Restauration Krone Kipper für meinen IHC

Schmied Keitel

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31162 Bad Salzdetfurth
Vor zwei Jahren habe ich mir einen Krone Kipper, vermutlich 4,4t gekauft. Er war schon in einem recht desolaten Zustand habe mir den Anhänger aber leider nicht genauer angeguckt. Das bals neue Reifen und ein nuer Aufbau drauf müssen war klar. wichtig war, dass er kippt und die Bremse funktioniert.

Inzwischen war eine Seitenflachte so schlecht, das die Bretter kurz vorm abfallen waren, also habe ich mir neue besorgt. Statt der 21mm hab ich 25mm gekauft. Nun mein Langzeitexperimet. Statt die Bretter zu erneuern und alles lackieren habe ich mich zu einer aufwendigeren Methode entschieden. Das der Kipper doch die meiste zeit draußen steht, und jeder sicherlich das Problem kennt, das die Farbe nach 2-4 Jahren anfängt vom Holz zu blättern, habe ich folgendes gemacht:

Ich habe die Bretter von der späteren innenseite mit einer lösungsmittelhaltigen Holzschutzlasur für Hausfassaden dreimal gestrichen. Eine Lasur schützt das Holz für Feuchtigkeit und UV-Belastung, lässt aber anders als ein Lack eine Austrocknung zu, (Wasserdampfdurchlässig). Die spätere Außenseite, sollte klassisch in einem Grün werden. Dafür habe ich einen s.g. Ventillack aus dem Fachandel verwendet. Dieser wird überwiegend für Türen und Fenster aus Holz im Außenbereich verwendet. Seine Eigenschaften sind ebenfalls eine gute Diffusionsfähigkeit und verträgt gegenüber einem klassischen Lack Temperaturschwankungen. Ob sich diese Maßnahme bezahlt macht, weiß ich aber erst in einigen Jahren. Wichtig ist, dass später auf das Holz kein Metalllack kommt und das die Metalprofile später mit einem Metallack beschichtet werden, da der Ventillack keinerlei Korrosionschutz für Metalle bietet.

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Als diese Vorbereitungen abgeschlossen waren, habe ich die Flachten vom Kipper entfernt und als erstes den Stahlboden wo er mürbe war zurück geschnitten. Da ich noch einige Reste von Stahlblechplatten in 2,5mm Starke rum liegen hatte, habe ich den Boden damit repariert. Gleicht allerdings nun einem Flickenteppich......

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Dansch habe ich dann die Kipperbrücke abgenommen. Damit ich überall besser ran komme. Erfreulich war, das einer der Kipperzylinder realativ neu ist, trotzdem war viele verölt. Wie sich nachher rausstellte, müssen alle Hydraulikschläuche neu, alt, rissig, porös, undicht......das schlimmste kam aber erst dann zum Vorschein, die Träger für den hinetern Kippzylinder waren total verbogen, vermutlich waren mal beidseitig die Verriegelungen drin und jemand hat versucht zu kippen......der Drehkranz der Vorderachse hing nur noch an 2 Schrauben! alle anderen waren abgeschert und oder fehlten. Zum Glück hat das immer noch gehalten! Der Rahmen des Kipper war an mehren stellen gebrochen! Ich netschied mich dann wegen des teifen Rost und er vielen Ecken doch zum Abstrahlen, man gut! Nach dem strahlen kamen noch mehr Risse zum Vorschein. Was auch total verschließen war, sind die beiden Zapfenbolzen für die Zugdeichsel, mindesten 5mm eingelaufen! Das ganze war dann doch sehr aufwendig diesen Kipper wieder fit und Verkehrssicher zu machen, das es sich eigentlich aus ökonomischer Sicht nicht gelohnt hat! Zusätlich habe ich dann noch eine zweite Hydraulikleitung und ein 3-Wege Umsteller nachgerüstet, um einen zweiten Kipper im angehängten Zustand mit zu bedienen. aber seht selbst.........

alles weiter ohne Worte!

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......fertig!
 
Hallo Mark,

mensch, was hast du dir für eine Arbeit gemacht. Das Ergebnis sieht aber echt spitze aus! Wunderschöner Kipper!

Gruß Martin
 
Danke Martin!

Ja das war so echt nicht geplant und beim nächsten mal weiß ich auch wo ich gucken muss bevor ich die Brieftasche öffne....;-) 

Problem war, das ich den Wagen zum Ballenfahren brauche, und als ich erst angefangen hatte gab es zwei Möglichkeiten so kurz vor der Heuernte, (Falls es überhaupt noch mal Sommer wird!)....einen anderen kaufen oder durchziehen....

Fazit: wenn man einen guten Wagen kaufen möchte muss man dann wohl doch schon zwischen 1200 und 2500 € gucken. Alles was unter Tausend ist macht irgentwie keinen Sinn, ich denke dann kann man auch die für geschenkt bis 200,-€ nehmen die Arbeit ist die selbe.......

Aber jetzt ist er hübsch und das wichtigte, wieder Verkehrsicher.....die Reifen haben zwar nie Luft gebraucht, aber waren sehr sehr porös, und als ich das mit den vielen gerissenen Schweißnähten und Trägern gesehen habe, lief es mir eiskalt den Nacken runter. Keinen Meter wäre ich mehr damit gefahren.

Da es ein Kipper ist, soll er genau wie vorher auch zum Mistfahren verwendet werden.......aber das kostet jetzt erstmal etwas Überwindung ;-)))

Gruß Mark  
 
Hallo Mark,

ja, das ist leider immer so, wenn man so viel Zeit und Geld investiert hat und dann das erste Mal richtig damit gearbeitet werden soll. Das tut immer weh :-D

Die gerissenen Schweißnähte sehen schon krass aus. Die allermeisten hätte spätestens dann den Kipper verschrottet. Irgendwann (wenn es der Platz zulässt) möchte ich für meinen 219 auch einen Anhänger haben. Irgendwas in Richtung Welger G50, oder ähnliches. Dieser soll bzw. muss dann aber auf schwarz angemeldet werden. Daher würde ich nur einen Wagen kaufen, der von einem großen Hersteller kommt (Welger, Krone, etc.) und alle Typenschilder hat (Bremse, Achse und Aufbau). Läuft deiner auf grünem Kennzeichen oder mit eigener Zulassung?

Gruß Martin
 
Hallo Mark,

Hut ab vor deiner Arbeit, die wirklich sehr gelungen ist! Steht da wie neu!
Hast du nicht gleich noch Pendelbordwände als Erhöhung mit verbauen wollen, wenn du schon fast bei 0 anfängst? Wäre sicherlich noch im Rahmen vom Aufwand her gewesen, oder?

Gruß
Michael
 
Den Kipper hast du schön restauriert. So schön wird meiner nicht.
 
Meinen Respekt vor der Arbeit, der Kipper ist schick geworden.

aber die neuen Schweißnähte machen mir sorgen... bitte lieber nacharbeiten lassen, die Nähte sind geklebt und nicht geschweißt...
 
Moin,

Original hatte der Kipper ja nur 3 Bretter umlaufend. ich hab ja dann vorne und hinten mit 5 schon höher gemacht, wollte erst sechs, sah dann aber Zuviel aus, aber so habe ich die Möglichkeit eventuell noch Aufsatzbretter mit Pendelverschluss nach zu rüsten. Aber vermutlich brauche ich das nicht. Zum Rundballen fahren (Heu) mache ich in breit, da müssten die eh ab, zum Stroh holen (kleine Hochdruckballen) wird er auch breit gemacht. Aber zumindest fürs Mist fahren und auch für die Hochdruckballen macht sich vorne und hinten eine höhere Bordwand ganz gut. Da es nur ein 4,4 Tonner ist, kann ich eh nicht Zuviel Kuhmist laden, der ist wesentlich schwerer als Pferdemist. Vielleicht bei Brennholz würden zusätzliche Pendelflachten Sinn machen. Aber ich hab ja auch noch einen kleinen Mack Kipper und einen Plattformwagen um die TransportkapazitätDN zu erhöhen..... :-))

Andere Fahrten mach ich ja nicht, betreibe ja kein Ackerbau, nur Mutterkuhhaltung mit etwas eigenem Grünland und eine Imkerei, aber alles Nebenbei, jedoch offiziell angemeldet mit Betriebsnummer.

gruss Mark 
 
Moin Christian,

die Schweißnähte sind nicht geklebt, sehen aber schon etwas grob aus, gebe ich zu. Das lag aber am Stahl, beim schweißen hat sich extrem viel Schlacke gebildet, teilweise regelrecht aufgeschäumt. Ich vermute das der Stahl grundsätzlich keine gute Qualität hatte, oder das trotz Abstrahlen zwar alles metallisch blank war, jedoch schon eine Korission in den Stahl hinein statt gefunden hat. Die meisten Nähte habe deshalb noch ein bis zweimal über die Kurze Seite übergeschweißt, deshalb die grobe Raubenstruktur. Ich habe aber mit der höchstmöglichen Leistung geschweißt, so das ich keine Löcher rein brenne, die Schweißnähte gehen fast durch das Material. Ich denke das hält, höchstens reißt es erneut neben den Schweißnähten, wir werden sehen..... ;-) 

gruss Mark 
 
Hallo Mark,

tolle Arbeit, hätte ich mir nicht zugetraut.

Eine Frage zum Holz: gibt es die Bretter für den Aufbau fertig auf dem Maß oder ist das individuell angefertigt?

Ich frage, weil ich für meinen Welger G50 die Seitenbretter auch neu machen muss. Bei mir ist das Deckmaß 10cm bei 21/22 mm Dicke...

Danke und schöne Grüße,
Chris
 
Moin.

Sieht ja wieder toll aus dein Kipper. Der war ja echt schon grenzwertig kaputt. Ich denke schon das der jetzt wieder hält, hat er ja sogar vorher mit den ganzen Rissen auch noch gehalten ;-)

Großes Lob für das was ihr da so schafft!

Gruß Jürgen
 
Moin,

Ich bin da auch völlig entspannt, da ich ja weiß was der bei mir nur tun muss. Die Schäden können nach so vielen Jahrzenten Ermüdungsrisse sein, oder aber dem wurde oft zu viel aufgeladen. Denn die Hinterachse ist auch leicht verbogen, sieht man so aber nicht, nur wenn man ein Richtscheit drauf legt. Hinzu kommt noch, das der sicherlich die letzten Jahre wie so oft mit 40 oder 50 km/h unterwegs war, das alles in Summe ist dann schon eine höhere Belastung als für das er mal ursprüglich gebaut wurde. Aber ich werde da auch ein Auge drauf haben. Im Übrigen war mein erster Gedanke überall zu verstärken. Zusätzliche Winkel und Knotenbleche einzuschweißen, davon hat mir aber jemand drigends abgeraten! Denn diese Wagen haben ja nunmal starre Achsen und sehr starke Blattfedern, die enorme Gewichte Tragen können. So ein Fahrgestelle muss flexibel bleiben und sich verwinden können. Sieht man gut wenn man mit leeren Anhanger zum Beispiel über Bodenwellen, Wasserrinnenen, Schlaglöcher oder über eine Feldeinfahrt fährt, dann verdreht sich der ganze Wagen und passt sich dieser Unebenheit an. Kann er das nicht, weil er zu stabil oder starr gebaut ist, dann brechen erst recht die Schweißnähte und Träger. Somit war die Empfehlung die Schweißnähte überzuschweißen und nur die durchgebrochenen Träger für die Kipperbrücke gegen gleichwärtige zu tauschen.

Zum Holz ist meine Meinung so.......auf jedenfall sollte man wegen des Verbund der Einzelbretter ein fertiges Brett mit Nut und Fase zu verwenden. Da gibt es zum Beispiel den s.g "Rauspund", wird zum Beispiel als Bodenbrett im Hausbau verwendet, wie im Dachboden oder früher in alten Häusern bekannt als Dielenboden. Geringfügig teuerer sind so genante "Fasebretter", der Unterschied zum Rauspund ist, das bereits an der Sichtseite (beim Anhänger außen) eine 45° Fase ist, die müsste man beim Rauspund erst selber mit einem Hobel herstellen. Da Fasebretter im Baubereich als Sichtholz verwendet werden, z.B. Holzdecken oder Wände die sichtbar bleiben, sind diese aber auch besser sortiert. Das heißt weniger Astlöcher, keine fehlerhaften Stellen oder beschädigte Nut und Feder.........also macht es bei der geringen Menge an Holz die man benötigt den kleinen Aufpreis in Kauf zu nehmen. Rauspund und Fasebretter sind in der Regel aus nordischer Fichte/Tanne, naturbelaassen und Kammergetrocknet. Man bekommt sie in verschiedenen Längen, Stärken und Breiten (Deckmaß). Ich habe ein Deckmaß von 121mm genommen, da diese dem vorherigen entsprach. Die Länge hängt natürlich von deinem Anhänger ab, die Stärke muss man sich überlegen, je stärker das Brett ist, desto stabiler wird die Flachte hinterher, aber auch schwerer. Bei meinem 3,6t Mack Kipper habe ich mal eine einzelne Flachte erneuern müssen und habe ein 21mm Brett genommen, das war vorher auch verbaut und der wagen ist auch nur Knapp 4 Meter lang. Dieser Krone Kipper ist aber 4,5 Meter lang und kann ja auch mehr Masse laden, deswegen habe ich um es genau zu sagen ein 25,5mm Fasebrett genommen, die vorher waren nur so 20-22mm. Da ich eh alle Bordwandeinfassungen neu brauchte war das ja egal. Ich weiß noch das die 5,7 tonner von meinen Eltern u. Onkel damals meistens 5 Meter lang waren und beim Getreide fahren immer zusätzlich eine Spannkette von der rechten zur linken Bordwand angelegt wurde, damit sich die Flachten durch den enormen Druck nicht verbiegen, (nach Außen). Beim Ballen fahren, mit breit gemachten Flachten, wo dann die Ballen auch noch drauf drücken leider nicht praktisch umsetzbar, deshalb habe ich lieber stärkere Bretter genommen. Die 50-60 Kilo (geschätzt) mehr Grundgewicht nehme ich gern in kauf. Es gibt natürlich noch stärkere Bretter......die nächste Stärke liegt bei 28mm. Kann man aber alles googeln. Fasebretter kosten im Fachhandel in 25,5mm ca. 15-18,-€ pro m², wobei Holzpreise aktuell wie Börsenkurze schwanken und teilweise echte Lieferprobleme herschen. Mein Holz Komplett hat nur 120€ gekostet, hatte ich aber schon im März gekauft. Die Bordwandeinfassung (6 Meter Stange) und die beiden Scheuerleistenprofile "offen" 70x50x2,5 habe ich bei "Archus Neumeier GmbH in Gammelsdorf bestellt. Kosten insgesammt inkl. Versand 308,- €. Dann brauchte ich halt noch die drei T-Träger welche gebrochen und verbogen waren, ein paar Winkeleisen, jede Menge Schrauben, Beleuchtungssatz u. 7-polige Dose, Reflektoren, Reifen, Hydraulikschläuche, Hydraukrohr, Verschraubungen, 3-Wegehahn, Schnellkupplung u. Stecker, Unterlegkeil, Zugmaulbolzen, ein Paar Ketten und Haken, M16 Ringösen (als Fixpunkt für Spanngurte), eine Klapptritt als Abstiegshilfe, ein paar neue Schmiernippel, und die beiden neuen Federbolzen (Zapfenbolzen) von der Zugdeichsel, und naturlich die Lasur, Ventillack, sowie Rostschutzgrundierung und Metalllack. Zum Glück war die Bremse top und die Kipperzylinder dicht. Aber dies war jetzt schon eine umfangreiche Sache, in der Regel sollte sich das ja auf ein paar Kleinreparaturen und einem neuen Aufbau (Holz oder Stahlbordwände) und Farbe beschränken. Beleuchtung und Hydraulik hält man ja in der regel laufend in Schuss und Reifen sind nunmal hin und wieder fällig, meistens fahren die sich ja nie ganz ab, eher weil sie zu alt sind und zu porös werden. 

Ich denke die nächsten 10 Jahre brauche ich nichts großes mehr machen........

Gruß Mark 
 
Hallo Mark,

was hast du dir da wieder für ne Arbeit gemacht, Respekt und alle Achtung!

Danke auch für den Bericht, der eine supper "Kaufberatung" für so einen Kipper ist.

Viele Grüße aus dem Westerwald

Michael
 
Moin Mark,

auch von mir großes Lob und Respekt vor der Arbeit und der schönen Dokumentation! 

Der schaut ja jetzt wirklich wieder top aus. 

Viel Spaß mit deinem jetzt mit deinem toll restaurierten Kipper!

Schöne Grüße aus dem Münsterland

Johannes
 
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