Scheunenfund 624er. Was tun?

Angus83

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23 August 2011
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Moin Moin,

als neues Mitglied habe ich gleich mal eine Frage an die Experten. Ich kann einen 624er bekomme, den ein Freund in einer Scheune "gefunden" hat. Wie lange er schon steht ist schwer zu sagen und Bilder bekomme ich auch erst in einiger Zeit, aber könnt ihr mir sagen was man bei dem Modell beachten muß? Bzw. was ich beachten muß, wenn ich ihn das erste mal anlassen/anschleppen möchte......

Vielen Dank im Voraus

Sven
 
Von PKWs kenn‘ ich es so:

Batterie laden / frische Batterie anhängen

Reifendruck nach BA auffüllen

Kühlwasser checken

Ölstand prüfen, nach Möglichkeit zumindest einen Teil ablassen/absaugen und gegen frisches tauschen. Falls möglich, Einspritzdüsen entfernen und in jeden Brennraum ein bißchen Öl geben und einen Tag oder etwas länger einwirken lassen, damit sich die Kolbenringe nicht trocken durch die Buchsen quälen müssen und sich evtl. entstandener Rost lösen kann.

Anschließend Motor VON HAND mit Schraubenschlüssel oder vergleichbarem Gerät vorsichtig durchdrehen, ob man irgendwelche seltsamen "Kratzgeräusche" hört oder fühlt, falls er nicht festsitzt. Nach einigen Umdrehungen dann mit dem Anlasser durchdrehen. Mehrmals für ein paar Sekunden wiederholen. Hierdurch wird der Öldruck vorsichtig aufgebaut, damit alle beweglichen Teile geschmiert werden, wenn sie sich das erste mal seit längerem wieder unter Druck bewegen.

Wenn das Alles ohne Beanstandungen war, kann es weitergehen:

Jetzt Düsen wieder rein, (vorher alten Diesel ablassen und Schläuche auf durchlass testen) und versuchen, anzulassen. Startpilot vermeiden, da ja vorher extra ein Ölfilm aufgebaut wurde. Falls das nicht funktioniert, jetzt erst über anschleppen nachdenken...

Hoffe, dass konnte dir helfen. Ich kenne aber auch Leute, die auf die harte Tour schwören: Luft in die Reifen, Sprit in den Tank und kreuz und quer über den Hof anschleppen. Ist aber nicht die Variante, die ich bevorzugen würde...

Greetz, Hendrik
 
Vielen Dank Hendrik, das hört sich gut an. Ich werde hier berichten, so bald sich etwas neues getan hat.

@all: für weitere Hinweise bin ich immer offen:-)

Danke im Voraus

SVen
 
Jau, in der Ruhe liegt die Kraft.

Auf jeden Fall den Motor von Hand drehen.

Wenn’s geht mach schon mal den ersten Ölwechsel und Filter neu.

Die Düsen gehn leider sauschwer raus. Brech da nichts ab.

Und dann Öl rein und drehn. Aber von Hand.

Danach dann mit Anlasser, da fliegt allses überflüssige wieder raus.

Viel Erfolg.

Ich hab sowas mit einen 523 aber der Mot is fest.
 
Hallo Zusammen,kann den Kollegen nur beipflichten, bis auf eine kleine Außnahme. So wie mir das gesagt wurde, ist das aus und einbauen der Einspritzdüsen mit vorsicht zu genießen, da man Probleme mit der Dichtheit bekommen kann. Es wäre doch doof, das es dann daran liegt, wenn er nicht anspringt. Beim PKW (kein Direkteinspritzer) ist das nicht so kritisch, das weis ich aus eigener Erfahrung.Gruß MatthiasPS: Ich habe keine eigene Erfahrung in diesem Bereich am Traktor, man möge mich berichtigen wenn ich hier falsch liege.
 
Bei mir war der Motor auch fest. Ich habe aber den Fehler gemacht, dass ich ihn mit dem Anlasser drehen lassen hab ohne Zylinderkopf. Problem: Kolben mit Buchse rausgefahren und Buchse verklemmt eingefahren. Schaden: Motorblock musste mit der Feile entgradet werden, Kolben raus, Buchse raus, Pleul überprüfen, und Kubelwelle überpüfen. Die Arbeit will ich jedem ersparen. Also nur mit der Hand arbeiten! Evtl. mit Diesel oder WD40 die Zylinder einweichen.

Bei mir war es so, dass der Schlepper ca. 10 Jahre mit offenem Schlot drausen gestanden hat und so wasser in den 2. Zylinder gelaufen ist. Dann ist er natürlich schön über die Jahre festgegammelt.

Gruß Patrick
 
Startpilot ist Gift für jeden Motor da es zu unkontrollierten Zündungen kommen kann.

Startpilot nimmt man nur bei Motoren, die wirklich verschlissen und fertig sind. Ein guter Motor springt locker ohne Startpilot an.
 
@ Patrick:Der Vorbesitzer meines 644 hat ihn nur mit Startpilot anbekommen.
Für mich war klar, dass ich dagegen was tun musste. Macht nicht wirklich Spaß jedesmal um den Trecker zu rennen - gerade im Matsch. Das hat einfach nur genervt - dazu kamen die Nebenwirkungen für den Motor.
Jetzt springt er auf einen Schlag ohne Hilfsmittel an.
Manchmal liegt es nur an Kleinigkeiten...Startpilot ist das absolut letzte Mittel.... Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten!
 
ja, ist schon klar, aber ich hab halt für den ersten start gemeint, bis er mal gelaufen ist. dann erledigt sich das startproblem meist von alleine.

Gruss patrick
 
hab ich bei meinem ja auch nicht gemacht. aber die jungen menschen haben ja immer keine geduld^^
 
Startpilot ist was für Notfälle. Das ist nichts, wovon man den Motor abhängig machen sollte.

Startpilot soll zündunwilligen Motoren auf die Sprünge helfen. Schön und gut.

Dummerweise haben zündunwillige Dieselmotoren meistens zu wenig Kompression, Startpilot wäscht dann auch noch den Schmierfilm in den Zylindern runter und so wird die Kompression immer schlechter durch übermäßigen Verschleiß der Kolbenringe. Aber damit das nicht stört, nutzt man fleißig Startpilot.

Auswirkung: Siehe weiter vorne... Und so einfach macht man nen Motor von dem Mistzeug abhängig.
 
Startpilot ist toll!

 

Solange es ein Benziner ist. Da wird das Gemisch im RICHTIGEN Moment von der Zündkerze gezündet. Das hilft sowohl meinem Motorrad als auch meinem Rasenmäher jedes Frühjahr. Genau einmal, dann laufen sie von alleine den Rest der Saison. Ohne das Zeug springt mein Mopped im Frühjahr nie an. Nie! 

 

Beim Diesel wär ich vorsichtig, da es ja nicht punktgenau gezündet werden kann. 
 
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