824S
Bekanntes Mitglied
Hallo an alle,
nachdem ich im Kaffeeklatsch bereits von meiner neuesten Erungenschaft aus den vereinigten Staaten von Amerika berichtet habe und auf großes Interesse gestoßen bin, möchte ich hier nun wie versprochen einen Restaurationsbeitrag über das (hierzulande) doch recht seltene Stück schreiben.
Zunächste ein paar Background-Informationen:
Da ich bereits einen IHC Cub Cadet 123 Hydrostatic aus den USA besitze, habe ich mich in der letzten Zeit auch etwas ausführlicher mit den amerikanischen Traktoren der IHC beschäftigt. Dabei sind natürlich die "dreirädrigen" Row-Crop Schlepper mit der sehr schmalen Vorderachse wohl für viele der Inbegriff des damaligen Traktorbau in Amerika. Also wurde relativ schnell der Entschluss gefasst, dass sich so ein Teil eigentlich ganz gut in der kleinen Sammlung machen würde. Allerdings hatte ich genaue Vorstellungen von meinem Schlepper:
- Baujahr um 1930
- eisenbereift
- unrestaurierter Originalzustand
Also habe ich mich auf die Suche gemacht und bin bei unseren Nachbarn in Holland über einen Bekannten fündig geworden. Dort stand ein Farmall F12 Row Crop genau nach meinen Vorstellungen. Der Traktor war komplett, allerdings nicht lauffähig. Er stand wohl sein ganzes Leben über nie unter Dach, wie man am verrosteten Zustand des F12 erkennen kann. Aber genau so etwas habe ich gesucht. Also wurde nach kurzer Bedenkzeit und der Organisation eines Transports zugeschlagen und wenig später hatte der Farmall das erste Mal deutschen - genauer gesagt bayrischen - Boden unter den Füßen.
Hier noch ein kurzer Überblick über die Pläne an diesem Schlepper, bevor es endlich mit Fotos und einer ersten Bestandsaufnahme sowie ersten Arbeiten losgehen kann. Ich werde den Traktor optisch auf keinen Fall überarbeiten. Das rostige Aussehen wird lediglich mit Leinölfirnis konserviert. Alle defekten Teile werden natürlich getauscht, Keilriemen, Schläuche, Zündkerzen, Zündleitungen, Öle und Filter werden selbstverständlich auch gewechselt. Das Ziel ist es eigentlich, den defekten Motor wieder ans Laufen zu bringen.
Nun zu einer ersten Bestandsaufnahme:
Der Traktor lässt sich sehr leicht rollen und lenken, hier sind also keine Lager fest, auch die Lenkung ist nicht ausgeschlagen. Somit sollte im Bereich Lenkung und Getriebe schon einmal alles in Ordnung sein - sehr gut! Natürlich wird zu gegebener Zeit das Getriebe geöffnet und einer Sichtprüfung unterzogen, aber oberste Priorität hat derzeit der Motor.
Also geht es los mit den ersten Arbeiten. Der erste Arbeitsschritt war die Demontage der Motorhaube. Diese ist vorne mit einem Halteband und vier Schrauben am gusseisernen Kühleroberteil fixiert. Die Schrauben wurden mit WD40 eingewässert, um ein Abreißen im Kühleroberteil zu verhindern. Drei Schrauben ließen sich anschließend ohne große Probleme lösen. Doch dann war das erste Problem schon auf dem Plan: Die vierte Schraube ist durch den Rost bereits stark in Mitleidenschaft gezogen, weshalb keiner der Zollschlüssel sauber passte. Auch ein metrischer Schlüssel war nicht passend genug. Eine Nuss konnte auf Grund der darüberliegenden Lenkstange nicht verwendet werden. Auf diesem Foto seht ihr quer die Lenkstange verlaufen. Darunter liegt längs das Halteband und die besagte Schraube:

Glücklicherweise ist die Lenkung des F12 sehr einfach aufgebaut: Eine waagrechte Lenkstange beginnt am "Führerstand", verläuft gerade über die Motorhaube nach vorne, wo sie mit einer Schneckenwelle ein Zahnrad antreibt, welches letztendlich mit einer vertikalen Stange die Achse vorne dreht. Jetzt war es also am Einfachsten, das Lenkgetriebe bestehend aus Schneckenwelle und Zahnrad zu zerlegen. Hierzu müssen lediglich acht Schrauben aus dem Gehäuse geschraubt werden, ehe das Gehäuseoberteil samt Lenkstange und Schneckenwelle nach oben abgenommen und anschließend verschoben werden kann. Gesagt - getan... Alle Schrauben ließen sich leicht lösen und ausschrauben. Anschließend wurde der Gehäusedeckel angehoben und schon kam ein Schwall aus einer stinkenden, klebrigen Mischung aus vermutlich 80 Jahre altem Öl und Fett aus dem Gehäuse geschossen. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet, dass sich noch eine Füllung im Gehäuse befindet. Als endlich alles wieder grob gereinigt war konnte man die Schneckenwelle und das zugehörige Zahnrad genauer begutachten. Hierbei konnte man keinerlei Verschleiß feststellen, alle Lager sind leichtgängig und da noch die Ölfüllung im Gehäuse war, sind auch alle Dichtungen noch in Ordnung. Sehr gut, hier besteht kein weiterer Arbeitsbedarf, aber sehr selbst:


Nachdem nun endlich die Schraube zugänglich war, konnte man sie mit einer Feile so lange zurechtfeilen, bis eine Nuss sauber griff. Dann ließ sich auch diese Schraube lösen und das Halteband entfernen. Nun war die Motorhaube nur noch hinten fixiert. Dort ist ein bisher noch nicht genau identifiziertes Teil (Ventil?) verschraubt, welches von unten an Kraftstoffleitungen geschraubt ist. Das Ventil ließ sich nicht an der Motorhaube abschrauben, weshalb einfach die Kraftstoffleitungen unten abgeschraubt wurden, damit die Motorhaube samt diesem Ventil vorsichtig abgenommen werden konnte. Diese Arbeit musste bei völliger Windstille erfolgen, da sonst die Gefahr des Zerbröselns der Haube zu stark gewesen wäre. So sieht das Teil in abmontiertem Zustand aus:

Nun hatte man freie Sicht auf den Motorblock und eine weitere Bestandsaufnahme konnte folgen:
Das Vergaseroberteil ist gebrochen und muss ersetzt werden. Außerdem ist vom gusseisernen Kühlerunterteil ein Stück ausgebrochen, auch hier besteht Handlungsbedarf. Die Benzinpumpe ist nicht vollständig und wird gegen ein gebrauchtes, komplettes Teil getauscht.
Also ging es gleich weiter mit der Demontage der Benzinpumpe. Diese ist links am Motorblock lediglich mit zwei Schrauben verschraubt, welche auch leicht zu lösen waren. Zusätzlich mussten natürlich noch die Kraftstoffleitungen an der Pumpe abgeschraubt werden, was auch kein allzu großer Aufwand war. Auf dem nächsten Foto könnt ihr die Pumpe in ausgebautem Zustand sehen. Es fehlt das Schauglas samt Halter, welches allerdings genauso teuer ist, wie eine komplette gebrauchte Pumpe. Da ich nicht weiß, ob diese Pumpe hier noch funktioniert, habe ich ohne zu überlegen gleich eine komplette Pumpe in den USA geordert.

Da das Kühlerunterteil getauscht werden muss, muss hierfür natürlich der komplette Kühler in seine Einzelteile zerlegt werden. Um dies bewerkstelligen zu können, musste der Luftfilter demontiert werden. Er ist wiederum mit zwei Schrauben am Kühleroberteil fixiert und war schnell abgebaut. Auch im Ölbadluftfilter befand sich noch die originale Ölfüllung. So sieht der Luftfilter im abgebauten Zustand aus:

Beim Abbauen des Luftfilters fiel auf, dass an dessen gusseisernen Flansch zum Kühleroberteil ein Stück ausgebrochen war, also wurde auch gleich noch ein neues gebrauchtes Luftfilteroberteil in den USA bestellt. eBay sei Dank...
Nach diesen ersten kleineren Arbeiten sieht der F12 nun so aus:

Als nächstes wurden sämtliche Schläuche bzw. das, was davon noch übrig war abgebaut. Dies war notwenig, um den Vergaser ausbauen zu können, was das nächste Etappenziel war. Die Schläuche wurden mit ein bisschen scharfer Überredungskunst in Form einer Säge einfach abgesägt, da sie bereits extrem hart waren. Frei nach Wischmeyer könnte man die Teile sicher noch im eBay verkaufen... "Kühlerschläuche Farmall F12, top Originalzustand, leichte Gebrauchsspuren" Mindestgebot: 10€. Aber Spaß bei Seite:

Damit der Vergaser abgeschraubt werden kann, muss dessen Ansteuerung ausgebaut werden, welche über eine Welle und zwei Hebel mit Kreuzgelenken läuft. Diese Ansteuerung befindet sich in einem kleinen Gehäuse, dessen Deckel abgenommen werden kann, sobald ein Hitzeschutzblech entfernt wurde. Dieses ist lediglich mit einer Schraube fixiert und war in wenigen Sekunden abgenommen. Dahinter kam ein Mitbringsel aus den USA zum Vorschein: Ein echter, amerikanischer Stein! Das Teil ist original und muss beim Zusammenbau natürlich wieder an seinen Platz kommen:

Jetzt ging es endlich an die Vergasersteuerung. Der Deckel ist mit seiben Sechskantschrauben befestigt, welche sich nach einer Kur mit WD40 auch allesamt ausschrauben ließen. Probleme bereitete nur eine Schlitzschraube. Keine Ahnung, warum und weshalb hier eine Schlitzschraube verbaut wurde, aber ich denke, jeder von euch weiß, dass diese Schrauben sehr mühsam zu öffnen sind. Nach mehreren Ladungen Sprühöl, leichten Hammerschlägen ließ sie sich allerdings trotz aller Gegenwehr mit einem Schlagschraubenzieher öffnen. Hier seht ihr die besagte Schraube auf dem Deckel:

So weit der erste Teil der Arbeiten. Der zweite Teil mit Öffnung des Deckels, Ausbau des Vergasers sowie dem Kühleroberteil und einigen Kleinteilen folgt noch im Laufe des Tages, dann seit ihr auf dem aktuellen Stand der Dinge.
Lob, konstruktive Kritik sowie Hilfen oder auch Fragen sind hier jederzeit natürlich gerne erwünscht. Da ich allerdings eher negative Erfahrungen im Restaurationsthread meines IHC 824 gemacht habe, bitte ich euch, dies hier auch öffentlich zu schreiben und nicht via PM an mich zu schicken. Sollten wie im anderen Thread PM‘s an mich gelangen, welche beleidigenden Inhalt haben, hat der Beitrag hier ganz schnell ein Ende und wird nicht mehr fortgeführt.
Viele Grüße
Sebastian
nachdem ich im Kaffeeklatsch bereits von meiner neuesten Erungenschaft aus den vereinigten Staaten von Amerika berichtet habe und auf großes Interesse gestoßen bin, möchte ich hier nun wie versprochen einen Restaurationsbeitrag über das (hierzulande) doch recht seltene Stück schreiben.
Zunächste ein paar Background-Informationen:
Da ich bereits einen IHC Cub Cadet 123 Hydrostatic aus den USA besitze, habe ich mich in der letzten Zeit auch etwas ausführlicher mit den amerikanischen Traktoren der IHC beschäftigt. Dabei sind natürlich die "dreirädrigen" Row-Crop Schlepper mit der sehr schmalen Vorderachse wohl für viele der Inbegriff des damaligen Traktorbau in Amerika. Also wurde relativ schnell der Entschluss gefasst, dass sich so ein Teil eigentlich ganz gut in der kleinen Sammlung machen würde. Allerdings hatte ich genaue Vorstellungen von meinem Schlepper:
- Baujahr um 1930
- eisenbereift
- unrestaurierter Originalzustand
Also habe ich mich auf die Suche gemacht und bin bei unseren Nachbarn in Holland über einen Bekannten fündig geworden. Dort stand ein Farmall F12 Row Crop genau nach meinen Vorstellungen. Der Traktor war komplett, allerdings nicht lauffähig. Er stand wohl sein ganzes Leben über nie unter Dach, wie man am verrosteten Zustand des F12 erkennen kann. Aber genau so etwas habe ich gesucht. Also wurde nach kurzer Bedenkzeit und der Organisation eines Transports zugeschlagen und wenig später hatte der Farmall das erste Mal deutschen - genauer gesagt bayrischen - Boden unter den Füßen.
Hier noch ein kurzer Überblick über die Pläne an diesem Schlepper, bevor es endlich mit Fotos und einer ersten Bestandsaufnahme sowie ersten Arbeiten losgehen kann. Ich werde den Traktor optisch auf keinen Fall überarbeiten. Das rostige Aussehen wird lediglich mit Leinölfirnis konserviert. Alle defekten Teile werden natürlich getauscht, Keilriemen, Schläuche, Zündkerzen, Zündleitungen, Öle und Filter werden selbstverständlich auch gewechselt. Das Ziel ist es eigentlich, den defekten Motor wieder ans Laufen zu bringen.
Nun zu einer ersten Bestandsaufnahme:
Der Traktor lässt sich sehr leicht rollen und lenken, hier sind also keine Lager fest, auch die Lenkung ist nicht ausgeschlagen. Somit sollte im Bereich Lenkung und Getriebe schon einmal alles in Ordnung sein - sehr gut! Natürlich wird zu gegebener Zeit das Getriebe geöffnet und einer Sichtprüfung unterzogen, aber oberste Priorität hat derzeit der Motor.
Also geht es los mit den ersten Arbeiten. Der erste Arbeitsschritt war die Demontage der Motorhaube. Diese ist vorne mit einem Halteband und vier Schrauben am gusseisernen Kühleroberteil fixiert. Die Schrauben wurden mit WD40 eingewässert, um ein Abreißen im Kühleroberteil zu verhindern. Drei Schrauben ließen sich anschließend ohne große Probleme lösen. Doch dann war das erste Problem schon auf dem Plan: Die vierte Schraube ist durch den Rost bereits stark in Mitleidenschaft gezogen, weshalb keiner der Zollschlüssel sauber passte. Auch ein metrischer Schlüssel war nicht passend genug. Eine Nuss konnte auf Grund der darüberliegenden Lenkstange nicht verwendet werden. Auf diesem Foto seht ihr quer die Lenkstange verlaufen. Darunter liegt längs das Halteband und die besagte Schraube:
Glücklicherweise ist die Lenkung des F12 sehr einfach aufgebaut: Eine waagrechte Lenkstange beginnt am "Führerstand", verläuft gerade über die Motorhaube nach vorne, wo sie mit einer Schneckenwelle ein Zahnrad antreibt, welches letztendlich mit einer vertikalen Stange die Achse vorne dreht. Jetzt war es also am Einfachsten, das Lenkgetriebe bestehend aus Schneckenwelle und Zahnrad zu zerlegen. Hierzu müssen lediglich acht Schrauben aus dem Gehäuse geschraubt werden, ehe das Gehäuseoberteil samt Lenkstange und Schneckenwelle nach oben abgenommen und anschließend verschoben werden kann. Gesagt - getan... Alle Schrauben ließen sich leicht lösen und ausschrauben. Anschließend wurde der Gehäusedeckel angehoben und schon kam ein Schwall aus einer stinkenden, klebrigen Mischung aus vermutlich 80 Jahre altem Öl und Fett aus dem Gehäuse geschossen. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet, dass sich noch eine Füllung im Gehäuse befindet. Als endlich alles wieder grob gereinigt war konnte man die Schneckenwelle und das zugehörige Zahnrad genauer begutachten. Hierbei konnte man keinerlei Verschleiß feststellen, alle Lager sind leichtgängig und da noch die Ölfüllung im Gehäuse war, sind auch alle Dichtungen noch in Ordnung. Sehr gut, hier besteht kein weiterer Arbeitsbedarf, aber sehr selbst:
Nachdem nun endlich die Schraube zugänglich war, konnte man sie mit einer Feile so lange zurechtfeilen, bis eine Nuss sauber griff. Dann ließ sich auch diese Schraube lösen und das Halteband entfernen. Nun war die Motorhaube nur noch hinten fixiert. Dort ist ein bisher noch nicht genau identifiziertes Teil (Ventil?) verschraubt, welches von unten an Kraftstoffleitungen geschraubt ist. Das Ventil ließ sich nicht an der Motorhaube abschrauben, weshalb einfach die Kraftstoffleitungen unten abgeschraubt wurden, damit die Motorhaube samt diesem Ventil vorsichtig abgenommen werden konnte. Diese Arbeit musste bei völliger Windstille erfolgen, da sonst die Gefahr des Zerbröselns der Haube zu stark gewesen wäre. So sieht das Teil in abmontiertem Zustand aus:
Nun hatte man freie Sicht auf den Motorblock und eine weitere Bestandsaufnahme konnte folgen:
Das Vergaseroberteil ist gebrochen und muss ersetzt werden. Außerdem ist vom gusseisernen Kühlerunterteil ein Stück ausgebrochen, auch hier besteht Handlungsbedarf. Die Benzinpumpe ist nicht vollständig und wird gegen ein gebrauchtes, komplettes Teil getauscht.
Also ging es gleich weiter mit der Demontage der Benzinpumpe. Diese ist links am Motorblock lediglich mit zwei Schrauben verschraubt, welche auch leicht zu lösen waren. Zusätzlich mussten natürlich noch die Kraftstoffleitungen an der Pumpe abgeschraubt werden, was auch kein allzu großer Aufwand war. Auf dem nächsten Foto könnt ihr die Pumpe in ausgebautem Zustand sehen. Es fehlt das Schauglas samt Halter, welches allerdings genauso teuer ist, wie eine komplette gebrauchte Pumpe. Da ich nicht weiß, ob diese Pumpe hier noch funktioniert, habe ich ohne zu überlegen gleich eine komplette Pumpe in den USA geordert.
Da das Kühlerunterteil getauscht werden muss, muss hierfür natürlich der komplette Kühler in seine Einzelteile zerlegt werden. Um dies bewerkstelligen zu können, musste der Luftfilter demontiert werden. Er ist wiederum mit zwei Schrauben am Kühleroberteil fixiert und war schnell abgebaut. Auch im Ölbadluftfilter befand sich noch die originale Ölfüllung. So sieht der Luftfilter im abgebauten Zustand aus:
Beim Abbauen des Luftfilters fiel auf, dass an dessen gusseisernen Flansch zum Kühleroberteil ein Stück ausgebrochen war, also wurde auch gleich noch ein neues gebrauchtes Luftfilteroberteil in den USA bestellt. eBay sei Dank...
Nach diesen ersten kleineren Arbeiten sieht der F12 nun so aus:
Als nächstes wurden sämtliche Schläuche bzw. das, was davon noch übrig war abgebaut. Dies war notwenig, um den Vergaser ausbauen zu können, was das nächste Etappenziel war. Die Schläuche wurden mit ein bisschen scharfer Überredungskunst in Form einer Säge einfach abgesägt, da sie bereits extrem hart waren. Frei nach Wischmeyer könnte man die Teile sicher noch im eBay verkaufen... "Kühlerschläuche Farmall F12, top Originalzustand, leichte Gebrauchsspuren" Mindestgebot: 10€. Aber Spaß bei Seite:
Damit der Vergaser abgeschraubt werden kann, muss dessen Ansteuerung ausgebaut werden, welche über eine Welle und zwei Hebel mit Kreuzgelenken läuft. Diese Ansteuerung befindet sich in einem kleinen Gehäuse, dessen Deckel abgenommen werden kann, sobald ein Hitzeschutzblech entfernt wurde. Dieses ist lediglich mit einer Schraube fixiert und war in wenigen Sekunden abgenommen. Dahinter kam ein Mitbringsel aus den USA zum Vorschein: Ein echter, amerikanischer Stein! Das Teil ist original und muss beim Zusammenbau natürlich wieder an seinen Platz kommen:
Jetzt ging es endlich an die Vergasersteuerung. Der Deckel ist mit seiben Sechskantschrauben befestigt, welche sich nach einer Kur mit WD40 auch allesamt ausschrauben ließen. Probleme bereitete nur eine Schlitzschraube. Keine Ahnung, warum und weshalb hier eine Schlitzschraube verbaut wurde, aber ich denke, jeder von euch weiß, dass diese Schrauben sehr mühsam zu öffnen sind. Nach mehreren Ladungen Sprühöl, leichten Hammerschlägen ließ sie sich allerdings trotz aller Gegenwehr mit einem Schlagschraubenzieher öffnen. Hier seht ihr die besagte Schraube auf dem Deckel:
So weit der erste Teil der Arbeiten. Der zweite Teil mit Öffnung des Deckels, Ausbau des Vergasers sowie dem Kühleroberteil und einigen Kleinteilen folgt noch im Laufe des Tages, dann seit ihr auf dem aktuellen Stand der Dinge.
Lob, konstruktive Kritik sowie Hilfen oder auch Fragen sind hier jederzeit natürlich gerne erwünscht. Da ich allerdings eher negative Erfahrungen im Restaurationsthread meines IHC 824 gemacht habe, bitte ich euch, dies hier auch öffentlich zu schreiben und nicht via PM an mich zu schicken. Sollten wie im anderen Thread PM‘s an mich gelangen, welche beleidigenden Inhalt haben, hat der Beitrag hier ganz schnell ein Ende und wird nicht mehr fortgeführt.
Viele Grüße
Sebastian