Restaurierung meines IHC 633 (2011 u. 2015) und Umbau auf Allrad (2019)

Bogge

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Hallo zusammen,

nach -ziemlich- langem Nachdenken habe ich mich nun doch entschlossen, einen Bericht über die abschnittsweise Aufarbeitung meines 633 Hinterradschleppers (Bj.1975) zu verfassen. Ich selbst lese schon seit vielen Jahren regelmäßig alle diese Berichte von Mitgliedern dieses Forums, wie sie ihre teilweise schrottreifen Fahrzeuge mit viel Liebe, Zeit und Geld wieder auf einen neufahrzeugmäßigen Zustand bringen. Es war und ist für mich immer wieder hochinteressant, wie die Technik unserer Schlepper aufgebaut ist und freue mich an den vielen Bildern und teilweise sehr sachkundigen Kommentaren anderer Mitleser.

Der Bericht beginnt mit der Reparatur des Motors (2011), geht weiter mit der eigentlichen Restaurierung (2015) und wird dann hoffentlich enden mit dem Umbau auf Allrad in diesem Jahr (2019).

Nun zur Vorgeschichte. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, einen Schlepper zu kaufen. Seit 2004 besitze ich einen Unimog 411, Bj. 1966, der -damals- völlig für meine zu erledigenden Arbeiten ausgereicht hatte. Wir haben im Winter Holz gemacht und im Sommer unsere Obstwiesen umgetrieben, ab und zu eine kleine Familienausfahrt durch unsere schöne Heimat (schwäbische Alb). Dann versagte im Frühjahr 2007 das Ausrücklager des Unimogs. Da zum Ausbau desselben das halbe Fahrzeug zerlegt werden muss, habe ich beschlossen, die Gelegenheit zunutzen und den Unimog zu restaurieren. Dass sich das Ganze mit Pausen über drei Jahre hinziehen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Klar war aber ziemlich schnell, dass er für mindestens eine Saison ausfallen würde. Also musste ein Ersatzfahrzeug für diese Zeit her.

Wir suchten dann im Internet nach günstigen, fahrbereiten Schleppern. Ich war auf keine spezielle Marke fixiert, aber es sollte ein deutsches Fabrikat und kein Fendt sein. Nicht das ich was gegen Fendt hätte, aber sie sind gebraucht zu teuer, ohne einen Mehrwert für den Mehrpreis zu bieten. Instinktiv suchten wir aber vor allem nach Modellen der Marke IHC. Es sind einige bei uns in der Gegend im Einsatz und man hörte nie Schlechtes von den Besitzern. Außerdem hatte ich auf einem D-217 das Fahren gelernt und habe später öfters den 624 meines Vetters gefahren. Es war also schon einen Verbindung/Neigung zu den Roten aus Neuss da.

Kurz und gut, wir wurden fündig und am 03.10.2007 erwarb ich in der Nähe diesen 633er-Hinterradschlepper Baujahr 1975 mit 5800 Betriebsstunden.

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Die Schmidt-Anbauplatte ist von meinem Unimog und diente als Frontgewicht und Aufnahme einer Transportplattform für meine Wald-Gerätekiste und dem Anbau einer einfachen Fronthydraulik zum Transport des Holzspalters. Dass er optisch eher suboptimal dastand, war egal, er sollte ja bald wieder verkauft werden.

Obwohl der Schlepper "nur" 52 PS hat war ich begeistert von der enormen Zugleistung und dem fantastischen Durchzug des Motors. Trotzdem sollte es nur eine Übergangslösung sein. Doch nach einem Jahr mit dem 633 hatten wir uns so sehr an den Schlepper im Allgemeinen und den 633 im Besonderen gewöhnt, dass meine Söhne immer wieder andeuteten, man könne doch auch zwei Fahrzeuge besitzen. Ich war immer noch etwas zögerlich und dachte an einen Verkauf, da sagte meine Frau irgendwann: "Woisch Du was, dea bhalt mr!" (übersetzt: der Schlepper bleibt). So gesagt, so geschehen. Dann folgte der Kauf einer Seilwinde und wir taten uns im Wald nur noch halb so schwer. (Seilwinde an den kleinen Unimogs ist sch......).

Da nun feststand, dass wir den Schlepper behalten, war klar, dass er irgendwann restauriert wird. Aber das sollte noch sieben Jahre dauern. Was nicht mehr so lange warten konnte, war eine teilweise Überholung des Motors. Er lief nach einigen Jahren bei Kälte nur mit Vorglühen (Heizspirale) einigermaßen zügig an und ein Zylinder brauchte immer ca. 20s länger bis er rund lief. Auch musste ich immer eine Blechbüchse unter das Entlüftungsrohr des Kurbelgehäuses hängen, weil er im heißen Zustand hier immer Öl auswarf. Aber obwohl der Blowby so heftig war, dass diese Büchse (0,2l) unter Vollast alle 30min geleert werden musste, hatte der Schlepper eine absolut beeindruckende Zugleistung.

Doch irgendwann war es soweit, die rote Temperaturleuchte ging während der Fahrt an. Eine Kontrolle ergab dann, dass sich fast das ganze Kühlwasser einen Stock tiefer zum Motoröl gesellt hatte. Da auch die Zapfwellenkupplung nicht trennte, was mir bis dahin nichts ausmachte (die Seilwinde konnte auch nur mit dem Schalthebel eingeschaltet werden), war der Zeitpunkt zu einer Teilrevision des Motoers gekommen. Also nahm ich die Kabine ab und rollte den Schlepper in die Werkstatt und begann mit dem Zerlegen.

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An den Ventilen und der Ventilhaube war überall der ÖL-Wasser-Schmodder.

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Um sicher zu gehen, habe ich mir Verschlußstopfen für die Kühlwasseranschlüsse mit Druckluftanschluss angefertigt und das Kühlsystem mit 2 bar beaufschlagt.

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Ein Blick von unten bestätigte das Schadensbild. An den Laufbuchsen trat unten Wasser aus (die Tropfen rechts neben dem Pleuel). Die Buchsendichtungen waren eindeutig inkontinent.

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Also konnte ich den Motor weiter abspecken. Auch hier überall diese Pampe. Die Kopfdichtung war noch einwandfrei, aber das nützt nun nix.

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Der Kopf selbst zeigte sich in einwandfreiem Zustand.

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Weniger dagegen die vordere Laufbuchse mit dem dazugehörigen Kolben und -ringen. Da war mir klar, warum dieser Zylinder beim Kaltstart länger brauchte und warum sich mein Ölbüchslein immer so schnell gefüllt hatte.

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Noch ein Blick von unten ins Kurbelgehäuse.

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Also raus mit den alten Buchsen.

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Putzen.

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Neue Buchsen einbauen.

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Die neuen Kolben.

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Die Pleuellager waren alle noch voll in der Toleranz (die Kurbelzapfen ebenfalls), aber ich habe trotzdem neue verbaut.

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Doch bevor die neuen Kolben wieder verbaut wurden, musste erst der Motor ganz weg, damit ich an die Zapfwellenkupplung komme.

Meine Schätzchen: IHC 633 (Bj.75) , Unimog 411 (Bj.66) , Ehefrau (Bj.71)
 
Morgen,

Schöner bericht freu mich drauf wenns weiter geht les sowas gern. Allradumbau gabs hier im Forum schonmal ein Bericht auch an nem 633 aber finden tu ich ihn nichmehr. Berichte bitte weiter so. 

MFG Basti
 
Moin Markus,

schöner Anfang von deinem Restaurationsbericht! Bin schon auf die Fortsetzungen gespannt :) 

Schöne Grüße aus dem Münsterland

Johannes
 
Moin Markus,

eine gute Entscheidung...auch ich lese schon seit vielen Jahren gerne genau diese Berichte im Forum. Wie mit viel Liebe, Zeit und Geld wieder etwas auf einen sehr guten Zustand gebracht wird, somit freue ich mich auf deinen informativen Bericht & auch auf informative Bilder. 

Gruß Klaus
 
So, weiter gehts, der Motor wird abgebaut.

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Kupplung ausgebaut.

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Die Zapfwellenkupplungsscheibe.

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Die zugehörige Druckplatte, ich musste die Kupplungsscheibe mit erheblichem Kraftaufwand entfernen. Man sieht richtig, wie sie festgebacken war.

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Den hinteren Simmerring wollte ich auch gleich neu machen.

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Nach dem Abbau des Gehäuses sah die Kurbelwelle so aus:

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Da sind wohl schon einige Simmerringe getauscht worden..............habe den neuen dann so montiert, dass er auf einer noch nicht eingelaufenen Stelle abdichtet. Von der genialen Erfindung eines Speedy-Sleeve wusste ich damals noch nichts.

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Von der Wiedermontage und Einstellung der Kupplung gibt es leider keine Bilder. Aber noch ein paar von den restlichen Arbeiten wie dem Reinigen des verschlammten Ölsiebes.

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Zylinderkopf reinigen und Ventile einschleifen und einbauen.

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Hatte hier zum ersten Mal mit Rotocaps zu tun, welche ja das Ventil bei jedem Hub etwas verdrehen. Die kannte ich von allen anderen Motoren, die ich im Laufe der Zeit repariert habe, nicht. Mein erstes Auto, ein Alfa Romeo Alfasud Bj. ‘80 hatte einen zweiteiligen Nocken der etwas außermittig auf den Stössel auftraf und so diesen und somit auch das Ventil bei jedem Hub etwas verdrehte.

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Motor wieder dran und Kopf montiert.

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Zum einfacheren zusammenfahren der Vorderachse habe ich zwei Gewindestangen eingeschraubt.

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So, Vorderachse ist wieder dran.

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Der Motor springt seit der Reparatur einwandfrei an und läuft sofort auf allen Zylindern rund. Ölauswurf aus dem Entlüftungsrohr ist ebenfalls passe.

So, das war‘s für heute. Morgen geht es weiter mit der Restaurierung.

Meine Schätzchen: IHC 633 (Bj.75) , Unimog 411 (Bj.66) , Ehefrau (Bj.71)
 
So, es war nun Sommer 2015. Eine gute Zeit meines vierwöchigen Urlaubs sollte in die Restaurierung des 633 fließen. Da ich schon meinen Unimog 411 restauriert habe, gab es schon gewisse Ansprüche an mich selbst. So wie mein Unimog sollte er mindestens auch werden.

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Aber eine Grundvorausetzung habe ich bisher immer eingehalten: Ich mache alles selber, auch das Lackieren. Es wird natürlich nicht so perfekt, wie wenn es ein Profi macht, aber eine gewisse Erfahrung mit der Spritzpistole habe ich inzwischen auch. Aber das sind meine Ansprüche. Viele nehmen gerade beim Lackieren professionelle Hilfe in Anspruch und dagegen will ich überhaupt nicht sagen. Das kann zum Glück jeder so halten wie er möchte.

Es geht los. Nach und nach werden die peripheren Teile abgebaut.

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Die ganze Familie hilft mit.

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Na ja, meistens.

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So sind wir dann in die SB-Waschanlage gefahren und haben alles mit Hochdrucklanze und Motorreiniger möglichst sauber gemacht.

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Die Demontage geht weiter.

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Manche Kabel waren ziemlich fertig....

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Da ich nun bequem an die Bremsen kam, wurden diese gründlich gereinigt, überprüft und frisch gefettet.

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Um später keinen "Stau" beim Lackieren zu bekommen, habe ich relativ früh angefangen, immer wieder Teile abzuschleifen und zu lackieren. Hier die ersten fünf neu lackierten Teile.

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Verschließen wichtiger Öffnungen.

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Von den drei Tagen der Reinigung des Motor-Getriebeblocks gibt es keine Bilder. War eine nicht besonders fotogene Zeit. Deswegen hier schon Bilder von der Grundierung.

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Einen Tag später dann der Lack.

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Weiter mit der Fleißarbeit; Kotflügel ausbeulen, entrosten und zur Lackierung vorbereiten. Waren noch in verhältnismäßig gutem Zustand.

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Glücklicherweise war das Wetter in dieser Zeit sehr beständig. Ich habe vorwiegend im Freien bei Tageslicht lackiert. Hier sieht man einfach das Lackbild am besten. Für die Atmung ist es auch besser.

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Die Hinterräder sind dran. Die hässliche gelbe Farbe muss weg.

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Der Zusammenbau beginnt. Inzwischen ist es Mitte Oktober. Zeit ist nur noch am Wochenende, teilweise auch abends

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Es gibt leider Lücken im Bericht. Ich dachte damals nicht an einen Restaurationsbericht hier im Forum. Die Bilddokumentation war ursprünglich nur für mein Archiv gedacht. Aber ich denke, das meiste ist zu sehen.

Die erste Ausfahrt mit dem fast fertigen Schlepper.

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Die ursprünglichen Vorderräder 6.5x16 auf 4.5x16-Felgen wurden gegen 7.5x16 auf 5.5x16-Felgen ausgetauscht. Passte besser zu den Hinterrädern.

Meine Schätzchen: IHC 633 (Bj.75) , Unimog 411 (Bj.66) , Ehefrau (Bj.71)
 
Guten Tag!

Das ist ein Richtig schöner Bericht, arbeite auch gerade unseren 633E auf. Ein paar Fotos hierzu in der Schraubergallerie.

Es ist immer wieder Interessant was andere Schrauberkollegen für Ausführungen (auch Hilfswerkzeuge bauen) und Techniken haben,

um das Schrauben einfacher zu machen!

Warte schon auf die Weiterführung eures Berichtes!

Mit Gruß aus Unterfranken!

Kurti
 
Wünsche an dieser Stelle allen ein gesegnetes und frohes Jahr 2020!

Aber nun weiter mit dem Bericht.

Das Fritzmeierverdeck musste auch neu gemacht werden. Das häßliche, mit Blindnieten draufgemurkste Wellblechdach kam herunter.

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Der Scheibenrahmen war etwas angerostet. Deswegen habe ich Scheibe und Dichtgummis ausgebaut, alles sauber entrostet und dann, wie den Umsturzkäfig neu in IHC-Weiss lackiert.

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Die Seitenteile waren auch nicht mehr zu gebrauchen. Habe mir aus Aluprofilen und Makrolonscheiben neue gemacht. Die hinteren Bleche habe ich aber abgetrennt und weiter verwendet.

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Das Dach habe ich aus einer Holzplatte gemacht. Dann eine Plane anfertigen lassen, mit welcher ich das Ganze überzogen habe, befestigt mit Schrauben durch die seitlichen Ösen.

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Ich habe dann noch das Dach so umgebaut, dass die neuen Seitenteile ausschließlich am Käfig befestigt sind und nicht mehr an den Kotflügeln. So kann ich die vier Schrauben der senkrechten Stützen lösen und die ganze Kabine an vier Ringösen abheben. Beim Mulchen unserer Obstwiesen ein riesen Vorteil. Die Rücklehnen der Sitze sind außerdem steckbar und der Auspuff kann nach unten montiert werden, so dass man noch näher an die Bäume fahren kann.

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Meine Schätzchen: IHC 633 (Bj.75) , Unimog 411 (Bj.66) , Ehefrau (Bj.71)
 
Hallo,

Gefällt mir der Schlepper wär schön wenn mein 453 so dastehen würd🙈

Freu mich schon auf die Fortführung.

MFG Basti
 
Hier noch ein paar Einsatzbilder mit dem restaurierten Schlepper.

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Meine Schätzchen: IHC 633 (Bj.75) , Unimog 411 (Bj.66) , Ehefrau (Bj.71)
 
Das hier gehört eigentlich nicht zur Restaurierung, aber weil es ein kleiner Defekt mit interessanten Bildern ist, weiche ich kurz vom eigentlichen Bericht ab.

Nur fünf Jahre nach der Motorrevision hat auf einmal die Leistung des Motors nachgelassen und ein komisches Wummern war zu hören. Bei genauerem Hinhören konnte es im Ansaugbereich lokalisiert werden. Das musste ich dann doch genauer Anschauen. Nun denn, Kabine runter und ab in meine Werkstatt.

Ein Blick in den Ansaugkanal und das Einlassröhrenwerk zeigte Rußspuren.

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Also war klar, dass hier etwas defekt war, deshalb Kopf runter. Die folgenden Bilder sprechen für sich selber.

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Durch den durchgebrannten Steg konnte Abgas des arbeitenden Zylinders in den nebenliegenden Zylinder kommen, der wiederum durch das im Einlassventil verklemmten Stückchens der Dichtungs-Einfassung undicht zum Einlassbereich war. Somit kam immer etwas vom Verbrennungsdruck in den Ansaugbereich, was dieses Wummern verursacht hatte. Geärgert hat mich nur, dass die Dichtung nach gerade mal fünf Jahren kaputt gegangen ist.

Aber aus Fehlern lernt man ja. Nun habe ich eine Dichtung von Elring verwendet. Die Dichtung allein hat weiter gekostet, als damals der ganze Kopfdichtungssatz. Da ich selber bei dieser Firma Werkzeugmacher gelernt habe und auch noch einige Jahre als solcher dort beschäftigt war, bin ich natürlich von deren Produkten überzeugt. (Heißt heute ElringKlinger AG).

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So, nach diesem kleinen Exkurs zurück zum Motor geht es nun mit dem Umbau auf Allrad los. Aber heute nicht mehr......
 
So nun beginnt der letzte Abschnitt der Aufarbeitung unseres 633, der Umbau auf Allradantrieb.

Nach der Holzschlagsaison 2018 wurde der Wunsch nach einem Schlepper mit Allrad immer größer. Auch für die Bewirtschaftung unserer Pferdeweiden versprachen wir uns Vorteile. Es gab nun zwei Möglichkeiten: Entweder einen anderen Schlepper mit Allrad kaufen oder unseren 633er aufrüsten. Also studierten wir regelmäßig die Anzeigen mit der Suche nach einem IHC in meiner bisherigen Größe. Ein anderes Fabrikat kam überhaupt nicht in Frage. Allerdings ist diese Klasse preislich nicht unbedingt die attraktivste, vor allem wenn man der Käufer ist. Kurzfristig sah es so aus, als ob wir von einem befreundeten Bauern einen 844 bekommen könnten, der in einwandfreiem Zustand war. Aber es hat sich dann zerschlagen.

Ein 633 mit Allrad, der dem Zustand des unseren (nach der Restauration) entspach, war unbezahlbar. 13.000,- Euro aufwärts. Und es wäre mit Sicherheit noch die eine oder andere "Überraschung" aufgetaucht. Wir haben mal einen 644 angeschaut und probegefahren, der konnte gar nicht überzeugen. Eine richtig lahme Gurke, der Durchzug nicht mit unserem vergleichbar. Gut, er ist einiges schwerer und der Allrad kostet auch PS und davon hat der 644 ja auch nur 60. Er sah ziemlich mitgenommen aus und der Besitzer wollte von seinen 10.000,- nicht runter. Als wieder heim.

Auf der Rückfahrt von der Besichtigung meinte meine Frau dann, sie würde eigentlich unseren 633 nicht gerne hergeben wollen. Schließlich hätten wir ihn ja vor drei Jahren liebevoll restauriert und wüssten, was wir an dem Fahrzeug hätten. Ob wir denn nicht doch vielleicht einen Umbau in Erwägung ziehen sollten. Ich stellte dann den hierfür notwendigen zeitlichen und -vermutlichen- finanziellen Aufwand in den Raum. Die Fakten wurden akzeptiert und das Budget freigegeben (ich kenne meine Frau nun fast ein Vierteljahrhundert, aber sie bringt mich immer wieder zum Staunen...).

Nachdem ich mich dann intensiver mit dem Umbau beschäftigt habe und sie für technisch gut machbar befunden hatte, machte ich mich auf die Suche -vorwiegend über ebay-Kleinanzeigen. Allerdings wurde einem fast schwindlig, was manche der Händler für die Teile haben wollten. Allein ein 30 km/h Getriebe mit 540/1000 Zapfe sollte 2500,- kosten. Vorderachsen sind am Stück sehr rar, in Einzelteilen allerdings nicht. Irgendwann lag ich für alles zusammen bei ca. 6500,-Euro. Ohne die noch notwendige neue Bereifung. Und hätte es in halb Deutschland zusammentragen müssen. Ich begann dann schon, das ganze Vorhaben zu beerdigen, als ich auf eine unscheinbare Anzeige einer Vorderachse für die 33er Reihe stieß. Ich schrieb den Inserenten an und fragte, ob er auch andere Teile hätte. Auf seine bejahende Antwort schilderte ich ihm mein Vorhaben und listete alle Teile auf die ich brauchte. Seine Antwort: Hab ich alles da. Der Rest wurde dann telefonisch besprochen und zwei Wochen später fuhren wir am 01. November (‘18) mit unserem VW-Bus und Hänger zu einem gewissen Wilfried Wurst nach Bad Münstereifel. Er ist ja kein Unbekannter hier im Forum. Was der Mann alles an IHC-Teilen -verteilt auf zwei Hallen an zwei Standorten- da hat, ist unglaublich. Es war tatsächlich alles da, auch wenn sich die Vorderachse noch an diesem Schlacht-833 befand.

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Hier die ausgebaute Achse.

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Also alles rauf auf den Hänger und zurück von Nordrheinwestfalen nach Baden-Württemberg.
 
Freut mich. Dann schreibe ich mal weiter.

Hier mal Bilder von den erworbenen Teilen.

Das Getriebe (von einem 733). Abgeladen haben wir es mit dem Frontlader, das Ding ist richtig schwer, es gibt leider keine Bilder.

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Vorderachse mit Lenkzylinder und Vorderräder 12.5-18 (die dann allerdings doch nicht zum Einsatz kamen).

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Kardanwelle, Lenkorbitrol, Kotflügel, Lenksäulenverkleidung (musste wegen Umschalthebel 540/1000 der Zapfe ausgetauscht werden).

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Kardanwelle Abtriebsteil und Schutzhülse

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Von einigen Teile gibt es keine Bilder, aber Wilfried hat mir alles notwendige mitgegeben.

So, ich hört für heute auf. Es sind Freunde gekommen, um unseren Christbaum zu loben. Die muss ich spirituosiell versorgen. Danach bringe ich vermutlich keinen Satz mehr fertig. Dann bis bald.

Meine Schätzchen: IHC 633 (Bj.75) , Unimog 411 (Bj.66) , Ehefrau (Bj.71)
 
Lese hier gerne mit hab denselben Schlepper. Auch bereits alles gemacht, Motor, Getriebe, Hydraulik etc. Von dem her ist das Ganze sehr interessant. Mach weiter so. :-)
 
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