Stahl für Zugpendel - welchen?

Jochen4

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24966 Hardesby
Ich überlege mir gerade, dass ich mir gut ein neues Zugpendel machen könnte. Also nur das eigentliche Zugpendel. Das Alte ist schon krumm und geschweißt. Doch wo bekommt man den richtigen Stahl?

Nachdem ich mir letztes Jahr eine nagelneue Ackerschiene gekauft habe, die heute aber schon krumm ist (noch nie hatte ich so eine weiche Ackerschiene), mache ich mir Gedanken über die Qualität. Wie benennt man einen Stahl, der in der Lage ist, meine 1,6t schwere Rundballenpresse zu führen? Mir schwirrt schon der Kopf bei den ganzen DIN-Normen.

Zusammengefasst: ich hätte also gern den richtigen Stahl für ein Zugpendel mit den Maßen (L/B/T (mm) 1000/800/30), mit dem ich die Rundballenpresse sicher hinter meinem 844 führen kann. Bei eBay gibt es einige "Flachstahl"-Anbieter, aber kaum einer mit einer Dicke von 30mm. Meist hören die bei 20mm auf und kein Wort davon, wie stabil der Stahl ist. Ich fürchte, ich kaufe wieder einen Stahl, der nach dem Anhängen der Presse aussieht als hätte das Potenzmittel versagt...
 
St52/S355 sollte dann eigentlich schon reichen, glaube aber das die originale vielleicht noch stabiler sind. 

Grüße,
René
 
Interessantes Thema!

Meine selbst gebaute Ackerschiene aus St52 bzw. neue Bezeichnung S355 ist auch schon wieder krumm. Hatte ich aber auch zu klein dimensioniert. Stahl wird erst richtig stabil wenn er vergütet wird. Dann ist er elastisch und verschleißfest, vergleich mit einem Zinken vom Frontlader oder Siloschwanz. Oder man muss halt richtig fett bauen. Auf Zug hält normaler Stahl sehr viel, auf Biegebeanspruchung eher nicht.

Also, meine Empfehlung, C60 und vergüten lassen. Aber vielleicht ist das auch mehr als man muss.

Gruß Jürgen
 
Hallo Jochen,

ich denke auch, dass du mit St52-3 recht gut fährst.

An meinem Krone Einachskipper 4t ist die Zugöse auch aus St 52. Stützlast hat der 1 t.

Bei meinem Kumpel seinem Fliegel Kipper ist, so meine ich mich zu erinnern, auch eine Öse aus St52.

Sollte somit also für ein Zugpendel die richtige Wahl sein

Gruß

Uli
 
Vielen Dank für die Hinweise!

Aufgrund Eurer Hinweise habe ich mich mal mit dem St52 beschäftigt und bezweifle, dass der Stahl für meine Zwecke geeignet ist. Der St52 wird auch als zugfester Baustahl bezeichnet. Zugfest ist ja schon mal gut, aber leider die Biegefestigkeit überhaupt nicht! Man muss bedenken, dass das Pendel 1m lang ist. Also schon ein rechter Hebel, der auch dann noch formstabil bleiben muss, wenn man die schwere Rundballenpresse rückwärts über einen Maulwurfhaufen oder Hang rangiert.

Also sollte es vielleicht doch eher der C60 sein, und wie Jürgen schon sagte, die Festigkeit einer Palettengabel haben.
 
Ohne Wärmebehandlung macht der C60 auch nicht mehr als der S355. Aber Palettengabel ist ein Stichwort, wenn du einen gebrauchten Stablerzinken bekommen kannst, der hält das aus. Trotzdem ist der noch zu bohren.

Gruß Jürgen
 
Jochen4:

Ich überlege mir gerade, dass ich mir gut ein neues Zugpendel machen könnte. Also nur das eigentliche Zugpendel. Das Alte ist schon krumm und geschweißt. Doch wo bekommt man den richtigen Stahl?

Nachdem ich mir letztes Jahr eine nagelneue Ackerschiene gekauft habe, die heute aber schon krumm ist (noch nie hatte ich so eine weiche Ackerschiene), mache ich mir Gedanken über die Qualität. Wie benennt man einen Stahl, der in der Lage ist, meine 1,6t schwere Rundballenpresse zu führen? Mir schwirrt schon der Kopf bei den ganzen DIN-Normen.

Zusammengefasst: ich hätte also gern den richtigen Stahl für ein Zugpendel mit den Maßen (L/B/T (mm) 1000/800/30), mit dem ich die Rundballenpresse sicher hinter meinem 844 führen kann. Bei eBay gibt es einige "Flachstahl"-Anbieter, aber kaum einer mit einer Dicke von 30mm. Meist hören die bei 20mm auf und kein Wort davon, wie stabil der Stahl ist. Ich fürchte, ich kaufe wieder einen Stahl, der nach dem Anhängen der Presse aussieht als hätte das Potenzmittel versagt...
Wie hoch ist die Stützlast deiner Presse am Zugmauel?

30mm starken Stahl kann man schon bekommen. Inzweifelsfall bei Klöckner & Co anrufen.

Wie sind die Abstände der Aufhängung des Zugpändels?
 
Hallo Jochen,

ich würde auch sagen, dass der S355 (ST52-3) der geeignetste Stahl ist.

Das ist ein Material, dass im Maschinen- und Stahlbau hauptsächlich eingesetzt wird, sehr gut schweißbar ist und bei jedem Stahlhändler erhältlich.

Vom C60, wie vom Jürgen angesprochen, würde ich die Finger lassen, da er durch den hohen Kohlenstoffgehalt nicht mehr zum Schweißen geeignet ist.

Eine weitere Möglichkeit wäre 16MnCr5, hat höhere Festigkeit, ist schweißbar, aber, da er ein legierter Stahl ist, deutlich teurer.

Gruß, Gerhard
 
Hallo Jochen,

musst Du denn schweißen? Sonst würde ich den 1.7225 empfehlen. Das ist ein Vergütungsstahl. Den brauch man nicht mehr wärmebehandeln, der hat schon eine gute Festigkeit und den bekommst Du eigendlich auch an jeder Ecke.

Hier mal unser Datenblatt dazu:

www.doerrenberg.de/uploads/tx_c1x1downloads/1.7225_de.pdf

Gruß

Christian
 
Ja, der 42CrMo4 geht auch, lässt sich mit entsprechender Vorwärmung auch noch schweißen, allerdings braucht man dazu den richtigen Schweißzusatz.

Gruß, Gerhard
 
Also schweißen muss ich nichts. Nur die Löcher für die Aufnahmen an den Enden und ein Loch in der Mitte für die Mitten-Arretierung müsste ich machen. Seitliche Verstellungen habe ich noch nie gebraucht. Aber das Bohren ist dank großer Standborhmaschine kein Problem.
 
-ihc423-:

Hallo Jochen,

musst Du denn schweißen? Sonst würde ich den 1.7225 empfehlen. Das ist ein Vergütungsstahl. Den brauch man nicht mehr wärmebehandeln, der hat schon eine gute Festigkeit und den bekommst Du eigendlich auch an jeder Ecke.

Hier mal unser Datenblatt dazu:

www.doerrenberg.de/uploads/tx_c1x1downloads/1.7225_de.pdf

Gruß

Christian
Hallo,

1.7225 ist eine sehr gute Wahl!

Daraus fertigen wir auch alle "Landmaschinenteile" sofern sie nicht geschweisst werden müssen.

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Tja, da sind wir wieder bei einem Vergütungsstahl. Bei Doerrenberg steht bei Lieferzustand “vergütet“, wusste ich garnicht das es das schon fertig gibt.

Hardox ist ein besonders verschleißfester Stahl. Gut geeignet für Schneiden an Baggerschaufeln, Pflügen usw. Könnte man auch mal probieren, der ist auch gehärtet nach der Herstellung, also wärmebehandelt. Geht aber trotzdem noch zu bohren. Man darf diese wärmebehandelten Stähle allerdings nicht mehr erwärmen, z.B. zum Biegen, sonst verlieren sie ihre Eigenschaften.

Gruß Jürgen
 
Also ST52 würde nur reichen, wenn er in Form geschmiedet wird. Als Halbzeug in gewalztem Zustand taugt der für sowas nichts. Ich würde jetzt auch mal den Hardox oder einen Vergütungsstahl (vorvergütetes Halbzeug) empfehlen. Besser wäre was mit Profilform wie an einem Zugmaul zu sehen ist.
 
FuerPapa:

Tja, da sind wir wieder bei einem Vergütungsstahl. Bei Doerrenberg steht bei Lieferzustand “vergütet“, wusste ich garnicht das es das schon fertig gibt.

Hardox ist ein besonders verschleißfester Stahl. Gut geeignet für Schneiden an Baggerschaufeln, Pflügen usw. Könnte man auch mal probieren, der ist auch gehärtet nach der Herstellung, also wärmebehandelt. Geht aber trotzdem noch zu bohren. Man darf diese wärmebehandelten Stähle allerdings nicht mehr erwärmen, z.B. zum Biegen, sonst verlieren sie ihre Eigenschaften.

Gruß Jürgen
Hallo Jürgen,

Vergütungsstähle werden in den meisten Fällen schon vorvergütet geliefert. In unserem Datenblatt unter "mechanische Eigenschaften" sind die Festigkeitswerte, abhängig von der Abmessung, die nach Norm garantiert werden müssen. Das reicht in den meisten Fällen aus. Und die Festigkeit liegt in den kleineren Abmessungen ja mindestens doppelt so hoch wie bei einem St 52. Und man kann sie immer noch gut bearbeiten. Sollten allerdings scharfe Werkzeuge sein ;-). Das spart nach der Bearbeitung die Wärmebahndlung und das Fertigbearbeiten. Wenn ich mal ein kleines Stück brauche geh ich dann einfach in unser Lager und schau mal in die Schrottboxen ob da nicht was passendes liegt.

Gruß

Christian
 
Guten Abend

nimm ein C45 also Werkstoffnummer 1.7225 wie t844 dir geraten hat oder noch besser ein Feinkornstahl, z.B S690

Gruss aus der Schweiz

Christian
 
Hallo Christian,

ein C45 (Werkstoffnummer:1.0503) ist KEIN 1.7225 (42CrMo4). Der C45 wird geglüht, also weich, ausgeliefert und der 1.7225 wird normalerweise vergütet geliefert, also der hat schon eine höhere Festigkeit. Den C45 müsste man noch härten was aber nur in Wasser funktioniert.

Gruß

Christian
 
Hallo , was hat eigentlich eine Ackerschiene für eine Güte ?

hebe mit meiner vom 840 K2 im Frontlader 1050kg Paletten .

Gruss Karl
 
Hier wird vom Bindeglied zwischen Zugfahrzeug und Arbeitsgerät gesprochen. Und da das angehängte Teil ja auch mit zum Acker oder zur Wiese muss, wird in 99% auch die öffentliche Straße benutzt. Also original Teil oder vom Sachverständigen abnehmen lassen sonst erlischt die Betriebserlaubnis und damit der Versicherungsschutz. Und für die Einzelabnahme den Sachverständigen fragen, welchen Stahl er denn haben muss. 
 
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