Hallo Pipo,
kein Originallack - hat ihn dein Vorbesitzer grün gemacht ?? (kleiner Scherz)
Lackvorbehandlung:
Möglichst viele Teile, vor allem die Blechteile demontieren.
Diese Teile zum Sandstrahlen geben. Trockeneisstrahlen ist natürlich die elegantere Möglichkeit.
Den Rest, ist meist der Rumpf vom Traktor, eigenhändig mechanisch reinigen. Also zuerst mit Motorreiniger einsprühen und mit dem Dampfreiniger so viel runterholen wie es geht. Danach die verrosteten Stellen mit Schleifpapier und Drahtbürste bearbeiten. Loser Lack sollte nirgends mehr vorhanden sein.
Lackaufbau:
Die gestrahlten Teile sollten jetzt metallisch blank sein. Der Rumpf ist teilweise blank und teilweise noch der alte Lack drauf. Jetzt alles was blank ist mit Fertan dünn einpinseln. Fertan bildet eine Phosphatschicht und somit eine solide Haftung für die Grundierung. Das Fertan min 1 Tag einwirken lassen dann mit Wasser alles abspritzen. Es sollte eine dünne schwärzliche Schicht auf dem blanken Metall sein. Nach dem Trocknen nicht mehr mit den Fingern drauf herum tatschen.
Grundierung:
Es gibt hierzu immer wieder Diskussionen von wegen Einkomponentenmaterial. Ich verwende hier kompromisslos Zweikomponenten EP Material. Alles andere ist minderwertig.
An dieser Stelle kommt dann die Frage welcher Hersteller:
Standox Lacke sind sehr gut – aber teuer. MIPA Lacke sind günstiger und meiner Ansicht nach ausreichend. Werden schließlich für LKW´s verwendet. Ludwiglacke sind am günstigsten.
MIPA bietet bei der 2K-EP-Grundierung EP 100 -20 einen entscheidenden Vorteil. Das 5kg Gebinde bekommt man in Wunschfarbe. Also habe ich mir das in RAL 3003 einfärben lassen. Wenn dann mal ein Kratzer entsteht, und das gibt es zumindest hinten am Zugmaul, dann kommt da wenigstens keine hellgraue Grundierung zum Vorschein.
Dann verspachteln.
Es ist richtig, man sollte möglichst keine Spachtelmasse auftragen. Lässt sich letztendlich aber nicht ganz vermeiden. Richtig und gut Aufzinnen können nur Karosserieflaschner. Und gute Karosserieflaschner gibt es keine mehr. Ich wollte letztes Jahr für einen Freund die Motorhaube von einem Schlüter machen lassen. Ich habe als Daimlermitarbeiter im Karosseriewerk Sindelfingen keinen gefunden der das machen wollte.
Ist die hoffentlich wenige Verspachtelung aufgebracht, muss man in der Regel noch mal grundieren.
Decklack:
MIPA Decklack Acryl PU 262-90 RAL 3002 und RAL 3003 im Verhältnis 1 : 1 gemischt.
Mit diesem Lack bin ich auf die Schnauze gefallen, weil mir der Verkäufer altes Material angedreht hat. Das Material hat ein Jahr gebaucht bis durch hart war. Ist das Ausgangsmaterial, also das Harz frisch. gibt es keine Probleme. Meine Anbauteile hatte ich dann teilweise mit Decklack von Ludwiglacke lackiert. Dieses Material lässt sich sehr gut verarbeiten.
Ach so, bevor man den Decklack aufbringt sollte man anschleifen, oder die Grundierung sollte nicht durchgehärtet sein. Lässt sich in der Praxis nie ganz konsequent durchführen, aber man sollte es etwas beachten. Schleifpapier ist auch ein Thema.
Und dann noch wichtig, die Umgebungstemperatur.
Die Umgebungstemperatur sollte nicht viel weniger als 20 Grad sein.
Bedeutet, wenn keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen die entsprechend beheizt werden können, warten bis Juni.
Gruß Gerd