Schlepper für Rollstuhlfahrer

OL-IH-423

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Moin zusammen,

ich möchte gerne einem Bekannten helfen. Er sitzt seit 15 Jahren im Rollstuhl, er kann nur noch sein rechtes Bein und den rechten Arm bewegen. Die andere Seite will nicht.

Für ihn wäre es eine ganz große Sache wenn er nochmal schön gemütlich durch den Wald puttern könnte und einfach ein bisschen spazieren fahren.

Am liebsten mag er die kleinen 2 Zylinder von Deutz, Eicher usw.

Da frage ich euch, welche Schlepper wären empfehlenswert. Und habt ihr eine Idee wie man die Kupplung umverlegen kann ? Ich dachte entweder das Pedal nach rechts setzen oder über einen Bowdenzug welcher an dem Ganghebel befestigt wird.

Bzw gibt es Schlepper mit einem Art Hydrostat ? Ich habe im Internet mal ein Video von der DLG Austellung Hannover (1966?) gesehen, da wurde ein Eicher gezeigt welcher auf der linken Seite solch ein Pedal hatte mit dem Vor und Zurück fahren konnte.

Der Traktor sollte dann am besten auch keine Hydraulik haben damit die Sitzplattform möglichst niedrig gehalten wird. Muss mir dann noch irgendeine Konstruktion überlegen wie man den Rollstuhl quasi über eine Rampe vor das Lenkrad ziehen kann. Elektrisch gelöst vielleicht.

Gruß Pascal
 
Hallo @OL-IH-423

also zu aller erst muss man so Denke ich den Hut vor dir ziehen, dass du es einem Menschen der vielleicht durch einen Unfall an den Rollstuhl gebunden ist, ermöglichen willst einen kleinen Schlepper so umzubauen das er diesen Fahren bzw. Bedienen kann. Das finde ich, ist eine tolle Idee. Wenn alle sich Gedanken um soetwas machen würden, wäre die Welt sicher etwas fairer. Zum anderen ist es ja aber auch so, dass die Bedienung eines kleinen Deutz, Eicher etc. Schleppers auch manchmal ziehmlich hakelig sein kann. Kupplung, Bremsen usw. sind bei den alten Schlepper ja meistens alles andere als leichtgängig. Hier muss man sicherlich auf irgendwelche Mechaniken zurückgreifen die Funktionen vielleicht erleichtern oder automatisieren. Solch ein Umbau ist denke ich, wie mein Vorredner auch schon sagte sicherlich nicht gerade günstig bzw. auch recht kompliziert durchzuführen. Firmen die einem hier mit Technischem Rat beiseite stehen sind hier sicherlich hinzu zu ziehen. Aber es wäre eine tolle Sache wenn es klappen würde.

Gruß
 
Die Landwirtschaftliche BG hatte mal einen Schlepper mit XL Kabiene bei einen Landwirt umgebaut, entweder ein 956/1056 oder 1255/1455 XLA.

Jedenfalls mit Hublift für den Rolly am Kabienenholm, Pedalbetätigung elektrisch und so einiges anderes.

Frag mal bei der Landwirtschaftlichen BG in Münster nach, evtl bekommst du da Auskunft
 
 Hi,

für einen Umbau auf Handkupplung würde ich nen Fendt mit Turbokupplung empfehlen. Die gab es auch in den 3 Zylinder Farmern, obs die 2 Zylinder auch hatten weiß ich nicht. Aber da kann man die Kupplung  auf eine hydraulische Betätigung unbauen und einfach im höchsten Gang anfahren und anhalten ohne zu kuppeln. Es muss eigentlich nur zum Gangwechsel gekuppelt werden, nicht zum anhalten und anfahren.

Ist auf alle Fälle sehr komfortabel, ich nutze die Turbokupplung bei meinem Favorit 10S gerne und viel.

 

Gruß Markus

 

 

 

 
 
tiger3056:

Auf die Eicher Rubentage in Wasserberg 2010 stan einen Eicher tiger, die umgebaut war fur behinderte (www.eicherfreunde-wassenberg.de/Ruebentage.html  bild 29) . Diese firma hat das gemacht www.autohaus-sodermanns.de/startseite.html. Ich hoffe dies hilft weiter.
Respekt,

da haben sich aber ein paar Leute richtig nen Kopf gemacht.

Richtig Klasse.

Wenn ich mir meinen Hanomag R217 ansehe, könnte das bei so einem auch funktionieren.

Wenn der Sitz und die Hydraulik runter wären, hätte man eine fast ebene Fläche wo der Rolli parken könnte.

Gruß

Andy
 
Hallo zusammen,

erstmal danke für die Antworten.

Kann irgendjemand dieses Bild von den Eicherfreunden speichern und mir schicken ? Ich kriege diesen Autoplay nicht angehalten, speichern kann ich auch nichts.

@ Jörg,

danke für den Tipp. Ritscher ist auf jeden Fall gut geeignet für einen Rollstuhl vorm Lenkrad. Werde da mal dran bleiben.
 
Das mit dem Eicher ist echt top.

Für einen Schlepperfreund, der das Schicksal hat im Rollstuhl zu sitzen, bestimmt eine Optimallösung.
 
Ich hab mal vor Jahren mal einen Bauern gesehen der wohl seine Beine nicht mehr bewegen konnte, der hat einen älteren Same Explorer oder sowas gehabt der umgebaut wurde auf Handkupplung und statt eine Fussbremse wurde dort mit der Hand gebremst, hatte in der Kabine überall seine ewig langen Hebeln, konnte aber damit arbeiten.

Bei uns in der Verwandschaft gibts einen der halb gelähmt ist, also rechter Fuss und rechter Arm.

Hat dann seinen John Deere 6830 mit Schaltgetreibe hergegeben und sich einen JD 6830 mit stufenlosen Getriebe gekauft und umbauen lassen das links Gaspedal und Armlehne ist. Bremspedal wurde mit dem Kupplungspedal miteinender verbunden mit einer Stange, fährt seit einigen Jahren so herum und macht alle Feldarbeiten am seinem Hof
 
ich hätte gern gewusst, ob das Projekt schon etwas konkreter geworden ist...

 

Dennoch einige Anmerkungen:

1. Rollstuhl:

die Auswahl des Rollstuhls ist ausschlaggebend für alle weitern Planungen. Es gibt welche, die verzichten auf eine Klapp- oder Faltmechanik und haben deswegen kaum Unterbau, passen also leicher über das Getriebe. Da bleibt dann evtl sogar Platz für den Kraftheber. Dann gibt es Schnellverschüsse für die großen Räder, sodaß ein sicheres abstellen (durch eine Mechanik-, Hydraulikkonstuktion) auf engen Raum möglich wird. Dabei muß aber zwingend beachtet werden, das Füße und Beine sowohl beim Hineinheben als auch bei der Fahrt sicher untergebracht sind. Es stellt sich ebenso die Frage nach einem Sicherheitsgurt, damit Dein Freund nicht während der Fahrt auf unebenem Gelände vom Sitz rutscht.

2. Kupplung:

hier ist die Frage zu beantworten, wie viel Kraft in Händen und Armen möglich ist. Ein mechanisches Kupplungsgestänge kann leicht zuviel Kraft erfordern. Hab ich selbst erlebt. eine Bekannte hatte so ein Ding im PKW, da mußte ich gut gefrühstückt haben um das zu bedienen.... In dem Fall bietet sich beim Traktor eine elektrohydraulische Lösung an. Z.B mit einem 3-Stellungsschalter (1 ausgekuppelt, 2 langsam einkuppeln, 3 Fahrstellung) auf dem Schalthebel

3. Bremse.

wenn das geschickt geplant wird, kann man sicher eine Doppelmechanik bauen, so bleibt auch die Lenkbremse erhalten.

4. Hubmechanik

Von einer Rampe halte ich nicht so viel, weil ein Fehler zwangläufig  zu bösen Stürzen führt. Schöner würde ich eine elektrohydraulische Mechanik finden, die den Rollstuhl greift, anhebt und leicht nach hinten gekippt von hinten auf den Traktor hebt. Hab sowas schon mal bei einem LKW gesehen, ging Superklasse und sicher.

5. Fernstart

damit schon zum Hineinheben die Hydraulik zu Verfühung steht, sollte eine Fernstarteinrichtung eingebaut werden. Aber Achtung, das Ding darf nur funktionieren wenn kein Gang eingelegt ist.

6. TÜV

alle diese Umbauten  brauchen einen Stempel vom lieben TÜV - Onkel, sonst kannst Du nichtmal bis zum abgesperrten Gelände fahren. Das ist aber nicht so schlimm, denn Du willst es ja sowieso ordentlich bauen. Ich rate den   Tüv- Menschen schon in der Planung mit einzubeziehen. Wer vorher gefragt wird ,sagt hinterher selten nein.... und dann kann Dein Freund sogar auf eigener Achse zum Treckertreffen fahren..... 

7. Ziel

Was glaubst Du, was das für Deinen Freund bedeutet, wenn er ganz normal z.B. bei der Ernte mithelfen kann. Dann wirst Du, solange er es schaftt in den Rollstuhl zu kommen einen guten und zuverlässigen Helfer haben, eben einen ganz normalen "Mitarbeiter".

Jetzt hab ich schon wieder einen "Roman" geschrieben und es sollten doch nur Anmerkungen werden.... beim nächsten Mal fasse ich mich kürzer....

Naja, berichte mal, was sich so tut.

 

L.G. und viel Erfolg
 
Ich habe einen der Ritscher Freunde ausfindig gemacht, der bietet seinen restaurierten Ritscher an. Steht in Holland. Der wäre von der Bauform optimal.  Auf den Bilder würde das wahrscheinlich ohne Umbau des Lenkrads passen von der Bedienhöhe her.

Die Kupplung auf hydraulisch elektrische Bedienung umzubauen hört sich erstmal kompliziert an. Wenn ich es doch über einen Hebel lösen würde könnte ich die Bedienung alleine durch die Hebelkraft mit einem entsprechend langen Hebel deutlich reduzieren.  Wobei das Kuppeln per Druckschaltern mit den 3 Stufen natürlich die Königslösung wäre, so kann man auch problemlos Schalten.  Das Kupplungspedal nach rechts setzen müsste aber auch gehen.

Die Bremse kann ja noch da bleiben wo sie ist, eventuell weiter nach rechts setzen wenn da noch ein Kupplungspedal daneben soll. Den rechten Fuß kann er ja noch bewegen.

Das mit der Rampe gefällt mir auch nicht. Wenn dann eine fest am Haus installierte Rampe an die mit dem Trecker rangefahren wird.

Muss aber wirklich mal im Vorraus mit einem TÜV Menschen reden ob das überhaupt abgenommen werden kann wenn es sauber ausgeführt wird.
 
Das Tüv Problem hab ich alle paar Jahre, immer dann wenn meine Frau ein anderes Fahrzeug bekommt...

Sie braucht das Gaspedal links + Automatik..... Im Monent fährt sie gerade mit einer Mechanik, die ursprünglich aus einem Ford kam und dann für Ihren alten Golf umgebaut wurde. War ganz einfach, hab dem Tüfprüfer vorher die Teile gezeigt und sagt wie ich das umbauen wollte, die Abnahme hat gerade mal 1 Blick darauf gedauert...

Normalerweise soll man nur Bauteile mit ABE verwenden, wenn es die aber nicht gibt, kommen die Tüvprüfer einem schon ziemlich weit entgegen, Vorausetzung vorher drüber reden und sicher muß es natürlich sein. Es macht sich z.B dann immer gut, wenn man zusätzlich abgebrachte Metallteile wie Stangen und Hebel für den Fall eines Unfalls abpolstert..... Armaflex... ;-)

Hab keine Angst, wenn Du nett mit Ihm umgehst, wird er auch nett sein..

Wenn es technisch möglich ist versuch erst das Kupplungpedal nach rechts zu stetzen, das gefällt dem Tüv-Onkel bestimmt gut...das mit der hydraulischen Betätigung zeichne ich Dir mal auf... ist ganz einfach, setzt aber Hydraulik vorraus......

Dann Rampe:

Sprich mal mit Deinem Freund ausführlich, was er wirklich noch kann, manchmal reichen auch zusätzliche Stufen und Haltegriffe. Selbst wenn das Aufsteigen dann 10 min dauert, wird doch die Anstrengung mit einer Treckerfahrt belohnt.....

L.G.

 

 
 
OL-IH-423:Die Kupplung auf hydraulisch elektrische Bedienung umzubauen hört sich erstmal kompliziert an. Wenn ich es doch über einen Hebel lösen würde könnte ich die Bedienung alleine durch die Hebelkraft mit einem entsprechend langen Hebel deutlich reduzieren.  Wobei das Kuppeln per Druckschaltern mit den 3 Stufen natürlich die Königslösung wäre, so kann man auch problemlos Schalten.  Das Kupplungspedal nach rechts setzen müsste aber auch gehen.

Die Bremse kann ja noch da bleiben wo sie ist, eventuell weiter nach rechts setzen wenn da noch ein Kupplungspedal daneben soll. Den rechten Fuß kann er ja noch bewegen.

Das mit der Rampe gefällt mir auch nicht. Wenn dann eine fest am Haus installierte Rampe an die mit dem Trecker rangefahren wird.

Muss aber wirklich mal im Vorraus mit einem TÜV Menschen reden ob das überhaupt abgenommen werden kann wenn es sauber ausgeführt wird.
Also zunächst mal glaube ich das ein Stufenloser Eicher mit sicherheit die beste Lösung sein wird...Problem nur ...unbezahlbar....

 

Also würde ich sehen das ich die Kupplung auf Rechts umbaue, weil man im Fuß mehr Kraft hat wie im Arm.

Dann einen Fixlenker in T-Form mit Fahradbremshebel ans Lenkrad zur  Gasbetätigung (denn gas kann man mit einem Bautenzug ganz leich überall hinlegen)

 

dann kommt der tickey Part. Die Schaltung Muß von H- Auf sequentiell umgebaut werden dazu eignet sich am besten ein 4 Gang H bei dem man relativ gut an die Schaltstangen rankommt, z.B. die 33er serie. Nun kann man über ein Schieberregister die Stangen in Position schieben. Anbieten würde sich eine Schaltwippe (Gangschaltung im Harley Style z.B.) einzusetzen, mit der man per treten rauf oder Runter schalten kann.

 

Leichter wirds dann noch mal zum Schluss

Nun muß ja noch gekuppelt werden. Ich würde eine Kupplung mit Exenterrastung (also treten, pedal bleibt unten nochmal treten  pedal kommt hoch) oder Pedal auf Pedal (also eines das man treten kann um die Kupplung getreten festzusetzen) kupplung vorschlagen. AUch Lösungen mit einer Haltespule und einem Knopf für den Daumen am Griff sind denkbar (kommf auf Geschmack und Trecker an).

Dann bleibt noch das Problem das bei Gefahrenbremsung ausgekuppelt werden muß. Hier würde sich bei einer hydraulischen Bremse  ein Druckschalter anbieden der beim Überschreiten eines Druckes (sprich starkem bremsen) ein Magnetventil öffnet welches die Kupplung über einen Zylinder tritt

 

eigentlich wenn ich mal so drüber nachdenke alles nicht unbedingt ein gordanischer Knoten

 

..... oder noch besser 2 Kupplungspedale eines welches am ende rauf und eines was am ende runter Schaltet (optisch ähnlich einem Bremspedal wenn man beide tritt ist es einfach nur ne Kupplung wenn man links oder rechts tritt kann man ein Stück weiter treten um noch hoch oder runter zu schalten....
 
 Hi,

um dieses ganze Schaltungsgedöns zu umgehen kann ich nur zu einem Schlepper mit ner hydraulischen Kraftübertragung raten(Turbokupplung). Den kann man ohne schalten fahren, und auch anhalten, denke was anderes bekommst du gar nicht abgenommen.Kuppeln könnte man elektrohydrauisch über nen Schalter, da man nicht weich einkupplen muss ist das recht Simpel zu lösen.  Bei PKW´s kenn ich das auch nur mit Automatikfahrzeugen.  

Gruß Markus

 

 

 

 
 
Hallo MarkusD436

Du hast schon recht, das "Schaltungsgedöns" sollte man tunlichst umgehen.....

aber die Abnahme, muß zwar sein, erweist sich aber in der Regel nicht als unlösbar.

und...

"Bei PKW´s kenn ich das auch nur mit Automatikfahrzeugen."

na so ist es nicht. es gab eine ganze Reihe von Sonderkonstruktionen sogar ab Werk....

z.B beim Käfer gab es eine Fliehkraft (anfahren) - Kupplung, die zum Sachlten mit Unterdruck betätigt wurde, sobald man den Schalthebel ein wenig gedrückt hat.

Ähnliches gabs beim RO 80...

und dann der legendäre Daf mit Fliehkraftkupplung und Riemen-Getriebe (die pünktlich wegflogen, wenn man einen wichtigen Termin hatte)

Aber Du hast schon Recht, heute gibt es nur noch Automatikgetriebe mit Wandler... ist im PKW einfacher, weil so ab Werk erhältlich.....

 

Bin sehr gespannt wie sich das Projekt weiter entwickelt und ob es auch irgendwan zu bestaunen sein wird....

l.G. aus dem Norden

 
 
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