Restauration IHC 423 Bj.72 - Dauerbaustelle soll beendet werden

OL-IH-423

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Moin zusammen,

Ich hatte schonmal vor langer Zeit einen Bericht zu meinem 423 erstellt den ich aber nicht weiter geführt habe. Habe den Schlepper seit 2008 in meinem Besitz und seit dem fleißig daran rum gebastelt. Gebastelt trifft es leider auch ganz gut. Habe einige Sachen verkehrt gemacht oder verpfuscht, das arbeite ich jetzt wieder auf. Muss daher einige erledigte Dinge wiederholen.

Bin mittlerweile Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik, daher ist das nötige Know-How nun vorhanden was mir vor ein paar Jahren noch gefehlt hat :-)

Den Bilderbericht fange ich jetzt wieder an da ich mir nun fest vorgenommen habe dieses Jahr endlich alles fertig zu bekommen. Und ich selber schaue mir gerne solche Berichte an, da gehts anderen wohl genauso !

So sieht er momentan aus!



Die Handbremswelle ist undicht und wird abgedichtet, das wars eigentlich an Getriebe Leckagen. Die Hinterachsen hatte ich ja schonmal neu abgedichtet. Da allerdings die Wellendichtringe falsch eingebaut, also die Dichtlippen nicht zum Öl hin. Hält nun aber seit 6 Jahren dicht deshalb lasse ich das auch so :-)

Dann wird noch die Stellwelle vom Hydraulikblock abgedichtet, ein DW-Steuergerät wird aufgerüstet und das alte EW was früher fürs Mähwerk war wird ausgemustert. Sicherheitshalber werde ich die anderen Dichtungen am Hydraulikblock auch erneuern.

Habe außerdem vor 6 Jahren einige metrische Gewinde in den Hydraulikblock geschnitten warum auch immer. Allerdings waren die allesamt Müll, entweder das Loch schief aufgebohrt oder das Gewinde nur 10mm rein geschnitten.

Die Bohrungen habe ich gestern erneut aufgearbeitet. Habe auch metrische Gewinde rein geschnitten, war für mich jetzt auch die einfachste Lösung. Also eine Nummer größer, aber in gerade und weit genug rein.



Die Bohrungen die nun metrisch sind habe ich deshalb auch markiert , dann habe ich später keine Probleme. Habe dafür meine gebrauchten Schlagzahlen genommen die ich günstig auf ebay geschossen habe. War aber letztendlich doch kein so guter Kauf, seht selbst :-)



Da meine Werkstätt in einem alten Stall ist und daher dort fast Außentemperaturen  herrschen brummt nebenher meine Dieselkanone. Möchte ich nicht missen das Teil, man kann  es beim Schrauben sonst ja garnicht aushalten ...



Morgen gehts weiter im Programm!

Grüße,

Pascal
 
Hallo, 

Finde schön das du weiter berichtest. Lese sowas auch immer gerne. Würde an meinem kleinen auch gern was machen aber hab keine so schöne Werkstatt wie du :)

Die metrischen Gewinde hat mein 453 auch stellenweise seh da kein Problem, finds eher besser.  

Mussten es auch bei na kundenmaschine 433 mal machen. 

Gruß Basti 

P.s deine hinterreifen gefallen mir😃16.9R28?

IHC 4-ever
 
Hi Basti,

das freut mich ! In die Werkstatt sind auch schon unzählige Stunden geflossen, die habe ich aus dem nichts heraus aufgebaut im Stall von meinen Großeltern. Sah vorher so aus:



Die Räder sind noch ein paar Nummern breiter, 480/65R28. Sieht nicht schlecht aus auf dem Trecker!



Gruß

Pascal
 
Hallo Pascal...schön das Du weitermachst.

Auch ich lese sehr gerne solche Berichte. Im übrigen stehe ich auch ungefähr vor dem gleichen Dilemma wie Du.

Habe meinen 633 in Eile einsatzbereit gemacht ( "alte" Kyrill-Schäden aufgearbeitet),aber nun möchte ich ihn auch

vernünftig wieder auf die Reifen stellen.

Eine schöne Werkstatt hast Du da.....Sandstrahler..:-)...vernüftigen Werkzeugwagen (ich hoffe auch mit dem entsprechenden

Inhalt..lol) .

Auch die Fichtenmoppeds sehen gut aus.

Werde Deine Berichte im Stillen verfolgen....

viele grüße

Stefan
 
Hallo Stefan,

Dankeschön. Mittlerweile bin ich echt schon relativ gut ausgerüstet. Jedoch ist dort fast alles selbst gebaut und gezimmert und die Geräte sind meistens gebraucht. Grade bei den großen Sachen wie den 500L Kaeser Kompressor oder das alte 250er Cloos Schutzgas Schweißgerät geht das ja auch garnicht anders. Man musste als Azubi ja auch gewaltig aufs Geld aufpassen :-)

So, weiter im Programm. Gestern habe ich die Handbremswelle abgedichtet. Ich hatte mich ehrlich gesagt immer etwas davor geziert weil ich mir die ganze Operation durch das Loch der Zapfwelle sehr schwierig vorgestellt hatte. Letztendlich war das aber ein Klacks, da habe ich echt gestaunt. Dafür war halt Spezialwerkzeug vonnöten.

Habe mir deshalb für die Durchschläge ein paar M12 Muttern aufgebohrt auf ca 12mm. Diese dann auf den alten Heuwender Zinken aufgebrutzelt. Nehme den Federstahl gerne für solche Sachen. Allerdings hat sich das Materialgefüge durch die Wärme vom Schweißen sehr verändert, musste deshalb den Zinken dreimal wieder anschweißen weil er öfters mal abgebrochen ist beim Austreiben ... Also wäre eine Gewindestange oder normaler Stabstahl wohl besser gewesen :-) Vorteil bei diesem Werkzeug dass ich in einer Sekunde den Durchtreiber wechseln kann für die verschiedenen Größen der Hohlspannstifte



Habe dann direkt an der Austrittstelle der Spannstifte meinen flexiblen Magneten positioniert und mit dem Durchtreiber die Stifte durchgeschlagen. Funktionierte 1A, die Spannstifte hingen sofort am Magneten fest welche ich dann problemlos bergen konnte



Als dann (vermeintlich) alle Spannstifte raus waren hat sich die Einstellaufnahme der Handbremse gewehrt und wollte nicht runter kommen. Kam dann irgendwann doch, auf der anderen Seite ist mir dann der Seegering abgescheert. Als die Welle dann draußen war hab ich auch bemerkt dass ich noch ein paar Hohlspannstifte vergessen hatte, die hatten sich in dem Schmodder der sich da angesammelt hatte sehr gut versteckt ...



Neuen Seegering besorgt, die Welle gereinigt mit neuen O-Ringen wieder eingeführt ins Getriebe. Vorher natürlich noch das Bremsband inspiziert, hat eine sehr gute Belagsstärke.

Fürs wieder eintreiben der Spannstifte habe ich es mir ganz einfach gemacht. Eine lange M10er Schraube mit Inbus Kopf und eine M6 Inbus die ich verlängert hatte. Die Ende der Spannstift einwenig zusammen gedrückt damit diese auch in die Inbus Köpfe passen und halten sowie in die Aufnahme vom Bremsband leichter rein rutschen. Das ging auch wunderbar, die Sache war in 5 Minuten erledigt.



Für die Methode muss dann allerdings der Hydraulikblock demontiert sein. Würde ich aber sowieso jedem empfehlen. Wer diese Reparatur alleine durch das Loch der Zapfwelle schafft verdient einen Orden



Dann noch nach Anleitung die Handbremse eingestellt. Wenn man das passende Werkzeug für die Spannstifte hat eine ganz einfache Sache diese Aktion :-)



Gruß Pascal
 
Hallo Pascal, du hast wirklich gute Vorraussetzungen. Ich bin auch in einer Halle ohne Heizung.

Ich habe ein IHC 353 ohne Steuergerät. Wenn du dein EW des abgeben möchtest, ich hätte interesse daran.

Gruß Mathias
 
Hallo Pascal,

schöner Beitrag. Mach weiter so.

Man wächst mit seinen Aufgaben. Aus seinen Fehlern lernt man. Du machst das schon.

Ich muss mir auch alles selber bei bringen.

Gruß Frederik
 
Hallo Frederik,

Dankeschön !

Ja, das ist so. Das was ich alles verpatzt habe mache ich kein zweites mal falsch :)

Heute hab ich nicht ganz so viel geschafft, war doch schon verdammt kalt. Und ständig die Heizkanone im Rücken stehen zu haben wird auch irgendwann nervig.

Erstmal den Schaltdeckel abgenommen um ihn neu abzudichten. Ich hatte da zwar vor 6 Jahren schonmal eine neue Flachdichtung aufgesetzt, bin mittlerweile aber eher Fan von den Flüssigdichtmitteln geworden und gehe deshalb auf Nummer Sicher.

Der Schaltdeckel flutschte auch so wieder drauf ohne Probleme, mit ein bisschen Gefühl geht das. Als ich da schonmal bei war damals, hatte ich Besuch von diggedem (Ingo) hier aus dem Forum. Da haben wir zu zweit fast eine halbe Stunde rumgekämpft bis er vernünftig drauf war.



Als nächstes die Zapfwelle wieder eingesetzt. Eigentlich wollte ich dann Getriebeöl auffüllen um die Dichtigkeit zu kontrollieren, hatte aber keinen neuen CU-Ring für die Ablassschraube da. Und einen Brenner um den Ring aufzuglühen hab ich auch nicht ...



Dann noch das Steuergeräte Paket zerlegt damit ich weiß wie viele O-Ringe ich besorgen muss. Da ja das eine EW-Ventil dem DW weichen muss habe ich noch den originalen runden Knopf vom EW auf das DW geschraubt und die Betätigungsstange dem anderen Steuerventil angepasst damit diese sich nicht in die Quere kommen.



Das wars für heute,

Gruß Pascal
 
Hallo Pascal,

sollte das Betätigungsteil von dem EW-Ventil übrig sein, hätte ich daran großes Interesse. An unserem 423 ist dieses völlig ausgeschlagen... Ich meine das Teil auf dem letzten Bild, das keinen runden Kunststoffknauf hat.

Gruss Michael
 
Hallo Michael,

das EW Ventil hab ich schon verkauft.

Habe aber noch eins liegen, hängt noch am Vorschaltblock dran. Das stammt von einem 423 den ich mal geschlachtet hab. Ich schaue morgen wie der Zustand ist falls ich es nicht vergesse.

Gruß Pascal
 
Moin,

aber dafür nen ganzes Ventil kaufen??? Dafür bin ich zu knickerig...

Und jetzt zurück vom Offtopic zu diesem schönes Restaurationsthread. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Und auch von mir ein Kompliment zu deiner Werkstatt - die Größe ist echt beeindruckend und beneidenswert.

Gruss Micha
 
Hallo zusammen,

heute gings wieder weiter. Immer in kleinen Schritten mit vielen Bildern ;-)

Ich hatte fast noch vergessen den Zapfwellenhebel abzudichten, das wurde heute als erstes gemacht.





Und wie immer fliegen mir fast grundsätzlich die Kleinteile weg. Dieses mal hab ich den Hohlspannstift auf der Werkbank ausgetrieben, dieser machte sich schnell selbstständig. Habe es dann nur metallisch klimpern gehört. Habe daraufhin eine halbe Stunde damit verbracht diesen blöden Spannstift zu suchen. Hab alle meine Schraubenfächer abgesucht, auch mit dem Magneten da ich fast nur Edelstahl Schrauben habe. Nichts, dann fiel er mir plötzlich ins Auge. Euch auch ?



Als dann alles abgedichtet war kam das abgelassene Getriebeöl wieder drauf. Das ist in meinen Augen noch gut, war da keine 30h im Getriebe.

Habe es dann durch meinen Trichter mit integriertem Sieb laufen lassen und dazu direkt aus dem Behälter gepumpt mit meiner spezial Absaugpumpe.

War mal eine 8ccm Hydraulikpumpe von einem 353 den ich mal geschlachtet hatte. Die Bohrmaschine angeschlossen und bei niedriger Drehzahl fixiert damit ich nebenher weiter arbeiten konnte

Durch das Pumpen kam viel Luft ins Öl, deswegen die komische Farbe



Und dann den Steuerventil block gereinigt , abgedichtet und zusammengebaut!





Das wars für heute, geht wahrscheinlich Sonntag oder nächste Woche wieder weiter. Ist ja erstmal Winterkonvent angesagt :-)

Gruß

Pascal
 
Hallo Pascal,

schön dass am 423 wieder was passiert.

Habe den Werdegang von deinem Schlepper immer ein bisschen verfolgt und bin demnach auch gespannt, was letztendlich daraus wird.

Gruß

Raphael
 
Hi Raphael,

wurde auch Zeit. Hab da seit dem Umzug 2011 in den Norden auch nicht wirklich was dran gemacht und einfach so gefahren wie er momentan aussieht. Garnichts lief in der Werkstatt aber auch nicht, ein 523 mit Frontlader und ein 644 sind schon gekommen und gegangen, einen 30er Deutz hab ich komplett Restauriert (war nicht meiner)

Gruß Pascal
 
So,

Winterkonvent in Rendsburg gut überstanden, also ging es heute weiter.

Nun wurde die Stellwelle abgedichtet.

Etwas frickelig, geht aber



Die innere Welle hat leider schon etwas Rostfraß hinter sich, hab ich mal so gut es ging abgeschliffen. Soll wohl wieder dicht werden



Bei der Montage der abgedichteten Einheit ist mir leider ein kleiner Splint unter das Regelsteuergerät gerutscht. Also wurde dieses und der Zylinder noch schnell mit ausgebaut.



Die O-Ringe mache ich jetzt sicherheitshalber wieder neu. Weil ich nicht zu lange auf die Teile warten will hab ich danach schnell Feierabend gemacht und bin zur Arbeit gefahren, dort die O-Ringe nach Maßen über den Kramp Nachtversand bestellt.



Morgen gehts weiter.
 
Moin Moin,

den Hydraulikblock habe ich wieder zusammen! Dem unteren Deckel traue ich momentan noch nicht da dieser nicht für die  Flüssigdichtung gedacht ist und eigentlich eine Feststoffdichtung benötigt. Deswegen hab ich den Block erstmal aufgebockt und etwas Öl aufgefüllt und schaue morgen mal ob der Deckel dicht halt. Wenn ja kommt der Hydraulikblock wieder aufs Getriebe.



Dann wollte ich die Leitung die vom Hydraulikfilter an den Vorsteuerblock geht umändern. Den Ring Anschluss für die Hohlschraube abgeflext, den wollte ich wieder verwenden. Habe aber relativ schnell festgestellt dass mein Vorhaben nicht funktioniert. Die Schneidringverschraubung 15L passt da nämlich nicht, der Ring lässt sich nach dem Einschneiden noch drehen. Daraufhin erstmal die Leitung nachgemessen, die liegt ungefähr bei 14,85 - 14,9 mm.  Ob das irgendein Zoll Maß ist ? Die Frage stell ich gleich mal ins Technik Abteil ....



Grüße,

Pascal
 
Hallo,

habe Mittwoch weiter gemacht. Das Problem mit den Schneidringverschraubungen war gar keins, ich hab mich da nur von einer unqualifizierten Meinung etwas fehl leiten lassen :-)

Ob ich das so lasse weiß ich noch nicht. Schöner wäre natürlich die Leitung komplett neu anzufertigen, dann muss ich allerdings die Ring Anschlüsse für die Hohlschrauben anlöten, das ist mir dann doch etwas zu viel Aufwand. Und löten kann ich ja auch nicht mal :-)



Dank meinem Werkstattkran ging das Aufsetzen des Hydraulikblocks einfach von der Hand



So weit der Stand:



Die Leitungen habe ich wieder alle angeschlossen bis auf die Steuerventile, die bekomme eine ganz neue Verrohrung. Öle aufgefüllt, Hydraulik entlüftet. Alles gut.

Wahrscheinlich dichte ich noch die linke Bremswelle und die beiden Hubarme erneut ab. Die Dichtungen hab nicht lange dicht gehalten. Und dann muss er endlich trocken sein, aber mal abwarten

Ab jetzt geht es wieder etwas langsamer voran da ich sämtlichen Urlaub aufgebraucht habe .... Aber ich bleibe am Ball.

Grüße,

Pascal
 
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