Richtiges Schweißen

D430Fabi

Bekanntes Mitglied
Registr.
15 Juli 2011
Beiträge
214
Ort
Wetter
Hallo,
mich würde interessieren, wie eine stabile Schweißnaht gezogen/gestochen wird.
Es soll nicht nur gut aussehen, es soll auch ordentlich halten.
Ich habe schon öfters kleinere Schweißarbeiten erledigt, welche auch gehalten haben.
Jedoch soll die Schweißnaht diesmal eine Gewicht von knapp 1000Kg aushalten.

Nachdem ich ein wenig zu dem Thema recherchiert habe, habe ich gemerkt, dass viele unterschiedlich vorgehen.
Speziell würde mich das Elektrode-Schweißen an Stahlteilen 5mm interessieren.

Fall 1) Wenn ich zwei Flachstahleisen von 5mm Dicke (Länge=10cm und Breite=5 cm)  habe und diese zusammenschweißen will (Länge von 20cm) dann stellt sich die  Frage, wie die Naht gezogen werden soll?
Sollen die beiden Werkstücke mit einem Winkel von 30° angeschliffen werden?
Schweißen mit oder ohne seitlichen Pendelbewegung?

Fall 2) Wenn ich zwei Flachstahleisen von 5mm Dicke (Länge=10cm und Breite=5 cm)  habe und diese im 90° Winkel verschweißen will auch dann stellt sich die  Frage, wie die Naht gezogen werden soll?

Eine allgemeine Frage: Eignen sich Elektrodenschweißgeräte besser für dickeres Stahl wie Schutzgaßschweißgeräte? Wenn ja wo ist die Grenze der Materialdicke?

D430-Fabi
 
Hallo Fabi,

für den ungeübten Schweißer ist es am einfachsten wenn die Naht von oben reingelegt werden kann.

Dann kann die Stromstärke auch etwas angehoben werden. Man sieht bei leichten Pendelbewegungen wie das Material außen schmilzt.

Dies gilt für Elektroden so wie auch für Schutzgas.

Die Werkstücke sollten sauber sein und wenn man keine Hohlkehle hat ist ein anschleifen richtig, weil sonst die Naht nur außen aufliegt.

Dann darf aber nicht so stark gependelt werden, die Naht soll ja tief einbrennen.

Die Werkstücke immer erst von allen Seiten heften, so kann sich bei langen Nähten nicht so schnell was verziehen.

Du kannst ja ein paar Stücke zusammenbraten und sie wieder zersägen um dein Ergebnis beurteilen zu können.

 

Bei ner schwarzen Wolke gibt’s kein Regenwetter sondern es zeigt sich bald ein Neusser Schlepper

Viele Grüße Henry
 
Hallo Henry,
danke für deine Anleitung.
Eine Frage hätte ich jedoch noch, sorgt die folgende Vorgehensweise für stabile Nähte ?

Werkstück immer versuchen anzuschleifen - einspannen - mit Schweißpunkten heften - und nun eine (Wurzel)-Naht ziehen, welche ohne Pendeln asugeübt wird - das ganze auf beiden Seiten - Schlacke ab hauen - und nun eine zweite Naht über die erste legen, bei welcher die Pendelbewegungen größer sind.

 

Gruß D430-Fabi
 
Hallo Fabi,

wenn die Werkstücke angefast und sauber sind, und du von oben schweißen kannst, du dann mit ausreichendem Strom schweißt, so das das Werkstück anfängt zu schmelzen wird deine Naht nicht nur oben aufliegen, sondern auch etwas in die Tiefe einschmelzen.

Beobachte deine Elektrode bei längeren Nähten wird sie bei hohem Strom zum Ende weich :-) , dann eine stärkere nehmen.

Wenn du die Kehlnaht ohne Pendeln Schweißt, dann zieh die Naht nicht so schnell, dann trägst du genügend Material auf und brauchst keine zusätzliche Naht pendelnd darüber legen.

Fabi ich schweiße fast täglich, meistens mit Schutzgas bin aber kein Schweißtechniker, und hab nie ne Schweißprüfung abgelegt.

Ich arbeite in einem Betrieb in der Werkstatt, meine Aufgaben sind Fehlersuche und Reparaturen. Da erkennt man die Schwachstellen der Maschienen. Schäden sind oft auf zu geringe Materialstärke zurück zu führen. Es sind nicht immer das Gewicht oder Zugkraft sondern auch Vibrationen die aufs Gerät wirken.

Da helfen auch keine super Schweißnähte. Daher überlege wie mit welchem Material und mit welcher Materialstärke du baust, zusätzliche Stabilität bringen auch Knotenbleche .

 

Evtl. has du ja mal die Möglichkeit in eine Bauschlosserei rein zu schnuppern, da lernt man ne Menge

Ich hoffe ein wenig geholfen zu haben.

Viel Spaß bei deinen Projekten, evtl stellst du ja mal ein paar Bilder ins Netz.

 

Bei ner schwarzen Wolke gibt’s kein Regenwetter sondern es zeigt sich bald ein Neusser Schlepper

Viele Grüße Henry
 
Hallo,
danke für eure Tipps und Anleitungen.
Werde diese demnächst ausprobieren.

Gruß D430-Fabi
 
Hallo Jungs,

ich spiele mit dem Gedanken meine ersten Gehversuche (des E-Schweißens) zu unternehmen. Ich habe mir gedacht ein gebrauchtes Schweissgerät < 300€ bei *bay zu kaufen.

Habt ihr Tipps welches Gerät sich für blutige Anfänger eignet?

-----------------------

Gruß Sven

"Ich bin der Schlepper aus dem Neusser Land, und hab geschleppt schon allerhand, die größten Pflüge weit und breit, zum Schleppen hab ich immer Zeit."

Unser 946
 
Hallo Sven,

für Anfänger des Elektrodenschweißens sind eigentlich alle Elektroden-Geräte gut geeignet, es liegt eigentlich immer an der Person, die schweißt

und vor allen an der Einstellung des Gerätes...da ist viel Übungsarbeit gefragt. Man kann beim Elektrodenschweißen so gut wie fast immer auch mit "billigen"

Geräten gute Nähte ziehen, sie schalten höchstens wegen Überhitzung schneller ab, als die hochwertigeren. Auch die Qualität der Elektroden spielt eine große

Rolle, das Schweißgerät kann man ruhig im Baumarkt für den Heimwerker kaufen, wenn man nicht oft schweißt, die Elektroden sollten 1. für den Zweck (Steignaht, Fallnaht etc..)

sowie für den Werkstoff ( Guss, Baustahl, etc...) geeignet sein. Für den allgemeinen, nicht gegossenen Landmaschinenstahl und auch für den allzweckmäßigen Gebrauch, kann

ich die Oerlikon Fincord bestens empfehlen, schweißen sich echt super. Wer es beim Schweißen, insbesondere als Anfänger, etwas leichter haben möchte, der kauft sich am besten

ein Gleichstromschweißgerät, die sind zwar etwas (nicht viel) teurer, aber die Nähte sehen viel besser aus, man kann auch Bleche damit schweißen. Die Schmelze verläuft viel besser

und sauberer, wer schonmal Steignähte erst mit einem normalen Wechselstromgerät und dann mit einem Gleichstromgerät geschweißt hat, weis, was ich meine.

Wenn weitere Fragen bestehen, immer gefragt :-)

Gruß Sebastian
 
einige Dinge fehlen mir noch bei Euren sicher guten Ratschlägen

Gerät:

das einfachste und billigste ist meist der uralte dicke große Drehstromtrafo... mit langen Schweißkabeln.....

Ihr könnt sagen was Ihr wollt, aber damit schweiß ich noch am liebsten. Schöne gleichmäßige Flamme, stabiler Schweißstrom ... aber meist nicht oder nur schwer zu trasportieren

Gerade für den Anfänger gut geeignet.

Elektroden:

gerade die Anfänger verwenden doch in der Regel Baustahl -> also Baustahlelektroden, statt verschiedene Stahlqualitäten lieber unterschiedliche Durchmesser...und lieber eine Sorte die nicht so schnell fließt, dann siehst Du das Erschmezen des Grundmaterials besser.

Nähte:

immer sauberer Untergrund, hütet Euch vor verzinktem Eisen -> Gesundheitsgefährdung.

Schlacke abklopfen reicht meist, wenn es nicht sauber wird, hilft eine Drahtbürste auf der Einhandflex (Schutzbrille!!!)

Wurzelnähte? na wenn Du ausreichend Materialstärke hast, meist reicht es von beiden Seiten zu verschweißen. Anfasen hilft tieferen Einbrand bzw schön einliegende Nähte zu bekommen.

mehrere Lagen? viel hilft nicht immer viel, zuviel verbrennt auch manchmal das Werkstück, dann versprödet das Eisen und bricht neben der Naht.

 

Pendeln:

 ja eigendlich immer, je nach Nahtbreite mal mehr mal weniger....

Lage: zum Anfang lieber flach liegende Werkstücke / Schweißnähte...

dann versuch mal eine Steigenaht...

wenns auf Festigkeit ankommt, lass die Finger von Fallnähten

 

Sicherheit:

Achte auf Dich! schnell sind die Augen verblitzt, auch vollständige und geschlossene Arbeitskleidung schütz vor "Sonnenbrand" vom Lichtbogen und Schweißfunken/spritzern

Handschuhe und Zangen schützen auch vor heißen Werkstücken....

Sauberer Arbeitsplatz! alte ölige Lappen, Sägespäne, Laub und Pflanzenteile glimmen erst und brennen dann irgendwann lichterloh! Dann hast Du ein fertiges Werkstück, aber keine Werkstatt mehr, die ist in Flammen aufgegangen.....

 

naja, es gäbe noch.....

lassen wir es gut sein, fang an und probiers einfach, Du wirst sehen, es geht leicht....

Viel Spass dabei!
 
Moin,

ich kann nur empfehlen einen Automatikschweißhelm zu kaufen.

Als ich mit dem Schweißen mit Elektrode anfing, habe ich beim Ansetzen

die Elektrode immer wieder mal zur Seite gezogen, wenn ich den Schild vor´s Gesicht gezogen habe.

Gruß

Jörg
 
Zurück
Oben Unten