuerung abgeschraubt und nach oben über die Welle abgezogen werden. Somit kann demnächst die Welle ausgebaut werden, um diese wieder gangbar machen zu können. Hier das Gehäuse samt Schutzrohr der Welle in abgeschraubtem Zustand:

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Außerdem konnten die alten Zündleitungen samt deren Kabelführung nun abgenommen werden, da diese störend waren. Die Leitungen werden allesamt gegen Neue ersetzt, hoffentlich übersteht das stark verrostete Rohr der Kabelführung diesen Austausch noch...

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Um am Motor weiterarbeiten zu können, muss der Krümmer demontiert werden. Um diesen abnehmen zu können, muss allerdings zuerst die besagte Welle der Vergaseransteuerung weg. Diese wehrt sich allerdings noch mit allen Kräften, weshalb sie erst einmal mit einer ordentlichen Ladung Rostlöser eingesprüht wurde, welcher derzeit einwirkt. Also musste eine neue Baustelle her, die gleich direkt vor dem Motor liegt: Der Kühler! Das gebrochene Unterteil muss auf jeden Fall ersetzt werden. Außerdem muss alles auf Dichtigkeit überprüft und innen entrostet bzw. gereinigt werden, was nur in ausgebautem Zustand funktioniert.Also wurde das Luftleitblech um das Lüfterrad abgebaut und anschließend das Kühleroberteil gelockert. Dabei sind fünf der 24 (!) Schrauben abgerissen. Die im Gewinde steckenden Schraubenreste müssen nun ausgebohrt und neue Gewinde geschnitten werden. Ein erster Blick unter das Kühleroberteil lässt schon einiges erahnen:

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Nachdem das Oberteil ganz abgenommen wurde, war der Rosthaufen darunter in vollem Umfang zu sehen:

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Glücklicherweise handelt es sich bei diesem Motor um eine Thermo-Syphon-Kühlung. Diese Art von Kühlsystem arbeitet mit einem drucklosen Kreislauf und ohne Wasserpumpe. Also fällt wieder ein störungsanfälliges Teil weg, das nicht kaputt gehen kann in diesem Kreislauf - sehr gut! Die Thermo-Syphon Kühlung benötigt dafür mehr Wasser im System als ein Druckkreislauf. Ich glaube, dass das komplette Kühlsystem des F12 um die 40 Liter Kühlwasser fasst, ganz schön viel für einen vergleichsweise kleinen Motor. Die Funktion dieses Kühlsystems ist wie folgt: Das heiße Wasser weist eine geringere Dichte auf als das kalte Wasser. Dadurch ist das warme Wasser leichter und steigt nach oben im Kühlernetz, während das kalte Wasser nach unten und anschließend durch den Motor gedrückt wird. Während das heiße Wasser sich im Kühlernetz befindet, wird es entsprechend wieder abgekühlt und man hat den notwenigen Kreislauf. In der damaligen Zeit war dieses einfache Kühlsystem sehr beliebt, da es zu keinerlei Störungen kommen konnte und in den USA das Händlernetz nicht so stark ausgeprägt war. Also mussten die Farmer dort ihre Maschinen selbst in Stand halten, was für diese bei ihren ersten motorisierten Arbeitsgeräten sehr schwierig war. Daher also die einfach gehaltene Kühlung.

Auch vom baulichen gesehen ist das Kühlsystem sehr einfach. Das Kühlernetz ist lediglich zwischen zwei Stecher aus Gusseisen links und rechts geschoben und kann nach oben hin herausgezogen werden. Anschließend kann das Kühlerunterteil abgebaut und erstetzt werden. Dies habe ich bisher allerdings noch nicht geschafft und wird die Aufgabe des nächsten Beitrages, welcher voraussichtlich in zwei Wochen erscheinen wird.

Bis dahin viel Spaß beim Lesen und ein frohes Osterfest an alle!

Viele Grüße vom Chiemsee

Sebastian
 
Moin Sebastian,

da hast du dir aber was an Land gezogen. Dagegen sind meine Baustellen ja wie Neuteile.

Ich wünsche dir viel Spaß, Glück und Durchhaltevermögen für dein Vorhaben und freue mich auf einen

interessanten Bericht.

Gruß

Jörg
 
Hallo Jörg, hallo Anton,

vielen Dank für eure Beiträge und euer Interese! Der F12 ist wirklich etwas Besonders finde ich, deshalb hat er es auch verdient, wieder zum Leben erweckt zu werden. Ich bin gespannt, welche Überraschungen im Motor noch auf mich warten. Ich weiß bisher nur, dass die Ölwanne bereits durchgerostet ist an zwei Stellen, das lässt nichts Gutes erahnen...

Jörg, deine neueste Baustelle Ritscher ist aber auch nicht mehr viel "neuer" vom optischen Zustand als mein F12, soweit ich das bisher auf den Fotos beurteilen konnte.

Viele Grüße

Sebastian
 
Hallo Sebastian,

ich muß dir recht geben, es geht nicht darum, wer die größere Ruine vor der Brust hat.

Die alten Maschinen werden erhalten, das steht im Vordergrund.

Glücklicherweise kann man die alten Schlepper noch Instand setzten.

Wenn die heutigen Trecker in die Jahre kommen, wird sich niemand finden, der sie als Oldtimer reaktiviert.

Die Elektronk macht es schier unmöglich.

Gruß

Jörg
 
Hallo,

also ich will mal ehrlich sein. Wenn ich die Bilder so sehe läuft es mir echt kalt den Rücken herunter!

Das soll jetzt aber nicht falsch verstanden werden!!!!

Ich finde es absolut Klasse wenn man die Fähigkeiten und vor allem die Lust dazu hat einen solchen Schleppper wieder herzurichten. Super Sache!

Das das nicht jeder kann und vllt. auch will steht natürlich außer Frage........

Gruß
 
Hallo zusammen,

die Meinung, dass es von neuen Traktoren keine Oldtimer mehr geben wird, teile ich auch. Dafür ist zu viel Elekrtik statt Mechanik verbaut und die Entwickler der neuen Schlepper gingen weg von der Ansicht, dass ein Bauer seinen Traktor selbst reparieren muss. Solange alles funktioniert, ist das recht und schön.

 

Dass die Restauration von diesem F12 vielleicht nicht jedermanns Sache ist, war mir auch bewusst. Viele hier im Forum wollen mit ihren Traktoren arbeiten und nicht einen 90 Jahre alten Alteisenhaufen im Garten stehen haben, um diesen wieder flott zu bekommen, ohne danach auch nur damit durch die Gegend fahren zu können. Ich wollte allerdings schon lange so ein Teil haben und habe diese Herausforderung jetzt auch gesucht. Wenn der F12 irgendwann einmal wieder läuft, soll er mit dem Anhänger zu den Treffen der Region hinten am 824 reisen. Ich denke auch, dass auf den Treffen mal wieder etwas anderes, als der Deutz - Fendt - IHC Neuss Einheitsbrei (bitte nicht falsch verstehen) zu sehen sein sollte.

Neuigkeiten gibt es übrigens auch! Passend zum Osterfest hatte ich heute Morgen eine Mail aus den USA in meinem Postfach. Dort habe ich eine Anfrage bezüglich des Baujahres des F12 gestellt. Dies kann dort anhand der Fahrgestellnummer herausgefunden werden. Gebaut wurde mein F12 1932 im IHC Werk Chicago, Illinois. Er ist damit also einer der ersten gebauten Schlepper und war original noch grau lackiert. Da sich allerdings an diversen Stellen noch kleinste Reste roter Farbe finden, wurde er zu einem späteren Zeitpunkt (vermutlich von einem Händler) noch rot überlackiert, um ihn neuer aussehen zu lassen. Außerdem hatten die ersten Modelle noch keinen IHC Motor, sondern einen 1,9l Motor von Waukesha. Dies werde ich überprüfen, wenn ich das nächste Mal daran arbeite, welcher Motor in meinem Exemplar verbaut wurde. Egal ob IHC oder Waukesha, es war immer ein 1,9l 4-Zylinder Motor verbaut. Gestartet wurden die Motoren mit Benzin, während sie dann zum Dauerbetrieb auf günstigeres Petroleum oder Kerosin umgesteuert werden mussten.

Viele Grüße

Sebastian

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IHC 824S, IHC D-324, IHC 353, IHC Cub Cadet 123 (USA), IHC Farmall F12 (USA), IHC Farmall Cub (USA), Eicher EKL 15/II, Eicher 3709 Schmalspur, Steyr T84, Agria 2400
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IHC824S in youtube:

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Ich entdecke hier viele technische Parallelen zu meinem RC.

Meinen Vergaser habe ich gerade überholt und nun sind gerade die Hinterräder dran (Felgen stellenweise durchgerostet).

Weiterhin fleißig Bilder machen und auch viel Erfolg bei den weiteren Schritten deines Vorhabens. :-). Ich nehme gespannt an deinem Projekt, wenn auch nur als Leser, teil.

Es gilt das © für meine Bilder!
1. JohnDeere/Lanz-Treffen und Feldtage am 23./24. August 2014 in 36275 Kirchheim
 
Hallo zusammen,

leider mit etwas Verzögerung gibt es heute wieder einmal ein Update bezüglich dem F12. In den letzten Wochen hat das Wetter nicht so mitgespielt, dass ich ausreichend schrauben konnte und euch den Fortschritt präsentieren konnte. Heute war es dann endlich wieder einmal richtig schön und warm, sodass es am Farmall wieder gut voran ging. Aber alles der Reihe nach...

Um der Neugierde halber endlich einmal einen ersten Blick ins Innere des Motors werfen zu können, wurde die Ölwanne demontiert. Die Schrauben ließen sich alle wieder ohne Probleme lösen, doch die durchgerostete Ölwanne ließ schon den Zustand des darüberliegenden Motors erahnen. Nachdem die Schrauben der Wanne gelöst waren und diese abgenommen wurde, kam erst einmal wieder ein Haufen Rost und Dreck in der Ölwanne zum Vorschein:

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An der rechten Seite der Ölwanne sind diverse Schrauben oder Ventile verbaut. Bisher weiß ich allerdings noch nicht, wofür diese gehören. Eine Ölablassschraube hat die Wanne natürlich am tiefsten Punkt. Ich vermute, dass diese Schrauben zur Ölstandskontrolle verwendet werden, da es keinen Ölpeilstab am Schlepper gibt:

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Hinter der Ölwanne kam dann gleich die Ölpumpe samt zugehörigem Sieb zum Vorschein, oder sagen wir besser, das was davon noch übrig geblieben ist... Aber auch hier hat die IHC damals mitgedacht! Der untere vom Rost verfressene Siebeinsatz ist ein extra Teil, welches nur mit dem Rest der Leitung und Pumpe verschraubt ist. Hier ist also einfach und günstig Ersatz zu finden.

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Anschließend wurde ein Blick unter den Motor gewagt. Wie bereits vermutet ist hier natürlich alles verrostet und fest, aber wie heißt es so schön: "All what cast shade can be restored", also nehme ich die Herausforderung dieser extremen Motorrevision natürlich auch gerne an!

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Um also zeitnah den Motor vom Rahmen heben zu können, wurde mit der Demontage von weiteren Anbauteilen weiter gemacht. Zuerst wurde hierfür das Abdeckblech über der ansonsten freilaufenden Getriebeeingangswelle abgeschraubt. Darunter kam ein äußerst interessanter Mechanismus zur Kraftübertragung zum Vorschein:

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Weiter ging es dann mit der Demontage der restlichen Kühlerteile. Da die beiden Schrauben, die das Kühlerunterteil mit dem Rahmen verbinden bereits nur noch in Fragmenten vorhanden waren, war an eine Nuss oder einen Schraubenschlüssel nicht zu denken. Auch ein Mutternsprenger kam auf Grund von zu wenig Platz nicht in Frage. Also wurde ein oszillierendes Multifunktionstool mit entsprechendem Sägeblatt angeschafft, womit die beiden Schrauben einfach mit roher Gewalt abgesägt wurden:

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Nun konnte das Kühlernetz mit dem Kühlerunterteil zusammen vom Rahmen gehoben werden. Da beim gusseisernen Unterteil ein Stück ausgebrochen ist, muss dieses getauscht werden. Ersatz liegt bereits in der Garage. Bei schlechtem Wetter kann dann demnächst das Kühlernetz ausgebaut und gereinigt und auf Undichtigkeiten überprüft werden. Anschließend kann der Kühler bereits wieder komplett zusammengebaut und auf Lager gelegt werden.

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Anschließend wurde die Ölfiltereinheit vom Motorblock abgeschraubt. Auch das ist in wenigen Minuten passiert, da die komplette Einheit nur mit vier Schrauben am Block fixiert ist. Dieses Teil kann demnächst auch noch komplett zerlegt, gereinigt und anschließend wieder zusammengebaut werden.

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Danach konnte auch die vor der Ölfiltereinheit liegende Magnetzündung komplett abgebaut werden. Diese wird stirnseitig über ein Zahnrad angetrieben und ist wiederum nur mit 5 Schrauben am Block angeschraubt. Dieses Teil wird ebenfalls bei schlechter Witterung komplett zerlegt und ggfs. instandgesetzt, was allerdings mit etwas mehr Aufwand verbunden ist, da das Stirnrad in keinem allzu guten Zustand mehr ist und die komplette Mechanik festsitzt.

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Und schon ist die rechte Motorseite komplett leergeräumt:

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Einige Kleinteile wie Öldruckleitungen und Gestänge wurden ebenfalls abgebaut, was ich hier nicht weiter dokumentiere, da dies sonst den zeitlichen Rahmen sprengen würde und auch nicht wirklich interessant ist. Erwähnenswert ist allerdings die Demontage des Lüfterrades. Da der Schlepper keine Wasserpumpe besitzt ist das Lüfterrad einfach nur in dem zugehörigen Gehäuse gelagert und gleich entfernt. Zum Vorschein kam natürlich wieder jede Menge Rost...

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Aber inzwischen wird es leer um den Motor herum:

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Soweit die neuesten News. Beim nächsten Schönwetterschrauben geht es dann weiter mit der Demontage der Andrehkurbel samt entsprechendem Winkeltrieb-Mechaismus, dem Zerlegen der Getriebeeingangswelle und dem Lösen der Motorlager. Wenn demnächst das Wetter etwas schlechter ist und ich Langeweile verspüre, werde ich mich an die Aufarbeitung der abgebauten Motorenteile machen. Hiervon werde ich auch berichten.

Viele Grüße vom Chiemsee

Sebastian

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Ich hoffe Du hast gute ersatzteiladressen. Hat der motor überhaupts büchsen? Ich hoffe die verosteten Wasserkanäle machen mal keine probleme. Und was zahlt man für sowas?? Nur aus neugier weil ja bis der Motor wieder läuft werden einige 1000euro fällig sein.
 
Servus,

gute Ersatzteiladresse gibt es hier in Deutschland kaum. Das läuft alles über Holland, wo ich einige Bekanntschaften habe und direkt über das amerikanische eBay. Bezüglich den Kosten: Ein kompletter Satz originaler Kolben samt Buchsen und Kolbenringen kostet in den USA neu 330$, das sind umgerechnet etwa 240€. Das ist überhaupt nicht dramatisch von den Materialkosten gesehen. Ein kompletter Lagersatz mit allem Drum und Dran für den Motor kostet neu 100$ und Kurbelwelle soll eine Gebrauchte für wenig Geld verbaut werden. Somit ist die Motorrevision komplett mit ungefähr 600 - 700€ eingeplant, da der Zylinderkopf natürlich auch komplett überholt werden soll, was man allerdings nicht mal eben selbst machen kann.

Was ich für den Farmall inkl. Transport und so weiter bezahlt habe, möchte ich hier nicht öffentlich schreiben. Wen es interessiert, der kann mich das gerne per PM fragen, dann habe ich kein Problem damit.

Die verrosteten Wasserkanäle sind auch kein Thema. Da alles ziemlich einfach aufgebaut ist, kommt man auch gut an die Kanäle ran zum Reinigen. Wie ich danach mit den Kanälen weitermache im Bezug auf Rostschutz / Versiegelung weiß ich noch nicht, aber bis dahin ist auch noch etwas Zeit.

Wenn alles glatt geht und ich einen entsprechenden Anhänger für den Transport organisieren kann, soll der F12 am 22.7. das erste Mal auf einem Treffen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Viele Grüße

Sebastian

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Hallo Shockwave,

wenn alles glatt geht, wird der F12 in 83365 Nußdorf beim dortigen Oldtimertreffen zu sehen sein. Allerdings eben nur, wenn ich einen Tieflader für den Transport auftreiben kann bis dahin.

Derzeit bin ich auf der Suche nach einem Austauschmotor. Ich möchte den F12 möglichst schnell ans Laufen bringen, weshalb ich nun einen kompletten Motor dafür suche. Der alte Motor wird natürlich nicht verkauft oder weggeworfen, sondern wie bereits versprochen komplett neu aufgebaut und restauriert. Da ich allerdings noch einige andere Projekte (2x Eicher EKL 15/II) in der Werkstatt stehen habe, möchte ich an diesen beiden Schleppern möglichst bald wieder weiterarbeiten. Wenn der Motor des F12 einmal frisch restauriert ist und wieder läuft, wird er wieder in den Row-Crop eingebaut und der Tauschmotor wieder verkauft. So der derzeitige Plan.

Außerdem habe ich inzwischen eine Anfrage gestellt bezüglich genauem Baujahr und wohin der Traktor nach der Auslieferung gegangen ist. Dies kann man anhand der Fahrgestellnummer abfragen lassen, sobald es hierzu eine Antwort gibt, werde ich sie euch natürlich hier rein schreiben.

Viele Grüße

Sebastian

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Hallo an alle,

am verlängerten Pfingstwochenende ist es bei amerikanischen Temperaturen, jenseits der 30°C wieder ein bisschen voran gegangen am F12.

Zuerst habe ich den Ventildeckel abgeschraubt, um die darunterliegende Kipphebelwelle genauer ansehen zu können:

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Der Zustand der Welle war wie erwartet nicht allzu gut, der Vorteil ist allerdings, dass die Kipphebel allesamt sandgestrahlt werden können und danach wieder verwendet werden können. Als nächstes musste die Kipphebelwelle demontiert werden, damit der komplette Zylinderkopf inkl. Ventile, Ventilfedern und Zündkerzen abgenommen werden kann. Also wurden zuerst die Muttern der Stösselstangen abgeschraubt. Zum Glück waren die Stösselstangen leicht an den Kipphebeln festgerostet, sodass sich alle Muttern ohne Gegenhalten mit einem Schraubenzieher abschrauben ließen. Anschließend wurden die Stösselstangen mit einem Hammer sanft von den Kipphebeln geklopft, was auch einwandfrei geklappt hat. Nun musste noch die Welle an den drei Befestigungen des Zylinderkopfs gelöst werden. Hier stellte sich heraus, dass ein gusseiserner Halter der Welle bereits gebrochen war. Nachdem diese Schrauben auch alle gelöst waren, konnte die Welle komplett abgenommen werden und siehe da, sämtliche Kipphebel lassen sich bewegen, hier ist also nichts festgerostet, das ist schon einmal sehr gut!

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Nun wurden alle Stösselstangen einfach nach oben hin herausgezogen. Hierbei war auffällig, dass eine Stösselstange des dritten Zylinders stark verbogen war, der Rest der Stangen war allerdings in Ordnung und schnurgerade. Anschließend konnten die neun Schrauben des Zylinderkopfs endlich gelöst werden. Einige Muttern ließen sich von den Stehbolzen abschrauben, bei anderen kamen die ganzen Stehbolzen mit heraus, aber alles in allem waren auch diese Schrauben kein allzu großes Problem. Danach wurde mit einem kleinen Schraubenzieher der auf der Dichtung festgeklebte Zylinderkopf leicht gelöst und konnte herunter gehoben werden:

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Nun war endlich auch der Blick von oben in den Motorraum möglich. Am schlimmsten erwischt hat es den dritten Zylinder. Hier befindet sich ein richtiges Loch in der Buchse und die Buchse ist auch sehr stark verrostet. Die anderen Buchsen und Kolben sind lediglich leicht angerostet im Vergleich. Dieses Loch im Zylinder macht mir nun Gedanken. Ich weiß derzeit noch nicht, ob damit der Block noch zu retten ist, oder ob es auch den Block selbst zwischen Zylinder 2 und 3 durchschlagen hat. Falls ja, wird man den Motor wohl nicht mehr instandsetzen können.

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Nachdem die einzelnen Zylinder mit dem besten Staubsauger, den ich im Haus auftreiben konnte, von Staub und Rost befreit waren, wurden sämtliche Zylinder mit Öl getränkt. Ich möchte versuchen, ob das Öl gegen den fest gewordenen Motor noch etwas ausrichten kann. Falls nicht, wird frei nach Wischmeyer einmal kräftig gegengewemmst, dann hat sich das Problem erledigt... Nein, Spaß beiseite. Ich möchte versuchen, den Motor wenigstens wieder drehbar zu bekommen, was die weiteren Arbeiten stark erleichtern würde. Vielleicht hat auch von euch hierzu jemand einen Vorschlag, wie man dies am Besten anstellen könnte?

Nun ist die nächste Arbeit, den Motor komplett vom Rahmen zu nehmen. Hierfür habe ich gleich noch die Verbindung zur Getriebeeingangswelle getrennt:

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Nun müssen lediglich noch der Kurbeltrieb sowie vier Schrauben am Rahmen gelöst werden, dann kann der Motor herunter genommen werden.

Einen funktionierenden Tauschmotor ohne Riss konnte ich inzwischen auch für einen sehr schmalen Taler auftreiben. Diesen werde ich im Juli aus Holland mitnehmen, wenn ich dort meinen neuen Farmall Cub abhole.

Die nächsten Arbeiten werden sich also auf das Abnehmen des Motors sowie das Instandsetzen der bereits abgebauten Aggregate beziehen, um den Tauschmotor möglichst schnell einbauen zu können.

Was übrigens bei der Demontage des Antriebs zur Eingangswelle sehr positiv aufgefallen ist: Bei eingelegtem Gang, lässt sich der Traktor bewegen, wenn man lediglich mit zwei Fingern (!) an der Einganswelle dreht. Also sollten im Getriebe eigentlich keine bösen Überraschungen mehr warten, wenn dort alles so leichtgängig ist. Aber zur Kontrolle wird natürlich auch das Getriebe noch geöffnet und dort auf jeden Fall auch das Öl gewechselt.

So weit so gut.

Viele Grüße vom Chiemsee

Sebastian

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Meine Spielzeuge:
IHC 824S, IHC D-324, IHC 353, IHC Cub Cadet 123 (USA), IHC Farmall F12 (USA), IHC Farmall Cub (USA), Eicher EKL 15/II, Eicher 3709 Schmalspur, Steyr T84, Agria 2400
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IHC824S in youtube:

http://www.youtube.com/user/IHC824S
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Hallo Sebastian,

das ist ja Irrsinn, was du da betreibst. Ich meine das durchaus positiv. :-)

Aber aus deinem Geschriebenen deute ich eine tiefe Gelassenheit, mit der du die Aufgabe angehst.

Ich ziehe den Hut davor.

Die Korrosion in den Wasserkanälen siollte kein Problem sein, wenn du dem Kühlwasser Frostschutz beimischst.

Interessant wird noch die KW. Bei dem Rost iste ein einfaches Schleifen der Lagerflächen wohl nicht ausreichend.

Gruß

Jörg
 
Respekt vor dieser Leistung.

Die Masse hätte gesagt, das wird maximal ein Ausstellungsstück für den Vorgarten. Diesem Schlepper, der wahrlich nicht selten ist, diese Mühen zu schenken, ist wirklich bemerkenswert, aber auch nachvollziehbar. Denn verdient hat er es sicherlich, wieder neues Leben zu bekommen.

Ich war am WE auch in den Niederlanden, ein neues, kleines Projekt an Land ziehen. :-) Der Row Crop ist soweit fertig.....

Es gilt das © für meine Bilder!
1. JohnDeere/Lanz-Treffen und Feldtage am 23./24. August 2014 in 36275 Kirchheim
 
Hallo Jörg,

vielen Dank für dein Lob! Die natürliche Gelassenheit habe ich bei diesem Projekt schon, da der F12 ohnehin nur auf Tiefladern durch die Gegend kutschiert werden kann und kein Traktor ist, mit dem man mal schnell noch eine Runde dreht. Morgen geht es weiter, auf dem Plan steht die Demontage des Anlassmechanismus, das Lösen der Motorschrauben, sodass der Motor dann jederzeit einfach abgehoben werden kann.

@ Shockwave:

auch dir danke für dein Lob. Selten ist der Schlepper bedingt. Bei uns in Deutschland trifft man solch ein Ding nur sehr selten an, ich selbst habe bisher nur in Nordhorn noch einen gesehen. Allerdings wird er danach auch nur ein "Ausstellungsstück" für den Vorgarten, allerdings eben auch auf dem ein oder anderen Treffen zu bewundern. Ich denke aber auch, dass er eindeutlich ein neues Leben verdient hat.

Ich werde am 10. - 14.7. wieder in Holland sein und mein neuestes Projekt, auch aus dem Hause IHC und wieder aus den USA abholen.

Viele Grüße

Sebastian

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